Forschung und Leere

Vor einiger Zeit sprach ich mit einer Doktorandin, d.h. einer jungen Frau, die gerade über ein geisteswissenschaftliches Thema promoviert. Sie hielt mir einen kleinen Vortrag über den Gegenstand und es war erfrischend zu sehen, mit welchem Enthusiasmus sie die Materie bearbeitete.

Sie hatte große Visionen. Bisher habe man die Sache vollkommen ungenügend angepackt, habe das Problem nur aus bescheidenem Blickwinkel betrachtet und also das Wesentliche übersehen, aber sie, sie werde das nun ganz anders angehen. Schnell entwarf sie mir ein paar Grundlinien auf ein Papier – sie wolle all das abhandeln und dann zusammenfassen, und das war praktisch die Revolution der gesamten Philosophiegeschichte.

Ich fragte sie, wie sie denn die zentralen Begriffe des Problemkomplexes definieren wolle, davon hing doch alles ab. Aber da kam sie ins Stottern und gab ein paar vollkommen nichtssagende Begriffsrahmen kund, in die alles paßte und nichts.

Dann gab ich zu bedenken, daß es dazu ja schon seit langem grundlegende Arbeiten gab und nannte unter anderem den Namen des wohl bedeutendsten Vertreters einer Denkschule. Sie fand das „cool“ und fragte, ob ich ihn kenne und ob ich ihr nicht die Email-Adresse geben könne, dann würde sie gern den Kontakt aufnehmen. Allein, der Mann ist seit sechs Jahrzehnten tot – „ach, so“ … und weiter ging’s.

Zu Hause schaute ich dann bei Wikipedia rein, um zu sehen, was es zum Thema gibt, Mir wurde ein Artikel aufgeblättert, der in etwa zehnfach umfänglicher war als das vorgelegte Konzept.

Kurz und gut: zieht man die Begeisterung ab, blieb nicht viel übrig. Im Grunde genommen nichts. Weder hatte das Ganze mit Philosophie noch mit Forschung – das war ihre Selbstbeschreibung – und erst recht nicht mit Wissenschaft zu tun. Stattdessen aber mit grenzenloser Naivität und beeindruckender Respektlosigkeit wahren Erkenntniswillens gegenüber. Selbst war die junge Dame vollkommen von der Bedeutung und Ernsthaftigkeit ihrer „Forschungen“ überzeugt.

Man kann sich sicher sein, daß sie in zwei, drei Jahren „Frau Doktor“ sein wird. Ihr Betreuer, ein Universitätsprofessor, lenkt sie jedenfalls und gibt ihr rege Tipps, wo es sich lohne, „noch tiefer zu graben“, „weiterzuforschen“ oder „Feldstudien zu betreiben“. Er täte das wohl nicht, wenn er nicht vom positiven Ertrag der Arbeit überzeugt wäre, oder?

Wie aber ist das möglich?

Zum Kontrast: Als Heinrich von Stein, Freund Nietzsches und Wagners, der bereits in Halle als Dozent Vorlesungen gab und Bücher veröffentlicht hatte, sich in Berlin 1883 habilitieren wollte, da wurde ihm dies von Eduard Zeller und Wilhelm Dilthey verweigert, weil seine eingereichte Arbeit zwar einen gewissen „Adel an Gesinnung“ aufwies, aber als keine „wirkliche Leistung“ anerkannt wurde, in der er „seinen jugendlichen Enthusiasmus mit wissenschaftlicher Leistungsfähigkeit“ verwechselt und sich in der entsprechenden Fachliteratur „nur umgesehen“ habe, was wiederum zu dem Verdikt führte, ein „Aggregat dilettantischer, wissenschaftlich fast ganz unbrauchbarer, zu einem guten Teil völlig verschrobene Spekulationen“ produziert zu haben – so Zeller. Und Dilthey fügte hinzu, daß es der „Genauigkeit wissenschaftlichen Denkens“ ermangele und ihm „die methodische Ausbildung“ fehle[1]. Man stelle sich ein solches Urteil heutzutage vor. Stein fühlte sich davon übrigens nicht diskriminiert, sondern nahm die Kritik zum Anlaß, sich ein ganzes Jahr in den neuen Stoff – seiner ästhetischen Neigung entsprechend – reinzuknien, und bei den beiden Koryphäen ein Jahr später wieder vorstellig zu werden – diesmal mit Erfolg.

Wie also ist das heutige Versagen möglich? Mir fallen nur drei Antworten ein. Entweder der Universitätsprofessor ist resigniert und spielt das Gaukelspiel mit, vielleicht hat er auch einen Gewinn davon, etwa indem er eine bestimmte Zahl an Promotionen abrechnet – er ist also korrumpierbar und selbst schon ehrlos. Oder aber der Herr Professor ist ebenso Professor geworden wie sie Doktorin – und ja vielleicht auch einst Professorin? – werden wird. Oder aber – Perspektivenwechsel – meine Anforderungen an eine akademische Karriere sind maßlos überhöht.

Eines aber schien mir evident. Die gute Frau ist Produkt eines durch und durch maroden Systems – was nicht heißen soll, daß es nun überall an allen Unis und allen Fakultäten so zuginge und daß es nicht dennoch irgendwo wirklich würdige Doktoranden, Doktoren und Professoren, ja sogar geniale Köpfe gibt. Ursächlich dürfte sein: ein System der Unehrlichkeit und des Selbstbetruges, entstanden aus der schleichenden Forderung, niemandem mehr weh zu tun oder zu „diskriminieren“, entwickelt aus einem streng nach unten nivellierenden Schulsystems, in dem systemisch Nichtleistungen mit Bestnoten belohnt werden, in dem Mittelmaß zum Maß aller Dinge erklärt wird und eventuell auftretende und ausartende Exzellenz eher als Störfaktor empfunden wird. Wenn man der Hälfte der Jugendlichen einredet, sie seien Akademiker und sie durch die Gymnasien quält, weil richtige Arbeit Looser-Sein bedeutet, dann sind derartige Auswüchse wohl prognostizierbar. Aber die Ursachenanalyse ist komplex – ich will das hier nur andeuten.

Und hochrechnen: Was, wenn das die Norm ist? So oder anders. Oder auch nur einen signifikanten Teil des Bildungs- und Wissenschaftssystems beschreibt.

Quo vadis Germania?

[1] Heinrich von Stein: Idee und Welt. Das Werk des Philosophen und Dichters. Kröner. Stuttgart 1940. S. 202ff.

8 Gedanken zu “Forschung und Leere

  1. JJA schreibt:

    Seit Erscheinen des Beitrags wollte ich einen Kommentar verfassen, aus der Perspektive jemandes, der mit der beschriebenen Person durch Alter und Tätigkeit verbunden ist, mit dem Beobachter aber vielleicht durch die Perspektive auf und die Bewertung der gegenwärtigen Academia. Leider betrifft dieses Urteil eben auch meine eigenen Stümpereien, ich mag mir gar nicht ausmalen, was Sie zu diesen sagen würden. Nun, ich komme nicht dazu. Ein kurzer Einwurf, den ich schon an anderer Stelle aus Generationstrotz gebracht habe: Dem Einzelnen kann man immer Denkfaulheit, Trägheit, Naivität, Selbstüberschätzung vorwerfen. Wenn es aber eine ganze Generation betrifft, dann hat das System. Und damit fällt der Vorwurf auf jene zurück, die die vermeintlich „verkommene“ Generation erzogen (oder nicht) hat, die die Bedingungen geschaffen hat, in denen z.B. eine akademische Welt sich selbst zerlegen konnte, vielleicht musste. Daher hat die Wut auf die Boomer in der jungen rechten Generation eine gute Berechtigung.

    Dann zwei Hinweise: Im aktuellen ZEIT-Magazin kehrt Harald Martenstein an seine alte Uni, die Uni Freiburg zurück und beobachtet und vergleicht. Interessant ist, dass ihm zu Beginn das Studium heute viel anstrengender vorkommt als damals. Seine Beschreibung eines geisteswissenschaftlichen Studiums in den 80ern der BRD klingen… geradezu utopisch. Irgendetwas zwischen Nichtstun und Marx-Lektürekreisen, aber nicht aus theoretischen Interesse, sondern als Form eines politischen Aktionismus.

    Und die Tagespost hat diese Woche mit JRR Tolkien aufgemacht. David Engels hebt in seinem Leitartikel die akademische Durchschnittlichkeit Tolkiens hervor, die mit seinem literarischen Schaffen kontrastiere. Ich finde Tolkien gerade auch als Akademiker eine interessante Figur. Er scheint immer sehr beschäftigt gewesen zu sein, entschuldigt sich bspw bei seiner Familie dafür, dass er wenig Zeit für sie findet – aus heutiger Perspektive fragt man sich: Womit war er denn beschäftigt? Seine akademischen Schriften haben einen winzigen Umfang. Es müssen die Lehrverpflichtungen an seinem Oxford College gewesen sein. Dazu der Anspruch an sich selbst, die Gelehrsamkeit. Tolkiens Sprachtalent war nun wirklich alles andere als durchschnittlich. Nur als Anekdote: er hat an einer Bibelübersetzung mitgearbeitet, hat das Buch Jona übersetzt. Das ist aber der einzige Punkt, an dem ich das Hebräische in seiner Biographie gefunden habe. Obwohl es also fernab seiner Profession lag, beherrschte er es offenbar so gut, dass er für diese Arbeit ausgewählt wurde. Also, long story short: Vielleicht ist der deutsche Wissenschaftsbegriff für die Geisteswissenschaften eher Gift, und der englische „scholar“, der Gelehrte, trifft eher das Ideal, das für die GW bestimmend sein sollte. Dazu müssten aber fundamentale Mechanismen der heutigen Universität verändert werden, wie hier schon beschrieben. Und vielleicht ist die Überakademisierung wirklich eines der fünf grundlegendsten Übel der Zeit, wie Ellen Kositza meint – gerade auch für die Academia selbst.

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  2. Andreas R. schreibt:

    Ich habe selbst, ich glaube, 1995 promoviert (Chemie). Eine Voraussetzung war immer: In einer Promotion muss etwas Originäres, Neues, Eigenes vorhanden sein. Dies ist natürlicherweise im naturwissenschaftlichen Bereich einfach zu erfassen, in geisteswissenschaftlichen Bereichen ist eine solche Herangehensweise kaum zu verwirklichen. Es ist eine einzige copy-paste Kultur entstanden, wobei die Promotionskunst nur noch im Verwischen und Weglassen besteht. Wie der Autor schreibt, kann man nur junge, unerfahrene Menschen für eine Promotion in Geisteswissenschaften begeistern, bis diese nach relativ kurzer Zeit in das o.g. Muster fallen, nicht aus Bosheit oder Betrugsabsichten, einfach nur, um die investierte Zeit nicht einfach „in die Tonne zu treten“. Wie man heutzutage bei zahlreichen Politikern sehen kann, ist selbst der Nachweis eines vorsätzlichen Betruges nicht mit Ächtung sondern teilweise sogar mit Anerkennung verbunden (Berlin OB). Man hat es in relativ kurzer Zeit geschafft, die gesamte universitäre Ausbildung einschließlich der Promotion zu entwerten.
    Anekdote aus meiner Promotionszeit: Wir haben uns während der Mittagspause des öfteren den Spass gemacht und die damals noch ausgehangenen Promotionsthemen für Mediziner angeschaut und hatten immer genug zu lachen.

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    • Pérégrinateur schreibt:

      Den breiten und unbeschwerlichen Weg zur Promotion gibt es in der Medizin wohl schon länger. Offensichtlich sollte und soll jedem angehenden Arzt möglichst billig der auf manche Patienten als Placebo hochwirksame Doktortitel verschafft werden.

      Lesen Sie mal die Promotionsarbeit von Louis Ferdinand Destouches vulgo Céline aus den 1920ern, eine hagiographische Biographie des Antisepsis-Pioniers Semmelweis. In meiner Ausgabe war ein lobender Anhang eines ungarischen Semmelweis-Spezialisten der Zeit abgedruckt, der die Erhebung seines Nationalhelden in der Arbeit nicht genug preisen konnte – und doch zugleich viele inhaltliche Behauptungen der thèse einer vernichtenden Kritik unterzog, unter anderem eine hollywoodtaugliche Todesszene, bei deren Lektüre man gewissermaßen das gefühlsverstärkende Orchester mitspielen hörte. Immerhin taugt die Arbeit literarisch etwas. Das ist vielleicht bei Medizinern öfter der Fall als etwa bei Sozi- und verwandten -ologen der anderen Großfakultät.

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  3. Sie beide haben das Wesentliche zu dem Phänomen ja bereits gesagt, da ist nicht viel zu ergänzen. Vielleicht das Eine: Was Sie da richtig beschreiben, ist auch das Resultat einer unsäglichen Hochnäsigkeit der Geisteswissenschaften gegenüber allem, was „Brotwissenschaft“, handfest, praktisch, naturwissenschaftlich ist. Man glaubt dort allen Ernstes, man allein befasse sich mit dem echten Durchschauen der Verhältnisse, der wirklichen Kritik und den „höheren Dingen“, und glaubt, anderes über die Achsel ansehen zu dürfen. Das Ergebnis ist oft eine Geringschätzung von so etwas Schnödem wie „auswendig lernen“, von Wissen, von Noten, von harter (gedanklicher) Arbeit – man kümmert, man bemüht sich doch schon um die höchsten Dinge, wozu da noch solche Profanitäten? Will man jemandem, der Philosophie studiert, denn allen Ernstes für eine schlechte Arbeit eine Fünf geben, wo er sich doch ums Edelste bemüht hat? Ist das nicht unter der eigenen Würde? Schlechte Noten sind was für solche Fächer wie Physik oder Mathematik.
    Bequem ist es außerdem, und man hat die Leute schnell wieder aus Zimmer und Seminar.

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  4. Michael B. schreibt:

    Endloses Feld, betrifft auch harte Wissenschaften. Normale Korruption gibt es schon immer ( in den Neunzigern gab es ein Buch „Forschen auf Deutsch“ o.ae. dazu). Der akademische Mittelbau wurde um 2000 herum ausgekehrt, die Abhaengigkeit der Universitaeten von wirtschaftlichen Interessen ungesund erhoeht ohne aber die Staatsabhaengigkeit einzuschraenken.
    Dann kommen wesentlicher die gesamtgesellschaftlichen Regressionen dazu. Ja, die sind deutlich festzustellen. Mein Schwager, der zeitweise auch Dekan war, bestaetigt mir immer wieder einmal den Nachschulcharakter der ersten Semester um die Leute wenigstens rudimentaeres akademisches Niveau soweit erreichen zu lassen, dass sie ueberhaupt als studierfaehig betrachtet werden koennen.
    Das kann natuerlich alles nicht sein. Ist wohl aber einer der vielen kleinen und groesseren Indikatoren welche mittlerweile Systemimmanentes zeigen. Das wird sich wohl erst mit dem grossen Bruch der sich immer staerker abzeichnet in welcher Form auch immer entweder loesen oder mit der neuen Welt moeglicherweise sehr lange auf noch niederer Stufe verharren. Je nachdem, wie die ausfallen wird.

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  5. Otto schreibt:

    @Peregrinateur
    „Das Phänomen gibt es nicht nur in Erziehung und Wissenschaften. Es wird heute weithin die Forderung gestellt, man solle jedem anderen mit Wertschätzung begegnen.“ Ich finde diese Forderung richtig!
    Das ist eine grosse Kunst, jemandem, der nichts vorzuweisen hat, die Ehre zu geben, oder mit Wertschätzung zu begegnen.
    Selbst sage sich dann, wenn jemand Nichts, aber auch gar nichts vorzuweisen hat, dann ist er immer noch 100 mal besser, als diejenigen mit Negativkonto, die uns ausrauben unter dem Titel der Steuergerechtigkeit. Wie soll man einem Richter begegnen, von dem man weiss, er ist ein bestochener Drecksack? Wie einem Studienabbrecher, der Chef einer Staatskanzlei ist, wie einer Aussenministerin, die ….?
    Man darf nämlich dazu denken, wenn die alle 1890 Studienabbrecher gewesen wären, dann Hut ab. Aber sie sind heute bei diesen 0-Anforderungen, und meistens in Laberwissenschaften, Studienabbrecher und im Politbetrieb korrupte Großmäuler.
    Der Richter, hätte 1890 noch zumindest Latein vom Gymnasium mitgebracht, und solche Allerweltssprüche wie in dubio pro reo oder audiatur et altera pars gewusst, der Chef der Staatskanzlei (Eichel bei Bismark etwa, wenn ich recht entsinne, hiess er so?) hätte zumindest neben Expertise in Kleidungsfragen auch noch in Orthografie mitgebracht, nun über die Aussenminister will ich nicht weiter mich äussern, aber, wenn es von Luther zu Hitler eine Linie geben soll, dann von Ribbentrobb über Fischer zu Baerbock allemal. Und dieses wachsende Manko ist ein Intellektuelles.
    Die Ehre oder Wertschätzung hängt nämlich nicht am IQ. Die Intellektuellen im allgemeinen gehören imho zu den korrupteren Klassen, zu denen, die das Wort „übertölpeln“ eigentlich erfunden haben.

    Möchte dem, was Seidwalk zum Besten gab, im Grossen und Ganzen zustimmen. Nur soll er sich nichts einbilden über private Schulen. Auch dort wird angerufen und eine Note bestellt – um der Wahrheit die Ehre zu geben. Allerdings nicht von allen. Die Strukturen jedoch funktionieren. Versteh auch nicht, wie er auf sowas kommt, wo er doch zumindest Nähere Kenntnis der dt. Schule in B. verrät. Speziell in Hu ist das hochloben etwas anders akzentuiert und wird anders dekliniert, als in D. Das ist dort eine ganz andere Zensierungstradition, die aber dem was wir hier kritisieren, prinzipiell viel offener ist, als das preussische gerade Denken.

    Selbst war ich auch im Promotionsprozess, habe den aber abgebrochen aus lebensorganisatorischen Gründen und auch – das mag jetzt hochmütig klingen – weil ich zu viele Diss. gelesen hatte, die meiner Meinung keine waren. Ich bin durchaus nicht der Meinung, dass jede Dissertation unbedingt neues Wissen enthalten müsse, dass nicht, aber wenn es eine Darstellung schon bekannten Wissens ist, dann sollte sie zumindest lesenswert sein. Wenn es sich aber nur um mehr oder minder verklausulierte Eigenpromotion zum Ausweis der Anpassung des eigenen – hier verweigere ich mir das Wort Denken – cerebralen Geschehens an die Modernität, oder was darunter vorgestellt wird, geht, gehört es nicht an eine Universität. Gesinnungen sind zwar nett, aber haben an einer Uni nichts zu suchen.
    Selbst konnte danach für sich ein mathematikhistorisches Detail aufgearbeiten, mit einigen bislang nicht bekannten, d. h. auch nirgendwo niedergeschriebenen – Ergebnissen – und kuckt alle Jahre nach, ob darüber irgendwo eine Monographie darüber erschienen ist – nun, die Wahrscheinlichkeit, dass dem so ist, ist sehr gering. Ausserdem ist es Wissen, welches niemand braucht. Im Grunde aber bin ich den Meinung, auf naturwissenschaftlichem und mathematischem Gebiet gehört zu einer Dissertation die Präsentation grundsätzlich neuen Wissens, womit ich keine Details meine. Die Informatik und die Laberwissenschaften, wie Sprachenkunde, Informatik- und Geisteswissenschaften insgesamt bedürfen dringend einer Reform. Vllt wäre die Rettung, die Promotion erst posthum zu verteilen. Aber dann wüssten die Juristen nicht, wer das Fach unterweisen soll. Darüber hinaus bin ich der Überzeugung, der jetzige Zustand ist willentlich und bewusst von den Kolonialherren, den Thinktanks, eingeführt worden. Dumme sind glücklicher und lassen sich besser regieren!

    Zusatz (SW: Redaktion hat dazu leider keine Zeit): erbitte Redaktion

    „nach Expertise in Kleidungfragen auch noch“ bitte „solche“ einfügen.
    „speziell in Hu ist das hochloben“ – das Hochloben bitte mit Majuskel
    in diesen satz: Das ist dort eine ganz andere Zensierungstradition, die aber dem was wir hier kritisieren, prinzipiell viel offener ist, als das preussische gerade Denken.

    gehören 2 Kommata, das erste nach „aber dem“, das zweite nach „preussische“.
    4. nach Vllt bitte ein Punkt

    Vielen Dank

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    • Michael B. schreibt:

      von Ribbentrobb über Fischer zu Baerbock allemal

      Ribbentrop war allerdings wohl auch keine diplomatische Groesse (wenn die obige Linie Abstieg demonstrieren soll). Zumindest nach seiner Charakterisierung durch Maiski, dem sowjetischen Botschafter in London. Dieselbe Position, die Ribbentrop vor seiner Berufung zum Aussenminister hatte.

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  6. Pérégrinateur schreibt:

    Das Phänomen gibt es nicht nur in Erziehung und Wissenschaften. Es wird heute weithin die Forderung gestellt, man solle jedem anderen mit Wertschätzung begegnen. Wenn beim anderen aber nichts da ist, worauf diese sich gründen könnte? Es regiert der Euphemismus, und nach gemessener Zeit wird niemand mehr das Wort Wertschätzung hören und dann auch nicht mehr gebrauchen wollen, aber es wird wieder ein neues Wort mit der gewünschten vaselinigen Bedeutung geben.

    Die Schulen werden weiter verludern, verständige Eltern, die es sich leisten können, werden ihre intelligenten Kinder in private Schulen mit höheren Standards schicken und ihren dummen in solche mit niedrigeren, die jedoch einen Abschluss garantieren. Fürs Völkerrecht reicht’s allemal, wenn man etwas springen lässt.

    Mir scheint, dieser Wertschätzungsanspruch ist zumindest auch verursacht durch die Feminisierung der Berufs- und vor allem des Bildungswesens. Frauen wollen gelobt werden und billigen diesen Wunsch im Prinzip auch jedem anderen zu. Ebenfalls sehr beitragen dürfte, dass die Eltern heute keine vier oder fünf Kinder mehr haben, sondern zwei oder nur eines, das sich dann auf keinen Fall als Niete erweisen darf.

    Umkehr allenfalls dadurch, dass die Taugenichtse mit noch statusförderlichem akademischem Abschluss ökonomisch auf Grund gehen. Da sei aber die Parteienoligarchie vor, die doch sozial genau dieses Feld repräsentiert und daraus ihre Kevins rekrutiert.

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