Wer ist Höcke?

… und wenn ja wie viele?

“Wer sein Buch aus dem Sommer liest, findet dort keine maßgeblichen Unterschiede zur NPD-Politik. Höcke spricht von einem Remigrations-Projekt, die NPD von einer Rückführungspolitik. Im Kern ist das dasselbe“ (Steffen Kailitz, Politologe)

Das hätte sich Popphilosoph Precht wohl nicht träumen lassen, daß seine Apologie der postmodernen Persönlichkeit, zumindest dem Titel nach, als Dividuum, als Teilbares, in vielen Identitäten lebendes Wesen, ausgerechnet von Björn Höcke verwirklicht werden könnte. Höckes öffentliches Bild, von den relevanten Medien ad nauseam verbreitet, ist so verheerend wie eindimensional und innerhalb dieses Rahmens ist an ein volles Höcke-Bild nicht zu denken.

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Walser, Habermas, Höcke

„Man könnte so weit gehen und sagen, daß der ganze linksliberale Block aus undeutlichen Habermasianern besteht. Für diese große Mehrheit ist typisch, daß sie sich für eine verfolgte Minderheit hält und daß sie ihre fast nirgends angefochtene kulturelle Hegemonie im Stil von Notwehr gegen einen übermächtigen Gegner ausübt.“ Peter Sloterdijk

Vor 20 Jahren hielt Martin Walser seine legendäre Rede in der Frankfurter Paulskirche, deren Worte die deutsche Zivilgesellschaft bis heute ebenso erschüttern, wie die darin aufgezeigten und zu Bewußtsein gebrachten deutschen Idiosynkrasien. Stella Hindemith, eine Kulturwissenschaftlerin mit jüdischen Großeltern, hat dazu soeben einen aufschlußreichen und maßgebenden Artikel veröffentlicht, der den geistigen Zustand der „Eliten“ auf wunderbare Weise selbstkarikiert: „Im Umgang mit der deutschen Nazivergangenheit markierte Martin Walsers Rede in der Paulskirche eine Wende: Vor 20 Jahren verschob er die Grenzen des Sagbaren nach rechts.“

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Björn Höckes Selbstentzerrung

Höckes Gespräch mit dem Journalisten Sebastian Hennig überrascht vor allem durch seinen Ton. Mit den typischen Politiker-Bekenner-Büchern hat es wenig gemein; es legt eine Offenheit und Direktheit an den Tag, die man fast als unpolitisch oder gar antipolitisch bezeichnen kann, sofern man dem mittlerweile gängigen Politikbegriff anhängt. Höcke aber ist einer vom alten Stamm, der unter Politik nicht das Vertreten von Parteiinteressen versteht, sondern dem Volke zu nutzen und Schaden von ihm abzuwehren und dazu gehört es, die „Deutungshoheit des Establishments“ auch durch Ablehnung seiner Sprachregelungen zu brechen.

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