Eine Bitte

Dieser Blog geht mit dem heutigen Tag bereits ins dritte Jahr, nahezu 600 eigene Beiträge wurden veröffentlicht. Vor 365 Tagen hatte ich schon einmal angekündigt, etwas zurückzufahren, denn es galt eine neue, sehr schwierige Sprache zu lernen, sich in einer ungewohnten Umwelt zurechtzufinden und einen riesigen Berg an Lektüren abzuarbeiten. Daran hat sich nichts geändert.

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Warum der Osten?

Selbstredend sind die Gründe, weshalb der Osten so anders als der Westen wählt, vielfältiger als gestern angedeutet. Einige davon sind, in aller Kürze und ohne wertende Reihung, folgende:

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So geht Heidegger!

Ganz prinzipiell meine ich nämlich, daß man nicht nur die Erlaubnis, sondern sogar die Pflicht hat, zu den Gedanken eines Denkers Stellung zu nehmen, ohne Rücksicht auf den spezifisch persönlichen Hintergrund seiner Gedanken. (K.E. Løgstrup)
Hier erkennt man die gegenwärtige Tendenz, damalige Denker nazistischer zu machen, als sie waren. Je weiter man sich von dieser Zeit entfernt, desto nazistischer scheinen sie zu werden. (Hans Hauge)

Man mache den Test: Man erwähne den Namen Heidegger im Gespräch mit einem Nicht-Heideggerianer und man wird mit hoher Wahrscheinlichkeit gleich zu Beginn das Zauberwort „Nazi“ zu hören bekommen. Und meist ist das Thema damit beendet.

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Leib ist alles!

Das Leib-Seele-Problem bei Nietzsche

Von den Hinterweltlern

Das sogenannte Leib-Seele-Problem kennzeichnet – als eines von mehreren – den Beginn des westlichen, d.i. des europäischen Denkens schlechthin und hat, wie alle großen Gedanken unserer Geschichte, zwei Quellen: die griechisch-akademische Philosophie und die jüdisch-christliche Religionstradition. Von daher bestimmt sich die Bedeutung dieses Problems: wer es fundamental anzweifelt, wer es verwirft oder gar seinen Problemcharakter in Frage stellt, statt es zu modifizieren, rührt an den Grundfesten des westlichen Denkens, seiner Kategorien und seiner Sprache.

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Sloterdijks Kunst

Sloterdijk polarisiert. Die Kritiken seiner Bücher, im Feuilleton ebenso wie bei Amazon, legen Zeugnis davon ab. Halten die einen ihn für einen genialen und sprachakrobatischen Neudenker, so sehen die anderen in ihm einen Schwätzer und aufgeblasenen Besser- und Alleswisser. Am Grunde der Aversion liegt oft ein frustrierendes Lektürescheitern. Tatsächlich ist die Einstiegshürde hoch und tatsächlich kann man Sloterdijk ohne ironisches Zwinkern – und vielen Menschen fehlt der Zugang zur Ironie – nicht genießend lesen. Um trotzdem einige seiner Gedanken kennenzulernen, mag man zur Sekundärliteratur greifen. Die ist vergleichsweise noch immer gering – vermutlich ein Zeichen der intellektuellen Verunsicherung, aber auch des weitgehenden Ausschlusses aus der akademischen Gemeinde des „philosophischen Schriftstellers“.

Zwei einführende Werke sind (bedingt) empfehlenswert: Hans Jürgen Heinrichs: „Peter Sloterdijk. Die Kunst des Philosophierens“ und Sjoerd van Tuinen: „Peter Sloterdijk. Ein Profil“

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Rechtsschwenk Marsch! Warum?

Wenn man glaubt, der Tiefpunkt einer Debatte sei erreicht, dann gibt es meist noch einen, der auch das letzte Halteseil kappt und den Flug in die Hölle antritt.

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Nur ein Gott

Europa, als demokratisches Projekt, ist erledigt. Psychisch erledigt. Die Idee ist pfutsch, niemand glaubt mehr daran.

Der beste Beweis dafür ist das überragende Wahlergebnis Macrons – ein politisches Chamäleon in einer Einjahrespartei – in Frankreich, aber auch die britische Unterhauswahl und selbst Merkels scheinbar irrationale Erholung oder, noch deutlicher, Schulz‘ kometenhafter Aufstieg und Fall, deuten in diese Richtung.

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Autoritäre Persönlichkeit von Jürgen Habermas

Das Theoretische hatte zwar etwas Verführerisches, aber nur, wenn es ambivalent, offen blieb, ein Motiv zum Denken. Karl Heinz Bohrer

Nein, es handelt sich beim Titel nicht um ein neues Buch aus Habermas‘ Feder, nicht um eine soziologische Studie – wie die gleichnamige seines Doktorvaters Adorno –, sondern um den Versuch, den Charakter des Meisterphilosophen der Bundesrepublik näher zu deuten. Als Quelle dient uns das vielfältig unerschöpfliche und hier vor wenigen Tagen besprochene Buch Karl Heinz Bohrers: „Jetzt“.

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Glaubenstiefe und deutsche Härte

„Mit einem ägyptischen Handwerker … unterhielt ich mich zunächst über das literarische Alexandria“ – mit diesen Worten eröffnet Karl Heinz Bohrer eine kleine Nebengeschichte, die man in seiner gedankengesättigten Autobiographie schnell überliest, die jedoch typisch für Bohrers Herangehensweise an das Leben ist und die zudem eine aufschlußreiche Pointe beinhaltet.

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Nachruf auf den Humanismus

Es macht gewisse Schwierigkeiten, tradierte Ideale, scheinbar altbewährte Theorien, gewohnte Ansätze, anerkannte Begriffe und liebgewonnene Klassiker in Frage gestellt zu sehen. Aber es kann nicht Sinn und Zweck sein, sich derartiger Dinge immer wieder nur neu zu versichern, sie zu rekapitulieren, ohne dabei noch den offenen Blick auf Anderes zu haben. Weiterlesen

Buddha, Heidegger und Hellmuth Hecker

Am 7. Januar des Jahres ist Hellmuth Hecker (geb. 1923) gestorben, leise und bescheiden, wie es sich gehört. Nur so ist der verspätete Nachruf zu erklären – ich habe es erst heute erfahren.

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Das Terror-Rhizom?

…was in Wirklichkeit nicht darstellbar ist, weil es ein Rhizom ist, eine unvorstellbare Globalität. Umberto Eco

Der französische Soziologe Gilles Kepel gilt als einer der besten Kenner des Islamismus und des islamistischen Terrors. Gerade hat er in einer Reihe von Interviews im Zusammenhang mit seinem letzten Buch die neue Qualität des Terrors zu beschreiben versucht und sich dabei auf den singulären Philosophen Gilles Deleuze berufen. Kepel will den Begriff des „Rhizoms“ in die Debatte einführen, um den Aggregatzustand der Terrorgesellschaften zu beschreiben.

Nachfolgend wird in einem ersten Durchgang versucht, den philosophischen Begriff „Rhizom“ nach Deleuze zu entwickeln und in einem zweiten zu prüfen, was dieser Begriff im Kontext des Terrors zu leisten vermag und ob Kepel ihn berechtigterweise in Anschlag bringt. Teil 1 ist demnach eine ausführliche und streng philosophische Rede, Teil 2 eine politische.

Was ist ein Rhizom?

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Was ist Kynismus?

Die Freiheit ist ein so ätherisches Ideal, daß es der Versteifung bedarf. Arnold Gehlen

Etwas stimmt in Raffaels Monumentalgemälde „Die Schule von Athen“ (1510) nicht. In diesem mit äußerster Akribie auf Symmetrie ausgerichteten Werk scheint das Gleichmaß gestört. Das Bild hat zwei Blickzentren. In der geometrischen Mitte stehen die Herrengestalten Platon und Aristoteles, rechts und links von ihnen diskutiert man eifrig in kleinen Gruppen, zu ihren Füßen jedoch herrscht eine beunruhigende Leere.

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Sprache und Sein – produktives Paradox

Lesen ist auf etwas zugehen,das gerade entsteht und von dem noch keiner weiß, was es sein ­wird … Italo Calvino

Es gibt seit je eine Schere zwischen der Sprache und dem Sein, doch erst mit der Moderne beginnt diese sich in einem solch rasanten Tempo zu spreizen, daß es zunehmend schwie­riger wird, das Sein sprachlich bewältigen zu können, dem Sein zu ent-sprechen. Zu­nehmend werden die Menschen vom Sein überrannt – sie werden, im Verhältnis zu diesem, sprachlos. Dabei wird das überschüssige Sein erst vom Menschen in die Existenz gesetzt. Überschüssig ist das Sein, das nicht sein oder nicht wahrgenommen werden müßte. Nicht, daß es den Men­schen je­mals ge­lungen wäre, selbst dem nicht überschüssigen Sein zu entspre­chen – aber das muß­te auch nie sein. Daß die Sprache keine Seinsverdopplung sein und auch nicht an­streben kann, ist evident, und die Sprache in der Geschichte entsprach, alles Über­schüssige abge­zogen, immer nur dem, was sein mußte – um zu überleben. Die neu­zeitli­chen Proble­me betreffen folglich nicht den Überlebenswortschatz und auch nicht dessen Mangelerscheinungen, die auszufül­len das Überlebenwol­len nicht verlangte.

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Worum es geht

Wer nicht von dreitausend Jahren
sich weiß Rechenschaft zu geben,
bleib im Dunkeln unerfahren,
mag von Tag zu Tage leben. Goethe

Um mit der Tür ins Haus zu fallen: 25 Jahre deutsche Einheit, 100 Jahre Demokratie, 250 Jahre Aufklärung, 350/450 Jahre Religionsfrieden, 1000 Jahre deutsche Geschichte, 2000 Jahre christliche Geschichte, 2500 Jahre europäische Zivilisation stehen auf dem Spiel, der Abbruch dieser Traditionen wird riskiert und wird stattfinden, wenn … Mit Worten, die uns aus der Wetterprognose und dem Klimawandel bekannt sind: das ist die größte europäische und nationale Krise seit Beginn der Aufzeichnungen.

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Deutschland, deine Wege

Der Kampf um die Deutungshoheit auf unseren Straßen ist in vollem Gange. Historisch Gewachsenes, aber politisch Unkorrektes – wie z.B. eine „Mohrenstraße“ – soll in Frage gestellt werden.

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Die Geschichte der Zukunft

Die Geschichte der Zukunft und die Frage der Identität

Anthropologie ist jene Deutung des Menschen, die im Grunde schon weiß, was der Mensch ist und daher nie fragen kann, wer er sei. Denn mit dieser Frage müßte sie sich selbst als erschüttert und überwun­den bekennen. (Martin Heidegger)
Sicher gibt es bei Heidegger ein Bemühen, den Namen Nietzsche oder das „Wer ist Nietz­sche“ auf die Einheit der abendländischen Metaphysik, ja auf die Ein­zigkeit einer Grenzsi­tuation auf dem Gipfel dieser Metaphysik zu reduzieren. Und dennoch war die Frage „Wer ist X?“ seiner­zeit, auf Denker bezogen, eine seltene Frage; sie ist es noch immer, wenn man sie nicht in einem trivialen biographi­schen Sinn versteht. (Jacques Derrida)

Wie Alice das Wunderland durchstreift, gerät sie an eine blaue Raupe, mit der sie ins Ge­spräch kommt. Mit der Frage „‚Wer bist du?‘ erkundigte sie sich gelangweilt und mit schläfriger Stimme“. Alltäglicher und banaler kann ein Dialog kaum beginnen und doch: „Diese Eröffnung der Unterhaltung war nicht gerade ermuti­gend“. „‚Ich weiß nicht recht, mein Herr‘, antwortete Alice ziemlich kühl, ‚wenigstens augenblick­lich nicht'“. Dieses Nichtwissen über das eigene Sein hat seine Gründe, die jenseits der abstrusen Situation liegen. Sicher, in Alices Fall spielt die Verunsicherung eine wesentliche Rolle, denn seit sie sich im Wunderland befindet, mußte sie die wunderlich­sten Verände­rungen an sich erfahren, so daß sie Identitätsprobleme bekommt: „Ich bin nicht ich“. Was aber hätte sie antworten können auf die Frage „Wer bist du“?

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Rechne mit deinen Beständen

„Pressestelle Bistum Dresden-Meißen informiert: Liebe Leserinnen, liebe Leser, liebe Bücherfreunde, aufgepaßt! Das Ökumenische Informationszentrum in Dresden löst seine Fachbibliothek auf. Wer Interesse an Lektüre zu den Themen Gerechtigkeit, Frieden, Umwelt und Ökumene hat – für den stehen rund 10.000 Bücher als Lesestoff bereit. Bei einem Bücherbasar vom 8. bis 13. August können die Werke gegen eine kleine Spende gleich mitgenommen werden.“

Eine solche Nachricht läßt den Bücherfreund elektrisiert zurück. Als ich sie empfing, stand der nächste Dresden-Besuch schnell fest. Vor dem geistigen Auge trug ich kistenweise Werkausgaben, Raritäten, Werke großer Denker heraus. Vielleicht war sogar ein Heidegger dabei – sonst unsäglich teuer – oder ein seltener Blüher oder Buber oder einfach eine interessante Neuentdeckung. Und damit ja keiner die Schätze vor meiner Nase abgreift, sind wir auch noch überpünktlich vor Ort und warten im Vorraum, in dem sich circa 50 arabischsprechende Menschen – sie wollen zur Immigrationsberatung auf der gleichen Etage – lautstark unterhalten, auf die Öffnung des Tores.

Aber schon ein erster schneller Blick läßt das geübte Auge einer traurigen Realität ins Gesicht schauen. Der Durchgang macht das wahre Ausmaß geistiger Ödnis bald deutlich. Statt anspruchsvoller Theologie, Philosophie und Geschichtswissenschaft liegt die endlose intellektuelle Brache grüner und sozialdemokratischer Propagandaliteratur der 70er bis 90er Jahre vor mir. Beträchtliche Reihen an soziologischen Studien zur Ausgrenzung, zum Feminismus, zum Genderdenken, zur Umwelt und zum Frieden. Dazwischen ein paar dunkelrote Spritzer DKP- und SED-verseuchter Einpeitscher. Robert Steigerwald und Kurt Hager statt Blumenberg und Benjamin. Amnesty International statt (wenigstens) Frankfurter Schule. Einsam friert ein schmales Sammelbändchen Karl Barth zwischen Horst-Eberhard Richter, Hans Küng und ostdeutscher Gandhi-Literatur. Das einzige substantielle theologische Werk, Drewermanns „Strukturen des Bösen“ habe ich leider schon längst. Kein Teilhard, kein Rahner, kein Guardini, kein Nell-Breuning, kein Niemöller, nichts. Verzweifelt blättere ich in einem Buch Wolfgang Fritz Haugs über Gorbatschow, wo es zumindest ein halbinteressantes Kapitel über Lenin gibt, kann mich aber vor Entsetzen auch dazu nicht durchringen.

Trotzdem verlasse ich den Ort der geistigen Leere mit einer neuen Erkenntnis. Nun weiß ich, wes Geistes Kind das „Ökumenische Informationszentrum“ des Bistums Dresden-Meißen seit Jahrzehnten ist und wie tief die Begrünung und Versozialdemokratisierung der Gesellschaft, auch der religiösen, in Zeit und Raum tatsächlich reicht.

Rechne mit den Beständen.

Weimar grüßt Damaskus

Weimarer Impressionen

Die falsche Tür führt ins Glück. Wir wollen die Anna-Amalia-Bibliothek besuchen und landen stattdessen im Studienzentrum. Eine moderne Bibliothek. Man klärt uns über den Irrtum auf, aber die hohen Bücherwände lassen uns um Eintritt bitten, den man gern gewährt.

StudienzentrumEhrfürchtig und leise flüsternd – wie immer wenn man zum ersten Mal eine große Bibliothek betritt – durchschreiten wir den hellen Turm, durchwandeln die ebenfalls mit Bücherregalen ausgestatteten Seitengänge. Das zehnbändige Lexikon des Islam von Khoury fällt mir ins Auge. Ich schaue eines der Wunder nach – Koran 21:31: „Und feste Berge haben Wir in der Erde gemacht, auf daß sie nicht mit ihnen wanke.“ –, wonach Mohammed die Stabilisierungskräfte der Berge beschreibe (wie Hussain mir einreden wollte), aber Khoury, die ernsthafte Islamwissenschaft, will davon nichts wissen. Vielmehr wird auf die Bibel verwiesen. Daneben die „Oxford Encyclopedia of the Islamic world“ in sechs Bänden … auch dort nichts.

Erwartungsvoll steigen wir die Treppen hinauf. Die erste Etage, so wurde am Eingang gesagt, sei der Philosophie gewidmet. Gleich links die Klassiker ab Kant aufwärts. Fichte, Dilthey komplett. Nietzsche Gesamtausgabe im Großoktav. Ich gehe weiter: Nietzsche, Nietzsche, Nietzsche, 30 Meter lang und 3 Meter hoch ein Nietzsche-Buch neben dem anderen. Hier könnte man sein ganzes Leben lang nur über Nietzsche lesen und doch nicht fertig werden.

Die Zeit drängt, ich gehe weiter, lasse Adorno und Horkheimer links liegen, prüfe zum ersten Mal die Nachlaßschriften Wolfgang Harichs (auf die ich große Lust habe!), bestaune die Ludwig-Klages-Gesamtausgabe, stehe andächtig vor den prachtvoll grünen Bänden des kompletten Cassirer. Und gleich darüber, wie passend: Heidegger! Weimar 2016 grüßt Davos 1929.

Die Gesamtausgabe vollzählig, gebunden, alle 100 Bücher. Ich ziehe die „Schwarzen Hefte“ heraus, schlage eine Seite auf und lese eine Notiz aus dem Jahre 1932, in der er angewidert vom „Vulgärnationalsozialismus“ spricht. „Der Nationalsozialismus ist ein barbarisches Prinzip. Das ist sein Wesentliches und seine mögliche Größe. Die Gefahr ist nicht er selbst – sondern daß er verharmlost wird in eine Predigt des Wahren, Guten und Schönen.“

Nur noch ein flüchtiger Blick auf Sloterdijk, der auch quantitativ Habermas überragt, aber dort sehe ich nichts Neues: da bin ich besser bestückt, und weiter geht der Aufstieg. Welche Fülle, welch ein Reichtum!

Wenigstens Goethe noch, und die Skandinavistik mal schnell überblicken. Aber dazu kommt es nicht. Ich lese mich fest. Schaue die Faksimileausgabe der Divan-Gedichte durch und recherchiere im Computer, mache einen wichtigen Fund … und bemerke plötzlich die fortgeschrittene Zeit. Hamsun und Falkberget müssen warten – ich komme wieder, versprochen.

Am Abend lese ich eine moderne Reisebeschreibung Syriens. Darin über einen Buchbasar in Damaskus: „An den Sockeln haben Buchhändler ihre Auslagen gereiht und gestapelt, überwiegend religiöse Schriften, viele Koranausgaben.“