Die sich in Gesellschaft hervortun

Sándor Márai: Das Kräuterbuch XVII[1]

Über jene, die sich in Gesellschaft hervortun

In Gesellschaft sollte man sich vor jenen Menschen hüten, die nie zu ihrem Tischnachbarn, sondern immer nur zur gesamten Gesellschaft sprechen, die wollen, daß jedes ihrer Worte von allen Anwesenden gehört wird, penibel achten sie darauf, daß keines ihrer Worte unter den Tisch fällt, ununterbrochen erzählen sie Geschichten, halten Vorträge, um ihre Vortrefflichkeit zu beweisen und die Gesellschaft zu verzaubern.

Solche Menschen sind wohl gelitten und gern empfangen, denn sie beschäftigen den Sinn der  Anwesenden, sie schaffen eine interessante und mitunter vergnügte Atmosphäre für die Versammelten.

Aber diese Menschen sind falsche Propheten: es ist ihnen nicht wichtig, was sie sagen, und auch nicht, daß sie diejenigen, zu denen sie sprechen, überzeugen; es geht ihnen ausschließlich um die Befriedigung ihrer eigenen Eitelkeit. Die Gesellschaft solcher Menschen sollte man sorgfältig umgehen.

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[1] Abschnitt 16 wurde wegen momentaner Unübersetzbarkeit übersprungen und wird evtl. in zwei, drei Jahren nachgeliefert.

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