Mein Kriegstagebuch

Innerhalb weniger Stunden ist das Wolkenkuckucksheim der links-grünen Politikblase in großen Teilen zusammengebrochen. Scholz verspricht 100 Mrd. für die marode Bundeswehr, die Heimstatt des ewigen Nazis sendet Waffen an den Gegner jenes Landes, dem man den Großen Krieg aufgezwungen hatte, schon wird die Wehrpflicht wieder diskutiert, das große energetische Umpolungsprogramm steht vor unlösbaren Problemen und wird wohl fallen müssen, die Einforderung politisch korrekter, feministischer und gendergerechter Sprachformen erscheint plötzlich als absurd … und das alles haben wir Putin zu danken.

Vermutlich wäre es besser gewesen, wenn wir ohne diesen Dank ausgekommen wären, wenn Putin diesen Wahnsinn nicht vom Zaune gebrochen hätte und wenn die deutsche Vernunft aus inneren Gründen zu Klarbewußtsein gekommen wäre, aber nichts ist bekanntlich so schlecht, daß es nicht zu etwas gut wäre. Dereinst, wenn man über Putin zu Gericht sitzen wird, sollten seine Nebenverteidiger diese wichtigen Erfolge auf sein Habenkonto verbuchen lassen. Die Rechte hatte seit Jahrzehnten Recht, sie wurde nun grandios bestätigt, aber man hat sie nicht hören wollen: das Kartenhaus aus Utopie und gutem Willen, aus selbstverschuldeter Unmündigkeit und Schwarmidiotie hält keiner realen Belastungsprobe stand. Ob der Schaden, der über Jahrzehnte angerichtet und nun in Minuten eingestanden worden ist, auch noch rechtzeitig zu beheben sein wird, muß die Zukunft – also die Geschichte – zeigen.

Ähnlich wie die dänische oder die schwedische Sozialdemokratie – die nun nicht mal mehr ukrainische Flüchtlinge möchte[1] –  vor der Realität der Migrationsprobleme einknickte und ein selbst für Quasi-Rogue-States restriktives Programm durchsetzte, so knickt die deutsche nun in ihrer Militärdoktrin ein. Vielleicht wird sich auch bald erweisen, daß nach drei Heroinen auf Stöckelschuhen und mit gebleichten Haaren nun endlich die Zeit für einen properen Militär eindeutig männlichen Geschlechts angebrochen ist? Das wäre ein erster Schritt im Rückzugsgefecht der Dschenderei.

„Deutschlands“ Entschluß, die Ukraine nun mit Waffen zu versorgen, Nord Stream 2 „auf Eis zu legen“, Einheiten näher an die russische Grenze zu verlegen, sich dem SWIFT-Ausschluß anzuschließen, russische Sportler auszuschließen etc. sind alles Entscheidungen, die sehr plastisch belegen, daß es in der Geschichte Situationen geben kann, in denen es keine Alternative zum Fehler mehr gibt. Sehr oft haben systemische und frühere Fehlkalkulationen historische Spieler in diese Situation gebracht, aber manchmal entsteht ein solches Dilemma auch objektiv und ohne Verschulden. Der Westen zeigt jetzt die Entschlossenheit, derer es Jahre zuvor vielleicht bedurft hätte und die jetzt zur finalen Eskalation beitragen könnte. Sieht man die nun schnell gefaßten Entscheidungen nicht aus der aktuellen Eskalations-Logik heraus, sondern aus der Pflicht der deutschen Regierung, die Interessen des deutschen Volkes zu vertreten, dann könnten sie sich als fatale Fehler erweisen. Deutschland wird zum potentiellen Kriegsziel und wir könnten bald ernsthaft zu frieren beginnen.

Die für unsere Zeit typische und aufschlußreiche Tatsache der unerquicklichen Verquickung von Showbusineß und Politik treibt viele Blüten, deren letzte Karl Lauterbach zum Blühen brachte. Aber es funktioniert auch umgekehrt: Daß führende Politiker immer öfter aus dem Showbusineß kommen – eine Tradition, die wohl auch aus God-bless-America stammt: Reagan, Schwarzenegger, selbst Trump kann man noch dazu zählen –, erregt mittlerweile kaum noch Aufsehen. Sachliche Kompetenzfragen rücken bei der Politikdarstellung sichtlich in den Hintergrund. Mit Beppo Grillo schaffte es sogar ein Komiker mit deutlicher Poltikabneigung an die Spitze einer systemrelevanten Partei, die zum Glück dem italienischen Gesetz der Unstetigkeit bald zum Opfer fiel. „Satire-Hitler“ Sonneborn und sein Adlatus Semsrott sitzen sogar als lebende Performance im EU-Parlament und torpedieren dort den real existierenden Wahnsinn. Aber Wolodymyr Selenskyj, der heutige Präsident der Ukraine, hat das Phänomen auf eine neue Stufe gehoben. Als Komiker und Schauspieler hat er seine eigene Geschichte verfilmt – und zwar bevor sie stattgefunden hat! Mehr noch. Diese filmische Erzählung war der Garant für die Realisierung der Geschichte, für ihren Sprung von der Fiktion in die Realität. In einer 23-teiligen Serie, die man auf Arte noch sehen kann, wird die Geschichte des Lehrers Holoborodko erzählt, der es gegen alle Wahrscheinlichkeit zum Präsidenten schafft. Die Serie heißt „Слуга народу“, „Diener des Volkes“ – exakt wie Selenykyjs Partei. (Seltsam nur, daß der Klaus-Schwab-Fanklub das noch nicht bemerkt zu haben scheint.) Seit drei Tagen gilt der Mann als Held – bis auf Weiteres stehen seine Selfie-Reden an die Nation und die Welt unter dem Vorbehalt, daß mimisches Talent und aktuelle Dramatik schwer zu trennen sind. Immerhin hat er bereits in bewegenden Worten und mit rauher Stimme die 13 Märtyrer der „Schlangeninsel“ in den heiligen Heldenstand erhoben, von denen man nun annimmt, daß sie noch immer leben.

PS: Fundstück: „So verrückt es klingt: Wenn dieser Konflikt (und Blitz-Sieg über den Schurkenstaat Ukraine) zwischen Rußland und dem „Werte-Westen“ echt und nicht inszeniert ist, könnte er die Welt vor der ansonsten drohend heran galoppierenden NWO-Diktatur retten. Warum? Weil der Tiefe Staat sich dann in zwei feindliche Lager gespalten hätte. Weil sich Klaus Schwab’s WEF-Clique, die uns spalten wollte, dann selbst gespalten hätte.“

[1] Natürlich aus Angst vor Rache – ein starkes Argument für die rein schwedischen Interessen s.u.

Ein Gedanke zu “Mein Kriegstagebuch

  1. Stefanie schreibt:

    Schon die ersten Angriffskriege haben die Deutschen ja unter grüner Regierungsbeteiligung durchgezogen. Die SPD setzte Hartz IV durch, die CDU schaffte die Wehrpflicht ab, stieg aus der Atomenergie aus und machte Migrationspolitik mit freundlichem Gesicht. Daher würde mich die Widereinführung der Wehrpflicht unter den Grünen nicht weiter wundern. Ich habe vorher schon darauf spekuliert, ob wir nicht einen Wiedereinstieg in die Kernkraft erleben, wenn sie drankommen, schließlich gilt sie ja jetzt nach europäischer Definition als „green.“ Dafür hat man jetzt durch die Absage an Nordstream 2 und die autoaggressiven Sanktionen ja auch noch einen Grund mehr.

    Und da ich die Glaskugel nun einmal warmgelaufen ist, gleich noch ein bißchen Kreml-Astrologie: Ich denke, egal wie der Krieg nun ausgeht, danach wird Putin seinen Rückzug aus der Politik ankündigen. Wahrscheinlich setzt er dann erstmal einen alten Hasen, wie z.B. Lawrow ein und wenn sich der Staub etwas gelegt hat, zaubert man einen jungen Hoffnungsträger aus dem Hut, der Tauwetterpolitik betreibt.

    Was die NWO betrifft, bin ich nicht so optimistisch. In den letzten Tagen wurden einige Schritte Richtung weltweiter digitaler Impfpass vorangetrieben (T-Systems soll die Technik liefern – das macht etwas Hoffnung 😉 – die Kriegshandlungen ersetzen hier praktisch die Fußball-WM in der Aufmerksamkeitsökonomie.Außerdem: wenn zwei sich streiten freut sich der Dritte (China) und vielleicht sogar noch eine Vierte Fraktion (Oligarchen/Schwab-Freunde). Gerade nach dem Austieg aus SWIFT könnten sich auch bei den Währungen die Dinge überschlagen und relativ schnell z.B. digitales Zentralbankgeld kommen, was dann auch nicht mehr frei konvertierbar ist etc. …

    Seidwalk: Sie haben Talent als Spåkone – wie die Dänen sagen. Nur mit Putins Schicksal sind Sie m.E. zu nachgiebig. Ich halte es für sehr wahrscheinlich, daß er das nicht überleben wird – politisch nicht und vielleicht nicht mal persönlich. Schon jetzt dürfte er drei Vorkoster angestellt haben und die Abstandsregeln akribisch einhalten. Vielleicht deshalb die riesigen Tische und Säle.

    Michael B:
    Spåkone

    Steckt da das niederdeutsche Spoekenkieker drin?

    Seidwalk: Zur Hälfte. Wobei auch da wohl nur zur Hälfte. „Kieker“ ist der Gucker, aber die kone (sprich kuhne) ist die Frau.
    „at spå“ ist das Fernsehen im alten Sinne, also das Voraussehen, so wie Stefanie das zur Perfektion gebracht hat. Es ist mit dem „spähen“ und „spying“ verwandt. „Spähen“ niederländich ist „spieden“. Wiki translator Dansk-Hollandsk gibt „spå“ mit „voorspellen“ wider

    „Spoeken“ (niederdt.) oder „spoken“ (niederländ.) ist hingegen „spuken“. Trotzdem wird der Spoekenkieker ja als jemand verstanden, der als Geisterseher nicht nur Geister sondern auch in die Zukunft sehen kann. Vermutlich, weil jemand, der in die Zukunft sehen kann gleichzeitig ein bißchen spooky ist.

    https://ordnet.dk/ddo/ordbog?query=sp%C3%A5

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