Fürchte dich nicht!

Sándor Márai: Das Kräuterbuch XXXII

Darüber, daß man sich vor nichts fürchten soll

Wenn du eine gute Sache verteidigst, was kannst du dann fürchten? Was kann dir geschehen?

Schlagen sie dich nieder, verleumden sie dich, rauben sie dich aus, entehren sie dich? Erheben sie Anklage gegen dich, wirst du falsch beurteilt?

All das ändert nichts daran, daß die Sache, für die du dich eingesetzt hast, gut war, und deshalb war es auch gut, was du tatest, als du der guten Sache gedient hast.

In diesem Fall kümmere dich um nichts und niemanden, nur um die Wahrheit der Sache, die du verteidigen mußt. Letztendlich sind sie gegen die Wahrheit machtlos.

Sie können dich mit Füßen treten, aber sie können dich nicht überzeugen, sie können dich anklagen, aber sie können dich nicht Lügen strafen, sie können dir das Leben nehmen, aber nicht deine Gerechtigkeit. Nur dann bist du im Leben nicht allein, wenn du eine gute Sache verteidigst.

In einem solchen Prozeß gibt es weder Lohn noch Belohnung. Aber auch kein Verhandeln. Deshalb fürchte nie, das zu sagen, von dem du mit ganzer Seele weißt, daß es wahr ist.

Księga ziół - Sándor Márai | Książka w Lubimyczytac.pl - Opinie, oceny, ceny

Übersetzung: Seidwalk

 

2 Gedanken zu “Fürchte dich nicht!

  1. Borsalino schreibt:

    Sándor Márai gehört einer in der heutigen Zeit beinahe vergessenen Generation von Dichtern und Schrifststellern an. Sie wird mit ihrem Werk – wenn ich mich so umschaue – kaum noch wahrgenommen. Wenn darauf angesprochen, dann kommt oft so wie „Ach ja, der Name sagt mir irgendwas … „, meist jedoch „Nie gehört.“ Die Werke selbst sind unbekannt.
    Das betrifft nicht nur den Deutschen eher unbekannte ungarische Schriftsteller. Gleiches gilt für Meister der deutschen Zunge wie Max Brod, Franz Kafka, Lion Feuchtwanger usw.

    Dabei findet man in Werken aus der und über die Epoche von sagen wir 1870 bis 1939 oft eine moralische Größe und sprachliche Finesse, die heute nicht nur wie aus der Zeit gerissen scheinen. Sie sind – so der Eindruck – auch kaum noch akzeptiert und Teil der Kultur weiter Teile der Gesellschaft …

    Seidwalk: így van! Und deshalb: lesen, diskutieren, übersetzen, verschenken, kaufen, verbreiten ….

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  2. Die kommenden Wochen werden ungarische Wochen sein. Ich will so wenig als möglich in anderen Sprachen agieren. Sofern „die Lage“ es zuläßt, wird es nur ungarische Themen geben und auch diese spärlich. Der Márai läuft derweil weiter und soll intensiviert werden.

    Egészségére!

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