Vielfalt oder Vielheit II

Vielfalt oder Vielheit im öffentlichen Raum oder: Der Irrtum des Multikulturalismus

von: Johannes Leitner

Diversität schafft schuldhafte Identität

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Die Welt ohne Luther

Leider kam dann Luther.  (Michael Lösch)

In der Besprechung des äußerst anregenden Buches „Im Moralapostolat“ von Horst G. Herrmann kam ich zu der rhetorischen Formel: „Luther ist schuld“[1]. Daraus ergibt sich ganz zwangsläufig eine weitere Frage: Hätte es Luther, Luther als Person mit seinen ganz individuellen Eigenheiten, nicht gegeben, wie sähe die nachfolgende Welt aus? Die Beantwortung dieser Frage stellte sich Michael Lösch in seinem Buch „Wäre Luther nicht gewesen“.

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Eines Mannes würdig

Wenn es sich ermöglichen läßt, besuche ich gern Vorträge im Ort. Davon gibt es eine ganze Reihe – es existiert hier in dieser ungarischen Kleinstadt eine ausgesprochene Vortragskultur. Die Bibliothek, die alte Synagoge, der Kulturpalast oder Schulen dienen als Austragungsorte. Und meistens sind die Vorträge über Geschichte, Traditionen, Projekte, Bücher oder Reiseerlebnisse auch gut besucht.

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(Konservatives) Denken und seine Fehler

In den Sommerferien genehmige ich mir gern ein Buch, das ich sonst nie gelesen hätte. Es ist wie beim Schatzsuchen – man hofft auf einen seltenen Fund … und wird doch meist enttäuscht.

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Über Elite und Gegenelite II

von Johannes Leitner

Wesen der Gegenelite

Gegenelite ist die Elite jener, die sich nicht solcherart als vom Volke abgegrenzt fühlen, ist die Elite des Volkes innerhalb des Volkes; Gegenelite sind jene, die sich auch bloß als Gegenelite verstehen, im Gegensatz zur und an Stelle der eigentlichen Elite und Oberschicht. Obwohl die Gegenelite nicht bedeutend weniger Anteil an jenen elitären Eigenschaften besitzt, wenigstens was die seelischen elitären Eigenschaften angeht, empfindet sie sich bei weitem nicht als so elitär wie die eigentliche Elite. Ihr fehlt das identitäre Bewusstsein, sich stark vom Volk zu unterscheiden; sie versteht sich weit eher als Vertreterin und Sprachrohr des Volkes und hebt sich damit bewusst von der Elite ab.

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Über Elite und Gegenelite I

von Johannes Leitner

Regierung der Elite

In den meisten Gemeinwesen wird eine Elite regieren und verwalten müssen. Wer sonst sollte dies tun? – Bloß regieren könnte anstatt der oligarchischen Elite ein Tyrann, ein Revolutionär, Volksführer und Demagoge, ein Mann der volklichen Gegenelite, gestützt durch die Liebe des Volkes und erhalten durch sein Charisma und seine scheints immerwährenden Erfolge:[1] Thomas Müntzer, Oliver Cromwell, Robespierre, Napoleon Bonaparte, Andreas Hofer, die römischen Soldatenkaiser. Sollte es diesem als Kind des Glücks gelingen, seine Herrschaft zu verstetigen, dann aber wird er wieder der Elite bedürfen, um das Volk zu verwalten und zu besteuern.

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Lübcke- die andere Perspektive

„Gefragt, was unter den Menschen das Schönste sei, antwortete er: ‚Das freie Wort.’“ (Diogenes von Sinope, nach Diogenes Laertius)

Es ist ganz gewiß sehr viel wahrscheinlicher, im Lotto den Jackpot zu knacken. Und es ist statistisch exorbitant gefährlicher mit einem Löffel zu essen und am Verschlucken des selbigen zu ersticken, als CDU-Politiker zu sein und aus politischen Gründen getötet zu werden.

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Blumen für Habermas

Frage: Habermas sucht die gesellschaftspsychologische Ebene erst gar nicht, sondern sagt: Entzieht doch diese Dinge dem Nationalstaat. Wir brauchen neue europäische Institutionen. Er betätigt sich als Neukonstrukteur einer zusätzlichen überstaatlichen Ebene, die unsere Probleme in diesem eher auch vordemokratischen Raum mit neuen Institutionen lösen soll. Er baut sich da ein neues Europa. Was halten Sie davon?

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Habermas: Autoritäre Persönlichkeit

Zum 90. Geburtstag

Das Theoretische hatte zwar etwas Verführerisches, aber nur, wenn es ambivalent, offen blieb, ein Motiv zum Denken. Karl Heinz Bohrer

Nein, es handelt sich beim Titel nicht um ein neues Buch aus Habermas‘ Feder, nicht um eine soziologische Studie – wie die gleichnamige seines Doktorvaters Adorno –, sondern um den Versuch, den Charakter des Meisterphilosophen der Bundesrepublik, eines „deutschen Voltaire“, näher zu deuten. Als Quelle dient uns das vielfältig unerschöpfliche und hier besprochene Buch Karl Heinz Bohrers: „Jetzt“.

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Das innere Werdeziel der Kellerassel

„Ich sammle Kellerasseln“ – mit diesem Eingangssatz fängt Fritsche seinen Leser sofort ein. Noch weiß man nicht, was der Titel „Pan vor den Toren“ bedeuten soll, aber schon sind alle Sinne gespannt.

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Was die Pfütze lehrt

„Wenn du am Wassergraben vorüberkommst, unvorbereitet und ohne Zeit zu besinnlichem Aufenthalt, so bleibe getrost stehen. Ich weiß, du hast Pflichten. In Wahrheit haben die Pflichten dich. Laß einmal die Dinge, die dich rufen, vergeblich auf dein Kommen warten. Denn hier ergeht ein höherer Ruf an dich.“

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Was ist Europa?

Was ist Europa, wie wurde es, woran krankt es, was könnte es retten?

von Johannes Leitner

Heute, da Europa wieder einmal in seinem Dasein gefährdet scheint, beherrscht die Frage nach dem Wesen Europas erneut das öffentliche Gespräch: Wer sind wir, wie wurden wir, woran leiden wir, wie wollen wir sein und wie nicht sein? – Wo man dieses Wesen, das es gar gegen seine innere Schwäche zu erhalten und gegen seine Feinde zu verteidigen gälte, nicht überhaupt leugnet, da greift man gerne zu dem Gemeinplatz von den drei Hügeln, auf denen Europa erbaut sei (der als Gemeinplatz wenigstens hinreichend stimmig ist): Golgotha, das für das Christentum steht, die Akropolis für die griechische Philosophie, das Kapitol für römisches Recht und römische Verwaltung.

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Das Problem Mensch

Politik könnte so einfach sein: Ideen, Programme, Argumente, Mehrheiten, Beschlüsse, Gesetze … so könnte man ein Land zum Besseren verändern. Allein, es gibt den Menschen. An ihm muß immer wieder alles scheitern.

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Der ewige Timmermans

Gerade macht Frans Timmermans‘, seines Zeichens „SPE-Spitzenkandidat bei der Europawahl 2019″ – „S“ steht für „Sozialdemokratisch“ und „Europa“ meint die EU – und Träger der Ehrenpalme Bulgariens, gerade macht sein kleiner faux pas genüßlich die Runde, worin er dem Islam eine 2000-jährige Zugehörigkeit zu Europa bescheinigt hatte.

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Freiheit ist schwer

Über Berdjajews großes Manifest für den selbstwaltenden Menschen

In Berdjajew liest man sich am besten von hinten ein. Sein letztes großes Buch hat Testamentscharakter. Daraus macht er gleich zu Beginn keinen Hehl, wenn er die notwendige, weil existentielle Widersprüchlichkeit seines Schaffens betont.

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Die rattenscharfe Rechte

„Mit Rechten reden“ ist so ein Topos, der sich verbreitet hat, ohne je stattgefunden zu haben. Warum das so ist und auch so sein muß, wurde anhand eines Artikels von Liane Bednarz hier bereits dargestellt. Es ging um den blinden Fleck, den toten Winkel linkslastiger Argumentation.

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