Sieg der Parodie

Spätestens seit BLM gibt es kaum noch einen Werbespot eines Global Players, der nicht divers ist und eine politisch korrekte Lehrmeinung verbreitet. Es muß nun immer ein PoC dabei sein, oft auch LGBT und ganz sicher wird auf die Frauenquote geachtet.

Was bisher eine heimliche Angstreaktion auf hunderte Verdächtigungen und Beschuldigungen war, wurde nun von der „Academy of Motion Picture Arts and Sciences“, die auch den Oscar-Filmpreis verleiht, kodifiziert.

ACADEMY ESTABLISHES REPRESENTATION AND INCLUSION STANDARDS FOR OSCARS® ELIGIBILITY

Diversity ist der neue „sozialistische Realismus“ in der Kunst – als Farce. Die (kommerzielle amerikanische und amerikanisierte Film-) Kunst kommt damit an ihr artistisches Ende oder kann nur noch als Parodie oder als Witz überleben.

Für die kommenden Oscar-Verleihungen werden strikte Maßgaben vorgegeben – auf allen Ebenen, inklusive der thematischen (!), können sich nur noch Produktionen Gewinnchancen ausrechnen, die strenge Diversity-Maßnahmen verwirklichen, die also nach einem festen Punktesystem

• Asian
• Hispanic/Latinx
• Black/African American
• Indigenous/Native American/Alaskan Native
• Middle Eastern/North African
• Native Hawaiian or other Pacific Islander
• Other underrepresented race or ethnicity

• Women
• Racial or ethnic group
• LGBTQ+
• People with cognitive or physical disabilities, or who are deaf or hard of hearing

spielen lassen oder in der Crew beschäftigen und deren Themen behandeln.

In Zukunft werden Regisseure und Projektmanager also nicht mehr nur um Geldquellen betteln, sondern auch um entsprechendes Personal, bald wird es Agenturen geben, die sich darauf spezialisieren, nicht mehr begabte, sondern farbige oder behinderte oder andersartige Schauspieler und Mitarbeiter zu besorgen – die natürlich trotzdem gut sein können.

Vielleicht war das Projekt Kunst schon lange nicht mehr in Hollywood zu Hause, spätestens jetzt aber ist es daraus vertrieben worden. Wenn Kunst die Aufgabe hat, gegen den Stachel zu löcken, gesellschaftliche Verwerfungen aufzuzeigen, dann wird sie sich jetzt dieses dramatischen Mißstandes widmen müssen, kann das aus der vorgegebenen Beschränkung heraus aber nicht mehr – es sei denn als Parodie, Satire, Ironie. Die künstlerische Scheinwelt muß sich selbst parodieren, will sie noch kreativ sein. Alles andere ist nicht mehr für voll zu nehmen.

Den Zuschauer erwarten also lachhafte Zeiten. Alles, was sich noch ernst nimmt, alles, was noch direkte Botschaft ist, sollte standhaft ignoriert werden. Wer sich derartig gereinigte bzw. ideologisch betupfte Filme noch ansieht oder kauft, wer die sicher bald folgenden Bücher erwirbt, macht sich mitschuldig am Untergang der Kunst, mehr noch aber am Sieg des neuen Kunststalinismus.

3 Gedanken zu “Sieg der Parodie

  1. Ein sehr interessanter Netzfund zum Thema ist das hier (https://thebulwark.com/the-oscars-diversity-misdirection/), falls Sie Zeit und Lust zum Lesen haben. Quintessenz: Einrichtung einer regulativen Barriere für kleinere Mitbewerber (typisches Verhalten von Großunternehmen, die mit der „compliance“ dann kein Problem haben) und Mäntelchen für den Zugang zum chinesischen Markt. Was Ihre Kritik gar nicht widerlegt; aber Hollywood wäre wohl nicht Hollywood – und es gilt der Mechanismus ja nicht nur für dieses –, wenn es die politische Korrektheit oder besser schon: Indoktrination, nicht mit Profitinteressen verbinden würde.

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    • Gruselig! Offensichtlich die Blaupause:

      „Ab sofort sind Antragsteller*innen dazu verpflichtet, einen Fragenkatalog zur Diversität ihres geplanten Projektes zu beantworten. So sollen sie zur bewussten Beschäftigung mit dem Thema Diversität und zur kritischen Überprüfung des eigenen Handelns angeregt werden. Sehen wir im geplanten Filmprojekt Menschen mit Behinderung? Wie viele Frauen sind in leitenden Funktionen am Projekt beteiligt? Gibt es im Team People of Colour? Und wenn nein: Warum nicht? Wir wissen, dass diese Checklist nur ein Anfang sein kann.“

      Wie soll man darauf reagieren? Als Zuschauer bleibt wohl nur der Boykott, dem Künstler die Ironie – wenn er damit durchkommt, wie zu DDR-Zeiten – oder die versteckte Rebellion „zwischen den Zeilen“ oder aber man schafft sich ein Gegenpublikum und verzichtet auf die Gewinnmarge der Unterwerfung. Der Absolutismus der Verfielt ist beängstigend!

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