Die unerträgliche Leichtigkeit des Rassismus

„Vielleicht ist diese Maßnahme ein Weckruf, daß wir alle gemeinsam – Spieler, Vereine, Verbände und Fans – endgültig diesem Problem Herr werden. In einer solchen Situation sind uns Werte und eine klare Haltung wichtiger als ein Sieg oder eine Niederlage auf dem Platz.“ (Hertha BSC)

Die Vorwürfe gegen eine junge Fußballmannschaft aus Sachsen gehen mir nahe. Man hatte den Spielern aus Auerbach i.V. Rassismus vorgeworfen. Der Ankläger war kein Geringerer als Hertha BSC in Gestalt des Jugendtrainers  Sofian Chahed, einem Deutsch-Tunesier, der einst auch für die Hertha auf großer Bühne aufgelaufen war.

Der Fall geht mir nahe, weil ich circa 500 Meter Luftlinie vom Platz des Geschehens meine Kindheit und Jugend verbracht habe, weil das mein Revier ist, weil ich den Platz kenne, einige der Verantwortlichen zumindest vom Sehen her und vor allem, weil ich die Auerbacher kenne. Sie sind mir heute in ihrer kleinen Welt oft fremd, aber sie sehen – wie es Sachsen so an sich haben – oft besser durch die Begriffsnebel, als Politik und Intelligenz zusammen.

Von meinem „Kinderzimmer“ aus konnte ich den Platz erspähen, hörte sonntags den Torjubel und stand selber einige Male am Spielfeldrand oder habe auf diesem Rasen gekickt, als er noch öffentlich nutzbar war. Fußball war damals nicht mein Sport, ich gehörte zum Wasserball, dem anderen Vorzeigeklub in Auerbach.

Und daher wußte ich, daß man ein Schimpfwort im vogtländischen Kontext nicht zwangsläufig als rassistisch bezeichnen kann[1]. Die Sprache dort ist mitunter rauh und hart. Die Floskel „wie Sau“ oder „die Sau Alter“ – ich hatte sie hier kürzlich aus Authentizitätsgründen genutzt und mir wohl dafür Sprachkritik eingehandelt – gilt dort als positiv, als eine besondere Form der Bewunderung, der affirmativen Steigerung und wer das nicht weiß, muß sich vor den Kopf gestoßen fühlen. Ich selbst benötigte einige Aversionserfahrungen, um sie aus meinem Wortschatz zu streichen – zumindest außerhalb der vier Wände.

Das exakt ist der Punkt dieses Artikels.

Nachdem Hertha nämlich am 14.12. diesen schlimmen Vorwurf erhoben hatte, verstärkt durch den Spielabbruch – beim Spielstand von 2 : 0 für die Berliner –, nachdem dies sofort in den großen und den sozialen Medien verbreitet und als tapferer Akt der Zivilcourage gefeiert wurde, wandte sich der kleine Klub aus den Bergen mit einer Gegendarstellung an die Öffentlichkeit – und erntete einen Shitstorm.

Diese Sachsen wieder: Erst rassistisch bis zum geht nicht mehr und dann auch noch rechthaberisch – tatsächlich werden die Vogtländer in einem alten Lexikon als „zänkisches Bergvolk“ definiert, was sie sich bis heute immer wieder stolz selbst erzählen. So etwas nehmen die da unten nicht übel – aber die Rassismuskeule sehr wohl.

Die Auerbacher hatten nun also noch am selben Abend eine „Stellungnahme“ ins Netz gestellt, die aufgrund ihrer Rechtschreibfehler die emotionale Lage der Schreibenden gut wiedergab. Volkhardt Kramer, der Vereinschef, der wohl hinter diesem Text steht, gilt im Ort als verdienstvoller Mann, ohne den es den VfB und seine Erfolgsgeschichte so nicht gegeben hätte. Dort las man eine ganz andere Erzählung von überhartem Spiel der Herthaner, von permanenten Beleidigungen gegen die Provinzspieler und ähnlichem. Spätestens da wurde ich stutzig.

Mittlerweile hat sich der Nebel etwas geklärt. Kramer trat beim MDR sogar vor die Kamera und erklärte den Vorfall als Spiegelbild der Gesellschaft: „unser Zusammenleben wirkt  gestört“, das sähe man auch auf den Fußballplätzen. Ein bemerkenswerter Satz für einen Fußballmanager.

Weder das Schiedsrichtergespann noch die Zuschauer haben etwas von rassistischen Äußerungen mitbekommen und als sogar ein Lokalpolitiker, ein Kreisrat der Partei „Die Linke“, der ebenfalls Zeuge des Vorfalls war, mit einem öffentlichen Brief auftrat, drehte sich das Blatt der Interpretationen, da man doch annehmen muß, daß das rassistische Narrativ perfekt in die Weltsicht der Linken passen würde und wunderbar ausgeschlachtet werden könnte. Aber auch dieser Mann hatte nichts mitbekommen, bestätigt allerdings die bösen Verunglimpfungen der Berliner, die Spieler, Trainer und Zuschauer als „Nazis“, „Hurensohn“, „Schwuchteln“ und dergleichen beschimpften, andere Quellen wollen „Ich fick deine Mutter“ und ähnlich authentisch klingende Aussagen gehört haben.

Man könnte also zu einer ganz anderen Chronik gelangen, die in etwa so ginge: Es gab Spannungen in der Berliner Mannschaft, das Spiel wurde hart und unfair geführt, der Ärger so abgebaut. Es flogen Beschimpfungen hin und her und bei einer Nähesituation, als man sich in einer Mauer gegenüberstand,  fiel ein Wort, das man auf Berliner Seite gern als rassistisch interpretieren wollte.

Die Chance war zu verlockend, zum einen den frustrierenden Nachmittag zu beenden, als auch die Tapferkeitsmedaille für Zivilcourage zu gewinnen. Die Unterstützung der Medien war den mutigen Berlinern gewiß – nichts paßte besser in das herrschende Narrativ vom renitenten Sachsen und vom allgegenwärtigen Rassismus, als ein böses Wort gegen einen vermutlich farbigen oder migrationshintergündigen Spieler. Das Allerweltswort „Affe“ oder „hau ab hier“ klingt dann nach „Rassismus“ oder „Exklusion“, so wie man aus „Schwein“ oder „Sau Alter“ „Antisemitismus“ hätte filtern können.

Und warum sollte Hertha das Spiel beim Stand von 2 : 0 abbrechen, kam immer wieder als Argument. Ganz einfach: weil das Spiel zum einen gewonnen war und weil man mit der Unterstellung zudem noch den Hauptpreis für Tapferkeit im Kampf gegen Rassismus erringen konnte.

Werden soziale und unsoziale Medien nun einen Aufschrei der Empörung wegen „Homophobie“ unter Migrantenkindern von sich hören lassen? Wohl kaum. Der rechte Sachse paßt besser ins Bild. Und genau deswegen gehört nicht dem Hertha-Trainer die Tapferkeitsmedaille angeheftet, sondern Kramer und seiner Truppe, denn sie haben sich wahrhaft mutig gegen das gängige Narrativ gewandt, wohl wissend, daß man damit heutzutage keinen Blumentopf gewinnen kann. Auch Patrick Müller von den Linken gebührt Hochachtung!

Für das Eigene einstehen, der Verlockung zu widerstehen, „das Richtige“ zu sagen, sich nicht in den Strom der Meinungseinheit zu begeben, aufrecht vor der Kamera zu stehen und eine große Summe zu ziehen … das sind „cojones“, wie man heutzutage auf Fußballplätzen sagt. Das sind meine Auerbacher!

Aber die zwei Lehren, die ich eigentlich aus der Geschichte ziehen möchte, sind ganz andere.

Weit davon entfernt, die Auerbacher frei zu sprechen – natürlich ist es denkbar, daß sie sich rassistisch geäußert haben –, scheint mir wichtiger, einmal mehr dafür zu plädieren, Geschichten aller Art zu mißtrauen. Es gibt die Pflicht – bevor man sie öffentlich erzählt – unter der Oberfläche zu wühlen, die Hintergründe, Zusammenhänge zu klären … Dann wird man immer wieder feststellen, daß dem Augenschein oder den einfachen Erklärungen nicht zu trauen ist. Es ist immer komplexer als man denkt. Die Wahrheit schillert.

Und: seid vorsichtig mit diesen Totschlagbegriffen wie „Rassismus“, „Antisemitismus“, „menschenverachtend“ und dergleichen. Sie sind einerseits leer und hohl geworden und gerade deswegen messerscharf: sie können Lebensbahnen umlenken.

[1] Die tz berichtet zeitnah: „Herthas U16-Coach Sofian Chahed hatte der Bild erklärt: „Ich hörte, wie unser Spieler laut rief: ‚Ey, wir wollen doch einfach nur Fußball spielen‘. Es kam zur Rudelbildung. Als ich mir meinen Spieler an die Seite rief, berichtete er mir, daß die Sätze ‚Wer ist hier im richtigen Land? Verschwinde aus unserem Land‘ gefallen sein sollen. Daraufhin sind wir vom Platz gegangen.“ Im Nachgang der Partie steht nun vor allem die Wortwahl der Beleidigungen im Mittelpunkt, vonseiten Auerbachs zeigt man nämlich durchaus Zweifel am Ausmaß der Beschimpfungen.“

Stand 17.12. 2019

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16 Gedanken zu “Die unerträgliche Leichtigkeit des Rassismus

  1. lynx schreibt:

    Oops, da habe ich mit dem Stichwort M. wohl etwas „getriggert“, was nun wahrlich nicht meine Absicht war. Ich wollte eigentlich nur das Mütchen Sachsenstolz ein wenig kühlen. Aber sei`s drum, dann gehen wir halt, nach Einnahme einiger befeuernder Globuli, in medias res, und bevor ich mir hier selber die Finger wund schreibe, erlaube ich mir die Frankfurter Rundschau zu zitieren, die die arrogante Ignoranz von Verfassungsgrundsätzen des Herrn M. genau auf den Punkt bringt, wie ich ihn auch wahrgenommen habe:
    „Seine absurdeste Wortdreherei wird dabei leider niemals hinterfragt. In bester Beamtenmanier mahnt er an, dass es sich bei den Menschen aus Kriegs- oder Notgebieten keineswegs um „Flüchtlinge“ handelt – das seien sie erst, wenn eine deutsche Behörde ihnen diesen Status anerkannt hätte. Und direkt danach erklärt er den wunderbaren juristischen Catch-22, dass eigentlich keinerlei Migranten in Deutschland aufgenommen oder auch nur geprüft werden dürften, weil sie schließlich aus einem Nachbarland kämen und alle Nachbarländer sichere Drittstaaten sind.
    So einfach sieht also seine Welt aus: Die Menschen, die aus Bürgerkriegsländern flüchten, sind keine Flüchtlinge, weil sie hier noch nicht anerkannt sind. Und hier können sie nicht anerkannt werden, weil die Nachbarländer sich gefälligst drum kümmern sollen. Wie man sich eine Welt ganz ohne Flüchtlinge herbeiredet und sich von jeglicher humanitärer Verantwortung freispricht – mit Hans-Georg Maaßen. Wenn man bedenkt, dass diese humanitäre Verantwortung eigentlich in der Verfassung festgehalten ist, kann man nur froh sein dass diese Person nicht mehr der oberste Wächter dieser bundesdeutschen Prinzipiensammlung ist.“ https://www.fr.de/kultur/tv-kino/markus-lanz-zdf-biedermann-brandstifter-tv-kritik-zr-13348622.html

    Ich weiß nicht, hält sich M. für besonders bauernschlau? Hat er gelernt von angloamerikanischen Vorbildern, wie man Leute in Rage bringen kann durch das geschickte Verquicken von jeweils halbwahren Befunden? Hier glaubt man ihm, daran habe ich keine Zweifel. Ich persönlich halte sein Verhalten (mit Staatspension) für unlauter, schädlich und, ja, winkeladvokatisch.

    Doch eigentlich hatte eben Freya Klier die wichtigere Botschaft, in dem es ihr in wenigen Sätzen gelang, die Kontinuität autoritärer resp. totalitärer Verhaltensmuster in Ostdeutschland aufzuzeigen, inkl. weggepacktem SED-Geld, mangelnde Erfahrung mit Fremdem, fortgesetzte Nazikulte in der DDR usw. usf. – Sie wird es wissen, aus eigener leidvoller Erfahrung.

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    • Um das hier abzuschließen. Lesen Sie das Sachsen-Heft der „Sezession“. Freya Klier bietet ein Erklärungsmodell – es gibt andere, die weiter denken.

      Ausgerechnet der Artikel in der FR ist an Voreingenommenheit und Parteilichkeit nicht zu überbieten. Richtig ist: Maaßen hat sich streckenweise nicht sonderlich gut verkauft, was in einer solchen Situation wohl selbst für einen wie ihn nicht einfach ist. Wahrhaft interpretationswürdig ist freilich die mehr als unseriöse Fragemethode des Herrn Lanz und auch Sundermeyer kann über seinen Ideologieschatten nicht springen. Leider keine Zeit jetzt dazu, das auseinanderzunehmen.

      Und damit lassen wir es bitte genug sein! Zurück zu den Phänomenen!

      Lynx: Es gibt nun wirklich keinen Grund, das Sachsen-Heft zu lesen, insbesondere so lange sich die dortige AfD so benimmt, wie sie sich benimmt. Das ist die Hellsichtigkeit der Freya Klier. https://www.zeit.de/politik/deutschland/2019-12/lars-herrmann-afd-sachsen-austritt-fraktion-partei
      Das müssen Sie nicht freischalten, es landete gerade nur noch auf dem Schreibtisch und passt leider ins Bild, das man sich so ganz anders wünschen würde.

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      • Michael B. schreibt:

        @lynx

        > und passt leider ins Bild, das man sich so ganz anders wünschen würde.

        Wenn Sie das tatsaechlich tun wuerden, wuerden Sie weitergraben und sehen, dass – wie meist – die Personalie aus Ihrem zitierten Link halt nicht mal simpel mit ‚wegen Kritik an Hoecke gefeuert‘ erklaert ist, sondern die Dinge verschiedene andere Komponenten enthalten, die das Genannte eher als den Strohmann dastehen lassen, der er m.E. ist.
        Z.B. gehoerte der Mann bis zuletzt zu den Petry-Anhaengern in der Partei AfD und hatte damit schon laengere Zeite keine Zukunft dort. Er macht es jetzt auch genauso wie sie – liess sich ueber die Partei AfD waehlen, geht dann raus aber bleibt gut bezahlt im Bundestag sitzen. Die Waehler in den Wahlkreisen der hinteren Saechsischen Schweiz sind heutzutage entsprechend ’not very amused‘, was die Person Petry betrifft.
        Er ist auch Beamter der Bundespolizei und was damit seine Zukunft dort betrifft, das kann er sich an fuenf Fingern abzaehlen. Eine neugeschaffene gut dotierte Arbeitsstelle wie diejenige fuer des saechsischen Ministerpraesidenten Gespielin wird es garantiert nicht sein. Schon gar nicht bei dem Abhaengigkeitsnetz in das sich dieser zum Zweck des Ausschlusses einer Partei von der Regierung begeben hat, die von einem Viertel der Waehler dafuer gewaehlt wurde.

        Sorry fuer den Abstieg in die Niederungen der Politik. Das gibt es alles und wird es weiter geben, hat allerdings nichts mit den Kernproblemen oder irgendeiner fabulierten Hellsichtigkeit zu tun.

        Lynx: Als Antwort auf Michael B..
        Bzgl. der „Geburtswehen“ der Eigenständigkeit gebe ich Ihnen recht. Aber ich glaube eben nicht, dass dieses stärkere Vertreten von Eigeninteressen darin bestehen kann, dass wir unsere Nachbarländer, die in Bezug auf die Migration sozusagen „Frontstaaten“ sind, verärgern. Selbstherrliches deutsches Agieren hat uns WK 1 beschert. Ich habe es neulich schon einmal gesagt: Migration ist nicht wie eine Erkältung, die geht nicht mehr weg in absehbarer Zeit. Wir brauchen kluge Strategien dafür. Abschottung ist die dümmste, weil sie an anderer Stelle zu Staus führt, die dann irgendwann überlaufen. Das ist eine Vogel-Strauß-Haltung. Es gibt auch nicht die eine gute Lösung (Schleusen auf ist sie sicher auch nicht), sondern nur einen Strauß von Handlungen. Zumutungen werden, wie schon in der Vergangenheit weit zurück, immer damit verbunden sein. Da muss ich auch ständig mein eigenes Kleinhäuslerdenken nachjustieren, was mir manchmal echt schwerfällt, in der täglich volleren, engeren, unverständlicher parlierenden Trambahn etwa.

        Michael B.:
        @lynx
        Verstehen Sie nicht, was die Frau in diesem Artikel herausarbeitet? Und was das mit einer Schlussfolgerung wie von mir in einen Satz gefasst, damit zu tun haben koennte?

        Lynx: Das ist ein Teilproblem, wenn auch ein Unerfreuliches. Sie wissen doch: immer und überall gibt es die 8% Arschlochquote. So weit sind wir hier noch lange nicht. Ich würde mich auch daran stören, wenn man reaktionäre Sachsen mit den Deutschen gleichsetzen würde. Auch sie sind ein Teilproblem.

        Michael B.: Sie wollen also nicht, lynx. Auch gut. Das Stoeckchen lasse ich dann mal liegen. Das rundet das Bild ab
        🙂

        Lynx: Das meinte ich mit Kleinhäuslerhorizont.

        Michael B:
        > viele der Kommenden sind keine klassischen Flüchtlinge sondern einfach Migranten. Doch ändert das etwas?
        Ja, denn es ist die spezielle Kultur, die sie mitbringen:
        https://www.tichyseinblick.de/meinungen/der-traum-vom-guten-leben-in-der-familie-wie-arabische-clans-funktionieren/
        Und die will ich hier nicht haben.

        Michael B:
        Nochj einmal @lynx
        > Es ist doch gerade die Ruhe um uns herum, für die wir sorgen müssen, um künftig Ruhe zu haben
        Dadurch, dass wir uns hier konfliktbereites Volk in Millionenstaerke ins Land holen – welches (das Land) uebrigens ein eigenes Recht auf „Ruhe“ hat. Und dieser sich aufladende Kochtopf soll unsere Nachbarn beruhigen, die dann direkt neben diesem Zeitzuender leben duerfen?
        > Europäische Politik, ob mit oder ohne EU, verlangt schon etwas mehr als eine Kleinhäusler- und Hinterhofperspektive, wenn man eine einflussreiche und prosperierende Volkswirtschaft bleiben will.
        … und diese Klientel aus unuebertrefflichen Beispielen funktionierender Volkswirtschaften ist genau der Teil, der uns dafuer fehlt? Oder habe ich da gerade etwas falsch verstanden an hellsichtiger Vorderhausperspektive?
        Kommen Sie mal runter von Ihrem Ross an vorgeblicher weltbuergerlicher ueberlegener Sicht. Eines der anstrengendsten und nur auf den ersten Blick paradoxen Merkmale tiefsten deutschen Provinzdenkens fuer mich persoenlich. Ein Teil des Problems (aber eben das Gegenteil von Loesung) des tatsaechlich existierenden realen Zustandes deutscher politischer Unselbstaendigkeit. In Ost und West bewirkt durch Herausnahme dieses Landes aus eigenen politischen Entscheidungsmoeglichkeiten durch die Siegermaechte des zweiten Weltkrieges. Jetzt steht man langsam wieder im offenen Land und hat sich noch lange nicht daran gewoehnt eigene Interessen zu vertreten zu muessen. Und dieses ‚gewoehnt‘ ist eigentlich ein Euphemismus. Es gibt starke Kraefte, die der Neubelebung solcher Interessen aktiv und repressiv entgegenwirken. Und nein, diese Interessen sind ueberhaupt nicht Nazi.

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    • Pérégrinateur schreibt:

      @Lynx wegen angeblich Maaßenscher Wortdreherei:

      Seit den Zwistigkeiten über die Asylfrage in den 1990er Jahren steht dieser Artikel im Grundgesetz:

      https://www.gesetze-im-internet.de/gg/art_16a.html

      Man hat ihn eingefügt, weil das Land zerrissen war udn der Streit im Eigeninteresse der Deutschen beendet werden sollte. Zur Frage, wovor Asyl gewährt wird, gibt es verbindliche Rechtsprechung: Der Kandidat muss individuell verfolgt sein, aus politischen Gründen (Vermeidung der Wehrpflicht zählt nicht), alle ökonomische Gründe gelten nicht. Nach diesen Maßstäben sind allenfalls ein Prozent der diesen Status anstrebenden Zuwanderer asylberechtigt.

      Die Frage, wer Flüchtling ist, ist in zwischenstaatlichen Abkommen geregelt. Flüchtling ist man so lange, bis man im ersten Staat Zuflucht vor der Verfolgung gefunden hat. Die Weiterreise in einen Staat, wo man sich besser stellt, tritt man also nicht als Flüchtling an, sondern als gewöhnlicher Migrant, zu dessen Aufnahme keinerlei Verpflichtung besteht.

      Zu der Türöffnerin des Jahres 2015 noch zwei Grundgesetzzitate:

      https://www.gesetze-im-internet.de/gg/art_64.html
      https://www.gesetze-im-internet.de/gg/art_56.html

      Ich halte fest: Zu den Amtspflichten des Bundeskanzlers gehört nicht die Große Weltrettung, auch noch dazu unter Hintanstellung von Verfassungsnormen, sondern Gesetzestreue und Mehrung des Nutzens des deutschen Volkes (sic!). Das ist das Essentielle, und was immer zuweilen noch dazukommen mag, ist nur akzidentell.

      Was passiert nun bei der „Flüchtlingsrettung“ im Mittelmeer? „Flüchtlinge“, die sich willentlich und in Kenntnis der Umstände dort (man hat ja Smartphones und ist über den Weltlauf und die bescheuerten Länder informiert) etwa nach Libyen begeben haben, buchen einen Platz auf einem Schlepperboot, das fährt außerhalb der nationalen Gewässer (vielleicht nicht einmal immer das), man versucht dabei, der libyschen Küstenwache zu entgehen. Außerhalb der Zone ruft man dann um Hilfe, die Organisatoren montieren die Motoren ab (die werden für die nächste Fuhre gebraucht) und funkt dann ein Rettungsschiff an, wenn man denn nicht schon vorher die Rencontre vereinbart hat, wie die italienischen Behörden in etlichen Fällen nachgewiesen haben. Das Schiff kommt, nimmt die „Flüchtlinge“ auf und versucht sie, ob der betreffende Staat das nun will oder nicht, in einem europäischen Land abzusetzen. Machen die Staaten dabei Schwierigkeiten und lassen die Edelmütigen Retter nicht in die Häfen einfahren, dann übertritt man das Verbot unter Berufung aufs höhere, aus dem eigenen gefühligen Bauch warm aufgestiegene Recht. Das Transportgut ist manchmal auch sehr meutereigeneigt, wenn Anlandung in einem der nicht gewünschten Länder droht, schon deshalb müssen die Mädels Rackete natürlich willfahren.

      Das nannte Maaßen Shuttleservice, und das Wort trifft den Vorgang genau. Keinen Grund, davon abzuweichen, nur weil die Medienmeute oder die Gefühlsmeute in der weiteren Bevölkerung ihre „Flüchtlinge“ im Glorienschein sieht und sich von solchen nackten Wahrheiten verletzt fühlt. Schauen Sie sich um, die meisten Menschen entscheiden sich irrational (die anderen sind „bräsig“), und wenn die Entscheidung dann auch noch unter dem Titel Moral steht, sind sie völlig lernresistent. Daher müssen die Kritiker solchen gesinnungs- und nicht verantwortungsethischen Handels und selbst die Skeptiker laufend mit Dreck beworfen werden. Die entsprechenden Politiker, Medienleute und von ihnen „moralisch“ Gekeilten sind da in einer Radikalisierungsfalle. Um ihre Herrschaft über den Kindsköpfen bzw. ihr durch jeden Meinungswandel in Sachen Moral gefährdete Selbstgewissheit nicht zu gefährden, müssen sie angesichts der Gutmeinungs-Deserteure immer stärker aufdrehen. Aber natürlich sind „Spalter“ dann nur die anderen.

      Erinnern sie sich an die Stelle, wo Maaßen zu bedenken gab, dass nach seinen Erkenntnissen die meisten Anschläge auf Asylheime gar nicht von Rechtsextremen ausgingen, sondern von gewöhnlichen kreuzbraven Menschen aus der politischen Mitte? Wer hat diese radikalisiert? Waren diese, als sie noch den richtigen Parteien und Parolen gefolgt sind, auch schon tieg verderbt? Oder ist da etwas passiert, was sie dem politisch-medialen Überbau entfremdet hat?

      Das Schlimmste, was ein Politiker tun kann, ist sein Land näher an den Bürgerkrieg heranzuführen. Nach der Aufregung der 1990er Jahre war aber offensichtlich, dass solches geschehen würde, denn genau dieselbe Polarisierung hatte man schon damals.

      Mit solchen emotionstrunkenen Kindsköpfen

      die an eine „gefühlte“ sehr ferne der geschriebenen Verfassung glauben (und daneben noch nicht einmal richtig zählen können,

      wenn das den eigenen Aversionen nützt), kommt man hin. Obwohl der Beitrag von Macht- Opportunistinnen natürlich größer ist.

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      • lynx schreibt:

        Soll ich noch antworten? Vieles davon hatten wir ja schon, ich versuche mich kurz zu fassen: Sie und Maaßen haben recht: viele der Kommenden sind keine klassischen Flüchtlinge sondern einfach Migranten. Doch ändert das etwas? Ich möchte die Haltung von Maaßen als zynischen Eskapismus bezeichnen, der tatsächlich von Kohls CDU seinerzeit so erdacht worden war: wir hocken in Europa mittendrin, superkomfortabel. Wir treiben mit allen Handel, verkaufen viel und lassen die außenrum die Drecksarbeit machen. Könnten wir natürlich – wenn wir die dafür bezahlen, die könnten ruhig mehr Kohle verlangen, oder nicht? Maaßen sieht sich doch als politischen Kopf, dann müsste er doch in der Lage sein, über den eigenen Tellerrand hinauszudenken. Und als Pensionär auf Staatskosten sehe ich ihn in der Verpflichtung, das zu kommunizieren (andere treten ja aktuell deshalb aus der AfD aus). Verständnis dafür einzuwerben, dass die Regierung dieses Staates, wenn sie klug agiert, nicht nur Formulierungen fürs Bierzelt folgen kann.

        Folgendes Gedankenexperiment: Der Treck von 2015 wiederholt sich, er rollt auf Ungarn und Österreich zu, wie gehabt, denn alle haben ein Interesse daran, ihn durchzuwinken. Doch diesmal sagt Deutschland, mit Verweis auf die Angst vor der AfD: Njet. Seht zu, wie ihr das selber löst, ihr seid die sicheren Drittstaaten. Löst das irgendetwas? Am Ende wird dennoch wieder Deutschland dastehen als der Übeltäter, der Orban hat untergehen lassen, in bürgerkriegsähnlichen Unruhen. Dort sind sie nämlich viel wahrscheinlicher als hierzulande und keinesfalls in unserem Interesse, z.B. mit Blick auf künftige Migrationsströme. Es ist doch gerade die Ruhe um uns herum, für die wir sorgen müssen, um künftig Ruhe zu haben. Europäische Politik, ob mit oder ohne EU, verlangt schon etwas mehr als eine Kleinhäusler- und Hinterhofperspektive, wenn man eine einflussreiche und prosperierende Volkswirtschaft bleiben will. Manchen scheint allerdings die Verlockung größer zu sein, russischer Vasall zu werden, weil man dann wieder einen Aufpasser hat, der sich auch gerne um die Drecksarbeit kümmert. Leute, die das so gewohnt sind. Das ist nicht meine Perspektive. An dieser Stelle hat sogar Mr. Trump einen stichhaltigen Punkt gegenüber Deutschland: zynischer Eskapismus auf Kosten anderer.

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        • Pérégrinateur schreibt:

          1. Wenn der neben dem französischen kräftigste deutsche Migranten-Staubsauger via Alimentierung hierzulande abgestellt würde, ließe der Andrang sofort ziemlich nach. Aussichtslosigkeit auf Ertrag entmutigt gewöhnlich selbst die Kühnsten.

          2. Ungarn hat konkludent durch Taten klargemacht, dass ins eigene Land niemand illegal eindringen darf. Nur der Schwache, auch der Handlungsschwache, wird überrannt. Insofern ist nicht einzusehen, wieso es in Ungarn zum Bürgerkrieg (!) kommen sollte. Was allenfalls mögliche wäre, wäre ein Krieg gegen Invasoren, der dann übrigens völlig legitim wäre.

          Selbst wenn irgendwelche internationalen Abkommen dem entgegenstünden, müsste jeder verantwortungsvolle Politiker diese kündigen. Das fundamentale Naturgesetz jeder Kreatur ist die Selbsterhaltung und der Selbstschutz. Alles was diesem entgegensteht, ist unbeachtlich. Genauso bei Staaten. Es gibt auch für sie keine Verpflichtung, sich freiwillig aufzuzopfern, sich zu schädigen oder sich schädigen zu lassen. Wer sollte diese auch aufstellen können? Im säkularen Staat wird das Recht gesetzt und kann auch wieder umgestoßen werden. Berufungen auf vorgehendes höheres Recht sind nur Schaustellertricks von Priestern und zeigen sich oft schon in der Formulierung als unbegründet oder als Petitio Principii. (‘ We hold these truths to be self-evident […] “ et tutti quanti.)

          3. Nehmen wir aber einmal an, dass Ungarn nur vor dem Bürgerkrieg gerettet werden kann, indem es Eindringlinge willig einlässt und nach Deutschland weiterreicht. Dann bedeutet das konsequenterweise, dass wir Bürgerkriegswillige in unser Land einlassen müssen. Mit dieser Haltung zeigen sie die humanitätstrunkene Haltung der hiesigen, ach so moralischen Menscheitsrettungsenthusiasten: Alle Probleme der Welt sollen her zu uns, wir lösen sie, wir schaffen das! (Ausgenommen natürlich Flughafenbauten und so einige andere unwichtige Details wie etwa eine Energiewende zur CO₂-Reduktion, die die CO₂-Emission tatsächlich reduziert.) In Berlin lehnte eine Staatsekretärin die Abschiebung eines mehrfach durch Gewalttätigkeiten kriminell gewordenen Immigranten ab mit der Begründung, mit seiner Abschiebung sei das Problem ja nicht gelöst, sondern nur verschoben. Wenn man die Haltung mancher Teile der regierenden Elite und mancher humanitätsbesoffenen Bevölkerungsteile sieht, kann man über unser Land nur noch sagen: Oh Lamm Gottes, das du trägst die Sünden der Welt!

          Sie wissen wohl, wie es mit dem anlassgebenden Vorbild ausging? Großes Vorbild – aber leider bald tot. Und die im nacheiferten und noch leben, tun dies nur, weil sie sich denn doch nicht so ganz idealistisch verhielten, wie eigentlich lehrreich für die ganze Welt vom Berge gepredigt wurde. Oder weil sie es bei Bekenntnissen beließen, wissend, dass ein Anderer ihrer Realisierung verlässlich wehren würde. Die Heuchelei ist eben nicht nur eine Huldigung an die Tugend, sondern zuweilen auch an die Vernunft.

          4. Charité bien ordonnée commence par soi-même. Primum vivere, deinde moralisare.

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  2. Stefanie schreibt:

    „Du Sau oalder,“ höre ich fast jeden Tag von den Nachbarskindern, meist nach einem besonders geglückten Wurf oder Bremsmanöver oder nach ausgiebigen Getuschel geäußert. Ich würde die Phrase nicht unbedingt als eine Art Invektion, sondern eher als einen Ausruf der Überraschung, Bewunderung oder Empörung werten. Am besten übersetzen ließe sie sich wohl als „Das gibts doch nicht!“ Am Häufigsten verwandt wird sie von (tendenziell eher männlichen) Kindern und Jugendlichen zwischen 8 und 12. Die älteren Jungs benutzen sie eher als Unmutsäußerung, häufiger in der Form „Sudde oalder, eh!“, was eine leichte Steigerungsform darstellt, im Prinzip aber das gleiche bedeutet, aber von Außenstehenden nicht so leicht zu deuten ist. Allerdings scheint die Verwendung dieser Form in den letzten 20, 30 Jahren zurückgegegangen zu sein.
    Nebenbei stellt sich mir die Frage, ob die nonchalante Ausstoßen von „Fick dich“, „Hurensohn“, „deine mudda“ bei unseren neuen Mitbürgern nicht dieselbe Funktion erfüllt: ein kurzes verbales Dampfablassen, ohne damit eine direkte persönlich zu meinen. In dem Fall hätten beide Mannschaften im Grunde dasselbe zugerufen, nur der Sinn ist eben lost in translation. (Der kleinen Greta ging es neulich ja ähnlich, als sie die Politiker „in die Ecke drängen“ wollte, das ganze aber in Form von „an die Wand stellen“ ausdrückte. )
    Zur vogtländischen Streitkultur: die regionaltypische Form der Reaktion bei als ungerecht empfundenen Anschuldigungen oder Überrumpelungen ist erstmal die Vorwärtsverteidigung. Der Angeschultigte will sich Luft machen und sucht Verbündete. Die Erwartungshaltung wäre dann, dass sich die Gegenseite auf ein klärendes Gespräch einläßt. In dem Falle würde der sich verteidigende wahrscheinlich recht weit entgegegkommen („Hauptsach, mer hat emal drieber gerett“). Da es aber äußerst unwahrscheinlich ist, das in diesem Fall ein wirklicher Ausstausch, jenseits der Funktionärsebene stattfinden wird und zudem Weihnachten vor der Tür steht (also sich wohl sehr viel in den offline-sozialen-Netzwerken darüber echauffiert werden wird) tippe ich auf eine gewisse Verhärtung in dieser Frage , zumal ja noch ein altes Feind bild („die Preißen!“) – Und ein neues bedient wird. Wahrscheinlich nimmt der Streit den Verlauf von ortsüblichen verbitterten Nachbarschaftsstreitigkeiten, die oft ein paar Jahrzehnte vor sich hinschwelen, ehe eine Partei wegzieht oder die Familienlinie ausstirbt.

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    • Stefanie schreibt:

      Ich möchte hier zwei Artikel anfügen, die nochmal ein ganz anderes Licht auf die Sache werfen:

      https://www.tag24.de/amp/vfb-auerbach-fussball-b-jugend-rassismus-vorwuerfe-volkhardt-kramer-hertha-bsc-spiel-abgebrochen-1325648

      https://amp.tagesspiegel.de/sport/rassistischer-vorfall-bei-hertha-ii-gegen-leipzig-berlins-jessic-ngankam-offenbar-als-affe-beschimpft/25311968.html

      Demnach könnte es sich auch um einen neuen Puplicitytrick handeln. In beiden Fällen ist die Öffentlichkeit nur zu bereit Anschuldigungen zu glauben – sind ja schließlich sächsiche Clubs und wie die Sachsen ticken weiß ja jeder. So wie es inzwischen bei zahlreichen Lokalpolitikern und Haltungsjournalisten usus geworden ist, gegen sie gerichtete Drohungen mit stolz erhobenen Haupt zu veröffentlichen. Es passt zu gut ins Narrativ – wer fragt da noch nach objektiven Beweisen.

      Im Grunde deckt sich das auch, mit der meines Erachtens nach wichtigsten Aussage des hier angesprochenen Maaßen – Interviews: Er führt die Eskalation in Chemnitz auf gezielt gestreute Desinformation zurück, die von ARD, überregionaler und Weltpresse nur zu begierig aufgenommen wurde.

      Der Fachbegriff dafür lautet wohl „Derailing“, also ein auf die falsche Spur leiten und Entgleisen lassen des Diskurses. (Scheint auch die Spezialität eines Mitforisten zu sein.) Im Fall Chemnitz ging es vermutlich darum die Verbindungen des Mörders in die linksextreme Szene oder anders herum die der linksextremen Szene in PKK-Kreise und möglicherweise die organisierte Kriminalität. Hier in diesem Fall will man die Verrohung im Sport den deutschen Rassisten in die Schuhe schieben, keinesfalls dem aggressiven Verhalten der Migranten aus dem arabischen und afrikanischem Raum.

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  3. lynx schreibt:

    Zur Ausleuchtung der überragenden Hell- und Weitsichtigkeit der Sachsen hat Freya Klier gestern bei Markus Lanz einen wichtigen Beitrag geleistet: https://www.zdf.de/gesellschaft/markus-lanz/markus-lanz-vom-17-dezember-2019-100.html (Das der stammelnde Winkeladvokat Maaßen auch zu Gast war, ist da fast untergegangen).

    Seidwalk: (Habe gerade die tägliche Presseschau hinter mir. Überall ausführliche Artikel über den gestrigen Lanz und ausschließlich Maaßen, Maaßen, Maaßen. Huh, da hat aber einer ins Wespennest gestochen.)

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    • Michael B. schreibt:

      Als Antwort auf lynx.
      Ich kann die hoffnungsseeligen Wuensche bzgl. Herrn Maaßen nicht so ganz nachvollziehen. Aehnlich wie Merz bewegt das eine bestimmte Klientel von noch nicht abgenabelten CDU-Waehlern zu teilweise absurd uebersteigerten Bewertungen der Person. Der Mann war Jahrzehnte treues Raedchen in extrem zu hinterfragenden Positionen, das sollte man nicht uebersehen wollen.

      Allerdings hoerte ich ihn in keiner Weise stammeln. Wer auf diesem Niveau diskreditiert, der sagt eine Menge ueber sich selbst.

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    • Pérégrinateur schreibt:

      Als Antwort auf lynx.
      Es gibt eben statutory racists und statutory non-racists, in dem Rahmen wird alles gesehen. Zudem wirft der Vorwuf des Rassismus „gegen die Richtigen“ für die über diesen Verdacht Erhabenen viel ab. Wegen ihres eigenen Status dürfen sie sich, wenn sie ihn erheben aber auch sonst, sogar Freiheiten erlauben, die die anderen sofort in die irdische Hölle brächten.

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    • Jochen Thurm schreibt:

      In Würdigung der letzten Beiträge von lynx auf dieser Seite.
      Klasse wie Sie den Krypto-Nazis hier immer mit wenigen Worten die faulige Maske vom Gesicht
      reißen. Von einem exaltierten französischen Tarnnamen lassen Sie sich
      am allerwenigsten täuschen.Bravo!

      Ich fühle mich Ihnen da sehr verbunden,auch kollegial,so vom „wissenschaftlichen“ Ökologen,
      (als den Sie sich doch wohl mal geoutet haben),zum „wissenschaftlichen“ Homöopathen
      Mehrfach haben Sie hier schon betont wie frei von jeder Ideologie Sie im Geiste sind.
      Natürlich Standard bei uns Wissenschaftlern,logisch.
      Bei Ihren abgeklärten,in der Regel erfreulich begründungs/argumentationsfreien Beiträgen hier,
      spürt jeder diese heute leider seltene Voraussetzung.

      Wir Wissenschaftler wissen,das Gegenteil von Ideologiefrei ist RECHTS und es besteht Infektionsgefahr.
      Damit ihr Geist auch in Zukunft so frei,frisch und unabhängig bleibt ,rate ich Ihnen
      zur unterstützenden Einnahme von 2x täglich 2 Globuli folgender Fertigpräparate:

      Belladonna D30
      Excrementum Caninum D30

      Dieser Rat erfolgt kostenlos,vorbehaltlich einer genauen Anamnese in meinem
      Institut für wissenschaftliche Homöopathie ( IWH ))Termine nach Vereinbarung.

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    • Ulrich Christoph schreibt:

      „(Das (sic) der stammelnde Winkeladvokat Maaßen auch zu Gast war, ist da fast untergegangen).“

      Das Deutsche Wörterbuch, Band 30, zitiert u. a. Fontane: „blätter, in denen … verlogene winkeladvokaten ihre weisheiten zu markte bringen“
      Man tausche die antiquierten „blätter“ gegen das zeitgemäßere „Markus Lanz-Talkshows“–, ist es in etwa das was Ihnen vorschwebte?
      Hier ein weiteres, aktuelles Medium; man lernt nicht aus:
      htt ps://www.n-tv.de/ratgeber/Winkeladvokat-ist-Beleidigung-article5211701.html

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      • Geschätzte Foristen,

        wir sind leider erneut an einem Punkt angekommen, an dem wir schon einmal waren. Die trollartigen Sticheleien eines einsamen Lesers führen zu heftigen Gegenreaktionen. Das ist auch mein Verschulden, hatte ich doch eigentlich angekündigt, derartige inhaltsleere und rein diffamatorische Beiträge – von wem auch immer; aber sie kommen nun mal nur von einer Seite – nicht mehr frei zu schalten. Ich bin unaufmerksam geworden – das wird sich nun wieder ändern!

        Die Aufgabe dieses Blogs und Forums ist es nicht, auf Provokationen und Pöbeleien zu reagieren, Privatmeinungen zu thematisieren oder irgendjemanden von irgendetwas zu überzeugen, sondern um Themen und Argumente zu ringen, Argumentationsstränge zu analysieren, Wissen kundzutun, Tatsachen und deren mögliche Auslegungen zu behandeln und dergleichen, gern im Widerstreit, aber bitte substantiell und im angemessenen Ton.

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  4. Richard von Reich schreibt:

    Ich leide ja unter dem Komplex, mich nicht so sehr sinnstiftend einbringen zu können, wie ich es für angebracht halte.
    Momentan bin ich so sehr in meinem Mikrokosmos gefangen, daß ich mich zwischen Ängsten und
    Hoffnungen wiegend – selbst im Spiegel sehend, zu siezen neige.
    Mit den verbliebenen Hirnzellen, die noch nicht wegen Unlust, Hoffnungslosigkeit oder Organisationsmangel desertiert sind, versuche ich einem innerem Kompaß zu folgen, welcher auf einen steilen Berg zeigt, und bei jeder leisen Luftbewegung ahnungsvoll die Amplitude gen Stratosphäre schnellen lassen will.
    Daher stehen auf dem Brett vor meinem Kopf abwechselnd Bonmots wie :

    „Wegen Betriebsaufgabe geschlossen“
    „Hunde müssen draußen bleiben“
    „Vollsperrung der A777 – wir bitten um Ihr Verständnis“
    „Guck nicht so wie mein Sandsack, Du unempfindliches Gemüt mir gegenüber“
    „Der Irrsinn der Masse führt zu ernstlichen und leidbringenden Komplikationen in Wechselwirkung mit meiner Art: Für mich, für Dich und an sich.“
    „Wegen Terrorismus vorübergehend geschlossen“
    „Die Axt die ich Dir in den Nürsel tu, sorgt für Frieden und für Ruh.“

    Nur der Nagel, der die Dinger festhält, ist etwas stärker und länger als ehemals erwartet.
    Eben genau so wie es sich mit den Umständen indessen im Allgemeinen verhält.
    Das Klingelschild ist gesprengt, das Haus von einem Erdwall umschüttet; und der einzige
    Aufgang mit Melonen gesichert. Kanonen waren auf dem Markt nicht zu bekommen.

    Manchmal während des eigenen Verwesens ist es oftmals doch zu viel des Lesens; aber dann stelle man fest, während man da verwese, weiter fleißig lese, es war wie so oft, wie immer: um ein Nichts ein lautes Gewese.

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