Immobilienkäufe in Sachsen

Innerhalb weniger Stunden werde ich über zwei Arten von Immobilienkäufen aufgeklärt.

In der FAZ unterrichtet uns der Sächsische Verfassungsschutz, daß es in Deutschland sage und schreibe 146 Immobilien gibt, die Rechtsextremen gehören. Institution und Organ nehmen das zum Anlaß, zu erhöhter Wachsamkeit aufzurufen. Demnach müsse also die Gesinnung eines Käufers eruiert werden, bevor man sich auf den Verkauf eines Hauses oder Hofes einläßt. „Es ist aber auch Aufgabe der Gesellschaft, der Wirtschaftsverbände und der Kreditinstitute, einen genauen Blick auf die Käufer von Immobilien zu haben. Es darf da nicht länger weggeschaut werden.“

Wie sich das mit Artikel 3 GG vereinbaren lassen soll, wird nicht erklärt: Demnach darf niemand „wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden.“ Gesinnungsschnüffelei hingegen wird auch von staatlichen und landeshoheitlichen Behörden allmählich zur Norm. Sie wird von Leitmedien agitiert.

Zeitgleich erfahre ich aus meiner Heimatstadt Auerbach (von Anwohnern, also noch als „Gerücht“), daß das Prestigeprojekt „Kaiserstraße“ – ehemals Karl-Marx-Straße – irgendwie gescheitert sei. Sie wurde grundhaft saniert und sollte im einstigen vorsozialistischen Glanz erstrahlen.

Der Plan scheint nun nicht aufzugehen, weil ganze Häuserreihen von „Rumänen“ als Immobilie erworben und entsprechend belegt wurden. Es gibt die szenetypischen Begleiterscheinungen – u.a. fiel ein Säugling aus dem Fenster. Pracht ist da nur noch schwer zu haben. Selbst das Haus des legendären Fleischers Kunz sei nun in rumänischer Hand. Amtsmitarbeiter verzweifeln am Versuch, die zahlreichen Kinder in die Schule – Schulpflicht – zu bekommen. Die Eltern scheinen aktiv die drohende Integration verhindern zu wollen.

Das sind dramatische und keine imaginären demographische Veränderungen in rasant schneller Zeit für das 17000-Seelen Städtchen. Allein dort könnten bald mehr Immobilien in rumänische Hände gelangen als in ganz Deutschland in „rechtsextreme“.

Wird die Presse darüber berichten? Soweit zu eruieren ist, hat noch nicht einmal das lokale Blatt den Mut gehabt, darüber zu schreiben. Und dabei ist dies kein Einzelfall. Im 15 km entfernten Reichenbach im Vogtland gibt es die gleichen Probleme.

19 Gedanken zu “Immobilienkäufe in Sachsen

  1. Erich Brenner schreibt:

    Ich lebe am Rand des Sauerlands, hier ist “die Welt” noch halbwegs in Ordnung, aber ich brauche nur Hagen, Dortmund etc. zu besuchen und man sieht, wie es dort mittlerweile in vielen Stadtvierteln aussieht.
    Die Parallelgesellschaften der Migranten, die Vermüllung, die Kriminalität…da braucht mir niemand was erzählen.

    Klar, Rechtsextremisten sind ebenfalls gefährlich, aber die gibts genauso wie Linksextremisten (die ja gerade wohl den allergrößten Zulauf haben) in fast jeder Gesellschaft, mit denen muss man klar kommen, d.h. beobachten, mit rechtstaatlichen Mitteln bekämpfen.

    Aber die Gesellschaft mit Millionen Zuwanderern fluten, die das System nicht stützen, sondern erst Recht absägen werden…sorry, da hört für mich jedes Verständnis auf.

    Natürlich ist kein Mensch erstmal per se weniger oder mehr wert, aber das ist auch eine völlig falsche Perspektive.
    Menschen sind darauf programmiert, in kleinen überschaubaren Gruppen zu kooperieren. Alleine dass es so große Staatsgebilde gibt, ist ein Wunder und eigentlich nur durch unseren gigantischen Energiezufluss zu verdanken. Aber je heterogener die Gesellschaft, desto geringer der Zusammenhalt, das Vertrauen. Ehtnisch-regligiöse Schmelztiegel werden irgendwann zu Hotspots der Gewalt werden.
    Und die Pflicht und Aufgabe einer Regierung ist nicht die Welt zu retten, sondern Schaden von der eigenen Bevölkerung abzuwenden und sich um ihr Wohl zu kümmern. Das ist Teil des Amtseids jedes entspr. Politikers.

    Und warum ertrinken überhaupt Menschen im Mittelmeer? Weil der Pull-Faktor gigantisch ist. Schlepper die sich Aktivisten nennen, holen die Nußschalen vor Lybien ab und bringen sie nach Europa. Dort wartet das Schlaraffenland…zumindest in Deutschland.

    Wie naiv ist man denn hier? Erst wenn das klare Signal kommt: Europa ist dicht, es gibt hier keine Flatrate Hartz 4 für alle und es sucht sich Migranten selbst aus, dann kann das Sterben im Mittelmeer beendet werden.
    Das ist großer Unfug mit dem “Menschen im Meer ersaufen lassen”
    Wenn die Message, die Merkel damals an die Welt gesendet hat, wieder umgekehrt wird, dann werden auch immer wenige Menschen aus halb Afrika kommen, um ins Land wo Milch und Honig fließen zu ziehen.

    Wer weiß, dass es sinnlos ist, an die Außengrenze Europas zu reisen, der wird es auch lassen. Wir können doch nicht die Probleme ganzer Kontinente lösen, wie naiv und größenwahnsinnig ist das denn?

    Und ich muss noch persönlich sagen: Rechtsextremisten sind mir hier noch nie begegnet. Mag sein, dass das im Osten anders ist. Aber wenn der Zustrom ganzer Völker nach Deutschland nicht radikal gebremst wird, dann kann ich dir jetzt schon versichern, dass die Rechtsextremen gewaltigen Zulauf bekommen werden. Nicht weil plötzlich überall Nazis entstehen (sowas erzählt höchstens die Presse), sondern weil die Leute ihre Heimat, ihre Zukunft und ihre Lebensweise verteidigen werden. Und das mit vollem Recht!
    Was schulde ich denn jetzt einem Somalier oder einem Pakistani?
    Lässt du auch unzählige Fremde Leute mit völlig anderen Wertvorstellungen in deine Wohnung, bis sie überquillt? Fütterst du sie durch und duldest sie unbegrenzt?
    Hilfe ja – aber immer zur Selbsthilfe und nur in dem Rahmen, wie man es selbst kann. Alles andere ist Selbstmord auf Raten.

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    • Test Bild schreibt:

      Als Antwort auf Erich Brenner.

      https://www.handelsblatt.com/politik/international/frankreich-und-spanien-lehnen-exterritoriale-lager-ab-g-5-innenminister-beraten-ueber-fluechtlingslager/2418776.html?ticket=ST-882689-qq15DTFPzS7hf0d5ch0F-ap6

      Das war 2004. Wäre das umgesetzt worden, würden heute tausende Menschen noch leben. Für einen Antrag für Asyl müßte niemand in Nußschaalen steigen und die Europäer könnten damit zurecht kommen und lenken. Man kann Menschen helfen, ohne sie zu erniedrigen oder wie Mist zu behandeln und zu entwerten, dafür müssen sie auch nicht in einem Vorort von Paderborn sein. Man muß es halt nur wollen.

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      • @ Test-Bild

        Dann müßte man allerdings auch diese Rechnung endlich wieder aufmachen:

        „Im Juli 2012 hatte das Bundesverfassungsgericht die 1993 beschlossenen und seinerzeit als Erfolg gefeierten Grundleistungsbeträge nach § 3 Asylbewerberleistungsgesetz für grundgesetzwidrig erklärt. Danach wurden die Leistungen zum Lebensunterhalt deutlich angehoben. Miete, Nebenkosten, Krankenversicherung sind für Asylbewerber frei, der Barbetrag zur Deckung von Grundbedürfnissen (Zusatzausgaben für Transport, Kommunikation etc.) wurde von 40 auf 140 Euro pro Person angehoben usw. Nach 15 Monaten im Lande wurden Asylbewerber de facto Hartz-IV-Empfängern gleichgestellt.

        Im Jahre darauf begannen die Asylbewerberzahlen deutlich zu steigen. 2011 wurden 45 000 Asylanträge gestellt, zehn Prozent mehr als 2010. 2012 waren es 65 000. Ein Jahr nach dem Beschluß hatte sich die Zahl auf 127 000 verdoppelt, um 2014 eine erneute Verdopplung zu erfahren.“ … um 2015 dann zu explodieren …

        siehe: Verladebahnhof Deutschland

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        • Das Urteil war absolut richtig. Menschen ohne medizinische Versorgung, ohne menschenwürdige Unterkunft, bei Brot und Wasser einen Meter neben uns zu lassen ist…Arschloch, abgekürzt. So wie die Zustände auf Moria. Menschen wie Dreck zu behandeln, um für andere Zeichen zu setzen, ist von jedem Blickwinkel aus widerlich. Und es funktioniert so auch nicht. Juristen wissen, dass die Höhe der Strafe keinen Täter abschreckt. Und wenn Härte gegen Hoffnung helfen würde, hätte es bei uns keine Partisanen gegeben, nur um weiteres Beispiel zu nennen. Wer in so ein Schlauchboot steigt, den beeindrucken die kargen Lebensumstände im Westen nicht sonderlich. Daraus würde logischerweise folgen, dass die Hilfe viel früher einsetzen muss. Was im Ergebnis natürlich die Festung Europa bedeutet. Nicht die Höhe der Strafe entscheidet, sondern die Chance erwischt zu werden. Die Sicherheit, nicht durch die Grenze zu kommen, beeinflusst mehr als die Aussicht auf eine harte Matratze. Wollen wir helfen (und ich zumindest will das) können wir das um einiges effektiver exterritorial oder an bestimmten Punkten machen. Die Lebenshaltungs- und Integrationskosten in Deutschland macht das BIP von Kleinstaaten aus. Orbans Zaun war nicht dumm (das Gebaren der Ordnungskräfte war schäbig), der zweite Schritt kann aber nicht das kleine Ungarn machen, dass hätte von den Großen in der EU ausgehen müssen. Und die haben das kleine Griechenland mit Moria allein gelassen und haben so die Chance verpasst, ein nachhaltiges System zu implementieren. Wir werden die nächsten 20 Jahre vor den gleichen Fragen stehen. Mit dem absichtlichen Dilettantismus wurde die Idee diskreditiert, vielleicht nachhaltig. Und das ist das eigentliche Trauerspiel der Regierung Merkel. Politik schafft Optionen. Deutschland ist nicht Zahlmeister Europas, Deutschland ist ein autistischer Hegemon und daran hängt es. Nicht nur in der Flüchtlingsfrage. Wünsche sonnigen Donnerstag.

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          • @ Test-Bild

            Richtig meint hier: moralisch, ethisch, gut! Richtig? Nicht etwa: passend, nützlich, notwendig. (Die Menschen waren auch vor dem Urteil nicht ohne medizinische Hilfe oder lebten in menschenunwürdigen Verhältnissen – wo leben wir denn?)

            Wie Ihre ganze Rede ein reines Ich-gut-ihr-böse-Getue ist. Nur von dieser Position aus kann man „Arschloch“ und „widerlich“ (ein Wort, das ich zutiefst verabscheue, nachdem es zum Politikersprech geworden ist) sagen. Das Diskurs-problem auf den Punkt gebracht. Nicht mein Stil, wenn es Ihrer ist, toben Sie sich bitte woanders aus.

            Moria und D zu vergleichen ist unlauter. Die Rede von Menschen „bei Brot und Wasser einen Meter neben uns zu lassen“ ist ebenfalls entstellend – sie müssen ja erst mal einen halben Meter neben uns sein. Wenn Sie helfen wollen, dann tun Sie das, aber machen Sie es nicht zur allgemeinen Norm und lassen Sie bitte die Diskussion über die Frage offen, w i e geholfen werden kann. Indem man falsche Anreize abschafft, verhindert man Tote und hunderttausende entwurzelte Menschen, unabhängig, ob Sie es bis hierher schaffen oder nicht. Sogar Serbien hatte die Aufhebung der Anhebung gefordert, um den Exodus zu verhindern. Und nebenbei rettet man noch die Heimat. Was Sie uns hier andrehen wollen, geht vom Flüchtlings-Narrativ aus und das ist in jeder Hinsicht längst widerlegt. Das Gros der Leute wird gezogen und nicht geschubst, zumindest nicht nach D. Dafür gibt es Statistiken, die schwanken zwischen 0,nochwas und 2 % genuinen Flüchtlingen. Auch sollte man die Differenz zwischen Hilfe und Umsiedeln nicht verwischen.

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            • Habe ich Sie da richtig verstanden? Sie wollen Sie reinlassen, aber kärglicher ausstatten, damit nicht weitere kommen? Na, dann viel Glück. Ich plädiere für komplett geschlossene Grenzen mit exterritorialer Unterbringung. Lieber eine professionell gemanagte Unterkunft in Nordafrika als Naserümpfen und passiv/aggressives Gemecker in Bielefeld. Sie bekommen den Gutmenschen nicht mehr aus mir raus. Mir gibt es wenig, einem Flüchtling persönlich zu sagen, was ich von ihm halte. Ich bin aber auch kein Rechter, kann es auch nicht beurteilen.

              Seidwalk: Und dann? Was sollen die Menschen in Nordafrika? Wo sollen sie hin? Zurück in die Heimat? Dann wäre es wohl besser gewesen, sie gar nicht erst zu locken.

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              • Pérégrinateur schreibt:

                Als Antwort auf Test Bild.

                Genau darauf beruht der Trick der Immigrationsförderer. Aus einem Fernsten einen Nächsten machen, damit das reflexhafte Gefühl der Nächstenliebe greife. Es ist nur eben so, dass die Nächstenliebe an der Überforderung stirbt, und zwar dann die Nächstenliebe für alle.

                Richter und Journalisten müssen kein Budget ausgleichen, rechnen beide bekanntlich nicht gerne und erlegen deshalb dem Staat leichthin Überforderungen auf. Wir haben hier (im Unterschied etwa zur Schweiz) eine Verfassungsgerichtsbarkeit, die Stein auf Stein setzt und den Staat einmauert, dazu kommt noch die europäische Gerichtsbarkeit, die sich noch mehr in solchen Idealbauarbeiten in luftig-erhabener Höhe ergeht. Wenn man vom Grundsatz, Gleiches solle gleich und Ungleiches ungleich behandelt werden, übergeht zum Grundsatz Alles solle gleich behandelt werden, kommt man in unhaltbare Positionen. Ein Chief Justice der USA hat einmal gemeint, eine Verfassung sei kein Selbstmordpakt. Vielleicht zuviel an angelsächsichem Realismus gegenüber dem deutschen et pereat mundi?

                Wo die Möglichkeit des Staates, der Immigration an der Grenze zu steuern, so einschneidend beschränkt ist, fordern Sie geradezu, dann auch im Landesinnern gefälligst auch noch jede Souveränität aufzugeben?

                Langfristig wird es wohl nicht anders gehen, als dass der Leviathan die feinen Stricke zerreißen muss, die ihn wie Gulliver fesseln und an seiner Verteidigung hindern. Sie aber verlangen noch, dass er sich in seiner Fesselung ja kein bisschen rege, damit keiner der invasiven Ameisen ein Leids geschehe.

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              • Lieber Seidwalk, lieber Pérégrinateur, hinter mir wohnt ein Flüchtling, neben wohnt ein Flüchtling, gegenüber wohnt ein Flüchtling, meine Tochter ist mit einem Flüchtling zusammen (morgen sind wir bei den Eltern zum Essen, Iraner, klasse Leute), ich habe Freunde, die sind Flüchtlinge und ich habe mit einem (etwas her) in einer WG gewohnt. Das macht mich nicht zu einem Flüchtlingsexperten. Ich habe aber hunderte, wenn nicht tausende Stunden mit Gesprächen über Gott, Welt, Familie, Hintergründe, Wege und Motive verbracht. Die Idee, dass die Anziehungskraft Deutschlands von der Höhe der Sozialhilfe abhängen würde, mag am Kyffhäuser einleuchten, sie ist jedoch kompletter Unsinn, um es vorsichtig auszudrücken. Eine VW-Werbung mit Haus, Garten und glücklicher Familie in Kabul weckt Hoffnung und diese Hoffnung setzt die Leute in Gang. Für Eurasien/Afrika sind wir das, was Kalifornien seinerzeit gewesen ist. Ein Traum, eine Hoffnung, eine Chance auf ein neues Leben. Tatsächlich hatte kaum einer von denen eine reale Vorstellung, was Deutschland überhaupt sein soll, Hörensagen, Mythen und Legenden. Die Höhe der Sozialleistungen kannte keiner von denen. Und es gibt noch Millionen von Menschen, die diesen Traum leben wollen. 100€ Hartz-Kürzung mag in Görlitz eine Katastrophe sein, wird aber keinen Afghanen, der von 100€ im Monat lebt und sich vielleicht die Chance auf Haus/Auto/Garten ergattern kann, beeindrucken. Das sind keine berechnenden Finsterlinge, das sind Menschen. Lesen sie die Briefe der deutschen Auswanderer nach Amerika. Da fassen Sie sich an den Kopf, was die sich so vorgestellt haben. Wenn wir nicht wollen, dass die Leute kommen, dann dürfen wir sie nicht reinlassen und das konsequent. Keiner zieht los, um vor einer Mauer zu stehen. Wer Schutz sucht, soll ihn bekommen, außerhalb. Das sind für Europa peanuts. Erst wenn die Hoffnung auf eine Chance ausgetreten wurde, wird sich an den Wanderrouten etwas ändern und keinen Tag vorher. Nicht die Sozialhilfe weckt die Wanderlust, sondern die Höhe der Chance reinzukommen. Wenn ich etwas in den Gesprächen verstanden habe (…ja, ich weiß, wenn…), dann das. Wenn Sie Flüchtlinge brauchen, um Ihre Gleich- und Ungleichbehandlungsphantasien auszuleben…nur zu. Heulen Sie dann aber mich nicht voll, warum es nicht weniger werden. Die Alternative zu Europa ist eine Baustelle am Golf und es drängt Hunderttausende dorthin, obwohl sie wie Sklaven behandelt werden.

                Die europäische Binnenmigration funktioniert anders, aber um die geht es mir gerade nicht.

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                • @ Test Bild

                  Sie bringen hier valide Argumente und machen es sich trotzdem zu leicht. Wenn Sie den Blog etwas zurückverfolgen, dann werden Sie zahlreiche Artikel aus den Jahren 15/16 finden, in denen ich mehrere Migrantengruppen betreut und in deutscher Sprache belehrt habe. Einige wurden zu Freunden – bis heute. Dennoch kann ich abstrahieren und die Bedeutung der Tatsache ihres Hierseins von meinen persönlichen Erfahrungen trennen.

                  1. Argument „klasse Leute“ ist keines – es geht am Problem vorbei. Ihre Iraner sind noch immer Iraner, so klasse sie sein mögen. So lange sie keine Deutschen geworden sind, so lange Sie nicht schreiben: „meine Tochter hat einen deutschen Freund (iranischer Herkunft)“, werden sie zur „Iranisierung“ der Gesellschaft und Kultur beitragen, vor allem in einem Dorf mit 50% Migrantenanteil. Wir hatten in England auch englische Bekannte, die zu Hause Farsi gesprochen haben – der Sohn wurde ein bekannter Schachspieler, hat in Oxford studiert, sah sich als Engländer.

                  2. Negieren Sie die Konkordanz, die in meinem Artikel aufgezeigt habe: es gibt ganz klare Korrelationen zwischen Anhebung der Leistungen zum Lebensunterhalt 2012 und den Migrationszahlen. Daß zur Explosion 2015 noch andere Faktoren eine Rolle spielen, ist ganz klar. Vucic hat sich nicht umsonst darüber beschwert. Wie sonst wäre der Fokus der Migranten auf D zu verstehen? Nur D und Schweden bieten derartige Kissen und siehe da: sie standen überall auf der Wunschliste.

                  3. Hätten Sie die frühen Beiträge gelesen, dann wäre ihnen auch bewußt geworden, welche Rolle der Lebensunterhalt auf Hartz-Basis in den Herkunftsländern spielt. Die 100 Euro, von denen Sie sprechen sind dabei entscheidend, denn man kann in D gut von Hartz leben – mit all den anderen Absicherungen – und noch immer jeden Monat 100 Euro sparen. Die gehen dann nach Afrika, Syrien oder Rumänien – übrigens oft ohne unser Bankwesen zu tangieren.

                  Um zum Ausgangsartikel zurückzukommen: fast das ganze „rumänische“ Geschäftsmodell beruht auf diesem Surplus. Von den 100 Euro werden in Rumänien und Bulgarien ganze Dörfer unterhalten. Hinzu kommen Prostitution, Kriminalität, Scheingewerbe und natürlich Kindergeld.

                  Diese Gelder verbreiten sich in den Heimatkommunen blitzschnell als Nachricht und zerstören nebenbei die örtliche Wirtschaft. Warum sollte ein nigerianischer Bauer noch arbeiten, wenn er seinen Nachbarn dick werden sieht, der vom Geld seines Sohnes in D lebt? Eine solche Geschichte kann man hier lesen: https://www.spiegel.de/politik/ausland/migration-familie-eines-ertrunkenen-jetzt-ist-er-tot-und-wir-haben-nichts-mehr-a-a3bf5717-e294-409f-a556-b3d9263ee746

                  Aber Sie haben insofern recht, d.h. Sie erwähnen einen Faktor in einem komplexen Zusammenspiel von Faktoren, daß viele Menschen nicht die exakten Ansprüche auf Heller und Pfennig kennen – sie wissen aber oder glauben es zumindest, daß sie hier reich – verhältnismäßig – werden können und das auch, wenn sie sich nicht durchboxen müssen. Sie sehen die Autos, Häuser, Kühlschränke, Warenhäuser … aber sie erfahren auch, daß sie sie bekommen können. Mein Schüler Salim – eine Frau, drei Kinder – hatte nach zwei Jahren ein Auto gekauft, ohne je gearbeitet zu haben, weil er ein Analphabet ist – und sicher auch ein guter Tischler – und somit nie bei einem deutschen Unternehmen wird arbeiten können. Nach drei Jahren kam dann die Einsicht: Warum überhaupt darum ringen? Es geht uns sehr gut hier. Zwei Mal Hartz, drei Mal Kindergeld, freie Wohnung … ich sehe in Plauen einige meiner ehemaligen Schützlinge nun gepflegte Bäuche – Mann und Frau – vor sich hertragen – alle ohne Arbeitsvertrag.

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              • Test Bild schreibt:

                Lieber Seidwalk,

                1. Es sind klasse Leute – und mehr habe ich nicht gesagt. Sie neigen spiegelbildlich vieler linksorientierter Aktivisten Sachen zu sehen, die nicht da sind. Ihr letzter Artikel strotzt vor Stereotypen, die es ohne Frage zahlreich gibt und Twitter macht es nicht besser. Der größte Teil der heutigen Linken hat sich auf diese Art selbst erstickt und ist bestenfalls nur eine Karikatur. Was sie beschreiben sind linksliberale Zeitgeistler, die mit Nike und Adidas für eine vermeintlich bessere Zukunft kämpfen. Mir fällt es schwer, das als Links zu sehen. BLM in den USA kann ich nicht bewerten, in Deutschland sind das keine Linken. Wenn Sie nur im links/rechts Schema leben, dann werden Sie die Welt so sehen müssen.

                „Dennoch kann ich abstrahieren und die Bedeutung der Tatsache ihres Hierseins von meinen persönlichen Erfahrungen trennen.“ Das trauen Sie eben weder mir, noch irgendjemandem außerhalb Ihrer Blase zu – unterstelle ich Ihnen. Deswegen erkennen Sie auch nicht, wann eine Banane nur eine Banane ist.

                2. Ich negiere den Zusammenhang mit Flüchtlingen aus Asien/Afrika. Und obwohl ich mir manchmal nicht ganz sicher bin, liegt Serbien in Europa und europäische Binnenmigration funktioniert anders, ich wiederhole, um die ging es mir nicht.

                3. Rumänien liegt laut Diercke-Weltatlas auch in Europa. Was Hartz ist, erkennen die Flüchtlinge von außerhalb Europas erst, wenn Sie hier sind. Und dann werden die kleinen Träume wahr und dann entstehen Geschichten wie am Beispiel Nigeria. Rumänen und Serben kommen aus anderen Gründen und was Vucic angeht…dafür reicht der Platz hier nicht.

                Ihr Salim ist das beste Beispiel, warum das jetzige Konzept nicht funktioniert und nicht funktionieren wird. Nur wird kein Salim dieser Welt seine Reise abbrechen, weil Sie dem hier einen Zuschuss kürzen. Wir reden über Anreize zu kommen. Über Anreize sich zu integrieren und produktive Teilhabe an der Gesellschaft zu erlangen, haben wir doch noch gar nicht gesprochen. Und über den Segen (ja, ironisch) der europäischen Freizügigkeit auch nicht. Wir müssen nicht alles auf einmal.

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                • Ach, Stevanovic, Sie machen es einem schwer. Sie sind ein gebildeter Zeitgenosse, von dem man annehmen müßte, daß man sich gut unterhalten könne, aber wenn es um die Wurst geht, dann wechseln Sie den Diskurs, werden persönlich und verkomplizieren es unnötig. Ich habe aber keine Lust, auf alle Ausweichmanöver einzugehen, die nach erneutem Strategiewechsel zu neuen Ausweichmanövern führen würden und so das Gespräch ins Unendliche zerfasern. Dabei hätte es doch genügt, zu erklären, warum die Leute alle just in jene Länder wollen, wo es die größten Freibiere gibt? Oder Sie hätten einfach die Korrelation zwischen Anhebung und Ankunftszahl alternativ erklären können. Meinen Sie tatsächlich, die „Flüchtlinge“ haben 2015 gejubelt, weil sie jetzt sicher waren oder doch nicht eher, weil sie wußten, daß sie von nun an ihr Auskommen und das ihrer Familie sicher haben? Ich rede nicht von jenen, die das hier wirklich als Chance sahen, die studieren wollten, arbeiten, ankommen.

                  Was Sie dagegen tun, ist Leute zu klassifizieren: Peergroupblase, Stereotypen, Unterstellungen, Links-Rechts-Primitivität etc. Das sind alles Totschlagargumente, die sachlich nichts leisten.

                  Sehen Sie, ich wäre gern klüger, würde gern tiefer sehen, bin mir meiner Grenzen durchaus bewußt und stelle daher auch nie den Anspruch, alles erklären zu können. Immer wieder habe ich hier für Differenzierungen plädiert, versuche mich – wie Sie – auf allen Ebenen zu bilden. Komme zudem aus dem orthodoxen Marxismus, habe jede Menge Flirts mit verschiedensten Denkschulen – die meisten links – durch und bin durch 2015 gewaltsam in jene Spur gedrückt worden, auf der ich heimlich und unbewußt schon Jahrzehnte lief, ohne es zu wagen, mir das auch einzugestehen. Und vielleicht irre ich wieder – das lasse ich offen -, vielleicht gibt es noch eine ganz andere Bahn darunter?

                  Wenn jetzt jemand kommt und persönlich wird, dann muß ich den objektiven Teil akzeptieren – mangelnde Intelligenz -, aber gegen den subjektiven Vorwurf – mangelnder Wille, fehlende Bereitschaft, unterlassene Offenheit – müßte ich mich wehren. Es fehlt mir aber die Kraft dazu.

                  Sachlich haben Sie in zwei Vorwürfen recht: Man muß zwischen Europa und Afrika/Asien unterscheiden – man müßte zwischen jedem Land, ja zwischen jeder Person unterscheiden … und käme nie zu einem verallgemeinerungswürdigen Ergebnis.
                  Und man muß zwischen „Anreize zu kommen und Anreize sich zu integrieren“ unterscheiden, ohne freilich die Gemeinsamkeiten übersehen zu wollen. Es muß das Ziel sein – sofern man es überhaupt akzeptiert – daß nur jene Nichtflüchtlinge kommen wollen, die sich auch integrieren wollen und können. Das wird dann unmöglich, wenn man sie mit so viel Freibier lockt, daß sie davon gut leben und noch abgeben können. Zeitgleich ist das auch ein Integrationshemmer. Solange diese Anreize bestehen, können Auffanglager nur verzögern aber nicht lösen.

                  Alles andere geht mich nichts an, weil es mich nicht trifft. Sollten Sie mich dabei erwischen, ad-hominem zu argumentieren, dann lassen Sie mich das wissen. Mich interessieren Typen, nicht Individuen. So sollte der Artikel über die linke Psyche diese nicht komplett erklären, sondern er wurde als e i n Bsp. für e i n Motiv kenntlich gemacht und zudem Fortsetzungen angekündigt – und das trifft als Apriori für fast alle meine Artikel zu. Ansonsten befleißige ich mich weiterhin, auf der Sachebene nach meinen beschiedenen Möglichkeiten zu argumentieren und bitte die Kommentatoren, ähnlich zu verfahren. Dabei will ich nicht gewinnen oder das letzte Wort haben, sondern begreifen und verstehen lernen. Gerne auch von Ihnen.

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            • Pérégrinateur schreibt:

              Ergänzung zu „gezogen und nicht geschubst“. Vor wenigen Jahren gab es hierzulande eine Diskussion über die Erhöhung des Hartz-IV-Betrages um sage und schreibe fünf Euro pro Monat, also etwas über ein Prozent. Die Diskussion lief fast ein Jahr lang und das übliche Gegenargument aus der Politik war, man würde damit Anreize gegen eine Arbeitsaufnahme setzen.

              Unterstellen wir nun die Alle-Menschen-sind-gleich-Ideologie. (Ich hange ihr übrigens nicht an, da ich ein engeres Verhältnis zu Realitäten zu haben glaube als deren gewöhnlich Anhänger.) Danach müssten doch alle, die die oben genannten Bedenken hatten und dieser Ideologie anhangen, wie ein Mann schreien: „Garantiert ja nicht illegalen Zuwanderern die Verdrei- oder Vervierfachung ihres Monatseinkommens, sonst werdet ihr von Vorteilsnehmern überflutet!“ Ich habe aber keinen der Vorgenannten dies auch nur andeuten hören. Der offensichtliche Schluss a minori ad majorem wurde von keinem gezogen. Es wäre das vermutlich karrieretechnisch verkehrt gewesen, denn gewöhnlich schwimmt man doch als demokratischer Politiker im Strom des vermeintlichen Mehrheitsgefühls, selbst wo dieses gegen die Logik geht. (Noch so ein Punkt, in dem ich mich arroganterwiese erhaben fühle.)

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  2. Test Bild schreibt:

    Und es lohnt sich für (fast) alle! In meinem Dorf (ca 7000) beträgt der Migrantenanteil gute 50%. Warum? Naja, ganz einfach: die alternden Biodeutschen haben ihre Altersvorsorge ins Häuschen gesteckt, haben Wohnungen gekauft und nun im Alter will man es sich auch etwas gutgehen lassen. Leider wurde vergessen, genug Kinder zu zeugen, die die Wohnungen mieten oder die Häuser kaufen. Die wenigen gehen für Bimbes in die Ferne. Der Zuzug von Migranten wie mir bedeutete eine unglaubliche Geldschwämme und Wohlstandwachstum. Alleine durch mich wurde ein beträchtlicher 6-stelliger Betrag ausgeschüttet. Der Biodeutsche-Einzelhändler verdient an meinen Einkäufen, die biodeutschen Vereine an meinen Beiträgen, blabla…ohne meine Kohle müsste Oma mit dem Bus in die nächste Stadt zum Einkaufen fahren.
    Vielleicht würde man Rechte Positionen etwas ernster nehmen, wenn die Rechte nicht nur auf die Kostgänger schaut, sondern auf die existentiellen Vorteile und schieren Notwendigkeiten der alternden biodeutschen Bevölkerung. Der Alterswohlstand (wo es ihn gibt) resultiert eben aus dem Immobilienmarkt, der durch den Zuzug befeuert wird. Mit meiner Kohle kann der gute Mann entspannt 90 werden und die wegen Bimbes in die Ferne gezogenen Kinder besuchen. Solange dieser Versuchsaufbau nicht geändert wird, nutzt auch kein Jammern über Rumänen. Will die AfD die Altersvorsorge aus der sozialistischen Umlagefinanzierung nicht in eine freiheitliche/ eigenverantwortliche Privatform überführen? Und wann möchte Herr Meuthen dann der alten Dame verraten, dass ihr Häuschen eigentlich wertloser Müll ist? Einfach Fremde kulturell doof finden, wird nicht reichen. It`s the economy, stupid.

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    • Vielleicht würde man Kritik an rechten Positionen etwas ernster nehmen, wenn diese sich tatsächlich mit ihnen auseinandersetzen würden und vor allem nicht alles – vom rechten Armheber bis hin zur „Neuen Rechten“ als Intelligentia – über einen Kamm scheren würde. Hier wird sich inhaltlich nur mit letzterer beschäftigt und dort habe ich noch niemanden gelesen oder gehört, der sich gegen einen geregelten und übersichtlichen kulturellen und ökonomischen Austausch ausgesprochen hat. Jeder vernünftige Mensch weiß, daß es diesen Austausch gibt und es seiner bedarf. Wenn Sie sich selbst mit – nach deutschen Maßstäben – asozialen „Rumänen“ vergleichen, die über viele Generationen hinweg die Integration – die ökonomische und kulturelle – verweigern, dann argumentieren sie nicht seriös.

      Die Frage, wie man eine überalternde und schwindende Bevölkerung sinnvoll organisiert oder wie man für eigenen Nachwuchs sorgt, ist in D nie ernsthaft diskutiert worden (von Ungarn kann man da lernen); stattdessen herrscht das Mantra der Migrationsnotwendigkeit und die muß dann auch noch quantitativ bewertet werden. Ihr wahrer Antrieb ist gerade nicht die ökonomische „Notwendigkeit“, sondern ein humanitaristischer Moralismus. Das Ökonomische wäre über Arbeitsverträge zu leisten, dazu bedarf es keiner Migration, Integration, Staatsbürgerschaft etc. – die ganze Diskussion wäre obsolet.

      Dabei ist die Frage der Menge tatsächlich entscheidend. Selbst wenn nur hoch ausgebildete Zuzüge kämen – überschreiten sie eine gewisse numerische Grenze, kommen sie zudem aus außereuropäischen Kulturen und sind sie mit einer stark vereinnahmenden religiösen und kulturellen Identität behaftet, dann werden sie das Land ihrer Träume sukzessive kulturell verändern – bis zur Unkenntlichkeit – und haben das schon längst getan. Diese Veränderungen sind aber nicht organisch – nur um dem Popanz „Die Rechten akzeptieren keine Veränderungen“ vorzubeugen. Davor kann man die Augen verschließen oder es wahrnehmen – je nach politischer Inklination.

      Machen Sie doch einfach mal den Gegentest: Stellen Sie sich Ihr Herkunftsdorf in Ex-Jugoslawien vor und siedeln Sie dort innerhalb von drei Jahrzehnten 50% Deutsche oder besser kultur- und religionsfremde Menschen an, durchschnittlich schlecht gebildet, die weder Sprache noch Tradition übernehmen wollen, zur Segregation neigen, für Teile der Kriminalität verantwortlich sind …, oder, um realistisch zu bleiben, ein Mix aus all diesem … und nun erzählen Sie uns, daß die Bevölkerung dort sich freuen würde. Allein, in D muß das funktionieren, was nirgends auf der Welt funktionieren würde.

      It’s the culture, stupid!

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      • Test Bild schreibt:

        Oh, je lieber Seidwalk. Sie müssten gemerkt haben, dass ich Rechte nicht per se als Rassisten ansehe (obwohl die Wahrscheinlichkeit einem in diesen Kreisen zu begegnen, um etwas zu untertreiben, nicht gerade gering ist, aber geschenkt) und schon mal gar nicht sie. Und mir ist bewusst, dass, wenn sie eine Szene wie oben beschreiben, damit nicht meinesgleichen meinen. Das nur mal grundsätzlich.
        Ich bin in jeder Hinsicht privilegiert. Als ich sozialisiert wurde, war ich einer von einer Handvoll Gastarbeiterkindern an der Schule, meine Peergroup war Deutsch. Ich denke und träume auf Deutsch. Ich bin weiß (falle also nicht auf) und komme schon aus YU aus einem bildungsbürgerlichen Haushalt. So zu tun, als ob ich die gleichen geringen Chancen hätte wie ein rumänischer Roma, ist nicht nur unseriös, es wäre geradezu lächerlich larmoyant. Ich bin der Mercedes unter den Migranten. Und an der Stelle treffen wir uns: Den optimalen Versuchsaufbau, wie ich ihn gehabt habe, hat keiner der Neuen, nicht im Ansatz. Es ist lächerlich zu glauben, dass die die gleiche Integrationsleistung vollbringen können, wie ich seinerzeit. Was wir heute machen, nennt sich erfolgreiches Scheitern. Ja, die Menge macht es. Ich habe Ihnen mein Dorf beschrieben – keine Chance. Wir sind im besten Fall Strandgut der Weltläufe, aber keine Gemeinschaft und wir werden es auch nicht werden, weil die Besetzung sich im Jahrestakt ändert. Integration finden nicht im Sprachkurs statt und solange die Peergroup wie im Milchshaker gerührt wird, wird das auch nicht passieren. Da haben sie aus kultureller Sichtweise absolut recht.
        Der Voraussetzung dafür sind aber ökonomisch. Beispiel: Hinter fast jedem Neuzugang der letzten Jahre steht ein deutscher (klar, nicht immer) Vermieter. Das Schmerzensgeld für die kulturellen Unannehmlichkeiten ist beträchtlich und kann in der Höhe nicht nur durch meinesgleichen aufgebracht werden. Das ist ein Trugschluss, auch von Ihnen. Es kann ökonomisch nicht einfach so weitergehen, aber halt nur ohne Araber und Roma, Türken oder wen auch immer. Qualifizierte Zuwanderung ist eine Umschreibung für den Wunsch, dass alles so bleibt, wie es ist, nur in schöner. Von Ihnen und Gauweiler bis Petra Roth sind alle für qualifizierte Zuwanderung. Das ist doch ein guter Hinweis, dass die Kuh so nicht fliegen kann. Solange die Schlachthöfe/Werke in Deutschland und nicht in Rumänien gebaut werden und Omas nicht sozial abgesichert sind, wird sich nichts ändern. Das Humanistische treibt vielleicht einen jungen Aktivisten um, aber bestimmt nicht Vodafone oder Bertelsmann. Mit der Ayatollah-Hayek Sekte ist kein Staat zu machen.

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        • Robert X. Stadler schreibt:

          Als Antwort auf Test Bild.

          Was man sieht: Eigentümer von Immobilien und Kapital, die von der zusätzlichen Nachfrage profitieren.

          Was man nicht sieht: Nicht-Eigentümer von Immobilien und Kapital, die mit der zusätzlichen Nachfrage (Wohnungsmarkt, Schul-, Gesundheits- und Sozialsystem) konkurrieren, bzw. die mit dem zusätzlichen Angebot an Arbeitskräften konkurrieren. Unqualifizierte Zuwanderung trifft Unterschichten, qualifizierte Mittelschichten.

          Im Ergebnis: Umverteilung von unten nach oben, Entmengung und Entfremdung der Schichten, white flight, Ghettobildung, Dichtestress, unaffordable family formation etc.

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        • @ Test Bild

          Und ich glaube nicht mehr an das Primat der Ökonomie – das habe ich zu meinen marxistischen Zeiten noch getan. Damals hieß das Kapital noch Krupp, Siemens und Mercedes, das waren handfeste Unternehmen mit handfesten Produkten. Heute heißt das Kapital Youtube, Twitter oder Amazon und ist weit weniger leicht zu fassen und es erfindet sich als woke capital gerade neu, es hebt selbst das ökonomische zugunsten eines moralischen Primats auf.

          Aber auch zuvor gab es diese Tendenz schon lange – sie hat sich politisch durchgesetzt. Theorien, die von einer rein wirtschaftsbestimmten Politik ausgehen, kann ich nicht ernst nehmen, nicht nur, weil es sich oft um VT handelt. Hier gibt es komplizierte Verwindungen und Interdependenzen von Politik, Wirtschaft und Ideologie und ja nicht zum ersten Mal in unserer Geschichte.

          Ich bin auch nicht per se für qualifizierte Zuwanderung, halte sie aber sinnvoller als eine unkontrollierte. War es nicht Zetsche, der im Schicksalsjahr 2015 davon sprach, Flüchtlinge würden ein Wirtschaftswunder hervorbringen und Daimler wäre bereit, in großer Zahl einzustellen? Am Ende waren es 25 oder so, die er unter anderthalb Millionen für das eigene Haus ausfindig machen konnte.

          Ich meine hingegen, wir sollten über kontrollierte industrielle Abrüstung nachdenken und den demographischen Schwund als Chance sehen. Anzuheben wäre hingegen das geistig-seelische Niveau. Wieso die heutigen Ökoaktivisten, die zudem meist radikale Migrationsbefürworter sind, diesen Widerspruch nicht sehen, ist schwer verständlich. Einerseits will man D von heute auf morgen ausstoßfrei machen, andererseits werden Millionen Menschen hereingeholt und von einem vielfach niedrigeren Gesamtverbrauch auf den westlichen gehoben – weswegen sie freilich auch kommen, als Sargnagel in jederlei Hinsicht. Hinter ungehinderter Migration steht ein gnadenloser Fortschritts- und Wachstumsgedanke.

          Übrigens ist auch Ihr Dorfbeispiel und die Rede vom „es lohnt sich für (fast) alle“ nicht ernst zu nehmen, wenn man etwa Ihre Schilderungen bei AP liest: „Frau Assmann kann gerne mal mit Kippa oder Israelfähnchen durch mein Dorf laufen, vielleicht bekommt der Begriff „Einschüchtern“ oder die Wendung „Atmosphäre der Angst“ für sie eine neue Bedeutung. Ich mag nicht mehr Leute hören, die schön erklären können, warum das alles irgendwo Sinn macht und die im schlimmsten Falle mal angezickt werden, um dann loszujammern.“

          Das klingt nun nicht nach Erfolgsstory. Es werden wohl, wenn man Ihrer demographischen Beschreibung folgt, nicht „die Rechten“ sein – von denen Sie den überdurchschnittlichen „Rassismus“ erwarten -, die Frau Assmann das Leben schwer machen würden, oder irre ich?

          Und Sie und alle anderen sollten akzeptieren lernen, daß etwa die Ossis, derartige Zustände nicht wollen. Es ist überhaupt eine unangenehme Hybris vieler Migranten, auch erfolgreicher – exemplarisch Saša Stanišić -, anzunehmen, daß eine indigene Bevölkerung Neuankömmlinge zu mögen habe. Man kann das erhoffen, man sollte es sich erarbeiten – mehr geht nicht.

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          • Osteuropa ist ausgelutscht wie ein Calippo-Eis und hat nicht annähernd genug Bevölkerung und schon gar nicht Qualifizierte, um die Geschäftsmodelle der großen westlichen Einwanderungsstaaten anzutreiben. Ein Blick auf die Bevölkerungszahl und deren Entwicklung sollte eigentlich selbsterklärend sein. Bleiben noch Italien und Spanien und wenn die Zahlen nicht täuschen, sind wir doch schon mittendrin. Das wusste natürlich auch Zetzsche. Alternative Quellen müssen her. Weil aber die kulturelle Integration ein Generationenaufgabe ist und nicht im Fünfjahresplan erfolgt, mithin der Nachschub die Kapazitäten der integrativen Verarbeitung bei weitem übersteigt, sind wir da, wo wir sind. Die Debatte, was nun des Pudels Kern sei, Kultur oder Wirtschaft, führt zu nichts.
            Die Idee der Qualifizierten Zuwanderung ist die Idee, nur noch den Rahm abzuschöpfen, um das Geschäftsmodell beizubehalten, was direkt vom wirtschaftlichen Misserfolg unserer EU-Partner abhängt. Sollte der Aufschwung im Süden gelingen und der Osten erblühen, wer putzt dann hier die Fenster? Die Feststellung, dass Polen den Punkt erreicht hat, an dem es kein Auswanderungsland mehr ist, wird in so manchem Think Tank/Firmenzentrale Stirnrunzeln verursacht haben. Nicht weil sie böse sind, sondern weil sie blöde wären, nicht weiterzudenken. Die Kosten trägt weder der Betrieb noch die Anleger, auch nicht die gutbezahlten Mitarbeiter, Robert X Stadler hat es schön beschrieben. Die Kosten werden sozialisiert. Wie soll ich meinem Nachbarn Antisemitismus erklären, wenn ich ihm nicht den Weg zum Arzt beschreiben kann? Ob sich Publizisten untereinander anzicken, ist nicht wirklich mein Problem, Frau Assmanns Probleme hätten viele gern. Ich bin da zu sehr auf meinen Bauchnabel fixiert. Ich hatte gehofft, sie würden den sarkastischen Unterton bei „(fast) alle“ erkennen, aber ich bin kein Publizist, ich kann so was nicht immer deutlich machen.

            Zu Ihrem letzten Absatze kann ich nur ausdrücklich sarkastisch antworten: Danke, dass sie mich nach Jahrzehnten meines Lebens in Deutschland und einer Jugend in der Vordereifel darauf aufmerksam machen, den jahrelangen Spott als Autodieb und Hütchenspieler hatte ich ganz falsch eingeordnet. Wäre Ausländerfreundlichkeit ein Kriterium bei der Wahl meiner Freunde gewesen, wäre es eine sehr einsame Jugend geworden. Ich hatte aber viele und habe sie noch heute. Also danke für den Tipp.
            Die Ossis sind mir nicht fremd, weder als knorzige Deutsche, noch als Provinz. Stanisic kenne ich nicht, nur aus dem Handtke-Zusammenhang. Ich lebe auf dem Dorf und ich gehe hier nicht mehr weg. Doch, ich glaube, ich verstehe die Leute. Das Ossi-Gejammer über die Wiedervereinigung ödet mich zugegeben etwas an, fragen Sie doch ihre ungarischen Nachbarn, wie sie die 90er erlebt haben. Bangkok an der Donau, war mal so eine Beschreibung für Budapest. Das ist Dresden erspart worden und dafür sollten Ossis Gott jeden morgen danken. Wer Glück hatte, sollte es Glück nennen.

            „Ich meine hingegen, wir sollten über kontrollierte industrielle Abrüstung nachdenken und den demographischen Schwund als Chance sehen.“
            Ja, das ist die Pointe. Und die hat, wegen den beschriebenen Interessen, mehr Sprengkraft als jedes „Ausländer raus“ Gebrüll in Ihrer doch weitläufigen politischen Wahlverwandtschaft. Weswegen ich gerne an der Stelle zum AfD-Beitrag wechseln würde….

            Seidwalk: Gut, daß Sie es gesagt haben – gerade aus dem Spam gefischt.

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