Komplettversagen?

Gerade geht ein kurzer Videoausschnitt herum, über den man nachdenken sollte.

Der Reporter des öffentlich-rechtlichen Senders fragt: „Hat tatsächlich unsere Regierung, hat Deutschland in den letzten Jahren komplett versagt, was ein militärisches Aufstellen betrifft in so einem Konflikt?“

Der Professor oder Experte antwortet: „Da ist die Antwort einfach. Ja! Dieser Zustand der Bundesregierung hat einen Namen und die Namen sind Merkel, Steinmeier, Gabriel, Scholz, plus die dazugehörigen Verteidigungsminister – und Ministerinnen.“

Das stimmt natürlich – aber nur an der Oberfläche. Auch ich habe gelegentlich namentlich argumentiert, aber man darf nie bei solchen rhetorischen Figuren vergessen, daß hinter den Namen systemische, quasi objektive Ursachen liegen und daß die jeweiligen Namen nur die sichtbaren und leicht kritisierbaren personalen Auswüchse der Fehlentwicklungen darstellen. Wenn wir auf die Säcke Merkel, Steinmeier hauen, dürfen wir den Esel und auch die ihn tragende Erde nicht vergessen. Und das betrifft alle gesellschaftlichen Bereiche, nicht nur die katastrophale Militärpolitik.

Politiker – ganz gleich welcher Couleur – stehen immer unter Zwängen: sie können immer nur das tun, was sich objektiv tun läßt, was im Bereich des jeweils Machbaren sich befindet. Sicher, sie können es auf ganz unterschiedliche Art und Weise tun und damit den Lauf der Geschichte beeinflussen und manchmal auch dramatisch, so wie das gerade Putin tut, aber selbst diese scheinbar irrationalen Entscheidungen wachsen auf einem mehr oder weniger rationalen, erklärbarem Grund und sind nur von daher wirklich zu verstehen. Die Rationalität besteht in den jeweiligen politischen Entscheidungen und den ihnen zugrunde liegenden historischen Bedingungen, die Irrationalität ergibt sich aus den sich gegenseitig widersprechenden und relativierenden mannigfachen und in der Gesamtwirkung oft nicht voraussagbaren Prozessen und der Unberechenbarkeit des menschlichen Denkens und Handelns, das theoretisch immer direkt auch gegen sich selbst gerichtet sein kann, es aber nur sehr selten ist.

Diese Prozesse haben in ihrer Gesamtbewegung eine Tendenz und der läßt sich nicht entgehen. Bisher zumindest nicht, in der traditionellen Geschichte zumindest nicht, die am 6. August 1945 endete oder zumindest das Ende einläutete, denn seitdem Menschen in der Lage sind, sich selbst und ihre Lebensgrundlage durch Massenvernichtungswaffen gegenseitig auszulöschen – also Vernichtung des Gegners durch Selbstvernichtung oder umgekehrt –, gelten einige historische Gesetze nur noch unter dem Vorbehalt, daß diese Waffen nicht zum globalen Einsatz kommen. Denn damit wäre die Geschichte beendet und mit ihr auch das Nachdenken darüber.

Also: Merkel muß weg und Merkel ist Schuld ist durchaus richtig und nicht nur in der Frage der Zerstörung der Verteidigungsfähigkeit Deutschlands. Aber daß Merkel – als Signum einer ganzen Politikerkaste – dies tun konnte, übersteigt ihre personalen Fähigkeiten. Im Jahre 1939 hätte es keine Merkel geben können und wenn doch, dann hätte sie den neuen Rüstungsetat ohne mit der Wimper zu zucken unterschrieben. Politiker sind also Zeichen ihrer Zeit. Um relevant zu werden, also Macht zu besitzen, müssen sie sich dem „Zeitgeist“ andienen. Dieser aber speist sich aus tiefen und vielfältigen Quellen und wird nie gänzlich durchschaubar sein.

Auch wenn das vielen nicht gefallen wird, aber um das zu verstehen, müssen wir zurück zu Marx. Von ihm wissen wir, daß Bewußtsein sich auf das Sein aufbaut, das primär ist – zumindest ist das eine wesentliche Grundbedingung der Geschichte, die durch andere Rückwirkungen und Wirkschleifen vervollkommnet wird. Das meint sowohl die jeweilig individuellen Bewußtseine als auch das allgemeine Bewußtsein einer Epoche. Was diese Bewußtseine denken und empfinden und überhaupt nur denken und empfinden können, schreibt das „gesellschaftliche Sein“ vor. Jedes Bewußtsein schöpft seine Vorstellungen aus dem Vorhandenen. Dabei können die Ergebnisse höchst divers sein. Man kann in einem gewissen historischen Sein sowohl Theist als auch Deist, Pantheist als auch Atheist sein – so viel „Freiheit“[1] bleibt dem Menschen. Man muß sich aber in Zeiten, die diese Wahl stellen, entscheiden oder man wird in eine Position hineingeworfen etc. – man kann sich jedenfalls nicht nicht dazu verhalten.

An der Frage der Technik, die Heidegger aufgeworfen hatte, kann man das gut demonstrieren, auch wenn wir Technik hier in einem banaleren Sinne verstehen. Wir leben im Zeitalter der Telekommunikation, das „Handy“[2] bestimmt in diesen Jahren unser Dasein. Natürlich kann man appellieren, das Handy verantwortungsvoll zu nutzen oder auch gar nicht, Tatsache aber ist, daß solche Appelle wenig bewirken. Ist die Technik einmal da, übt sie Zwänge aus – sie enthält eine innere Tendenz zur Nutzung. Ist sie neu, stößt sie oft auf Widerstand, konservative Kräfte verurteilen sie und verwehren den Zugang in ihr Leben, aber bald kommt der Punkt, wo der Nutzungsverweigerer aus der Sozietät ausgeschlossen wird und dann hat er die Entscheidung zu fällen, ob er prinzipienfest bleibt oder Freunde hat. Ist das Handy einmal akzeptiert, verleitet es auch zur Nutzung. Nach einer Weile merken selbst frühere Kritiker kaum noch, daß sie alle paar Minuten das Handy zücken und unruhig werden, wenn es eine längere Zeit schweigt. Man beginnt sich plötzlich Sorgen zu machen: ist dem anderen etwas passiert, er meldet sich doch sonst jeden Tag drei Mal oder ist er eingeschnappt, hat man vielleicht etwas Falsches gesagt und hat ihm jemand etwas über mich ins Ohr geblasen oder hat er vielleicht erfahren, daß …? Technik übt Zwänge aus. Sie enthält eine innere Tendenz zur Nutzung[3].

Das Wissen darüber, daß alle anderen Menschen es ebenso haben, ändert unseren Zugang zu diesen komplett. Wir können uns einen anderen Wirklichkeitszugang als den über die Technik und die Medien nicht mehr vorstellen – wer das tut, ist nicht dabei, ist ein Außenseiter.

Globalisierung, Bevölkerungsentwicklungen, Völkerwanderungen, ökonomische Zwänge, Sprachen und Sprechweisen, Kommunikationsmittel, historische Kontinuitäten usw. sind massive Seinsbastionen, auf denen unser Denken und Handeln basiert. Und natürlich ist dieses Denken und Handeln auch an das Sein zurückgebunden.

So hätte Merkel 2015 anders handeln können und (moralisch gesehen) handeln müssen und hätte sie es getan, wären die aktuellen Probleme in Deutschland etwas andere, aber daß es etwa auf einem Kontinent, der innerhalb von 100 Jahren seine Bevölkerung vervierfacht, massive Migrationsbewegungen gibt und daß diese dorthin drängen, wo Wohlstand herrscht, ist unabänderlich, sofern die Massenvernichtung – die eine Ausnahme – nicht ins Spiel kommt.

So hat das Zugrundesparen der Bundeswehr zwar unmittelbare politische Ursachen, aber die Tendenz dazu erzwingen demographische Fakten, die Mentalitätsänderungen durch generationsübergreifende Wohlstands- und Sicherheitserfahrung, der Zeitgeistwandel hin zur Effimination, die Illusion von Gleichheit und Inklusion, das Freiheitsversprechen, das Reiseversprechen, die „therapeutische Utopie“, das Langlebigkeitsversprechen usw. usf., all das führt dazu, daß die Idee einer Armee, wie man sie aus der Vergangenheit kennt, immer mehr erodiert und sinnlos erscheint. Das ist das „gesellschaftliche Sein“ – es gebiert bestimmte Ideen und vernichtet andere. Diese Ideen können illusionär sein oder „Ideologie“ – nur hier unterscheiden sich heute Linke und Rechte: in der Bereitschaft Träumen anzuhängen – aber sie entstehen zwangsläufig und werden von Kanzlerinnen oder Verteidigungsministerinnen in die politische Tat umgesetzt. Tendenziell zwangsläufig.

Wer das wirklich verhindern will, der darf sich nicht damit begnügen, die verantwortlichen Politiker zu schelten, auch wenn das unbedingt notwendig ist. Der muß stattdessen mit kaltem Verstand – sich seiner objektiven Blindheit bewußt bleibend – die gesellschaftlichen Bedingungen studieren und zu begreifen versuchen um sie dann, in einem weiteren Schritt, zu beeinflussen. Ich scheue mich hier „zu ändern“ zu schreiben, denn diese Aufgabe sprengt wohl das Menschenmögliche.

Wer etwa – um beim Eingangsbeispiel zu bleiben – eine schlagkräftige Armee mit tapferen Soldaten will, der wird mit Agitation nicht weit kommen und auch nicht mit Geld, der muß hingegen garantieren, daß in seinem Land junge Menschen leben, die wissen, wer sie sind, die ihr Land lieben, die ihre Geschichte achten, die sich in der historischen Kontinuität sehen, die mehrere Geschwister haben, die Entbehrungen ertragen können, die ein gemeinsames Ideal (einen gemeinsamen Gott, ein gesellschaftliches Ideal) besitzen, die sich zusammengehörend fühlen etc. All das muß urwüchsig sein, es ist durch Manipulation nicht nachhaltig erreichbar.

Das wäre die Aufgabe – sie übersteigt natürlich das Menschenmögliche. Aber sie bleibt trotzdem bestehen.

[1] „Freiheit“, weil diese bei näherem Hinsehen oft weniger frei ist, als erhofft.
[2] Oder Auto, TV, Elektrizität, Verbrennungsmotor … Gentechnik
[3] Vor 60 Jahren, als Auto und TV gerade übernommen hatten, konnte man noch zuversichtlich sein, wenngleich Bollnow etwa die Gefahr des Zuviel an Technik bereits sah: „Der Mensch braucht sich nicht von der Technik beherrschen lassen, er kann ihr gegenüber auch seine innere Überlegenheit bewahren, aber das erfordert die volle Anspannung seiner maßhaltenden Vernunft, und diese wird immer größer und immer schwerer, je weiter die technischen Schwierigkeiten wachsen. Fehlt diese maßhaltende Kraft, so wird der Mensch zum Opfer des technischen Fortschritts, und es kommt zu einem gefährlichen Mißverhältnis, das der Physiker Born kürzlich dahin ausgesprochen hat: ,Die Raumfahrt ist ein Triumph des Verstandes, aber ein tragisches Versagen der Vernunft‘“. (Bollnow: Maß und Vermessenheit des Menschen. Göttingen 1962. S. 38

10 Gedanken zu “Komplettversagen?

  1. Ich wollte mir Zeit lassen, das zu kommentieren, weil es so eine schwierige Frage ist: Gesellschaftliche Struktur und persönlicher Handlungsspielraum. Viel habe ich dazu auch nicht zu sagen. Natürlich ist das Gesellschaftlich(-Wirtschaftliche) vorgegeben; allerdings muß man wohl ausgebildeter, strammer Marxist sein, um eine totale Determiniertheit zu postulieren (denn ein unbewiesenes Postulat ist ja die Unter-/Überbau-These auch: Warum sollten wir nicht das Geistige als den „Überbau“ ansehen, und den Rest nur als dessen Folge?). Taten die späteren Marxisten (bei Engels angefangen) so simpel am Ende ja wohl auch nicht mehr; und Max Weber sowie andere Ideologien können einen schon auf den Gedanken bringen, daß Ideen ihre ganz eigene Logik und Wirkungsmacht entfalten können; mir scheinen die geistig-weltanschaulichen Entwicklungen der letzten Jahrzehnte darauf zu deuten. Die allerdings auch wieder nur möglich waren durch eine beispiellose Wohlstandsvermehrung und vielleicht auch nur ideologischer Ausdruck der darunterliegenden ökonomischen Liberalisierung (Houellebecqs Thema) – die aber selbst ja wieder als eine Denkfigur begann … Es ist schwer, hier Anfänge zu finden, letztlich alles „dialektisch“. Wie dem auch sei: Ich denke, auch in Demokratien können führende Politiker eine Agenda setzen und haben Handlungsspielräume, gerade im Kollektiv; und dies auch für Handlungen, die sie ihr Amt kosten könnten. Und gerade jemand wie Frau Merkel, deren einzige politische Fähigkeit ja das parteipolitische Machinieren und (Aus-) Manövrieren – nicht das Problemlösen oder Reformieren – war, sollte nicht in der Lage gewesen sein, ihre Partei und Koalitionspartner zu einer entsprechenden politischen Schwerpunktsetzung zu bewegen? Hat ja bei anderen, dummen Entscheidungen auch geklappt. Und da in dem Video eben auch die Koalitionspartner benannt werden, kann man schon von einem selbstverschuldeten politischen Führungsversagen sprechen, denke ich. Nur wundern sollte uns das halt nicht.

    Seidwalk: Natürlich – man darf es nicht zu plump darstellen und ich gebe zu, hier etwas holzschnittartig vorgegangen zu sein. Plechanow hatte in seiner Broschüre „Über die Rolle der Persönlichkeit in der Geschichte“ die Paradoxa aus der materialistischen Geschichtsschreibung aufzulösen versucht mit dem Quasi-Resultat einer Dialektik aus : „Cometh the hour, cometh the man“ und Cometh the man, cometh the hour. Richtig befriedigend war das auch nicht, aber immerhin sollte klar sein – daß war der Gedanke des Artikels – daß Pflanzen auf Böden wachsen. Das muß man in Rechnung stellen, will man sie verstehen – aber man darf die Sonne darüber natürlich nicht vergessen und auch nicht die vielen Rückkopplungseffekte zwischen allen Faktoren.

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  2. Michael B. schreibt:

    Nach einer Weile merken selbst frühere Kritiker kaum noch, daß sie alle paar Minuten das Handy zücken und unruhig werden, wenn es eine längere Zeit schweigt.

    Eine recht passende Analogie als Vergleich von news mit Zucker. Tatsaechliche gesundheitliche Aspekte und anderes.

    Seidwalk: Hier in lesbarer Form:

    https://schweizermonat.ch/vergessen-sie-die-news/#

    https://www.google.de/search?q=rolf+dobelli+vergessen+sie+die+news+pdf&source=hp&ei=X5gcYrfjEpaNxc8P9MWVmAU&iflsig=AHkkrS4AAAAAYhymbzoSrVNi5U4dRw11OynCl7t33iga&oq=Ralf+Dobelli+vergessen+&gs_lcp=Cgdnd3Mtd2l6EAEYATIGCAAQFhAeMgYIABAWEB46CwguEIAEELEDEIMBOgsIABCABBCxAxCDAToICAAQsQMQgwE6DgguELEDEIMBEMcBENEDOg4ILhCABBCxAxDHARCjAjoFCAAQgAQ6DgguEIAEELEDEIMBENQCOgUILhCABDoICC4QsQMQgwE6DgguEIAEEMcBEKMCENQCOgsILhCABBCxAxDUAjoICC4QgAQQsQM6CAgAEIAEELEDOggILhCABBDUAjoHCAAQgAQQCjoLCC4QgAQQxwEQrwE6CAgAEBYQChAeUJgHWM05YK9HaAFwAHgAgAF0iAHfEJIBBDE0LjmYAQCgAQGwAQA&sclient=gws-wiz

    Michael B: Wer die (Um-)Strukturierung Ihrer Kommentarstraenge ueberlebt, fuer den ist das doch Kindergeburtstag 🙂 (ich gebe zu, mein Riesenmonitor machte das Schweizer Format erst ertraeglich)

    Seidwalk: Um die Kommentarstränge etwas zu entlasten, schiebe ich Ihre letzte Meldung unten drunter 😉

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  3. Stefanie schreibt:

    Ich würde Ihre Argumentation in Sachen Technik und Zeitgeist erstmal zurückstellen und die ursprüngliche Behauptung nochmal in Frage stellen. Hat die Bundesregierung oder wer auch immer wirklich in der Rüstung versagt? Nun, man kann dann leicht auf Besenstiele als Geschützersatz während eines Manöver verweisen oder auf frierende Bundeswehrsoldaten im Baltikum, weil die warme Unterwäsche fehlt. Aber ist es denn überhaupt das Ziel ein voll funktionsfähige Armee zu unterhalten? Gerade in militärischen Fragen werden auch unsere Nato-Kameraden und der große Bruder ein Wörtchen mitreden wollen. Warum sollte sich Deutschland oder ein anderes Land souverän verteidigen können, wo es doch auch spezialisierte Teilstreitkräfte für das Bündnis vorhalten könnte? Vielleicht in einer moderneren Technik hervortun könnte (Drohnen, Cyber, irgendwelche Hybriden Kriegsgebiete auf die wir gar nicht kommen?) Geld wurde in den letzten Jahren sogar etwas mehr in dir Rüstung gesteckt. Ich bezweifle auch, dass es im Osten für uns auf offene Artilleriegefechte etc. Hinausläuft. Wenn sie bei Sellner mal auf Telegramm reinschauen, kündigen sich in der Ukraine eher Partisanenkämpfe an. (Also Kalaschnikow und Stingerraketen und solches Zeug)

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    • @ Stefanie

      Sie stellen die Frage so, als wüßten Sie eine Antwort? Was meinen Sie also: hat sie versagt …?

      Nach jetzigem Stand schien der Eindruck des schnellen Durchmarsches in der Tat zu trügen – wovon ich vor drei Tagen, den damaligen Meldungen entsprechend, noch ausging. Allerdings muß man wohl alle Meldungen skeptisch sehen. Ich verfolge daher auch englische und dänische Nachrichten und bin immer wieder vom schauspielerischen uns sensationalistischen Talent der Reporter/innen überrascht, die uns „dramatische“ und „lebensgefährliche“ Bilder senden, denen man den Fake und das Gestelltsein über 2000 km ansieht, Der Lügenäther ist im Krieg so dicht wie nirgends – auf allen Seiten.

      Dennoch, es könnte auf Partisanenkampf hinauslaufen und das kann Putin keinesfalls wollen. Noch immer scheint mir – bei aller Irrationalität – am wahrscheinlichsten, daß sein „Plan“, sein Ziel die Verhandlung mit besseren Karten ist. Dafür pokert er hier und geht all in. Treibt man ihn freilich weiter in die Ecke, ist vielleicht sogar der letzte große Joker nicht ausgeschlossen – angezeigt hat er ihn nun. Ein kluger Zug? Vielleicht. Dennoch einer, der sich verbietet. Wenn er über diese Sache fällt – was ich nach wie vor für sehr wahrscheinlich halte – werde ich ihm keine Träne nachweinen. Die legitimen Interessen Rußlands bleiben davon unberührt.

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      • Stefanie schreibt:

        Wenn das Ziel ist eine schlagkräftige Armee zu unterhalten, haben die genannten Personen versagt. Wenn man aber so eine Armee gar nicht anstrebt, sondern nur einen Teil der Streitkräfte einsatzfähig hält, der dann innerhalb der NATO seine Rolle erfüllt, ist es wahrscheinlich gar nicht verkehrt auf den miserablen Zustand der Ausrüstung verweisen zu können, um dann mehr Mittel zu fordern. Gerade undere lieben Nachbarn und und Bündnispartner (FR,PL,…) fühlen sich bestimmt auch wohler, wenn die Bundeswehr nicht gar so martialisch wirkt.

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  4. Zorn Dieter schreibt:

    Also ich finde den Text sehr gelungen! Er zeigt anschaulich und nicht philosophisch das „Geworfensein“ des Menschen, vor allem des Politikers, in die Umstände. Die er ja nur zu einem kleinen Teil kontrollieren kann. Der Zeitgeist entsteht aus Billionen Einzelentscheidungen, die tw widersprüchlich sind und formuliert sich in einer Politik, die natürlich nicht der Lage ist (alle) diese Widersprüche aufzuheben, sondern ihr Spiegel ist. Die Personalisierung und gleichzeitige Glättung dieser Widersprüche obliegt in einer Massengesellschaft den Medien. Die Welt kennt der moderne Mensch nur noch durch die Medien. (Luhmann) Von Victor Hugo stammt der Spruch: „Nichts ist so stark wie eine Idee, deren Zeit gekommen ist“! Die zentrale Idee des Westens ist die Atomisierung der Gesellschaft und die Auslöschung von Geschichte als Erfahrungsschatz. Die Menschen in ihrer Vereinzelung sollen ihre Wurzeln nicht mehr kennen. Damit sind die gefügige Masse für die neuen Ideologen. Wird dieser Prozess nicht gewaltsam vollzogen, wie in einer Kulturrevolution, beginnt er in den Städten und kommt fünfzig Jahre später auf dem Lande an. Um in diese Entwicklung Tempo hineinzubringen, braucht es die Kulturrevolution, die wir augenblicklich durch COVID 19 als Hebel erleben. Die Herrschenden Eliten beschleunigen den Umbau der alten, demokratischen und post-demokratischen Welt, in eine neue autoritäre in der die Technik und die dadurch entstandene Risikoangst, geschickt genutzt werden, um Gefolgschaft zu erzwingen. Gefolgschaft entsteht nie ohne Angst, Hannah Ahrend. Das Handy (und die durch Social Media gespeisten Datenbanken im Hintergrund) ermöglicht endlich die totale Kontrolle der Menschen, wenn nicht der Menschheit. Der feuchte Traum aller Staatenlenker geht damit in Erfüllung. Deshalb auch der Konsens zwischen Ost und West, was die Bekämfung „der Pandemie“ angeht, die im gemeinsamen Ziel mündet: Totale Beherrschung des Menschen. Deshalb ist diese Bewegung auch eine totalitäre zu nennen. China ist dabei ideengeschichtlich und real dem Westen um Jahre voraus, was diese Neue Welt angeht. Russland lebt ideengeschichtlich noch in einer anderen Welt. Der Welt der Traditionen und persönlichen Beziehungen. Technik ist dort nur ein Mittel zum Zweck. Die persönliche Ehre steht dort noch hoch im Kurs. Während im Westen das System, die systemischer Welt, alles ist und die Ehre nichts. Dadurch erklärt sich auch Einiges zum aktuellen EU-Russland – Konflikt um die Ukraine.

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  5. Hermann schreibt:

    Man kann nur vor seiner eigenen Tür kehren, alles andere ist müßig.
    Was für ein schwacher Text, übrigens.

    späterer Zusatz: Den Tweet jetzt erst angeschaut – bitte um Nachsicht, – aber jetzt kommen grau- und Langhaarige mit Schlips und erklären vor Bücherwänden wer versagt hat. Also das ist eine Zumutung, die den schwachen Text noch übertrifft.

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    • @ Hermann
      Grau- und Langhaarigkeit kann nun schwerlich ein Kriterium für oder gegen die Wahrheit oder Richtigkeit einer Aussage sein. Das hebt Ihre Kritik – oder besser Ihre Meinung – fast schon wieder auf.

      Aber ich gebe Ihnen Recht: der Text ist nicht sonderlich gelungen, denn er versucht Offensichtliches mit sehr vereinfachten Gedankengängen aufzuzeigen. Allerdings ist das Offensichtliche nicht jedermann gleich offensichtlich und hinter der Kulisse gab es bereits sehr positive Resonanz. Diese Seite wird offensichtlich von sehr verschiedenen Lesern frequentiert und was dem einen vollkommen banal ist, ist dem anderen noch immer so neu, daß er es gar nicht fassen kann.

      Es wäre daher hilfreich, wenn Sie Ihren Affekt noch mit Argumenten untermauern würden, hilfreich auch für mich.

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