Suche nach der verlorenen Zeit

Zufällig stieß ich auf diesen Film, an dem man sich nicht sattsehen kann. New York 1911, scharfe Bilder, plastische Menschen, natürliche Bewegungen. 90 Jahre vor 9/11. Ein schwedisches Kamerateam hatte „drauf gehalten“, alltägliche Szenen in verschiedenen Milieus – darunter in der Mitte vermutlich auch China Town – festgehalten.

Was sieht man? Was sehen wir? Was sehen Sie?

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Für ein neues Oblomowtum

Geschichte und Philosophie der Faulheit Teil 2

Für ein neues Oblomowtum PDF

„… without jeopardizing the essential, which is that there should be a class of men and woman of whom nothing is required – not even to justify their existence; for, in the eyes of the most of their contemporaries, many of the greatest benefactors of humanity, most of the great artists and thinkers, most, no doubt, of the nameless civilizers, have not justified theirs. Generally, their age could not appreciate their service; and only the existence of a leisured class, to which they belonged or in which they found patrons, made it possible for them to exist. Wherefore the existence of a leisured class, absolutely independent and without obligations is the prime condition, not of civilization only, but of any sort of decent society.” (Clive Bell)

Mit der Hauptfigur seines 1859 erschienen Romans „Oblomow“ schuf I. A. Gontscharow einen literarischen Typus, dessen Lebenseinstellung sprichwörtlich wurde. War das Buch einst als Mittelteil einer Romantrilogie gedacht, die mit den in fast zehnjährigem Abstand geschaffenen Romanen „Eine alltägliche Geschichte“ (1847) und „Die Schlucht“ (1869) komplettiert wurde, so blieb nur der „Oblomow“ im Langzeitgedächtnis des weltliterarischen Publikums haften, ist doch einzig hier ein Dichter an die Öffentlichkeit getreten, der mehr als Begabung nachweisen konnte.

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Lob der Faulheit

Offenbar hatte der kleine satirische Beitrag über den Unsinn des Laubblasens einiges Unverständnis ausgelöst. Daher lege ich hier eine Grundlegung der Faulheit in zwei oder drei Teilen vor, die sich mit dem Begriff der Arbeit in der Moderne und der modernen Literatur und Philosophie beschäftigt und im weiteren Kontext mit der Frage „Was ist Kynismus“ gesehen werden sollte. Auf Grund der Länge werden die Texte auch als PDF zur Verfügung gestellt.

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Geschichte und Philosophie der Faulheit Teil 1

“What is called a man or woman of action is almost always a deformed and deficient artist who yearns to express himself or herself but, unable to express by creating, must assert by interfering. Such people are our misfortune, and there are good many of them. They cannot find satisfaction in love, friendship, conversation, the creation of contemplation of beauty, the pursuit of truth and knowledge, the gratification of their senses, or in quietly earning their daily bread: they must have power, they must impose themselves, they must interfere. They are the makers of nations and empires, and the troublers of peace … They must impose their standards and way of life. Worst of all, they drive the less clear-sighted of the potentially civilized into self-defensive action – into semi-barbarism that is to say. From these pests comes that precious doctrine, the gospel of work: as if work could ever be good in itself.” (Clive Bell)

Im Nachfolgenden sollen Verteidiger eines „Rechts auf Faulheit“ vorgestellt werden, um eine heterogene Tradition sichtbar zu machen. Diese Tradition ist lang, sie reicht in die Anfangsgründe der Überlieferungen zurück. Besonderes Interesse verdienen dabei jene Köpfe, die der Moderne zugeordnet werden, jene also, die den aufklärerischen und eschatologischen Impuls der Technisierung und des Fortschritts bewußt erlebt und erlitten haben, denn ihre Erfahrungen sind mit den unsrigen noch am ehesten vergleichbar und unter Umständen auch nutzbar. Die Auswahl muß willkürlich bleiben, versucht jedoch, durch die Vielfalt der präsentierten Ansätze, ein Abstraktum jenseits der Ideologien und Weltanschauungen anzudeuten, denn wir arbeiten mit dem Verdacht, uns auf anthropologischer Ebene zu bewegen.

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There’s a thought

The laws against incest are typical examples of gross intolerance. Most of us feel a sharp physical reaction – something like a shudder – at the idea of connections of this sort; and these reactions we are apt to mistake for profound ethical judgements.

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