Die Hildmann-Show

Seit Wochen werden wir nun mit der Attila-Hildmann-Show bespaßt. Seine zweite Karriere als Verschwörungsfuzzi hat seine erste als Vegankoch längst übertrumpft.

Weshalb aber informiert man das deutsche Fernsehvolk so ausführlich? Und wozu?

Veganes Kochen dürfte – trotz vieler offensichtlicher Vorteile – kein ausreichendes Kompetenzzeichen für politische und historische Expertise sein. Hildmanns Meinung ist privat und ganz persönlich, Paradebeispiel eines Einzelfalles – wenn es je einen gegeben hat. Nichts rechtfertigt die mediale Verstärkung seiner gewagten Thesen, die immer gewagter werden.

Da liegt der Hase im Pfeffer. Die Medien treiben eine verwirrte, vermutlich auch verzweifelte Seele vor sich her, immer weiter in die Ecke – wir wissen in welche – und provozieren den ultimativen Skandal. Umgekehrt tut die Aufmerksamkeit, die der Getriebene von anderen Exzentrikern bekommt, seiner Psyche nicht gut, die fast zwangsläufig an Größenwahn erkranken muß. Jene wiederum werden erst durch die mediale Aufmerksamkeit angezogen – ein sich selbst verstärkender, beschleunigender Prozeß.

Es ist doch eigentlich ein jämmerliches und bemitleidenswertes Bild, das Hildmann abgibt, wenn er – „falls er Reichskanzler wäre“ – mit abgespreizten Armen Ex-Politiker Beck auf öffentlichem Platz die Todesstrafe durch „in die Eier-treten“ wünscht, von jüdischen Verschwörungen faselt oder vom segensreichen Hitler und Merkels geplantem Völkermord via Aids, und dabei von aufgeheizten und überdrehten Figuren sekundiert wird. Der Schritt zur öffentlichen Leugnung ist nicht mehr fern – dann endlich hat man ihn, wo man ihn haben will.

Kann es sein, daß unsere Medien gerade bei einem weiteren Versuch ertappt werden, uns die häßliche Fratze „des Rechten“ und die vermeintlichen Gefahren, die von diesem ausgehen, zu erschaffen, zu entwerfen und zu modulieren?

Leute wie Hildmann, Naidoo, Jebsen und andere – auf unterschiedlichem Niveau –, die geheimnisvoll und mit verdrehten Augen in Kameras wispern, sind die unfreiwilligen Helfer, die nützlichen Idioten des Systems, das zu entlarven und zu bekämpfen sie vorgeben.

Wären sie es nicht, wären sie funktionslos, man könnte und würde sie ignorieren, so wie man freiwillig die täglichen anderen Einzelfälle ignoriert, die den Wahnsinnszustand unserer heutigen Gesellschaft anzeigen könnten.

Ein Gedanke zu “Die Hildmann-Show

  1. Sie haben recht: Hildmann ist ein nützlicher (oder schädlicher, je nach Blickwinkel) Idiot. Jedenfalls ein Idiot. Ein Vollidiot. Bevor das Modem ans Netz ging, ließ man solche Leute in ihrem Winkel herumsabbern, interessierte niemanden. Jetzt sabbern und kotzen sie in der ganzen Welt herum und finden erstaunlich viele Gleichgesinnte, die sich damit bekleckern möchten. Und merkwürdigerweise findet sich dann immer auch jemand, der die Aufforderung, jetzt endlich mal tätig zu werden, in die Tat umsetzt. Meist ein anderer sabbernder Vollidiot, dessen Leben überschaubar blieb, bevor der einen DSL-Anschluss hatte. Es handelt sich also bei Hildmann nicht einfach um die Wahrnehmung seines Rechtes auf freie Meinungsäußerung. Der Aufforderungscharakter seiner Absonderungen erhält durch die gegebenen technischen Möglichkeiten eine ganz andere Relevanz und Reichweite als die des stinkenden Stammtischbruders. Habe ich schon oft gesagt, stellen Sie immer wieder in Abrede, müssen Sie ja, ändert aber nix: auch Relativierungen in solchen Dingen sind funktionaler Bestandteil der Demontage von Rechtsstaat.

    Seidwalk: Ich habe nicht gesagt, Hildmann sei ein Idiot, ich sprach vom nützlichen Idioten – das ist ein gravierender Unterschied, das ist eine Funktions- und keine Eigenschaftszuschreibung. Für mich ist er ein Getriebener, Verwirrter und Verzweifelter. Im Übrigen habe ich Hildmann zum ersten und letzten Mal thematisiert – ihr zweiter Teil ist obsolet. Lynx, wenn Sie nicht bald Lesen lernen, werde ich Ihre Beiträge aussortieren – ich habe keine Lust mehr auf Ihre Pseudodebatten.

    Skeptiker: „Bevor das Modem ans Netz ging, ließ man solche Leute in ihrem Winkel herumsabbern, interessierte niemanden. Jetzt sabbern und kotzen sie in der ganzen Welt herum und finden erstaunlich viele Gleichgesinnte, die sich damit bekleckern möchten.“ – Lynx – sind Sie in die Phase der Selbstkritik eingetreten?
    Seidwalk – warten Sie bitte noch ab – Goethe meinte, mit 80 Jahren das Lesen noch nicht gelernt zu haben. Vielleicht gelingt der Sprung vom optischen Erfassen zur intellektuellen Verarbeitung doch noch.

    Lynx: Wäre das langweilig hier, wenn ihr euren Hofnarren nicht hättet

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