Du schönes junges blondes Mädchen

Liebe Leser! Bitte stellen Sie jetzt den Lautstärkeregler Ihres Computers auf volle Pulle, öffnen Sie die Fenster, stellen Sie die Boxen in den Fensterrahmen und spielen Sie dann dieses Lied schallend in die Welt hinaus:

Warum? Das Lied ist ein Schatz – und er ist gefährdet!

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Du, Ministerin!

Es ist nicht einfach, ein hämisches Grinsen zu vermeiden, wenn man manche Geschichte hört – man sollte es aber versuchen. Denn sie wissen (noch immer) nicht, was sie tun.

Da geht zum Beispiel Inger Støjberg, die „Taffe“ der dänischen Regierung, ihres Zeichens Ausländer- und Integrationsministerin, zusammen mit der Gleichstellungsministerin in einen islamischen Frauenverein und will ein bißchen aufklären. Gleichstellung und so. Die „Berlingske Tidende“ brachte die ganze Dramatik des Geschehens in einem Hinterzimmer in Bispebjerg, im nördlichen Kopenhagen, auf wunderbar naive Weise ans Tageslicht.

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Neue Koalitionen

In rasantem Tempo ändert sich die parteipolitische Plattentektonik. Jedem einsichtigen Menschen muß klar sein, daß dies zuallererst Nachbeben des großen Ereignisses im Herbst 2015 ist. So lange die Altparteien sich diese Evidenz nicht vor Augen halten, so lange werden sie weiter kopflos nach jedem neuen Erdstoß herumirren. Derweil könnte die politische Rechte mehr tun, als nur den Schaum (und Abschaum) der Tsunamiwellen abzuschöpfen, sie könnte strategische Überlegungen anstellen.

Ein Blick nach Dänemark mag hilfreich sein.

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Neue Grenzen der Zivilreligion

Vielleicht eine Petitesse, aber eine signifikante, die beim täglichen Presserundgang ins Auge fiel.

Ein beliebtes Argument der Integrationsproblemwahrnehmungsverweigerer-fraktion ist die Frage: „Und wo tangiert es dich?“, „Wie hat es denn dein Leben verändert?“, „Geht es dir etwa schlechter?“ und dergleichen. Besonders häufig hört man solches in netten, gut gemähten und getrimmten Eigenheimsiedlungen, in denen die Gardinen wackeln und die Telefondrähte glühen, wenn sich doch ein Mal ein Dunkelhäutiger dahin verläuft.

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Der Twitter-Tod

Es ist wieder passiert – jemand hat sich zu Tode getwittert. Eine US-Schauspielerin setzt einen „rassistischen“ Tweet ab und im Handumdrehen wird die ganze Serie eingestellt, deren Star sie ist. Die Serie hat eine große Fan-Gemeinde. Sie einzustellen, dürfte der an schwerer PC leidenden TV-Gesellschaft weh getan haben, aber der selbst erzeugte Druck war größer und wird durch derartige Entscheidungen für folgende Fälle noch größer. Er wird eine Gefahr für künstlerisches und geistiges Schaffen überhaupt.

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Gute Wünsche, fromme Hoffnung

Seit zweieinhalb Jahren gibt es in Dänemark eine neue national-konservative und wirtschaftsliberale Partei, die „Nye Borgerlige“.

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In 20 Jahren Bürgerkrieg

Deutsches Fernsehen schaue ich schon lange nicht mehr. Dafür sehe ich mich hin und wieder im Ausland um. Im norwegischen TV lief gerade (16.3.) eine informative Sendung zum Thema Schweden: Alles nur Meinung natürlich, aber eine, die man sich anhören sollte.

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Über-Setzen nach Hamsun

Ich begriff schon als Heranwachsender, daß diese Sprache sich einfach eignet für die ganz großen Fragen. Bildung – den Begriff kann man nicht übersetzen. Der „Sinn des Lebens“, das klingt auf Italienisch fast lächerlich. Aber auf Deutsch weist einen die Sprache mitten in die organische Einheit des Lebens. Dieses Bohrende, Systematische hat mich ungemein fasziniert. (Claudio Magris)

Hamsuns Jahrhundertroman „Segen der Erde“ gibt uns Gelegenheit an einem Beispiel, die Schwierigkeit des Übersetzens zu verdeutlichen. Wir werden sehen, daß norwegische Leser, die das Buch in der Originalsprache lesen können, ein anderes lesen als deutsche, englische oder italienische.

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Die Schöne und das Biest?

Wo die Liebe hinfällt, da bleibt sie liegen, und wär‘ es ein Misthaufen. (deutsches Sprichwort)

In seiner weltliterarisch bedeutsamen Autobiographie erinnert sich der dänische Nationaldichter Hans Christian Andersen an eine seltsame Szene aus seiner Kindheit. Er war gerade drei Jahre alt, als die Stadt Odense auf Fünen in Unruhe geriet. Überall erschienen laute, unruhige, bärtige und dunkelhäutige Männer. Kanonen wurden abgefeuert, auf den Plätzen und Straßen lagen Uniformierte, in Kolding ging das Schloß in Flammen auf …

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Entdeckung der Kollektivseele

Die fünf Jahrzehnte nach dem Verlust Schleswigs und Holsteins 1864 bis hin zum ersten Weltkrieg haben Dänemark derart fundamental verändert wie keine andere Periode seit der letzten Eiszeit. Die „kollektive Seele“ der Dänen läßt sich nur verstehen, wenn man die tektonischen Verschiebungen in Politik, Wirtschaft und Umwelt, aber auch in Kultur und Alltagsleben begreift. Eine ganze Generation von sehr unterschiedlichen und erstrangigen Autoren arbeitete daran, den Veränderungen aus der Retrospektive der 20er und 30er Jahre habhaft zu werden.

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Zorn und Thymos

„Zorn ist der Regent der Welt“
(Luther)

In der reflektierenden Rückschau auf Kirks Jesus-Roman wird sich dem Leser die hochaktuelle Frage nach dem Zorn stellen, der so prominent wie geheimnisvoll als Titel über dem Buche prangt. Welcher Zorn? Wessen Zorn? Wer ist hier der Vater, wer der Sohn?

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Jesus – Zornes Sohn

Zu Heiligabend – Jesu Geburt

Als Kunstwerk betrachtet ragt „Vredens Søn“ sehr weit heraus. Tendenz und Handlung sind so innig zusammengeschmolzen, daß ein schneidendes Metall daraus entstanden ist. Tom Kristensen

Der folgende Artikel analysiert das eigenständige Jesus-Bild des klassischen dänischen Schriftstellers Hans Kirk aus seinem Roman „Vredens Søn“ (Zornes Sohn) von 1950 der die letzten Tage Jesu und die vielfältigen Haltungen zu ihm zum Thema hat.

1. Synopsis
2. Vorstellung und Interpretation
3. Theologische Aspekte
3.1. Judas
3.2. Maria
4. Politische Aspekte

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Erhört eure Gebete!

Zum 3. Advent

Wahrscheinlich muß man hin und wieder, vor allem die Jüngeren, daran erinnern, daß Weihnachten „was mit Jesus zu tun hat“. Wer dieser Jesus freilich war, liegt offenbar im Auge des Betrachters. Eine interessante – ich sage nicht: korrekte – Sicht auf diese Fundamentalgestalt hatten Hans Kirk und Henri Barbusse, die heute kaum noch jemand kennt – ihren Jesus-Interpretationen nebst eines Exkurs zur Frage des Zorns, sollen die nächsten adventalen Wochenenden gewidmet sein.

Allerorten wird Barbusse als der Autor von „Das Feuer“ erwähnt, vielleicht auch noch seine politische Tätigkeit – er war Kommunist und straffer Stalinist -, aber daß der ursächlich vom Symbolismus herkommende Autor sich ein Leben lang mit der Gestalt des Religionsgründers befaßte, ist weitgehend vergessen.

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Weise Weihnacht

Zum 2. Advent

Gunnar Gunnarsson, in Deutschland leider nur noch einigen Kennern ein Name, ein isländischer Autor, der seine besten Bücher auf Dänisch schrieb, gehört zu den großen skandinavischen Erzählern, in einer Reihe mit Hamsun, Falkberget, Duun, Laxness – und das wäre schon wahr, wenn er nichts weiter als diese kurze, aber großartige Geschichte „Advent im Hochgebirge“ geschrieben hätte. Tatsächlich zählen auch „Die Eidbrüder“, „Die Leute auf Borg“ und „Schwarzvogel“ zum Kanon der skandinavischen Literatur.

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Ballaballa

Meine dänischen Freunde versorgen mich immer wieder mit dänischen Zeitschriften. Auf Heimaturlaub greifen sie nach allem, was sie kriegen können und ich bin dankbarer Abnehmer. Gerade liegt das „Ballerup Bladet“ vom 10. Oktober vor mir, ein Provinzblatt. Ballerup ist ein vergleichsweise gemütlicher Vorort Kopenhagens, halb Eigenheimsiedlung, halb proletarisch mit Plattenbauten.

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Ihre und unsere Wirklichkeit

Es gibt einen seltenen Schlag Mensch, vor dem alle anderen verstummen, wenn er zu reden beginnt. Man nennt das Charisma. Karen Blixen war so ein Mensch. Diese Frau war mehr als eine bedeutende Schriftstellerin und eine begnadete Beobachterin: sie war weise. Lauschen wir ihr!

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Eine Bitte

Dieser Blog geht mit dem heutigen Tag bereits ins dritte Jahr, nahezu 600 eigene Beiträge wurden veröffentlicht. Vor 365 Tagen hatte ich schon einmal angekündigt, etwas zurückzufahren, denn es galt eine neue, sehr schwierige Sprache zu lernen, sich in einer ungewohnten Umwelt zurechtzufinden und einen riesigen Berg an Lektüren abzuarbeiten. Daran hat sich nichts geändert.

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So geht Heidegger!

Ganz prinzipiell meine ich nämlich, daß man nicht nur die Erlaubnis, sondern sogar die Pflicht hat, zu den Gedanken eines Denkers Stellung zu nehmen, ohne Rücksicht auf den spezifisch persönlichen Hintergrund seiner Gedanken. (K.E. Løgstrup)
Hier erkennt man die gegenwärtige Tendenz, damalige Denker nazistischer zu machen, als sie waren. Je weiter man sich von dieser Zeit entfernt, desto nazistischer scheinen sie zu werden. (Hans Hauge)

Man mache den Test: Man erwähne den Namen Heidegger im Gespräch mit einem Nicht-Heideggerianer und man wird mit hoher Wahrscheinlichkeit gleich zu Beginn das Zauberwort „Nazi“ zu hören bekommen. Und meist ist das Thema damit beendet.

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Something is rotten

Ryanair machte es möglich. Im Jahre 2006 weilte ich zehn Wochen in Dänemark. Der Flug von London nach Tirstrup, nördlich von Århus, beinahe geschenkt. Fast in Laufdistanz davon entfernt die Folkehøjskole på Kalø – sie war mein Ziel, dort wollte ich Dänisch lernen und tat es auch.

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