Mein Kriegstagebuch VIII

Loyalität: In der lokalen Zeitung – Freie Presse Auerbach – wird das Schicksal eines ghanaischen Flüchtlings thematisiert, das uns schlaglichtartig das Problem der Migration aufzeigt. Nicht über diesen Einzelfall ist zu urteilen, denn es mag tausend gute Gründe geben, warum der Mann so handelt, wie er es tut, aber als Verallgemeinerung taugt die Geschichte gut.

In der Presse wird sie genutzt, um Rassismuserfahrungen während der Flucht zu beschreiben, doch dürften diese sekundär sein angesichts der Hintergrundgeschichte. Der Mann floh nämlich aus der Ukraine, jenem Land also, in das hunderttausende ukrainische Männer zur Verteidigung zogen und aus dem Millionen Frauen und Kinder aus Angst um ihr Leben flohen. Sein Paß „rettet“ ihn, wie die Zeitung schreibt: „Immerhin rettet ihn sein ghanesischer (sic!) Paß vor der Pflicht, in den Krieg zu ziehen und gegen die Russen zu kämpfen. Einer der wenigen Vorteile gegenüber ukrainischen Männern, denen die Ausreise aus der Ukraine verboten ist.“ Später erfahren wir: „Untergekommen ist er zusammen mit seinem besten Freund Nicholas und seiner später ihm gefolgten Ehefrau und deren Tochter privat in Rodewisch. Charkiw ist seit 27 Jahren seine Heimat. Dort hat er an der Uni IT studiert, dort hat er gelebt und Familie gegründet. Nun ist seine Heimatstadt zerstört.” Die Ukraine ist also seine Heimat, dort hat er eine Familie gegründet und lebt seit fast drei Jahrzehnten dort. Warum aber ist sein bester Freund ebenfalls Ghanaer und, vor allem, warum verteidigt er „seine Heimat“, der er offenbar sehr viel zu verdanken hat, nicht wie alle ukrainischen Männer unter 60 Jahren mit der Waffe in der Hand? Dem Malus „Rassismus“ steht der viel bedeutendere Bonus des geretteten und gesicherten Lebens gegenüber.

img20220321_23214017

Die Frage, als allgemeine gestellt, zeigt die Crux mit der Masseneinwanderung: Loyalität zur Heimat läßt sich nicht erkaufen. Im Ernstfall werden die Einwanderer ihre neue Heimat nicht verteidigen und sollte die Wahlheimat etwa mit der Urheimat im Konflikt stehen, dann werden sie mutmaßlich in großer Zahl für ihr Herkunftsland oder ihre Religion im Gastland kämpfen und diese Frage ist hinsichtlich türkischer oder islamischer Einwanderung äußerst relevant. Das ist zwar kein Gesetz, wie etwa die Geschichte der Ruhrpolen und Masuren oder der Hugenotten zeigte, die sich sehr schnell in die deutsche Gesellschaft assimilierten und auch die entsprechenden Opfer in Krieg und Arbeit brachten, aber je größer die kulturelle Differenz, umso länger dauert dieser Prozeß – er kann sich über viele Generationen hinziehen.

Siehe auch: Eberhard Straub: Wofür sterben?

Fluchtmengen: Helmut Lethen berichtet von einem seiner Seminare, in dem er ein Kapitel aus Canettis „Masse und Macht“ behandle, das über die „Fluchtmenge“. Natürlich vor dem Hintergrund der aktuell Flüchtenden. Er schreibt: „Canetti versucht, ,Masse‘ zu denken, ohne moralische Kategorien einfließen zu lassen, er beobachtet nur die Stoßrichtung von Energien in einem Bewegungssystem – das ist zur Verfremdung unserer empathischen Beobachtungen ganz heilsam, meine Studentinnen waren entrüstet, und ich fragte mich, wie tragfähig Canettis universalistische Modelle für den konkreten Fall sind.“ Ich greife zum Buch, es steht in Reichweite, dazu muß ich nicht mal aufstehen, und schlage ab Seite 57 nach. In der Tat, Canetti spricht immer wieder von „Energie“ von „Kraft“, von „Richtung“, von „Bewegung“, von „Wirkung“ usw., das individuelle Schicksal spielt kaum eine Rolle. Kein Wunder, daß den Autoren der „Verhaltenslehren der Kälte“ diese Herangehensweise fasziniert. Freilich hat die Automobilisierung der Masse eine andere Dynamik, denn die Beobachtung, daß „ganz sonderbare und gegensätzliche Geschöpfe, die einander nie in die Nähe gekommen sind, sich hier plötzlich zusammenfinden können“, beschreibt die Lauf-, Marschier- und Rückzugsmasse, weniger aber fein abgegrenzte Vierer- oder Fünfergruppen im „rollenden Uterus“ (Sloterdijk), der  sich „dadurch vorteilhaft unterscheidet, daß er mit Selbstbeweglichkeit und Autonomiegefühlen verbunden ist“.

Mich interessierte eher, weshalb der kühle Zugang die heutigen Studentinnen entrüstet. Die Antwort kennen wir wohl alle.

Sperre: Großes Gezeter in den Medien über russische Kulturgrößen im Westen, die sich nicht von Putin distanzieren. Mehr noch: sie gehören gecancelt. Weit weniger Aufmerksamkeit bekommen spiegelbildliche Exzesse, wenn sie auf ukrainischer Seite geschehen. So wurden etwa Anatoliy Tymoshchuk sämtliche sportliche und staatliche Ehrungen entzogen, sein Name wurde aus „allen nationalen Registern entfernt“, nebst lebenslangem Verbot, in irgendeiner Form sportlich tätig zu werden, weil er es versäumte, den Krieg Rußlands gegen sein Heimatland zu verurteilen. Das kommt einer Verbannung gleich. Derzeit arbeitet der frühere Ausnahmefußballer als Trainer bei Zenit Saint Petersburg. Tymoshchuk ist nicht irgendwer – die Bayern-Fans werden das wissen. Er ist, er war, neben Andrej Shevchenko die größte Fußballikone des Landes, einem Uwe Seeler oder Gerd Müller vergleichbar. Wohl gemerkt, sein Vergehen besteht lediglich im Schweigen, er habe sich seit dem 24.2. nicht mehr öffentlich geäußert. Bekenntniszwang.

Umgekehrt bekommen ukrainische Spieler Szenenapplaus, wenn sie nur am Feldrand sich warmlaufen, wie etwa Oleksandr Zinchenko von Manchester City oder ganze Zeitungseiten, wenn sie ein Tor schießen, wie etwa Andriy Yarmolenko von West Ham United.

Chancen: Wir alle kennen oder sind sogar Leute, die wissen, daß sie ihr Leben ändern müssen, oft seit Jahren schon im falschen stecken, in destruktiven Strukturen, Menschen, die meist nur noch funktionieren, die sich aus den eigenen und den Erwartungen der anderen nicht lösen, die sich vieles erarbeitet haben und nicht mehr davon lassen können, die sich nicht mehr recht spüren, sich in Hamsterrädern oder Tretmühlen wähnen … und nicht heraus können. Und dann sieht man im Fernsehen Menschen, die vor den Trümmern ihrer Existenz stehen, vor einem Haufen verkohlter Steine. Diese waren wie jene. Sie stehen jetzt vor der Kamera und sagen: das war mein Leben. Dann packen sie ihre letzten Habseligkeiten und gehen fort. Es erwartet sie ein neues, ein anderes, ein ungewisses Leben – aber auch ein Leben. Ihnen hat das Schicksal jene Lektion mit Gewalt erteilt, die zu lernen die Aufgabe des Menschen ist und zwar – wenn er sich seines Namens würdig erweisen will – vor der Katastrophe. Die Häuser der anderen könnten auch unsere sein und wofür hast du dich dann bisher gequält? Wer es vom  „Archaïschen Torso Apollos” nicht lernen will, der bekommt nun Nachhilfe und kann es an den Trümmern und Schuttbergen einüben.

Beggars can’t be choosers, sagt das Sprichwort. Wozu sich also über Habecks Bückling vor dem Scheich erregen? Der Protest kommt von links und rechts und aus den eigenen Reihen. Dabei tut der Minister für Wirtschaft und Klimaschutz das, was er zu tun hat: der Wirtschaft seines Landes und damit diesem selbst zu dienen. Das ist die Macht der Realität vor dem Hintergrund der selbstverschuldeten Schwäche. Aus dieser Position gilt: Swallow your pride.

9 Gedanken zu “Mein Kriegstagebuch VIII

  1. Konservativer schreibt:

    False Flag ?

    Zum Thema Ukrainekrieg äußert sich regelmäßig Gonzalo Lira, der in Charkow lebt.
    Er bietet eine andere Sicht auf diesen Krieg als unsere Mainstreammedien. Angesichts der Vorfälle in Bucha (tote Zivilisten), die womöglich zu einem Kriegseintritt der Nato führen,sollte die Möglichkeit einer False Flag Operation durchaus in Betracht gezogen werden.

    Wenn es der Hausherr Seidwalk gestattet, hier der Kommentar von Gonzalo Lira aus Charkow:

    https://second.wiki/wiki/gonzalo_lira

    Gefällt mir

    • Konservativer schreibt:

      Bedauerlicherweise hat Gonzalo Lira inzwischen das Video gelöscht. Nachfolgend erläutert er warum er das tun musste …

      Angesichts der Tatsache, daß BP Steinmeier erklärt hat, in den Beziehungen zu Putin/Russland gebe es für uns Deutsche kein zurück in die Zeit vor dem Ukrainekrieg (was mich geschockt hat) , soll der Beitrag von Jacques Baud ein Licht darauf werfen, wie es dazu kommen konnte (wenn es der Hausherr gestattet). Zunächst die deutsche Übersetzung, dann der Originaltext.

      Jacques Baud: Er ist ehemaliger Oberst des Generalstabs, ehemaliges Mitglied des strategischen Nachrichtendienstes der Schweiz und Spezialist für die östlichen Länder. Er wurde in den amerikanischen und britischen Geheimdiensten ausgebildet. Er war Leiter für die Friedensoperationen der Vereinten Nationen. Als UN-Experte für Rechtsstaatlichkeit und Sicherheitsinstitutionen konzipierte und leitete er die erste multidimensionale UN-Nachrichteneinheit im Sudan. Er hat für die Afrikanische Union gearbeitet und war fünf Jahre lang bei der NATO für den Kampf gegen die Verbreitung von Kleinwaffen zuständig. Kurz nach dem Zusammenbruch der UdSSR war er an Gesprächen mit den höchsten russischen Militär- und Geheimdienstvertretern beteiligt. Innerhalb der NATO verfolgte er die Ukraine-Krise 2014 und beteiligte sich später an Programmen zur Unterstützung der Ukraine. Er ist Autor mehrerer Bücher über Geheimdienste, Krieg und Terrorismus, insbesondere „Le Détournement“ (SIGEST-Verlag), „Gouverner par les fake news“ und „L’affaire Navalny“. Sein neuestes Buch ist „Poutine, maître du jeu?“, veröffentlicht von Max Milo.

      https://uncutnews.ch/die-militaerische-lage-in-der-ukraine/

      https://www.thepostil.com/the-military-situation-in-the-ukraine/?utm_source=sendfox&utm_medium=email&utm_campaign=the-postil-april-newsletter

      Abschließend ein Lied von dem finnischen Liedermacher Hector …

      Gefällt mir

      • Konservativer schreibt:

        Wenn es der Hausherr seidwalk gestattet, zunächst ein Zitat von Thomas Hoof aus seinem Beitrag „In zehn oder in hundert Jahren“ in der Sezession 100:

        „…
        Die Globalmafia verbirgt sich hinter einer kleinen, aber medial mächtig vergrößerten Fassade aus lauter Verrückten.
        …“ (Thomas Hoof, Sezession 100, S.32).

        Angesichts des derzeit ablaufenden Wahnsinns, der letztlich in einen nuklearen Weltkrieg münden kann, kann man ihm wohl kaum widersprechen (Ich ergänze: lauter Verrückte, Ausnahmen bestätigen die Regel). Kriegshetze, Kriegsbegeisterung und Russenhass, wohin ich auch sehe/höre. Eine Ausnahme ist hierzulande Michael Lüders.

        Der Beitrag von Michael Lüders, der in erster Linie die Ökonomie behandelt (allerdings ohne auf den großen Bogen zu verzichten), bestätigt (zumindest für mich) die deutliche Aussage von Thomas Hoof:

        Ich verfolge die Geschehnisse sowohl in den Mainstreammedien (hauptsächlich im Fernsehen), als auch in den sozialen Netzwerken. In den Mainstreammedien dominiert, was mich persönlich nicht erstaunt, ein Narrativ, das die russische Seite dämonisiert und Putin als Verkörperung des absolut Bösen darstellt.
        Aber auch viele der „alternativen“ Medien (z.B. AchGut, Tichys Einblick, Reitschuster) blasen in dieses Horn, so das es hierzulande schwer ist, alternative Perspektiven ausfindig zu machen.

        Der Beitrag von Michael Lüders mag bekannt sein, der folgende Beitrag wohl eher nicht.

        Colonel Douglas Macgregor äußerte sich vor 17 Tagen über den Krieg in der Ukraine:

        https://de.wikipedia.org/wiki/Douglas_Macgregor

        Gefällt mir

  2. Wir alle kennen oder sind sogar Leute, die wissen, daß sie ihr Leben ändern müssen, oft seit Jahren schon im falschen stecken, in destruktiven Strukturen, Menschen, die meist nur noch funktionieren, die sich aus den eigenen und den Erwartungen der anderen nicht lösen, die sich vieles erarbeitet haben und nicht mehr davon lassen können, die sich nicht mehr recht spüren, sich in Hamsterrädern oder Tretmühlen wähnen … und nicht heraus können.

    Ich denke, ihre Beobachtung ist sehr gut und trifft, wie ich meine, bei so vielen Menschen voll ins Schwarze. Für mich gilt bspw., dass ich gerne das Internet abschaffen würde zu Hause und nur noch Festnetzanschluss habe. Letzteres ist noch realistisch, ersteres hingegen ist heute beruflich nicht mehr vorstellbar. Insofern würde ich mal in den Raum stellen: Sind es wirklich nur unsere Hamsterräder oder sind es Konditionierungsmaßnahmen von Seiten der Moderne? Es wird ja schließlich im Bereich der IT häufig genau nach den psychologischen Schwachstellen gesucht, um bspw. Suchtverhalten zu erzeugen. Parallel kann sich unsere junge Generation, aber noch nicht einmal ein Eigenheim leisten, was früher selbst die armen Bauern vermochten und einen so einen gewissen Schutz & Unabhängigkeit bieten würde.

    Darf ich die Frage stellen, ob Sie über Ostern in Plauen sind? Wenn ja, würde ich mich über ein Treffen im Café Müller freuen. Beste Grüße

    Seidwalk: Selbst wenn ich es wäre, würde ich davon abraten. Es ist nie gut, sich ein virtuell aufgebautes Bild durch Direktkontakt zu verderben. Sie verstehen …

    Gefällt mir

  3. Zorn Dieter schreibt:

    Glaubt jemand, dass man mit intellektuellen Spitzfindigkeiten den Weg aus der Ukraine-Krise finden kann?

    Der Westen wie der Osten sind im Grunde in der alten Dichotomie gefangen: Hier das helle Reich der vermeintlich Guten, dort das dunkle der vermeintlich Bösen. So wird nun Politik gemacht seit mehr als 150 Jahren: Hilfe der Russe kommt! Wir bringen die Demokratie & die Menschenrechte!

    Was Putin denkt und macht, das haben wir nicht in der Hand. Aber was wir machen schon. Vielleicht sollten wir aufhören mit dem Moralisieren und den intellektuellen Spitzfindigkeiten. Denn beides bringt uns nicht weiter. (Heißt nicht, dass all die guten Bücher nutzlos sind. Sie bilden zwar, aber am Ende hilft nur die Tat.)

    Dazu müsste Deutschland sich ehrlich machen. In so vielen Bereichen, dass man mit Zählen nicht aufhören kann. Im Grunde stehen wir Deutschen heute vor den Trümmern unserer Nachkriegsgeschichte. Die wir nie richtig aufarbeiten mussten, weil es uns zu leicht gemacht wurde. Als Bollwerk des „Freien Westens“ gegen den Kommunismus. „Schau auf diese Stadt…“

    So konnten wir uns den Mantel des Siegers anziehen, obwohl wir der Hauptverlierer waren. Russland gehörte zu den Siegern. Wurde jedoch von den USA nur benutzt, um Hitler-Deutschland zu besiegen. Und war danach der Hauptverlierer.

    Der Krieg um die Ukraine ist der Katalysator, der alles auf den Punkt bringt: Das deutsche Pendeln zwischen dem Westen und Russland. Und sein Scheitern. Die Welterlösung durch die deutsche Energiewende. Und ihr Scheitern. Inklusive Gefährdung des Industriestandortes. Die deutsche Flucht nach Europa. Und ihr Scheitern an den Interessen der Partner. Der preußische Sozialismus. Und sein Scheitern. Weil unbezahlbar. Es sei denn, man druckt das Geld. Der deutsche Pazifismus. Und sein Scheitern. Weil die Welt so nicht ist.

    Und jetzt? Ehrlich machen? Welche politische Partei könnte das leisten? Bei der Strafe ihres Untergangs.

    Gefällt mir

  4. Die Erhebung des ukrainischen Volkes in den Heldenstatus durch den westlichen Kulturkreis, der Lobpreis eines Selensky oder wie er heißt, als Hoffnungsträger und nahezu kultische Anbetung der „heldenhaften Verteidigung“ sind logische und erwartbare Effekte einer spirituell UND kulturell völlig entkernten westlichen Welt.

    Was hier bei uns anstelle der bis 1945 gültigen Tugenden und Handlungsmaximen installiert wurde und weiterhin verschärft installiert wird, hat eine Wirkung wie Salpetersäure auf unseren Wertekanon.

    Ich hatte gestern das Vergnügen, in die Welt Berliner Polit-thinktanks eintauchen zu dürfen – es ist der PURE Wahnsinn, wohin wir gekommen sind in einer feminisierten Märchen- und Feenwelt ohne jegliche Haftung an Realität oder an einer (früher so genannten) „Scholle“.

    Da ist NICHTS MEHR. Also doch: ein Vakuum.

    Jetzt ist der Krieg zurück. Der Krieg!, die Mutter aller männlichen Tugenden und Bestrebungen! DAS Kontinuum der Historie schlechthin (kein Jahr OHNE Krieg!)…alleine die biblischen Berichte zeugen vom Krieg und vom Kampf als sinnstiftendes, konstituierendes Merkmal einer Gesellschaft, eines Volkes, einer Nation. Grenzen ziehen, Festungen bauen, Festungen schleifen, Beute machen, Gegner hetzen, Propaganda betreiben, Kräfte messen wieder und wieder und wieder – aufrüsten, alles verlieren, alles gewinnen, ein stetiges Hin- und Herwogen des Kriegsglückes – Profilierung und Demontage von Staatslenkern, Aufstieg und Fall…

    …Friedenszeiten sind ausnahmsweise Unterbrechungen des immerwährenden Kampfes um Ressourcen, Einflußsphären, Territorien.

    Eine Nation, die das verstanden hat, sind die Amerikaner. Chapeau – die verstehen etwas von Machterhalt. Nur, daß neue Gegner dann wie naturgesetzlich erstehen und zum Kräftemessen drängen – China!!

    Rußland hat es natürlich ebenso niemals verloren, das innere und äußere kulturell-politische Machtstreben, Kraftmeierei, Überhöhung der militärischen Power, Pflege der Siegestraditionen (WK II) und kontinuierliche Einsätze der eigenen Streitkräfte in lokalen Kriegsereignissen, zwecks Erhaltung der kriegerischen Tugenden und des Nationalstolzes.

    Unsere „think-tanks“ hingegen, das sind Quellen des weibisch-kindlichen Phantasierens, des haltlosen irrationalen Idealismus, der Dekonstruktion ALLER Fundamente eines Volkstums, einer Staatsgewalt, eines Funktionierens an sich.

    Frauen der urbanen Hip-Schichten sind hierzulande keine Gebärerinnen mehr, es sei denn, das Produzieren dümmster Phantastereien würde man als „Kreißen“ des Gehirns bezeichnen. Wenn aber Frauen ihr Gebärpotential – ihre Reproduktionschancen – ihre darauf beruhende Power auch ins Männliche hinein (keine Mutter ohne dazu gehörenden und gebundenen Vater!!) wegschmeißen zugunsten von Wahnideen, dann ist dieser Kulturkreis „doomed“.

    Und dann entsteht diese (weiblich geprägte) Begeisterung für ein „neues“ (ganz altes, und normales, übliches!) „Heldentum“, diese Anbetung des Heroismus (wenn auch nur einer Seite), diese plötzliche Kriegslüsternheit der Grünen, die es dem neuesten „Feind“ nun zeigen wollen – mit Mordfantasien, mit Aufrüstung, mit dem neu entdeckten Gen fürs Kräftemessen und dem Tugendfuror des „Säuberns“ des Planeten vom Bösen.

    Jedoch…ach und weh! – man schütze uns davor, wenn kindliche Weiber, dumme Omis und Literaten eine Staatsmaschine bedienen wollen, von deren Funktionsweise sie ausschließlich irrationale Vorstellungen (wenn überhaupt „Vorstellungen“!) haben. Dies ist der programmierte Marsch in den Untergang.

    Wenn man auf der Basis katastrophaler anthropologischer Fehlannahmen Politik machen will, oder aber wirtschaften möchte, dann muß dies auch mit katastrophalen Verwerfungen enden.

    Putin himself hat nur ein einziges, sehr schweres Problem: die Irrsinnigkeit deutscher Politikmaximen, deutscher „Neo“-Tugenden, deutscher Wahnideen überhaupt zu begreifen. Ganz Rußland hat größte Mühe, dahinterzukommen, was der Sinn darin sein könnte, die Selbstaufgabe in jeglicher Hinsicht zur zentralen Tugend zu erklären. Aber dies ist, so scheint es, eben einfach das weibliche Prinzip. Sich selbst aufzugeben für den aktuellen Platzhirsch ODER für dümmste Idealismen.

    Mir jedoch ist dies ganz egal – DIESEM sch…Volk gehöre ich nicht an. Aus und lange vorbei…

    Zusatz Stefan Kunze: (beiseite)

    Mich ärgert es gewaltig, welche Vielzahl von Tippfehlern ich in einem so kurzen Text zu verstauen vermocht habe.

    (bitterlich weinend ab.)

    Seidwalk: Keine Sorge, LRS ist mittlerweile anerkannte Sonderbegabung im Zauberland. Ich laß mal das Programm drüberlaufen, mit Verlaub.

    Gefällt mir

  5. Michael B. schreibt:

    Ihnen hat das Schicksal jene Lektion mit Gewalt erteilt, die zu lernen die Aufgabe des Menschen ist und zwar – wenn er sich seines Namens würdig erweisen will – vor der Katastrophe.

    Recht arrogant. Sie moegen Jahrzehnte Pendeln mit laengeren Aufenthalten in Daenemark oder Engeland betrieben haben, sich eine innere Eintrittskarte nach Ungarn in Form einer Uebersetzung schreiben wollen – alles gut und schoen.
    Es ist aber ueberhaupt nichts Wuerdeloses daran, sein Leben lang sein Haus in seinem einen, singulaeren, Dorf zusammengebaut zu haben und daran zu haengen. Das ist Ausdruck einer ganz wesentlichen Konstante (ohne die die genannten Ukrainer auch nicht tun wuerden, was sie tun). Ohne die als Basis bleibt nur Schaum, ganz egal wie langweilig oder feststeckend man das aus seinen oder uebernommenen Gedankengebaeuden heraus nun finden mag (nicht jeder meint uebrigens, in seinem ‚kleinen‘ Leben festzustecken). Lesen Sie auch noch einmal Kubitscheks juengste Bemerkung zum „Fensterloch“.

    Lektionen haben ganz Andere noetig, und zwar in einer sehr deutlich empfangenden Haltung, auch vergeben durch Haeuslebauer. Es gibt unter letzteren jede Menge, bei denen mir die Fuesse einschlafen. Aber das ist auch nur ein Teil. Dagegen – Breite und Tiefe dieser gesamten Masse gesehen – ist jede ihre Zeit mit verschiedensten Artikulationen verbringende intellektuelle Schicht fuer sich genommen, nur eitel.

    Seidwalk: Keine Ahnung, wovon Sie sprechen. Ob Lese- oder Schreibfehler sei dahingestellt.

    Gefällt mir

    • Pérégrinateur schreibt:

      Die Lektion, von der Sie, Seidwalk, reden, ist wohl die der Vergänglichkeit und Verlierbarkeit aller Dinge. Doch bei weithin vernichteten Hintergrunderwartungen durchläuft eine Gesellschaft eine sehr ruppige Phase. Wer soll noch das für einen gewissen Lebenssstandard nötige Kapital bilden wollen, wenn alles anscheinend von einem Moment zum anderen verlorengehen kann?
      Gestern Unterhaltung mit einem Handwerker. Er hat drei Notstromaggregate im Schuppen, man weiß ja nie … Lieber Prepper als Anti-Prepper.

      Gefällt mir

      • Und das war doch so schwer nicht zu erkennen. Da wir noch nicht vor „vernichteten Hintergrunderwartungen “ agieren, kann unsere Lernlektion noch frei bestimmt werden – was viele Menschen in eben den beschriebenen Zwängen und Nöten nicht zu denken wagen oder gar sich einzufühlen vermögen, schon weil sie zu sehr mit sich selbst beschäftigt sind, bekommen sie jetzt frei Haus als tägliche Botschaft geliefert, also als Chance, ihr Leben, unter dem sie ja leiden – wenn auch im goldenen Käfig – zu ändern.

        Was nun diese Art der Prepper betrifft: Ich bin mir nicht sicher, ob sie auch wissen, daß sie ihre Insel im Ernstfall mit allen Mitteln verteidigen müssen, denn dort, wo das Licht noch brennt und der Schornstein noch raucht, werden die aus der existentiellen Not geborenen Begehrlichkeiten geweckt werden. In dieser Hinsicht lohnt sich die Lektüre von Cormac McCarthys „The Road“.

        Michael B:

        Und das war doch so schwer nicht zu erkennen.

        Sie praeferieren also doch Lesefehler, dann schreiben Sie es doch statt flapsig zu werden. Dann auch begruendet, das habe ich ja mit meiner Interpretation eines „Schreib-„fehlers auch getan.

        Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

Diese Seite verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden..