Diskursabbruch

Okay, es reicht. Es bringt nichts mehr. Jedes weitere Wort ist verschwendet. Es wird mit diesem Menschen keine Übereinkunft geben, nicht in politischen Fragen. Die Schwierigkeit wird sein, das Persönliche davon unbeeinträchtigt zu lassen.

Er ist ja ein guter Mensch, wir sind bisher – auf recht oberflächlicher Basis – gut miteinander ausgekommen, haben gemeinsam gelacht, geschmaust, geschwelgt in Erinnerungen, an schöne alte Zeiten. Aber seither die Politik Thema wurde, geht das alles nicht mehr.

Wir haben in allen – in allen relevanten Punkten unterschiedliche Meinungen, mehr noch konträre: Migration, Umwelt, Energie, Gefährdungen der Demokratie, Corona, Impfung … nirgendwo eine klitzekleine Gemeinsamkeit.

Ich erkläre in ellenlangen Briefen alles, führe Literatur an, Daten, Statistiken, versuche die Gefühlslage zu erläutern, weise einen Widerspruch seiner Argumentation nach dem anderen nach, umsonst … Alles wird weggebügelt und umgedreht, von Zeitungsartikeln widerlegt.

Denn das ist ja das Frustrierende. So wie ich den Kopf schüttele über so viel Ignoranz und Blindheit, Aufklärungsverweigerung, so schüttelt er den Kopf über mich, vermutlich mit den gleichen Worten und Gedanken. Alles, was er sehen kann – selbst wenn ich linke Quellen anführe – ist, daß ich mich „hinter meinem Narrativ verbarrikadiere“.

Hat er vielleicht sogar recht? Ist die Schranke vielleicht in meinem Kopf? Unterhalten sich hier zwei Fliegen in je einem Glas und kommen beide nicht heraus?

Entnervt gebe ich auf. Er übrigens auch. Wir kommen nicht voran, es gibt keine Brücke. Im Bürgerkrieg würden wir aufeinander schießen – jeder im Glaube, das Richtige zu tun und vielleicht sogar dabei an das Selbe zu denken.

Aufschlußreich vielleicht dies: solche Diskursabbrüche habe ich schon mehrere erlebt und fast immer mit Menschen aus dem Westen, saturiert, gemäßigt wohlhabend, Haus, mehrere Autos, große Reisen drei, vier Mal im Jahr, aber grün wählend oder was in der Drehe. Und eine Staatsgläubigkeit bis zum Absurden. Glauben alles, was in der, in ihrer – Süddeutsche, Zeit – Presse steht, lesen keine Bücher mit gegenteiligen Argumenten, sehen überall Nazis und vertrauen dem Verfassungsschutz blind. Leben aber z.T. ein heiles rein konservatives Familienleben: große Familie vorm Kachelofen versammelt als klassisches Bild.

Meine letzte Frage war: Es muß aber doch einen Ausweg aus diesem Dilemma geben?

 

17 Gedanken zu “Diskursabbruch

  1. Zorn Dieter schreibt:

    Ich hatte schon mehrfach in den letzten zehn Jahren totale Kommunikationsblockaden. Immer wenn ich meinte, dass es doch keinen Sinn hat, dem Unsinn und dem Vorurteil auf der Welt mit alternativen Fakten gegenüberzutreten. Jetzt ist es auch bei mir fast wieder soweit.-

    Danke an Stefan Kunze, der Vieles von dem was mir so durch den Kopf geht, zu Papier gebracht hat. Ein paar Ergänzungen seien erlaubt:

    Woher kommt es, dass so viele Menschen ohne Zögern dem durch die Medien angesagten Narrativ folgen? Herdentrieb? Gruppendruck? Unwille und Unfähigkeit sich breit zu informieren? Das stimmt alles irgendwie. Ich glaube jedoch, dass viele Menschen wohl sehen, dass vieles im System schief läuft, sogar total schief läuft, sie jedoch Teil dieses Systems sind, und sich nicht daraus befreien können. Das macht sie zu wütenden Mitläufern und aggressiv gegen solche, die ihre Unabhängigkeit bewahren.

    Viele sind auch nie richtig erwachsen geworden. Die aktuell bestimmende Generation der Vierzig – bis Fünfzigjährigen musste sich nie gegen ihre Eltern wehren, noch gegen den Staat. Beide waren wie sie. Grün und Nachgiebig. Anything goes. Das führt zu einem naiven Vertrauen in beides, den Staat und die Ansichten der Erwachsenen. Es ist schwerer, sich eine eigene Meinung zu bilden, und dazu zu stehen.

    Meine Frau und ich, Jahrgang 1948/49, hatten Freunde in allen Lagern, vom Assistenten am Romanischen Seminar, der 1968 mit Langhans-Frisur auf den linken Demos mitlief, bis zu Jungs aus rechts-konservativen Kreisen, deren Vater Konzernvorstand war. Wir gingen durch Krisen und die atomare Bedrohung; hinter jeder lauerte die nächste. Von der Kubakrise, über das Waldsterben bis zu Tschernobyl. Der „Atomtod“ schreckt uns nicht mehr. Und das Geschrei der Medien darüber sowieso nicht. Und wir lebten trotzdem fröhlich. Heute sind die Milieus viel mehr abgeschottet. Damit ist eine breite Debatte alternativer Standpunkte seltener.

    Diese Püppchen, die keine Frauen sind. Und diese Weicheier mit Dreitagebart, die keine Männer sind, ihnen fehlt einfach der Bezug zum Leben. Einem Leben mit Höhen und Tiefen. Realitätssinn mit Vernunft gepaart. Ruhige Vernunft. Aus nachdenken gewonnen. Den fehlenden Bezug zur Realität kann man sich natürlich nur erlauben, wenn man Erbe der zweiten oder dritten Generation ist.

    Die Gesellschaft war früher zweigeteilt. Hier die Konservativen und Altnazis, die gegen „Gammler“ waren. Dort die Linksliberalen, die für die Öffnung nach Osten und Willy Brands „Wandel durch Annäherung“ waren. Beide Positionen wurden in den Medien voll abgebildet. Hier der Münchner Merkur, die FAZ und der Bayernkurier. Dort STERN, SPIEGEL und DIE ZEIT, was Kohl die „Hamburger Mafia“ nannte. Die Öffis hielten sich irgendwo in der Mitte auf. Es gab Richard Löwenthal und PANORAMA. In Gemeinschaftskunde wurde debattiert, dass die Fetzen flogen.

    Heute? Die Einheits-Propagandafront der Massenmedien. Und die Systemparteien aus CDSPGRÜNEFDP. Warum? Damals ging es um die Ost/Westfrage, heute geht’s um mehr: Das Endspiel des Kapitalismus? Oder mindestens die „Neuordnung der Welt im Zeichen von Globalisierung & Digitalisierung“. Und dann noch den Platz an der Sonne für Millionen Menschen und Politsysteme. Da ist es klar, dass die Reichen & Mächtigen, die etwas zu verlieren haben, die Wagenburg zusammenfahren und die Frage stellen: Dafür oder dagegen? Was besser heißen müsste: Für uns oder gegen uns?

    Und so entscheiden sich halt alle, deren Lebensstil mit SUV & Urlaub von dieser Entscheidung abhängt, für was? Na klar, dafür! Und Abweichler werden bekämpft. Weil die es sich einfach erlauben (können), eine eigene Meinung zu haben.

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  2. Nordlicht schreibt:

    Kenne ich, diese Borniertheit. Aber das ist mE nicht klassen- oder milieu-spezifisch.

    Staats- und TV-gläubigkeit gibt es auch bei Arbeitern und Kleinbauern (- sorry to say, als von dort Gekommener hätte ich gerne anderes berichtet) bis hin zu den mit Silberlöffeln Geborenen, zu aufgestiegenen oder von Geburt aus oben lebenden Industriemanagern oder auch Lehrer_*Innen.

    Als „Querdenker“ (- das war ich immer, und es war früher eine ehrenhafte Haltung) lerne ich wiederum Leute aus allen Lebensbereichen. Kritisches Denken ist mE angeboren.

    Ob man offen und diskursfähig ist, das liegt mE an irgendwelchen Genen. Kannste nix machen.

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    • Pérégrinateur schreibt:

      Diese frappante Verblendung  – und eben nicht nur ideologisch verbrämte Eigennützigkeit – gerade im gebildeten Milieu spricht sehr für ihre Ansicht. Der in seinen öffentlichen Auftritten immer bewundernswert munter und gelassen wirkende Sarrazin meinte mal, in jeder Gesellschaft gebe es eben ein Viertel Utopisten, wogegen nichts zu machen sei, man müsse sie eben nur von der Macht fernhalten.

      Heute geschieht das Gegenteil.

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  3. Kann das nur bestätigen; ich komme ja in etwa aus diesem Milieu. Es ist so, wie Sie es beschreiben, mir ist das unerträglich. Und der Witz dabei ist: Solche Leute halten sich für „kritisch“ oder, wenn es mehr das „konservative“ Milieu ist (bei dem ist „kritisch“ als „links“ konnotiert, und das will man dann doch dem Namen nach nicht sein), so doch für auf- und abgeklärt. Es kommen aber nur die Phrasen, die Politik, ÖRR oder SZ oder FAZ vorgeben. Letztlich ist das aber auch, das muß man klar so sehen, das Resultat einer westdeutschen Erfolgsgeschichte: Das ist ein Milieu, das von und in der alten BRD und auch noch im heutigen Westen ganz enorm profitiert hat, von der allgemeinen Wohlstandssteigerung, von den staatlichen Abschöpfungs- und Umverteilungsmechanismen, wenn es Beamte oder Profiteure der semistaatlichen Systeme (Ärzte z. B.) sind. Für die war die BRD und alles, was dazu gehört, ihre persönliche, finanzielle Erfolgsgeschichte, eng verbunden mit den Parteien und dem Staatsfunk. Und so ist da inzwischen auch der nötige Wohlstand vorhanden, mit dem allein man sich das leisten kann, was gerade angesagt ist, von Migration bis Energiewende.
    Weil mir das so zuwider und so fremd ist, tausche ich mich im Internet größtenteils mit DDR-erprobten „Ossis“ aus, einfach, weil nur dort noch diese prinzipielle, tiefsitzende Staatsskepsis, dieses Mißtrauen gegenüber allem „Offiziellen“ vorhanden ist (sei es aus originärer DDR-Opposition, sei es durch DDR-Desillusion), diese Antennen für’s Konformistische, die mir, aus welchem Grund auch immer so nahe sind.

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    • Pérégrinateur schreibt:

      Sie müssen sich dringlich ein neueres Wörterbuch anschaffen. „Kritisch“ heißt doch heute nicht mehr „prüfend“, sondern „Habermas-gläubig“.

      Fragen sie bei der Auswahl ihrer Gesprächspartner auch danach, ob sie in ihrer Jugend eine Hausschlachtung erlebt haben; wenn ja, ist Hoffnung. Oder ob der Betreffende an tausend Allergien leidet; dann ist alles vergeblich.

      Kleines Amusement am Rande: Ein Freund von mir hat im Supermarkt eine Flasche Mineralwasser gesehen, deren Etikett Glutenfreiheit versprach.

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        • Pérégrinateur schreibt:

          @ Nietzschi

          Sie sind offenbar deutlich jünger als ich. Zu meiner Zeit wäre das Pendant Anti-Atom-Alufolie gewesen, wovon ich allerdings nie gehört habe. Aber viellleicht gab es das ja in der Altstadt bei den „deutenden Wissenschaften“, wo man über nichts Materielles etwas zu wissen braucht, aber trotzdem auch darüber kundig zu reden weiß.

          Schade, Berater so einer Öko-Kapazität müsste man sein. Ich würde so gerne einer grünen Ministerin ins Ohr flüstern, dass das eigentliche Problem für die Energiewende die Carnot-Grenze sei und man also nur diese endlich gesetzlich aufheben müsste. Das nächste Ministerinnen-Interview wäre vermutlich lustig … ein Witz aber, den wohl leider nur wenige verstünden.

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  4. Um mal wieder etweas „frech“ zu werden: you are really late to the party.

    Schon weit VOR 2015 war erkennbar, daß gesellschaftspolitische Themen eine neue Sprengkraft entwickelt hatten, indem Polarisierung weiter als je zuvor getrieben wurde und Positionen besetzt wurden, die dem „anderen Lager“ dann doch einfach ABSURD erschienen. Das faszinierende Erlebnis war und ist IMMER, daß das Bauen auf die Nützlichkeit und Wirksamkeit eines RATIONALEN Diskurses (wie früher einmal üblich – emotionsarme, sachliche Argumentation, Verweis auf Fakten!!) –

    eine Schimäre, ein unerreichbares fernes Ideal geworden ist.

    ALLEN Diskursen ist jetzt dieselbe Sprengkraft innewohnend, daß man sich zwar aufgrund der Irrationalität bestimmter Sichtweisen zu einem Argumenten-Wettstreit, zu rationalem Herangehen an die Fakten genötigt sieht, aber im Ablauf dieser Versuche sich beim Scheitern zuschauen kann!!

    Angela M. hatte extrem RECHT, als sie meinte, wir lebten in postfaktischen Zeiten. das wollte sagen, daß ein ALLGEMEIN geteiltes Vertrauen auf wissenschaftlich belegte ODER aber empirisch belastbare Fakten (welches es einst gab!!) nun NICHT mehr vorhanden ist. Jede Seite hat nun IHR
    eigenes SET an „Fakten“ welches im Prinzip mehr einem subjektiv „Gefühlten“ oder einem idealistisch „Herbeigewünschten“ entspricht. Dies aber ist das krasse Gegenteil von Wissenschaft!

    Wir sehen also live und in Farbe das Scheitern des Konzeptes „Wissenschaft“. Ich sage dazu immer: „ihr da drüben lebt auf maybe der Venus, während wir hier auf dem Mars leben“ – und wenn wir auch nur versuchen, unsere planetenbezogenen „Konstanten“ und Fakten abzugleichen, müssen wir schon scheitern, weil das gesamte Werte- und Interprationssystem NICHTS GEMEINSAMES mehr hat!

    Unsere DiskursGRUNDLAGE ist sicherlich das gesprochene/geschriebene WORT – und die Kommunikationselemente, die darin festgelegt sind und detailliert in der Linguistik erforscht wurden, machen ja deutlich, daß man zuerst einmal „Begriffsbestimmungen“ zu veranstalten hat, die sehr heikel und sehr aufwendig sind! Denn, abgesehen von beschreibenden Subjektiven, die natürliche, materielle Objekte dieses Planeten beschreiben, sind ALLE abstrakten und „virtuellen“ Begriffe der Philosophie, der Literatur, der Religion usw. NICHT mehr allgemein verständlich, sondern einfach mit nahezu gegensätzlichen inhaltlichen Bedeutungen belegt!! Dieser reine „double-speak“ führt natürlich dazu, daß es statt Verständigung eine explosive Zunahme an Konfrontation gibt, wenn eben die eine Seite DIES und die andere SEITE dessen Gegenteil unter einem Begriff versteht. Des weiteren ist (mit Abgang des Christentums als übergeordnetes, allgemein verbreitetes Wertesystem) jegliche Weltsicht nun als hardcore-Ideologie unterwegs, in der es stets um „alles“ geht, um nichts weniger als die Rettung der Erde und der Menschheit vor dem absoluten Untergang. ALLES wird nun religiös aufgeladen und damit in ein irrationales System verwandelt, welches NUR noch zum Spalten taugt. Religiöser Glaube is per definitionem eben einfach der KERNBEREICH einer jeden Persönlichkeit, der zu Radikalismus neigt!!

    Dazu möchte als neue Ebene diejenige einer „nicht-materiellen, spirituellen“ Welt einführen, die selbstverständlich im gesamten materialistisch-wissenschaftlichen Weltbild der NEUZEIT keinen Platz mehr hatte und nicht haben kann.

    Denn alles, was der Messung, Formulierung, Abstraktion und dem experimentellen Nachweis(!!) entzogen ist – etwa Gedanken, etwa das „kollektive Unbewußte“, etwa der „Weltgeist zu Pferde“!! (Goethe über Napoleon), etwa die Wirkmechanismen von YOGA, etwa die Heilkraft von Schamanen, oder die Wirkungsweise eines (beliebigen!) religiösen GLAUBENS sind wissenschaftlich und auf materialistischer Ebene NICHT erfaßbar.

    Da es diese Phänomene aber unbestreitbar GIBT, sehen Menschen der modernen Zeit, die universitär gebildet sind, jetzt ihr Weltbild IN RAUCH AUFGEHEN.

    Es ist nunmehr einfach eine neue Zeit der Fanatiker(!), der Zeloten, der religiösen EIFERER, der irrational und fanatisch Gläubigen, der Untergangsprediger, der spirituell überladenen Propheten angebrochen. Religion und GLAUBE(!!) ersetzt bereits alle Fakten, fanatische Gefolgschaft ersetzt das mündige Individuum!

    Greta Thunberg: irrationale Akteurin und Prophetin des Klimaglaubens!!

    Klaus Schwab: irrationaler Vorantreiber des irrationalen „global transformation process“!

    Grüne und Linke weltweit: irrationale, idealistisch-moralisierende Eiferer der kommunistischen Gesellschaft des absolut Guten, Edlen, Fortschrittlichen, zum maximal „Guten“ Strebenden – Zielrichtung die EINE WELT des unendlich Positiven, Guten, und Heilen.

    Oder auch neue Machbarkleitsfanatiker, Rettungsanbieter der Superreich-Fraktion: Gates, Zuckerberg, Bertelsmann Stiftung etc. pp., die mittels weltweitem „medical and biological enhancement“ die Grundlagen einer NWO schaffen möchten (und überzeugt sind, diese schaffen zu KÖNNEN!), wo die uralten Grundlagen des sozialen und politischen Handelns und Lebens NICHT MEHR gelten, wir weder eine Bibel noch einen Koran noch IRGEND eine Religion mehr brauchen, weil wir alle transformiert wurden zum Übermenschen, der moralmäßig wie auch technokratisch sich, seine Umwelt, oder diesen Kosmos BEHERRSCHEN kann.

    Technokratie, Feinsteuerung der Gesellschaft durch Überwachung und „mind control“ über Massenmedien, Staatsplanung der gesamten Zielrichtung gesellschf. Entwicklungen, Staatsplanung der Forschung, der Wirtschaft, des Handels, NEUE Vorgaben in punkto MORAL, in punkto Ethik, in punkto Soziale Tugenden – diese Vorgaben allerdings FLUIDE (!!, im orwell´schen Sinne von heute auf morgen auf den Kopf zu stellen!)-

    DAS sind die Eckdaten und Gegebenheiten, in denen wir bereits lange leben, denen wir uns jedoch noch KAUM in unserem Set an wertschaffenden Instanzen plus wert-vermittelnden Instanzen GESTELLT haben!

    Das bedeutet: weder in der Literatur noch in den Geisteseisschaften noch in religiösen Systemen aller Art wurden diese Umwälzungen (außerhalb der diese Umwälzungen vorantreibenden Blase) adäquat berücksichtigt, beschrieben, durchdacht und NEU bewertet. Es ist also ein schnelles Fahren im NEBEL, wo die gesamte Crew nichts darüber weiß, wohin es denn gehen soll, und von der Schnelligkeit der Entwicklungen täglich NEU überrascht/überfordert ist…

    Da aber solche Entwicklungen auch gerne exponentiell beschleunigten Charakter annehmen, kann man locker davon ausgehen, daß die Brüche und Verwerfung ein katastrophisches Ausmaß annehmen werden – was aber DENKENDEN Menschen völlig klar ist – erhellend schon allein aus den fatalen Weichenstellungen, die wir in punkto des fanatischen Gelddruckens, der fanatischen Umweltrettungsguerilla, oder der fanatischen Kriegstreiberei sowohl Rußlands als auch Europas(!!) als auch der USA wie ebenfalls Chinas, weiterhin des bisher unbekannten medizinischen Menscheits“rettungs“furors eines Gates, oder eines Pfizer-Konzerns, oder dieser Firma „An der Goldgrube“ in Mainz.

    Man bedenke: wir geben Friedensnobelpreise JETZT an die schlimmsten Kriegstreiber (Obama), wir geben den reichsten Konzernen eine Blanko-Vollmacht über Jahre(!) auf unser BSP (Impfverträge), wir veranstalten allen Ernstes eine „Große Transformation“ nach Schellnhuber und Co., die sowohl unsere Verkehrssysteme, als auch unsere Energieversorgung, als auch unsere Wärmeenergie-Gewinnung ins Nichts beamen wird – OHNE das daran jemand etwas zu meckern hätte (bis auf Parias!!)…wir schaffen ALLE bekannten Grenzen (staatlich, rechtlich, politisch) ab…

    …wir leisten uns eine „cancel culture“ katastrophischen Ausmaßes, die der Produktion und Propagierung einer Einheitsmeinung dient, welche damit das gesamte wissenschaftliche System aushebelt (da dieses auf Kritik, konträren Ansichten und ständig neuen Sichtweisen und Modellen beruht!) – ja, wir leisten uns sehenden Auges die völlige Abschaffung der Meinungsfreiheit, was per se auch das Ende der Demokratie bedeutet!

    Wir leisten uns einen unfaßbar einflußreichen, hirnwaschenden Medienapparat, der beliebige Sichtweisen nach Wahl der Politik in die Hirne drücken und fest einpflanzen kann. Wir sind auf dieser Basis vollkommen weggegangen von ALLEN erkenntnis – und wirklichkeitserfassenden Systemen, die sich bewährt hatten.

    Auch HIER hatte Angela Merkel die volle Wahrheit auf ihren Lippen, als sie ankündigte, „daß wir in naher Zukunft ALLE Standards unserer bisherigen Lebens- und Produktionsweise zu verlassen“ hätten, um die Welt zu transformieren in eine vor dem Untergang gerettete, NUN funktionierende, für ewig als Paradies bestehende „brave new world“ zu verwandeln.

    Der absolut kranke Wahnsinn, der darin verborgen und verpackt ist, der ist für

    studierte Geisteswissenschaftler
    Medientechnokraten
    Oligarchen auf der Mulitmilliardärsebene
    weltumspannende Superorganisationen wie WHO oder UNO

    etwas ganz ANDERES: die Frohe Botschaft von dem heraufziehenden paradiesischen Reich der transformierten Menschen, der geretteten, blühenden Erde und des ewigen Friedens.

    Wie wir uns allerdings denken können, wird es eine Hölle des ewigen Krieges, des Hungerns und Sterbens, der überbordenden (psychischen!!) Krankheiten, des pharmazeutischen Overkills, des transhumanistischen Fanatismus (Menschenzucht, hybride Wesen aus Computerchips, Robotergliedmaßen und Gewebe un) der Abschaffung ALLER bisher bekannten Gewißheiten sein.

    Und an diesem Punkt sagt jeder, einfach jeder:

    Na wunderbar – dann GNADE UNS GOTT.

    Jo…das mußte jetzt mal raus. Nennt mich Prophet. ;-))

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    • Michael B. schreibt:

      Na hier war wohl echt Hitze in der Tastatur, die Buchstabendreher sind ja Legion 😀 (bekomme das bei viel kuerzeren Texten ja aber hier auch oft genug hin)
      Aber volle Zustimmung zum Tenor der hinteren beiden Drittel.

      Mit der Wissenschaft sieht es etwas anders aus. Ich denke, man kann sie auf alles anwenden, auch Yoga, Schamanen und den lieben Gott. Wie sinnvoll das jeweils machbar ist, sei dahingestellt, je nach Thema fehlen da gegebenenfalls nochlange Zeit weiterhin die grundlegendsten Instrumente. Deswegen z.B. bin ich Agnostiker und nicht nur Atheist – ich haette schon allein deswegen einfach keinerlei Chance einen Gegenbeweis zur Existenz Gottes zu fuehren. Zusaetzlich ist das wohl aber auch nicht sehr interessant fuer Meinesgleichen.

      Der wesentliche Punkt in dem ich doch ernsthaft opponiere ist aber der hier:

      Wir sehen also live und in Farbe das Scheitern des Konzeptes „Wissenschaft“.

      Das Konzept Wissenschaft ist unberuehrt. Genauso wie die bis in die Gegenwart uebliche – viel kleinmassstaeblichere – normale Korruption des Wissenschaftsbetriebes auch von diesem Konzept selbst immer zu unterscheiden war.

      Unsere DiskursGRUNDLAGE ist sicherlich das gesprochene/geschriebene WORT […] sind ALLE abstrakten und „virtuellen“ Begriffe der Philosophie, der Literatur, der Religion usw. NICHT mehr allgemein verständlich, sondern einfach mit nahezu gegensätzlichen inhaltlichen Bedeutungen belegt!!

      Ja eben „Philosophie, der Literatur, der Religion usw.“. Eine Formel ist eine Formel (obwohl…), ein exprimiertes Spikeprotein auf einer Endothelzelle ist ein … Spikeprotein auf einer Endothelzelle. Ein Himmelskoerper in elliptischer Umlaufbahn ist genau das.
      Ich kann das abstreiten, ich kann versuchen, jedes Lehrbuch und jede Veroeffentlichung davon zu saeubern, ich kann die Datenerhebung, die bildgebenden Verfahren und die Erwaehnung unterbinden, verbieten, dafuer die Zunge herausschneiden und den Ketzer erschiessen – aber ich kann die Bedeutung trotzdem nicht aendern. Ich kann mit all dem nur verdeutlichen, fuer wie gefaehrlich ich Erkenntnis halte. Was jeden nicht hirngewaschenen Addressaten sie um so mehr suchen und einfordern laesst.
      Nicht Einknicken vor der vogeblichen Allmacht des Beliebigmachens als „Konstrukt“. Da bin ich mal wieder bei fast vergessenem ML: Das Sein bestimmt das Bewusstsein. Und das Sein laesst sich nicht endlos verleugnen, so wie seine – auch sprachlichen – Abbilder ebenfalls nicht dauerhaft zu zerstoeren, zu verbiegen, zu zerbrechen und in Beliebigkeit wieder zusammensetzbar sind.

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    • @ Stefan Kunze

      Werter Prophet, Sie haben hier einige wesentliche Punkte erwähnt und in einer erfrischenden Art und Weise!

      Nebenbei: Mein Zuspätkommen muß ich mir vorwerfen lassen und habe es auch oft genug schon selbst einbekannt. Jeder kommt von einer anderen Startrampe her und niemand weiß, ob sein momentaner Vorsprung Bestand haben wird … aber da es z.T. selbstverschuldete Unmündigkeit war, muß ich das schlucken.

      Ganz so fatalistisch wie Sie möchte ich dennoch nicht werden. Man sollte das Ringen nie aufgeben, man muß nur sensibel genug sein zu spüren, wo eine Pause sinnvoll ist oder vielleicht auch der komplette Abbruch, aber das gestaltet sich bei jedem Falle anders.

      Die Verdrehung der Begriffe ist ganz sicher ein großes Problem. Das erhöht ja nur den Druck, Begriffe vorab zu klären. Daran hat sich über die Jahrhunderte nichts geändert. Historisch hat sich fast kein Begriff bewährt und jede Definition läßt sich anzweifeln und relativieren. Die Geschichte des Denkens ist nichts anderes – strenge Naturwissenschaften teilweise ausgeschlossen, wie MB feststellte.
      Was neu ist, ist die Unerbittlichkeit, ist die Vermischung von persönlicher Nähe und inhaltlicher Differenz. Davon kann ich mich nicht frei sprechen, wie der geschilderte Fall zeigt. Hilfreich wäre nun, zu erklären, worin diese Toleranzmängel wurzeln, warum wir immer mehr ins Bekenntnis abrutschen. Es scheint – neben der Gefühligkeit – eine Art Panik zu geben, die uns suggeriert, wir hätten keine Zeit mehr, den anderen zu überzeugen oder auch nur auszuhalten. Das Denken wird immer finaler. Das ist, was Sie mit ALLES bezeichnen. Das müßte mal durchdrungen und aufgearbeitet werden.

      „Es ist nunmehr einfach eine neue Zeit der Fanatiker(!), der Zeloten …“ – ich glaube nicht an dieses „einfach“ oder will nicht daran glauben.

      PS: Es war Hegel, der in Napoleon den Weltgeist zu Pferde zu sehen meinte.

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      • Michael B. schreibt:

        wir hätten keine Zeit mehr, den anderen zu überzeugen oder auch nur auszuhalten.

        Die haben wir doch auch nicht. In einer Woche Einbringung eines durchgehenden Impfzwangs durch 200 Mitglieder der Farce von Parlament. Vierstellige Strafgelder in beliebiger Wiederholbarkeit, das Recht jederzeit Auseispapiere zu pruefen mit dauerhaft drohender gerade genannter Konsequenz. Das Beispiel allein genuegt doch schon voellig, um Diskussionsprinzipien dorthin zu verordnen, wo sie i.M. hingehoeren. Ueberzeugung dort wo sie wesentlich ist war die ganze Zeit kein Punkt und wird auch weiterhin nicht da sein. Das Warten darauf kann sich niemand mehr leisten, der nicht endlos neu eingelullt werden und sich nach der damit verbundenen kurzen Schlummerphase jedesmal in einer inzwischen immer wieder mehrfach weitergedrehten neuen Qualitaet an Dystopie wiederfinden moechte. Ja, das bereitet schon Druck.

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    • Pérégrinateur schreibt:

      Gut getroffen.

      Nur die Hervorhebungen bitte künftig weniger schreiend durch Majuskeln, sondern durch Kursivierung. Die Blogsoftware akzeptiert auch (eingeschränkt) Markdown. Einfach direkt vor und hinter das Hervorzuhebende ein Sternchen setzen, und es wird kursiviert dargestellt werden.

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      • Stefan Kunze schreibt:

        @ Pérégrinateur

        Ihre Anmerkung ist willkommen. Markdown ist einfach ideal, aber ich war zu impulsiv, um das erst auszutesten. Die Großschreibung war dem Furor geschuldet – manchmal übermannt es einen. Ich nutze die Gunst der Minute, um eine Kursivschreibung sowie einenn Fettdruck zu erzeugen. Nun bin ich durchaus gespannt…

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        • Pérégrinateur schreibt:

          Bei Furor immer etwas vorsichtig sein, von dem haben wir nämlich hierzulande schon genug. Das sollte einen natürlich – wenigstens solange man dabei mit heiler Haut davonkommen kann – nicht davon abhalten, seine Meinung zu sagen, und nicht einmal, wenn diese sehr nahe an der Wahrheit liegen sollte.

          MfG

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  5. Michael B. schreibt:

    fast immer mit Menschen aus dem Westen, saturiert, gemäßigt wohlhabend, Haus, mehrere Autos, große Reisen drei, vier Mal im Jahr, aber grün wählend oder was in der Drehe.

    Stimmt, aber es gibt es auch eine ostdeutsche Variante. Einschliesslich dem Folgenden:

    Leben aber z.T. ein heiles rein konservatives Familienleben: große Familie vorm Kachelofen versammelt als klassisches Bild.

    ‚Konservativ‘ ist also logischerweise nicht der richtige Trennbegriff. Oder unvollkommen definiert. Es muss an ‚was in der Drehe‘ liegen, das eint die Klientel. Zumindest existiert starke Korrelation. Oft als Beduerfnis vom alten buergerlichen Christlichen ins Gutmenschliche transformiert. Vor der Migration schon viele Jahre latent, damit dann schon aggressiver, jetzt offen manifest.

    Seidwalk: Konservativ in dem Sinne, daß man eigentlich die „gute alte Zeit“ lebt, Traditionen, Familie, Wärme, alte Rezepte backen, lokale Biere trinken, Holzfeuer etc. aber ganz gegenteilige Positionen vertritt. Man macht auch alles Technische mit und ist grün im Mund, hat aber einen „ökologischen Fußabdruck“ so groß wie halb Afrika. Ergo ein verdeckter Schrei nach „Verbietet mir endlich was!“.

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    • Stefan Kunze schreibt:

      „Konservativ“ dürfte ein so vielfältig besetzbarer Begriff sein, daß man ohne nähere Aufschlüsselung kaum noch etwas damit aussagt.

      Für mich ist die Sache allerdings klar: conservare bezieht sich auf Erhaltung des Bestehenden, was sich kulturell in Literatur, Moralvorstellungen, Sekundärtugenden und in den Briefen und Tagebüchern, den Bauten und Fabriken der eigenen Vorfahren niedergeschlagen hat.

      LIest man diese Briefe (zB, die aus unserem eigenen Familienbestand, aber auch publizierte Briefwechsel), dann wird mir deutlich, daß der Kern des Wertesystems unbedingt der religiöse Glaube, der christliche Gott (als Schöpfer und Erhalter), das Verinnerlichen der Bibeltexte als absolute Richtschnur zu gelten haben.

      Dieses hat man ja ab 313 bis 390 und fortfolgend als die eine und einzige Sozialisierungsinstanz wie auch als Basis für die Entfaltung von Forschung, Wissenschaft und Technik genutzt, nicht nur genutzt, sondern in seiner Ausschließlichkeit zumradikalen Erfolg geführt. Man dürfte wohl mit Fug und Recht behaupten, daß es in Europa und Russland bis zum Auftauchen Spinozas keine Nichtchristen (außer den Juden u. Muslimen) gegeben hat!! Eine solche Wertekonformität und- kontinuität über 1700 oder mehr Jahre – das wird es nicht noch einmal geben.

      Die Formung der Familie, des Gemeinwesens, der Staaten nach ein und demselben kanonischen Buch hat allein den unglaublichen Aufstieg Europas bewirkt und befeuert. Zudem erwies sich die Staatsreligion auch noch als sehr gut reformierbar, ganznim Gegensatz zum Islam.

      Wer sich in das Konvolut an Briefen und Tagebüchern im Projekt „Echolot“ einliest, wird auch hier noch die überragende Wirksamkeit des chrstl. Wertesystems und den Stabilisierungsimpakt dieser Lehre erkennen – vom ungebildeten Bauern bis hinauf zu Stauffenberg oder Rommel. Jedoch hatten die Nazis sehr erfolgreich große Breschenin den Einheitsglauben gebrochen, denn deren „neuer“ Glaube war höchstb attraktiv. Unddamit begann überhaupt erst die Erosionalles Konservativen. Die Nazis sahen sich ja absolut als Überbringer des Fortschrittes weg vom Konservativen hin zum Progressiven. Entsprechend der Kult um den technischen und wissenschaftlichen Fortschritt und die Entfaltung von allen möglichen Sozialleistungen und – verbesserungen (wer kennt das Kleinsteigenheim-Autarkiekonzept, mit genau durchdachtem, hocheffizienten Einfachst-Wohnhaus plus Selbstversorger-Garten?)

      Der Wegfall der grundsätzlichen und ausschließlichen Formung neuer Generationen in neue Christen „alten Schlages“ ab 1933 setzte dem Konservatismus die Pistole auf die Brust.

      „Konservativ“ sein ohne die Praktizierung des christlichen Glaubens ist ein zersplitterter, heimatloser Teil-Konservatismus. Darin ist keine Kraft irgendeiner Art.

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