Haltung im Fußball

Unsere Fußballhelden wollen Haltung zeigen und mutig sein. Das könnte so einfach sein! So weit ich sehe, hat das auf dieser EM bisher nur einer getan, der viel gescholtene Ronaldo, als er angewidert ein paar Coca-Cola-Flaschen, die man ihm vor die Nase gestellt hatte, beiseiteschob und durch sein „aqua“ ersetzte.

Daraufhin sollen die Aktien des Herstellers kurzfristig „eingeknickt“ sein, es stand ein momentaner Werteverlust von ein paar Milliarden zu Buche. Auch wenn der Zuckerwasserproduzent das weglächeln konnte, zeigt es doch die geballte Meinungsmacht der Stars, wenn sie sich denn mal gegen den Mainstream auflehnen würden. Sich das Allgegenwärtige um den Arm zu binden, die immer gleichen Floskeln zu verwenden oder quasi-erzwungene Kniebeuge und Fäuste zu machen, verbessert hingegen die Welt um kein My, im Gegenteil, es schafft das, was es zu beseitigen vorgibt: gruppenspezifische Entfremdung. Der Begriff der Rasse als Wahrnehmung von Differenz ist noch nie so virulent gewesen, wie in den letzten Monaten des globalen antirassistischen Hypes!

Wirkliches Elend aber läßt sich bekämpfen und die Prominenten müßten nichts anderes tun, als ein wenig zu verzichten. Zum Beispiel auf Werbung für gesundheitsschädliche – von mir aus auch umweltschädliche – Produkte.

Aber nein, unsere „Mannschaft“ bewarb jahrelang eine sogenannte „Nußcreme“, deren Nußgehalt exakt 13% beträgt, jedoch reich an Weißzucker ist. Zielgruppe waren Kinder. Ein einziger Teelöffel Nutella enthält vier Würfelzucker!

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© Bild

Heuer beglückt uns EM-Held Müller vor jedem Fernsehclip mit einer aufdringlichen Werbung eines Knopper-Riegels. Und fast alle Weltstars – Ronaldo übrigens auch, aber er hat gelernt! –, haben sich für eines dieser unappetitlichen Cola-Produkte in grandios gemachten Werbespots prostituiert. Legendär die gesammelten Auftritte der Beckham, Totti, Carlos, Ronaldinho, Raul und Torres. Auch Messi zeigt, daß man mit Pepsi und Chips Topleistungen erbringen kann.

Nun gut, Messi – Jahresverdienst 140 Millionen – trägt all seinen Verstand in seinen beiden göttlichen Füßen, aber wie sieht es mit den intelligenteren Vertretern der Zunft aus?

Da fällt auf, daß vor allem die linken Kandidaten – die natürlich deswegen schon intelligenter sind – mit schlechtem Beispiel vorangehen. Gary Lineker etwa ist nicht nur wortgewitzt, sondern predigt auch gern ein wenig Hypermoral, aber das hinderte ihn nicht daran, Repräsentant des größten Feindes der Engländer zu werden: Walkers Kartoffel-Chips. Selbst die „Corona-Zahlen“ dürften davon nicht unbeeinflußt sein – wir wissen noch immer wenig über das chinesische Virus, aber daß Adipöse und Diabetiker zu seinen bevorzugten Opfern gehören, war seit Beginn klar.

Als König der Scheinheiligkeit tritt mal wieder Jürgen Klopp auf. Er macht aus seiner linken, religiös motivierten Gutmenschengesinnung kein Hehl, spricht sich offen gegen Brexit, gegen Rassismus selbstredend und für Masseneinwanderung aus, damit auch die Armen dieser Welt bald „Snickers“ essen können.

Klopp ist die größte Werbehure der Branche, er setzt sich in jede Dreckkarre und verführt Menschen zum Konsum des größten Bullshits, solange es nur Geld einbringt. Gipfelpunkt dieser Tragödie ist die aktuelle, höchst aggressive und hinterfotzige Snickers-Werbung. Sie ist aus vielerlei Hinsicht verurteilenswert. Sie spricht unmittelbar Kinder an, sie steckt voller intrinsischer Gewalt, sie suggeriert einen quasi-Giftstoff als Grundnahrungsmittel und referiert den Zynismus der Marie Antoinette. Wer Hunger hat, soll gefälligst Brot oder Kartoffeln essen, meinetwegen auch Falafel, und nicht diesen klebrigen, ekligen Zuckerriegel, der neben Zucker fast nur Müll enthält und der Alptraum jedes verantwortungsvollen Zahnarztes und jeder guten Mutter ist.

Zur Gewissensreinigung geht es nach dem Werbetermin auf die Palliativstation – Kamera immer dabei -, krebskranke Kinder trösten.

Wohlgemerkt, derselbe Mann hat in seinem Klub eine Ernährungswissenschaftlerin eingestellt und eine eigene Ernährungsabteilung geschaffen, in der nahezu andächtig Antioxidantien als Gottheiten angebetet werden. „Snickers“ oder „Walkers“ – wenn die Namen überhaupt erwähnt werden dürfen – liegen dort vermutlich im Giftschrank zusammen mit Strychnin und Blausäure. Snickers und Cola predigen, aber sauerstoffangereichertes Edelheilwasser saufen.

Dabei haben diese Produkte mehr Elend über die Menschen gebracht als alle Kriege und Holocauste der Neuzeit zusammen, sie haben Milliarden Kranke, Verletzte, Tote, Verblödete, Hyperaktive, Bewegungsunfähige und Abhängige erzeugt. Im Übrigen besonders unter den Schwarzen in Amerika. Die Opfer dieser Lobby allein in den USA übersteigt die Zahl aller Opfer – soweit darf man spekulieren – von rassistischen Polizisten aller Zeiten und Kulturen seit Hammurapi dem Ersten. Sie sind das deutlichste Signum der Dekadenz der modernen Welt und vielleicht eine ausgeklügelte dialektische List der Vernunft oder Unvernunft.

Ein solches vergiftetes Angebot öffentlichkeitswirksam abzulehnen oder vielleicht sogar sich aktiv gegen diese Multis aufzulehnen – das wäre couragiert. Warum nicht eine Binde mit einer durchgestrichenen Colaflasche oder Nutelladose tragen? Warum nicht einen Hashtag #NoCola oder #ILoveWater wagen? Das wäre mutig und wichtig zugleich und es würde Erfolge zeitigen, die wirklich „die Welt besser machen“.

Ein Gedanke zu “Haltung im Fußball

  1. wikilurkep schreibt:

    Der begnadete Fußballer Christiano R., seine Tat war sicher unbewusst. Innerhalb Sekunden einen Konzern zu „demütigen“, weil auf die ein oder andere Milliarde kommt es ja nicht an (Peanuts). Wenn böses Beispiel Schule machen würde….. Von „unseren“ Nationalspielern braucht niemand auf ähnliches zu hoffen. Diese glatt gebügelten Tölpel sind nicht mal allein auf die Idee des „Regenbogens“ gekommen. Dieser Gag war politisch verordnet, ebenso der Rücktritt des „Trainers“ J.L. zum passenden Zeitpunkt.
    Aber es ist unheimlich interessant zu sehen welche Macht eine einzelne Person, ein Star hätte. Leider bleibt es von der breiten Öffentlichkeit weitestgehend unbemerkt bzw. wird falsch oder unzureichend interpretiert.

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