Neueste Stammtischparolen

 Man muß nicht immer alles bis ins Kleinste ausdeuten. Manchmal – auch aus Selbstschutz – genügt das Stammtischniveau.

Was haben Martin Schulz, Emmanuel Macron, Robert Habeck und Nigel Farage gemeinsam? Sie alle waren Lichtgestalten. Sie alle haben einen dramatischen Aufstieg und z.T. auch einen tragischen Abstieg hinter sich. Innerhalb kürzester Zeit, in Wochen oder Monaten, mitunter ohne jegliche politische Ankündigung wurden sie an die Spitze der Politik gespült.

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Rumänien: Glanz und Elend

Rumänisches Tagebuch II

Rumänien empfängt uns mit allen Klischees. Hinter der Grenze wollen wir die Vignette kaufen, der Schalter ist offen, der Angestellte sitzt drin, tut nichts, schaut aus dem Fenster und bedient uns trotzdem nicht, weil er – wie er sagt – gerade Pause macht.

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Entdeckung der Kollektivseele

Die fünf Jahrzehnte nach dem Verlust Schleswigs und Holsteins 1864 bis hin zum ersten Weltkrieg haben Dänemark derart fundamental verändert wie keine andere Periode seit der letzten Eiszeit. Die „kollektive Seele“ der Dänen läßt sich nur verstehen, wenn man die tektonischen Verschiebungen in Politik, Wirtschaft und Umwelt, aber auch in Kultur und Alltagsleben begreift. Eine ganze Generation von sehr unterschiedlichen und erstrangigen Autoren arbeitete daran, den Veränderungen aus der Retrospektive der 20er und 30er Jahre habhaft zu werden.

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Logik der Rettung

Jeder hat so seine Untoten. Für mich ist Rudolf Bahro einer: heute vor 20 Jahren starb er – in meinem Bewußtsein ist er so lebendig wie eh und je.

Das liegt im Grunde genommen an einem einzigen Buch, der „Logik der Rettung“, das ich – würde jemand danach fragen – ohne zu zögern, als das wichtigste Buch in meinem Leben bezeichnen würde, weil es eines der ganz wenigen Bücher ist, die direkt und unmittelbar mein Leben verändert haben. Wieder und wieder habe ich es durchgearbeitet und jede Lektüre ließ mich erschüttert zurück – das letzte Mal vielleicht vor 10,12 Jahren.

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Ein Tag in Serbien

Heute geht es nach Serbien. Von Mórahalom fährt man zehn Minuten bis zur Grenze, nach Röszke. Röszke – klingt der Name noch? Genau! Vor exakt zwei Jahren war Röszke Weltpolitik, stand das kleine verschlafene Nest an der ungarisch-serbischen Grenze im Zentrum der Aufmerksamkeit. Ganze Horden von Journalisten kamen und berichteten.

Als plötzlich jeden Tag tausende Menschen über die Grenze in die EU strömten, entstanden auf ungarischer Seite große Erstaufnahmelager. Dort wurden die Migranten zum ersten Mal erfaßt. Auch Ungarn war mit der Situation überfordert, die humanitären und sanitären Bedingungen sollen katastrophal gewesen sein.

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Szegediner Überraschungen

Ich wache mit Kopfschmerzen auf. Es war keine gute Nacht: zu laut, zu warm, die Matratze zu hart, zu viel roter Wein. Ohne Frühstück fahren wir die 20 km nach Szeged. Dort muß irgendwo ein Kaffee her!

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Glaubenstiefe und deutsche Härte

„Mit einem ägyptischen Handwerker … unterhielt ich mich zunächst über das literarische Alexandria“ – mit diesen Worten eröffnet Karl Heinz Bohrer eine kleine Nebengeschichte, die man in seiner gedankengesättigten Autobiographie schnell überliest, die jedoch typisch für Bohrers Herangehensweise an das Leben ist und die zudem eine aufschlußreiche Pointe beinhaltet.

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