Die tägliche Dosis

„Komm, wir schalten das Radio an“, sage ich zu meiner Frau, „mal hören, wie lange es dauert bis zur ersten Propagandasendung“. Es ist kurz nach 15 Uhr, wir haben soeben die deutsche Grenze – unkontrolliert – überfahren. Ich wähle den Deutschlandfunk, kann das allgemeine Gedudel nicht ertragen. Und – ungelogen – es dauert ganze drei Minuten bis wir auf diesen Satz stoßen: „Auch wenn es häufig zutrifft, Pop-Musik ist nicht zwingend progressiv und links.“

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Identitätspolitik und Interessenspolitik

von Johannes Leitner

Identitätspolitik

Während identitäre Politik, wie jede gute Politik, darauf abzielt, die Gesellschaft als ganze zu erhalten und zu fördern, strebt Identitätspolitik danach, die eigene identitäre Sondergruppe auf Kosten der Gesellschaft zu begünstigen und zu bevorrechten. Man will nicht das Ganze mehren, sondern den eigenen Anteil am Ganzen, und sei es, indem man das dem feindlichen Widersacher Gebliebene schädigt. Identitätspolitik bedeutet ein Null- oder ein Negativsummenspiel des win-lose und win-lose-lose, nicht, wie die gesunde gemeinschaftliche Gesellschaft, ein Positivsummenspiel des win-win-win mit positiven Externalitäten.

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Eintritt in die Matrix

Zum Kotzen! Die Presse läuft Amok gegen Martin Sellner. Der Focus schreibt: „Identitären-Chef lud Attentäter von Christchurch zum Kaffee ein“. In der „Presse“ wollte er „auf ein Bier gehen“. „Das beweisen Mails, die der ZiB2 jetzt vorliegen“ usw.

Der Begriff „Lügenpresse“, den ich bisher nie benutzt habe, ist nun angebracht.

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Nachwirkende Vorverurteilung

Was immer der Attentäter von Christchurch bezweckt haben mochte, das meiste dürfte gescheitert sein. Vor allem: vom unvorstellbaren und sinnlosen Leid abgesehen, das er unschuldigen Menschen bereitete, hat er der Widerstandsbewegung, deren Teil und Protagonist zu sein er vorgab, schweren Schaden zugefügt.

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Relativierungen

Von vier Millionen Muslimen in Deutschland kamen, trotz landesweiter Beschallung aus allen Rohren, 1000 um zum FriedensmarschNicht mit uns“ gegen den islamistischen Terrorismus zu demonstrieren.[1]

Von vierhundert Identitären in Deutschland kamen, trotz landesweiter Verunglimpfung aus allen Rohren, 1000 um  für eine „Zukunft in Europa“ und gegen die Masseneinwanderung zu demonstrieren.[2]

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Zur Ökonomie des Faschismus

Was haben Diamanten, Seltene Erden und Faschismus gemeinsam? Sie sind knappe Ressourcen, sie erzielen hohe Preise, man muß viel investieren, um sie zu finden und zu fördern.

Faschismus ist unserer Tage nicht mit Gold aufzuwiegen!

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Was wir jetzt tun müssen!

Diesmal England, diesmal Manchester. Ein mutmaßlich islamistischer Terrorist hat sich und mindestens 22 Menschen in den Tod gerissen.

Während ihn Jungfrauen erwarten, bleiben die Schicksale der Opfer – viele Kinder darunter – bis auf weiteres unbekannt. Nur den Schmerz der Hinterbliebenen können wir erahnen …

Das muß ein Ende haben! So etwas darf sich nicht wiederholen! Deutschland muß sich wappnen!

Was nun dringendst zu tun ist:

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Die autoritäre Revolte

Vor einiger Zeit beschrieb Götz Kubitschek auf „Sezession im Netz“ in halbironischem Ton eine kleine peinliche Szene während einer Buchvorstellung, der er soeben beigewohnt hatte. Volker Weiß stellte sein neues Buch vor – „Die autoritäre Revolte. Die Neue Rechte und der Untergang des Abendlandes“ –, das ihm sogleich sehr viel mediale Aufmerksamkeit bescherte – in der Regel natürlich positiv –, nebst der Nominierung zum prestigeträchtigen „Preis der Leipziger Buchmesse“. Das Buch erschien ausgerechnet im Klett-Cotta-Verlag, der u.a. die Werke Ernst Jüngers vertreibt.

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Das blanke Daß

Große Querfront bei allen bekannten Print- und Internetmedien, von linkspopulistisch und linkspropagandistisch bis links, von „Huffington Post“ über „Süddeutsche“ bis „Spiegel“ und „Welt“, von Schrott bis „Qualität“, von „Bild“ bis „FAZ“ stimmen alle in den Kanon ein, sind alle einer Meinung: Anne Will hat versagt. Diesmal pflichten sogar die rechten und alternativen Medien, wie „Tichys Einblick“ oder die „Junge Freiheit“ bei und blasen ins gleiche Horn. Da muß was faul sein!

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Die rechte Gewalt

Großer Bahnhof. Ein Bürgermeister einer schleswig-holsteinischen Gemeinde wurde brutal zusammengeschlagen. Es gab Drohbriefe. Man wehrte sich – in den Briefen – gegen den Bau einer vermeintlichen Flüchtlingsunterkunft. Weiterlesen

Das Kreuz mit der Identität

Vielleicht hat Rudolf Bahro nie einen wirklichen Berg erstiegen, aber er hat einen wesentlichen Satz dazu gesagt:  Wenn du einsam eine Weile einen Gipfel erklimmst, dann fängt der Berg mit dir zu sprechen an.

Otto Barth (1876–1916), Morgengebet der Kalser Bergführer auf dem Großglockner, 1911 ©Wiki

Otto Barth: Morgengebet der Kalser Bergführer auf dem Großglockner, 1911 ©Wiki

Der marxistische und grüne Selbstdenker wollte das Mystische betonen, das tief verinnerlichte Gefühl, das Menschen beschleicht, wenn sie mit grandioser Natur konfrontiert sind, wenn sie sich ihrer Nichtigkeit unmittelbar bewußt werden. Es ist letztendlich eine religiöse Empfindung. Berge und Gott oder die Götter gehören seit jeher zusammen. Dort wohnen sie, dort wachen sie und dort glauben die Menschen, ihnen besonders nahe zu sein. Moses, Jesus und Mohammed stiegen mit ihren Gesetzesoffenbarungen alle von Bergen herunter.

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Es lebe der Terror!

Hurra, wir haben einen rechtsextremen Terroristen!

Ukrainische Polizei nimmt einen Franzosen fest, der mit 125 kg TNT (!), drei Raketenwerfern (!), fünf Maschinengewehren (!) und jeder Menge Munition im Gesamtwert von 250000 Euro (!) an der Grenze zu Polen festgenommen wurde.

Kaufrausch in der Ukraine

Kaufrausch in der Ukraine – frisch und sauber verpackt

Damit habe er Angriffe auf die EM in Frankreich geplant, bis zu 15 (!), auf Synagogen, Moscheen, Brücken, Autobahnen, Polizeistationen, Behördengebäude und „zahlreiche andere Orte“ – fehlt noch was?  Ein Tausendsassa! Ein Breivik im Quadrat. Und er ist ein Rechter, denn man hat ein T-Shirt bei ihm gefunden (!) Und die Polizei hat auch gleich ein Video seiner Festnahme dabei und überhaupt hat sie alles schön sauber aufgezeichnet. Frühere Interviews (sofern echt) des Mannes tauchen auf, wo er mit ukrainischen Soldaten trainiert, um gegen die „russische Invasion Europas“ zu kämpfen. Sein ganzes Leben scheint gut dokumentiert. Ein Traum für Verschwörungstheoretiker.

Der Mann kennt auch alle alarmauslösenden Schlagworte auswendig: Er ist gegen den „Zuzug von Ausländern“, die „Islamisierung“ und die „Globalisierung“.

Deutsche Medien springen mit großer Befriedigung zu gern auf diesen Zug auf. Das Evangelium an alle Franzosen und europäischen Fans lautet: Ihr müßt euch nicht nur vor islamischem Terror fürchten – die Muslime sind nicht so –, sondern auch von rechts droht Gefahr. Schluß mit dem Rassismus!

Und weil rechtsextrem sich schon ein bißchen wie rechtspopulistisch (AfD), rechtskonservativ (AfD), rechtsradikal (AfD) und ähm, rechtsextrem (AfD) anhört, nennt man ihn gern auch rechtsextrem. Einfach nur „Verbrecher“ hätte es nicht getan. So bleibt die Verknüpfung immer hängen.

Aber merkt denn niemand, daß an dieser Sache etwas nicht stimmt? Wo hat der Besamungstechniker das Geld her? Wie will er allein 15 Anschläge verüben? Wie soll das zehn Tage vor der EM organisatorisch geleistet werden? Wieso zeigt man uns ein amateurhaftes, sichtbar einstudiertes Video? Ist der Mann blind, daß er einen Kameramann neben seinem Auto nicht erkennt? Wieso läßt dieses Superhirn ein rechtsradikales T-Shirt herumliegen? (Fehlt nur noch, daß es das Lambda der „Identitären“ zeigt.) Wo kann man in der Ukraine Raketenwerfer kaufen?  … Was bezwecken die Ukrainer damit? Wieso verhält sich die französische Presse eher bedeckt? Wieso scheint der französische Geheimdienst nichts gewußt zu haben? Warum standen die Anschläge „unmittelbar bevor“, obwohl er noch nicht mal in Polen war? Wo kommen die wunderbaren Photos aus dem Privatleben – mit Knarren in der Hand, freundlich in die Kamera lächelnd – her? … Fragen über Fragen.

Nicht, daß ich Terror aus allen Richtungen für unwahrscheinlich hielte – im Gegenteil, er ist voraussagbar und er wird so sicher kommen wie das „Amin“ in der Moschee von nebenan, aber uns eine derartig hanebüchene Geschichte auf diese Art und Weise zu präsentieren, ist schon ein dreistes Stück, selbst wenn sie wahr ist.

Entweder der Mann ist Teil einer riesigen Organisation – wovon bisher kein Wort gefallen ist – oder an der Geschichte stinkt etwas. Sie ist so ungewöhnlich, so untypisch und abstrus, daß man Hintergedanken bekommen kann.

Mit einem umgekehrten McLuhan könnte man meinen: Die Botschaft ist das Medium.