Der lange Marsch in die Heimat

Als ich vier Wochen später bei Frau Schadt sitze, komme ich mir wie ein Medium vor, das die beiden Frauen, die beiden Schicksale (wieder) miteinander verbindet. Als Kinder wohnten sie nur ein paar Schritte voneinander entfernt, beide saßen im Herbst 47, bei der Vertreibung nach Deutschland, im selben Zug, im Viehwaggon und hatten anfangs vergleichbare Erfahrungen gemacht, aber die eine ist in Deutschland, der späteren DDR geblieben, ist auch nominell Deutsche geworden, die andere ist zurück nach Ungarn gelangt und hat eine Doppelexistenz geführt.

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Ein Flüchtling kreuzt seine Spur

Es gibt hier, im Süden Ungarns, eine kleine Quartalszeitschrift, die „Batschkaer Spuren”. Ein ungarndeutsches Magazin, von Ungarndeutschen für Ungarndeutsche, ein Traditionsblatt, das zwar keine lange Geschichte aufweisen kann, aber an der Aufarbeitung einer solchen und dem Kampf gegen das Vergessen arbeitet.

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Die Satanischen Verse

Vielleicht sehen sie auch, daß die Kontroverse um die Satanischen Verse im Grunde ein Streit um die Frage war, wer die Macht über die große Erzählung, die Geschichte des Islams, ausüben soll, und um die Meinung, daß diese Macht allen Gläubigen gleichermaßen zusteht. (Salman Rushdie)
Romanfiguren werden geschaffen, damit sie auf eigene Rechnung leben. (Umberto Eco)

Vor 30 Jahren wurde die Fatwa gegen Salman Rushdie, den Verfasser des bedeutenden Buches „Die Satanischen Verse“, verhängt.

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Einwanderung und Kulturzusammenstoß

Mitten in einer dänischen Lehrveranstaltung hielt ein muslimischer Student eine Brandrede für den türkischen islamistischen Präsidenten – die politisch Korrekten reagieren mit Anpassung.

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Du schönes junges blondes Mädchen

Liebe Leser! Bitte stellen Sie jetzt den Lautstärkeregler Ihres Computers auf volle Pulle, öffnen Sie die Fenster, stellen Sie die Boxen in den Fensterrahmen und spielen Sie dann dieses Lied schallend in die Welt hinaus:

Warum? Das Lied ist ein Schatz – und er ist gefährdet!

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Spekulationen über Gewalt

Aus der Presse erfahren wir heute, daß die Zahl der Körperverletzungen unter Jugendlichen, die Gewalt im Allgemeinen, dramatisch zugenommen habe. Unter 14-jährige sollen demnach 16000 Körperverletzungen begangen haben – und zwar allein im letzten Jahr. Weiterlesen

Gefährliche Toleranz

Mittlerweile wagen sich auch immer mehr Linke mit Islamkritik an die Öffentlichkeit. Das könnte daran liegen, daß uns speziell diese Religion tatsächlich vor besondere Schwierigkeiten stellt, sprich: es könnte was dran sein an der „Hetze“, der „Islamphobie“, dem „Rassismus“.

Man muß diese Autoren, die sich nun aus der sicheren Deckung der politischen Korrektheit herauswagen, in gewisser Weise besonders bewundern, denn in den Augen des linken Mainstreams verlassen sie die wohlige Wärme der Gutfühlatmosphäre und werden selber verabscheuungswürdige Rassisten.

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Integrationsversagen Klopp

1. Mein alter Wasserballtrainer war ein integrer und fairer Mann. So sehr, daß ich ihn als Bürgen wählte, als ich in die Partei eintreten wollte. Er sagte voraus, daß ich ein guter und zuverlässiger Genosse sein werde – und hatte recht behalten, wenn auch vielleicht anders als gedacht. Von ihm habe ich einige wichtige Lehren fürs Leben erhalten.

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Was wollen die Ahmadiyya?

Am 13.11. wurde in Erfurt – unter großer medialer Aufmerksamkeit – der Grundstein für eine Moschee gelegt. Seit Jahren kämpfen Bürgerinitiativen und AfD dagegen an und seit Jahren wird das Projekt politisch und journalistisch unterstützt. Nicht zuletzt, weil es sich bei der Glaubensgemeinschaft um die Ahmadiyya handelt. Aber wer sind die Ahmadiyya und was zeichnet sie aus?

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Du, Ministerin!

Es ist nicht einfach, ein hämisches Grinsen zu vermeiden, wenn man manche Geschichte hört – man sollte es aber versuchen. Denn sie wissen (noch immer) nicht, was sie tun.

Da geht zum Beispiel Inger Støjberg, die „Taffe“ der dänischen Regierung, ihres Zeichens Ausländer- und Integrationsministerin, zusammen mit der Gleichstellungsministerin in einen islamischen Frauenverein und will ein bißchen aufklären. Gleichstellung und so. Die „Berlingske Tidende“ brachte die ganze Dramatik des Geschehens in einem Hinterzimmer in Bispebjerg, im nördlichen Kopenhagen, auf wunderbar naive Weise ans Tageslicht.

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Tag der deutschen Vielfalt

Laß die Einbildung schwinden, und es schwindet die Klage, daß man dir Böses getan. Mit der Unterdrückung der Klage: »Man hat mir Böses getan« ist das Böse selbst unterdrückt. (Mark Aurel)

Huch! Ist heute 3. Oktober? Hätte ich die Zeitung nicht aufgeschlagen, es wäre mir fast entgangen. So aber darf ich großartige Sätze wie diese lesen:

„Nicht länger zu ignorierende Teile der Gesellschaft wählen dort die AfD – ob aus Überzeugung oder Protest, ist erst einmal egal, denn das Signal, das sie senden, ist leider eindeutig: Sie stimmen und stemmen sich gegen unser Land, wie es ist, sein will, sein soll. Demokratisch, offen, im besten Falle wirklich plural.“ (Jana Hensel in „Zeit Online“)

Au Backe!

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Ontologie des Tötens

Daß tausende Menschen auf die Straße gehen, wenn Migranten deutsche Bürger töten, hat einen tiefen Grund, den die meisten vermutlich nicht denken und erst recht nicht ausdrücken können, den sie aber – und darauf kommt es an – tief innerlich fühlen. Und solange dieses Gefühl noch funktioniert, hat das Volk in beiderlei Gestalt – als „der Mensch“ im Plural und als historisch-soziales Gefüge –  noch eine Seele.

Wenn Heinz seine Ulla absticht, dann liegt ontologisch ein anderer Fall vor, als wenn Ulla von Hussain[1] abgestochen wird.

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Das Schweigen der Landsmänner

Wesentlich interessanter – aus einer höheren, abstrakteren Perspektive – als die Messermorde, die Messerstechereien, Vergewaltigungen, Schlägereien, Raubtaten, ja selbst als die ge- und mißglückten Terrorfälle – sofern sie nicht apokalyptische oder systemrelevante Ausmaße annehmen – sind die Geschichten, die sich dahinter verbergen und die ganz offenbar immer nur dann ans Licht kommen, wenn solch ein Fall öffentlich aufgearbeitet werden muß.

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Nächtliche Begegnung

Fahre nachts halb Elf nach dem Fußball mit dem Fahrrad durch die Stadt. Feuerwehr und Krankenwagen rauschen an mir vorbei, am Himmel kreist ein Hubschrauber. Was wird da nun wieder passiert sein? Plauen anno 2018. Jedenfalls durchaus keine Wohlfühlatmosphäre.

Am Friedhof winkt mir jemand vom Gehsteig zu, ein Fahrrad liegt im Gras. Ich solle halten. Mustere den Mann, bevor ich es tue: südländisches Aussehen, hager, einen Kopf kleiner – den traue ich mir zur Not zu und stoppe also.

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Letzte Heimat-Gedanken-Splitter

Özils Problem ist Charakterschwäche, Persönlichkeitsschwäche, Schwäche überhaupt. Ihm fehlt – nicht untypisch für diese Generation – ganz einfach der Wille. Er ist ein verfeinertes, verzärteltes Genie, dem es an Kraft fehlt, um wirklich groß zu sein. Um ein bedeutender Fußballer zu sein, muß man zuerst ein Mann sein. Weiterlesen

Neueste Heimatsplitter

Erstaunlich, wie auffallend, manchmal sogar aufdringlich zwei oder vier Prozent sein können. Das waren bis zuletzt die Zahlen – tatsächlich hat sich der Anteil innerhalb von vier Jahren verdreifacht. Man sollte meinen, eine so geringer Anteil müßte in der Menge verschwinden, fast unsichtbar sein, man müßte sich wirklich konzertieren, um ihn wahrzunehmen … aber nein – liegt es meinem Fokus? – diese paar Prozent bestimmen das Stadtbild und, den Nahverkehrszug, die Straßenbahn, die Einkaufstempel, die Plätze und Sitzplätze.

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Frauen in Plauen im Islam

„… daß Frauen niemals ihre vollen Rechte, natürliche Freiheit und vollständigen persönlichen Rechte genießen werden, als unter dem SCHUTZ des ISLAM. Der Islam hat eine Menge Rechte für Frauen festgelegt und eingesetzt. Dem entsprechend hat er auch bestimmte Pflichten benannt und festgelegt, die sie einhalten und erfüllen muß. All dies aus dem Grund, weil der Islam eine Göttliche Religion ist, im Gegensatz zu den von Menschen gemachten Gesetzen.“

Plauen ist aufgewühlt. In der örtlichen Moschee scheint salafistisches Gedankengut gepredigt zu werden. Vor kurzem wurde ein aktives IS-Mitglied verhaftet . Der Fall ging durch die nationale Presse.

Mit der Moschee hatte ich vor Jahren schon zu tun. Die von mir betreuten Syrer gingen dort – wie fast alle Sunniten der Stadt – zum Freitagsgebet.

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Der Gute

Hussain, das bedeutet „der Gute”. Gut worin, das sagt der Name nicht. Wohl eine gute Seele und diesbezüglich trägt „mein“ Hussain seinen Namen wohl zu Recht.

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Eritrea neu denken

Es tut sich was in Eritrea! Sollte sich der Annäherungsprozeß zwischen Äthiopien und diesem kleinen afrikanischen Land bestätigen, sollte es tatsächlich einen „eritreischen Frühling“ geben, dann dürfte das auch für uns Konsequenzen haben. Grund genug, erneut einen Blick auf das eritreische Problem zu werfen.

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Mein dritter Muslim

Die dritte substantielle Begegnung mit Muslimen bescherte der Herbst 2015. Die Menschen kamen mit all ihrer Individualität. Es gab nationale oder ethnische oder kulturelle Eigenheiten, die man bestimmten Gruppen zuordnen konnte: den Eritreern, den Somaliern, den Afghanen, den Syrern. (Dieser Blog lebte die ersten Monate von Berichten und Erfahrungen mit jenen Menschen.)

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