Frauen

Sándor Márai: Das Kräuterbuch XXXVII

Über die Frauen im Allgemeinen

Dank den Frauen.

Dank dir, die du mich geboren hast. Und dir, die du meine Frau warst. Und dir, du dritte, zehnte, tausendste, die mir ein Lächeln schenkte, Zärtlichkeit, einen warmen Blick, auf der Straße, im Vorübergehen, mich tröstetest, als ich einsam war, mich in den Schlaf wogst, als ich den Tod fürchtete.

Dank dir, weil du blond warst. Und dir, weil du weiß warst. Und dir, weil deine Hand schön war. Und dir, weil du schlicht[1] und gut warst. Und dir, weil du klug und fröhlich warst. Und dir, weil du geduldig und großherzig warst.

Und dir, weil du mein Gesicht mit deinem Haar bedeckt hast, als ich versagte und mich vor der Welt verstecken wollte, und dir, weil dein Körper meinem Körper Wärme gab, als ich in der Einsamkeit des Lebens fror. Und dir, weil du mir ein Kind geboren hast. Und dir, weil du meine Augen dann mit sanften Fingern schließt.

Und dir, weil du mir Brot und Wein gegeben hast, als ich hungrig und durstig war. Und dir, weil dein Körper Wollust [2] ausstrahlte. Und dank dir, denn du warst gut wie die Tiere. Und dir, weil dein Körper so duftete wie die Erde am Anfang des Lebens. Dank den Frauen, Dank.

Márai felesége: a nő az L. betű mögött - Rangadó/Derby - Rádio Patria

[1] ostoba = dumm
[2] gyönyör = auch: Lust, Wonne o.ä.
Übersetzung: Seidwalk

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

Diese Seite verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden..