Die Sorge vor dem Bevölkerungsaustausch

von Karen Jespersen und Ralf Pittelkow, erschienen in „Den Korte Avis26.10.2021

Schockierende Umfrage: in Frankreich erwartet eine Mehrzahl der Befragten einen Bevölkerungsaustausch (befolkningsudskiftning), in dessen Verlauf muslimische Einwanderer die europäischen Franzosen verdrängen werden.

In Frankreich findet eine heftige Debatte um den Begriff des „Bevölkerungsaustausches” statt. Das meint, daß die europäische Bevölkerung des Landes besonders von der stark wachsenden muslimischen Bevölkerung verdrängt werden wird.

Eine solche Debatte gibt es auch in Dänemark. Aber hier wird sie von den politisch korrekten Kreisen umgelenkt. Sie tun so, als ob hinter dem Begriff  „Bevölkerungsaustausch” die Behauptung liege, daß bestimmte bösartige Machthabende bewußt daran arbeiteten, die dänische Bevölkerung muslimischer zu machen. Also eine Verschwörungstheorie. Aber beim seriösen Teil der Debatte handelt es sich nicht um Verschwörungstheorien. Es handelt sich stattdessen um die Konsequenzen der tatsächlich stattfindenden Masseneinwanderung nach Dänemark, Frankreich und in andere europäische Länder. Ein großer Teil dieser Einwanderung kommt aus muslimischen Ländern. Konsequenz dieser Einwanderung ist, daß der Islam und eine muslimische Parallelgesellschaft die europäischen Empfangsländer immer stärker prägen. Eine Islamisierung findet statt. Das ist keine bloße Behauptung, das ist eine unbestreitbare Tatsache.

Eine Aufsehen erregende Meinungsumfrage

Diese Tatsache schafft in den betroffenen Ländern Beunruhigung. Eine soeben durchgeführte Aufsehen erregende Meinungsumfrage spiegelt das wider. Sie zeigt eine weitverbreitete Furcht, daß die existierende französische Bevölkerung mit ihren Werten und ihrer Kultur durch die nicht-westliche Zuwanderung verdrängt wird. Die Umfrage wurde vom Meinungsinstitut „Harris Interactive“ für das französische Magazin „Challenges“ (Le Figaro) durchgeführt. Die Menschen wurden gefragt, für wen sie bei der Präsidentenwahl 2022 stimmen werden. In diesem Zusammenhang bat man die Befragten, sich auch zur Frage des Bevölkerungswandels zu äußern.

Deutliche Aussage

Harris Interactive“ formuliert es so: ”Manche Menschen sprechen vom ,großen Bevölkerungsaustausch’. Damit meint man, daß die weißen und christlichen europäischen Bevölkerungsgruppen von der Austilgung (udslettelse) betroffen sind, als Folge der muslimischen Einwanderung aus Nordafrika (Maghreb-Staaten) und Schwarzafrika. Glauben Sie, daß eine solche Entwicklung in Frankreich stattfindet?“

67 Prozent der Franzosen – also zwei Drittel – befürchten, daß dies geschehen wird. Eine große Mehrzahl von 61 Prozent glaubt, daß dies geschehen wird!

Die Sorge ist in der Bevölkerung weit verbreitet

Zugleich erbringen die Umfragen des „Harris Interactive“ das Aufsehen erregende Resultat, dass die Sorge vor dem „Bevölkerungsaustausch“ in einer breiten Wählerschaft auftritt. Diese Sorge ist nämlich nicht nur unter den üblichen rechtsorientierten einwanderungskritischen Wählern stark repräsentiert – wie etwa Marine Le Pens „Rassemblement National“ und  „Les Républicains“. Sie ist auch auffällig stark unter den Mitte-Wählern und sogar bei einer großen Anzahl der Wähler links der Mitte zu finden. Etwa die Hälfte von denen, die behaupten, für Emmanuel Macrons Partei „LREM oder die Sozialistenpartei zu stimmen, teilt diese Sorge.

Die Aussicht auf einen Bevölkerungsaustausch, der in dieser Form in den dänischen politisch korrekten Milieus ein Tabuthema ist, wird also von den gewöhnlichen Franzosen mit großem Ernst betrachtet. Das gilt im Großen und Ganzen für alle Altersgruppen. Das gilt für Männer wie Frauen. Das gilt für Menschen mit höheren und mit niedrigeren Einkommen und für Menschen mit Sozialhilfe (overførselsindkomster)

Der Mann, der ungeschminkt vom „Bevölkerungsaustausch” sprach

Die weitverbreitete Sorge, die sich in dieser Umfrage verdeutlicht, ist explosiv gewachsen. Das ist nicht zuletzt einer politischen Persönlichkeit zu danken, die bisher noch nicht einmal ihre Kandidatur zur Präsidentenwahl bekanntgegeben hat. Es handelt sich um den Journalisten und Autor Éric Zemmour. Zemmour hat klar und deutlich von diesem „Bevölkerungsaustausch“ gesprochen, der die Franzosen derart beunruhigt.

Die Wähler bemerken, wie radikal die Wandlungen in der Zusammensetzung der Bevölkerung die französische Gesellschaft verändern. Sie haben das tagtäglich im Alltag bemerkt und in der Entwicklung der Gesellschaft. Und viele haben aus Furcht, wegen politischer Unkorrektheit verurteilt zu werden, geschwiegen. Doch nun beginnt der Damm der politischen Korrektheit zu brechen. Der Druck der Probleme wurde ganz einfach zu stark.

Der Verlust des französischen Selbstverständnisses

Die Probleme in Frankreich sind weit fortgeschrittener als etwa die in Dänemark. Es gibt enorme muslimische Parallelgesellschaften, wo Islamisten, Clans und Banden in Wirklichkeit die Macht übernommen haben, aber die Behörden schauen hilflos zu.

Die Entwicklung ist vor allem in Frankreich schief gegangen, weil Politik und Behörden sich geweigert haben, der Lage in die Augen zu schauen. Man hat in der Illusion gelebt, daß alle, die in Frankreich leben, auch Franzosen sind – und mehr gebe es darüber nicht zu sagen.

Erst allmählich und notgedrungen haben die Politiker und die Meinungsmacher erkennen müssen, daß Frankreich eine Gesellschaft mit riesigen Rissen und enormen Kulturzusammenstößen geworden ist. Die dicht bevölkerten muslimischen Gettos leben ihr eigenes Leben mit ihren eigenen islamischen und oftmals kriminellen Regeln. Die französische Gesellschaft befindet sich in Auflösung.  Die Illusion, daß alle Bewohner zugleich auch französische Bürger sind, die nach der Parole „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“ leben, erweist sich mehr und mehr als absurd.

Wenn man die Zusammensetzung der Bevölkerung nicht im Griff hat, dann hat man auch sein Schicksal nicht im Griff

Die gewaltige Änderung der Bevölkerung durch die Einwanderung – oder wenn man will: der Bevölkerungsaustausch – zieht immer tiefere Spuren durch die französische Gesellschaft. Furcht und Verzweiflung breiten sich in der Bevölkerung aus. Die etablierte Politik, mit Präsident Macron an der Spitze, trifft auf großes Mißtrauen in der Bevölkerung. Die Franzosen wollen keinen Bevölkerungsaustausch. Sie will eine tatkräftige Verteidigung der existierenden französischen Bevölkerung und deren Werte. Jetzt erheben die Menschen Einspruch.

Frankreich ist nicht Dänemark. Aber die deutliche Ablehnung des „Bevölkerungsaustausches“ enthält auch eine Botschaft an uns: Wenn ein Land nicht mehr darüber bestimmen kann, wie sich die Zusammensetzung der Bevölkerung entwickelt, dann hat es keinen Zugriff mehr auf sein eigenes Schicksal.

Und das ist das Problem in Dänemark, Frankreich und ganz Europa.

© Den Korte Avis

Übersetzung: Seidwalk

4 Gedanken zu “Die Sorge vor dem Bevölkerungsaustausch

  1. Das Framing Linker des Bevölkerungsaustausches als Verschwörungstheorie umgeht man in der Debatte, indem man den Linken einfach fragt, wie er es nennen würde, wenn etwas durch etwas anderes ausgetauscht wird.
    Er wird den Prozess im Bezug auf Völker als nicht existent bezeichnen, was wiederum zur Aufforderung führen muss, das der Linke das theoretische Konzept des Bevölkerungsaustausches doch mit eigenen Worten wiedergeben soll, wenn er das Wort Bevölkerungsaustausch nicht akzeptieren möchte.

    Aber im Allgemeinen bringen Disskusionen mit Linken über Rationales nicht wirklich etwas, da sie wie alte PC-Spiele ab einem gewissen Punkt in einer Logikschleife feststecken aus der sie ideologisch bedingt nicht mehr rauskommen. Ab dem Punkt resetet das Gespräch immer wieder an den Anfang zurück.

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  2. Ich finde es verräterisch, dass der Mainstream selbst in den politisch korrektesten Gesellschaftsschichten darüber absolut offen redet, nennt sich dort eben nur „diversity“ bzw. ist heilsbringerisch umwoben. Insofern frage ich mich seit einiger Zeit dennoch wieder, wenn das Ruder doch noch einmal rumgerissen wird, wer waren die Verursacher und was tun mit den Verursachern?

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  3. Pérégrinateur schreibt:

    Der Korte-Avis-Artikel dürfte sich auf
    diesen Figaro-Artikel beziehen. Dort dann weiterverlinkt auf die Harris-Umfrage selbst

    Auszüge:

    67% der Franzosen sind nach einer Umfrage besorgt wegen eines «grand remplacement» (Große Ersetzung/Großer Austausch)

    […]

    Dieses Thema kommt regelmäßig inmitten der politischen Debatte wieder seit dem Beginn des Vorwahlkampfes des Noch-nicht-Kandidaten Eric Zemmour, der im Vordergrund der Medienszene steht.

    Der Titel der Frage über das «grand remplacement» war „wohlüberlegt“, erklärt Challenges, die Zeitung, für welche die Umfrage durchgeführt wurde. In seiner Befragung nach den Wahlabsichten für die Präsidentenwahl 2022 stellt das Meinungsforschungsunternehmen die Frage Manche Personen sprechen vom grand remplacement: „weil die europäischen, weißen und christlichen Bevölkerungen von der Auslöschung bedroht sind infolge der muslimischen Einwanderung, die aus dem Maghreb und aus Schwarzafrika kommt. Glauben Sie, dass sich ein solches Phänomen in Frankreich [bald] zutragen wird?“ [Tempus futur proche]

    Die Formulierung stammt von Renaud Camus, dem Erfinder des Begriffs. Die befragten Personen antworten zu 61 % zustimmend. Der Prozentsatz variiert recht wenig je nach Alterklasse (zwischen 57 % et 63 %) wie nach sozialer Schicht (zwischen 59 % et 63 %). Wenig überraschend, dass 92 % der Anhänger des RB [Rassemblement national, die Partei Marine Le Pens] denken, dass das «grand remplacement» sich „wahrscheinlich“ oder „sicher“ zutragen wird, für die Anhänger LR [Les Républicains, Rechtspartei, ohne in Deutschland wirklich bekannte Figur] sind es 72 %, gegen 52 % der Anhänger von LREM [La République en marche, Macron-Partei], 44 % des Anhänger des PS [Parti socialiste] und von LFI [La France insoumise. Mélenchon-Partei] und nur 30 % der Grünen.

    Die Frauen sind besorgter

    Im Hinblick auf die Sorge, dass so ein Ereignis geschehen könnte, zeigen sich 67 % der Franzosen „besorgt“ oder „stark“ besorgt, mit einem Prozentpunkt mehr bei den Frauen als bei den Männern. Diese Sorge betrifft mehr die über 35jährigen (im Allgemeinen um 70 %). Wenn einesteils 93 % bzw. 83 % der RN- und LR-Anhänger sich besorgt erklärt durch das Phänomen des «grand remplacement», so zeigen sich doch erstaunlicherweise anderenteils eine Mehrheit der Befragten bei den LREM-Anhängern und sogar denen des Parti socialiste besorgt (53 %).

    Es gibt auch keinen Unterschied zwischen den Kategorien der Gutgestellten, der einfachen Bevölkerung und den Inaktiven, die alle mit großer Mehrheit erklären, „eher“ oder „sicher“ besorgt „zu sein angesichts der Idee, das sich das zutragen könnte.“

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