Maos Spatzen in Berlin

Sicheres Anzeichen dafür, daß Politik durch Abkapselung vom realen Leben in die gefährlichen Sphären der selbstimmunisierenden Phantasie abwandert, ist es, wenn die Protagonisten damit beginnen, ihre eigenen, ganz persönlichen Wahrnehmungen, Erfahrungen, Empfindungen und die daraus gezogenen Schlüsse zu verallgemeinern, als Universallösung anzupreisen und die Öffentlichkeit dazu bringen wollen – durch Zwang, Überredung oder Propaganda – diese auch zu verwirklichen. Stalin und Mao gelten als klassische Beispiele.

Mao etwa kam zu der Einsicht, daß Spatzen die Ernte schädigen. Man hatte ihm vorgerechnet, wie viele Körner ein Spatz am Tag aufpickt, und kam nach der Multiplikation mit allen Spatzen auf eine erschreckend hohe Zahl. Kein Wunder, daß das Volk Hunger litt. Also gab er die Devise aus, Spatzen zu jagen. Man tat dies auf chinesische Weise: so wie man später überzählige Menschen in die Minenfelder schickte, um diese zu entschärfen, so sollten die Bauern nun Tag und Nacht mit Töpfen und Rasseln klappern, auf daß die Spatzen – sehr lokale Vögel – keine Ruhe mehr fänden und bald erschöpft zu Boden fielen. Millionen toter Vögel waren das Resultat, die geniale Idee ein grandioser Erfolg, der Heiligenschein glänzte.

Allein, wenige Wochen später wurde das Land von einer Insektenplage heimgesucht, in der mehr Reis und Weizen vernichtet wurden, als vermutlich alle Spatzen der Welt hätten fressen können. Bewiesen wurde die Abkopplung der absoluten Macht vom tatsächlichen Leben.

In Berlin erleben wir Vergleichbares, wenn auch in lachhafter Farceform.

Da schlendert etwa Karl Lauterbach, der sich gerade in der Rolle des Warners der Nation gefällt, an Kölner Glühweinständen vorbei und macht in einer exzellenten Denkoperation die Gefahr des Glühweintrinkens in Corona-Zeiten aus. Wäre er in eine öffentliche Toilette getreten, wüßten wir jetzt um dortige Gefahren. Schnell ist es getwittert, dann hat er alle Medien hinter sich und reitet eine konzertierte Kampagne gegen den Glühwein und seine Verbreitung an Ständen. Der sei nun für die Coronawelle mitverantwortlich – die Spatzen pfeifen es von den Dächern.

Die Gott-Kanzlerin hat das Argument soeben auf Parteitagsniveau gehoben und in ihrer gewohnt eloquenten hegelianischen Art um die Waffelbäcker kreativ ergänzt:

„So hart das ist und ich weiß, wie viel Liebe dahinter steckt, wenn Glühweinstände aufgebaut werden, wenn Waffelbäckereien aufgebaut werden, es verträgt sich nicht mit dem Vereinbarung, daß wir zum Beispiel Essen und Verzehr nur zum Mitnehmen nach Hause wirklich vereinbart haben. Es tut mir leid, aber es es tut mir wirklich im Herzen leid, aber wenn wir dafür den Preis zahlen, daß wir Todeszahlen vom Tag am Tag 590 Menschen haben, dann ist das nicht akzeptabel.“   

Piepmatz ick hör dir tirilieren.

5 Gedanken zu “Maos Spatzen in Berlin

  1. Nordlicht schreibt:

    Salzmangel könnte eine Erklärung für das Verhaltens diese merkwürdigen Profs sein ….
    „Kalium ist ganz erheblich an der Weiterleitung von Impulsen in den Nerven- und Muskelzellen beteiligt. Insbesondere spielt Kalium eine entscheidende Rolle bei der Erregbarkeit und Funktion von Herzmuskelzellen.“

    Aber aus der Ferne Herrn L. zu diagnostizieren, halte ich nicht für notwendig. Er demaskiert sich durch seine Äusserungen. Wer wählt nur sowas? Leverkusen und Köln Schäl Sick.

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  2. Stefanie schreibt:

    Ich glaube die beste Erklärung für das Phänomen Lauerbach findet man in diesem Wikipediaartikel:

    https://de.wikipedia.org/wiki/Methamphetamin

    „Nebenwirkungen

    Schwächung des Immunsystems[48]
    Jucken (meth mites)[49] und Hautentzündungen[50]
    Repetitive Handlungen (Punding)[49]
    Bruxismus und Kieferklemme[49]
    Magenschmerzen und Magengeschwür[51]
    Herzrhythmusstörungen[46]
    Erregung und Schlafstörungen[49]
    Erhöhte Körpertemperatur (Hyperthermie)[49]
    Paranoide Wahnvorstellungen[49]
    Akustische Halluzinationen[49]
    Aggressivität[49]
    Neurotoxizität[52]
    

    Chronische Folgen eines starken Konsums

    Abmagerung[49]
    Zersetzung der Schleimhäute in Mund und Nase (bei Rauchen oder Schnupfen)[49]
    Ausfall der Zähne durch Bruxismus und verminderten Speichelfluss[49]
    Möglicherweise verstärkte Karies (sog. Meth-Mund)[53][54]
    Konzentrations- und Gedächtnisstörungen[49][55]
    Vermehrte Angststörungen, Depressionen und Methamphetamin-induzierte Psychosen[49][56]"
    

    Vergleichen Sie unter diesem Gesichtspunkt einfach mal die Google-Photos bzw. Videos der Fliege im Zeitverlauf.

    Vielleicht daher auch die Abneigung gegen die Glühweintrinker: Alkohol hat so ziemlich die entgegengesetzte Wirkung wie Crystal Meth. Daher sehen die Konsumenten dieser Droge häufig auf diese „Spritis“ herab, weil sie sich in das Gegenteil des von ihnen erstrebten und unter Inkaufnahme der oben erwähnten Nebenwirkungen erreichten Zustands begeben.

    Seidwalk: Stoße zufällig auf das hier: Ex-Frau von Lauterbach: „Hoffentlich wird er nicht Minister!“ „„Er stellt in der Öffentlichkeit immer sein soziales Gewissen in den Vordergrund. Privat habe ich ihn allerdings von einer ganz anderen Seite kennengelernt. Ich halte es für bedenklich, was in seinem Kopf vorgeht“, sagte Spelsberg der Bunten.“

    Gibt es für Ihre Vermutung konkrete Belege?

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    • Michael B. schreibt:

      Gibt es für Ihre Vermutung konkrete Belege?

      Bei der verlinkten Art von Ex-Kommentaren sollte man ganz vorsichtig sein. Ich habe eine Scheidung mit solcher Art von Schmutz durch und kenne mich auch in der Breite mittlerweile dahingehend etwas aus. Der einzige Unterschied zu L. ist, dass die meisten Leute keine oeffentlichen Personen sind, und diese Waesche meist ausschliesslich vor Gericht und Aemtern aus vielerlei Gruenden gewaschen wird.

      Und damit das klar ist – ich halte Lauterbach ebenfalls fuer nicht ganz komplett im Oberstuebchen. Ich wuerde allerdings nie die Exfrau als Beleg heranziehen, ohne beide(!) persoenlich(!) zu kennen.

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    • Stefanie schreibt:

      Mehr als den Anscheinsbeweis (Zahngesundheit und andere Verfallserscheinungen) kann ich Ihnen als Beleg nicht bieten. Ich habe diese Dinge allerdings schon in natura bei zwei, drei Leuten beobachten können. Gerüchte dazu habe ich an verschiedenen Stellen gelesen; einmal beim Corona-Untersuchungsausschuß wahrscheinlich gezielt öffentlich lanciert (wenn auch undeutlich in etwa in der Form „der is ja voll auf Drogen“) wohl in der Absicht eine Reaktion z.B. in Form einer Verleumdungsklage zu provozieren. Daß es nicht dazu kam, könnte ein indirekter Hinweis sein, daß es Lauterbach nicht draufankommen lassen will, eventuell eine Blutprobe oder ähnliches abgeben zu müssen. So wie auch Drosten bis heute nicht in juristischer Form gegen die Vorwürfe zu Unregelmäßigkeiten bei seiner Doktorarbeit vorgegangen ist.

      Wenn Sie mehr über Lauterbach erfahren möchten, könnte ich Ihnen diesen Artikel von Gunter Frank empfehlen:

      https://www.achgut.com/artikel/bericht_zur_coronalage_16.6.2020der_seltsame_professor

      oder dieses Video ab 2:48

      (Das Interview mit Paul Schreyer davor ist ebenfalls hörenswert.)

      Aufputschmittel wie Meth und Kokain dürften in diesen „Macherkreisen“ wohl auch keine Seltenheit sein. Vor ein paar Jahren gab es ja mal einen Fall mit diesem Hartmann von der SPD und Kokain hat man auch schon auf Bundestagstoillettensitzen gefunden.

      Auch bei der unten im Video so leidenschaftlich auftretenden Dame, wäre die Frage berechtigt, wie ihre Tranigkeit und ihre rhetorischen Glanzleistungen oder gewissse Zittererscheinungen wohl zustande kommen. Andererseits wirkte sie bei ihrem Auftritt vor türkischen Jungbürgern wieder sehr aufgeräumt.

      https://www.achgut.com/artikel/kniebeugen_mit_der_kanzlerin

      Allerdings scheint sich diese Fixierung auf Essen und Trinken, ob nun in Waffelform oder nicht, zu einer fixen Idee zu entwickeln. Wie das wohl kommt? Ob sie eine Abnehmhypnose gemacht hat;-)

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