Die Messer-Falle

Wir erhalten täglich eine Liste von Erregungsvorschlägen und dürfen entscheiden, worüber wir uns echauffieren wollen. (Peter Sloterdijk)

Die folgenden Zeilen werden nicht allen meiner Leser gefallen – ein Grund mehr, sie zu schreiben.

Gerade erhitzen sich die Gemüter über den Vorfall in Augsburg. Ein „Feuerwehrmann“ – über diese Identitätszuschreibungen könnte man auch mal nachdenken – wurde von einem 17-jährigen „Deutschen“ mit türkischem und libanesischem Paß – hat er zudem einen deutschen Paß? – durch einen Schlag an den Kopf getötet. Der Mann – vielleicht wird hier der „Feuerwehrmann“ tatsächlich signifikant – hatte zuvor eine Gruppe grölender Jugendlicher gebeten, ruhiger zu sein. Das war mutig, das war brav – und im Nachhinein auch ein wenig leichtsinnig.

Augenblicklich begann die Schlacht um die Deutungshoheit. Die rechte Vernunft, um die es hier geht,  verstieg sich sofort zur Beweisthese: Einwanderung tötet, Migration tötet, Multikulti tötet … along this line.

Diese Argumentation ist leider sehr unvernünftig und gefährlich dazu. Sie betreibt einen kruden Vulgärverifikationismus, der danach schreit, widerlegt und lächerlich gemacht zu werden. Im Falle der Münchener Messerattacke auf einen Polizisten hat das die Polizei gerade vorgeführt und eine lokale AfD-Politikerin richtig schön naß gemacht. Trittbretthassern wie Hasnain Kazim vom „Spiegel“, der aus den Dummheiten und Auswürfen aus der rechten Blase ein Geschäftsmodell gemacht hat, gönnt man damit einen weiteren Triumph – auch sein Buch „Post von Karlheinz“ ist ein Triumphbuch.

Wer sich eine apriorische These bastelt und danach nach Beweisen sucht, steigt aus dem Kreis der Kritik aus, die sich zuallererst gegen sich selbst zu richten hat. Daß die Kazims dieser Welt den gleichen Fehler mit umgekehrtem Vorzeichen begehen, macht ihn nicht akzeptabler.

Nicht nur die Methode ist entscheidend, sondern auch die Bereitschaft zu differenzieren. Insofern ist jeder einzelne Fall tatsächlich zuerst einmal ein „Einzelfall“ und als solcher zu behandeln. Erst wenn man die Hintergründe vieler „Einzelfälle“ kennt, kann man nach Gemeinsamkeiten suchen und zwar solchen, die signifikant sind. Vermutlich hatten die meisten Täter Jeanshosen an, aber niemand käme auf die Idee, von den Messerjeanshosenträgern („Messermänner“) zu sprechen.

Sollte Ethnie eine relevante Größe sein, ist das zu beweisen. Man kann das in mehrfacher Form tun. Zum einen kann man aus erfahrungs- und geschichtsbasierten Tatsachen zu gewissen Schlüssen kommen.

Wenn junge Männer in großer Zahl etwa in einem Wertekanon aufwachsen, in dem Gewalt ein probates Mittel zur Konfliktlösung ist, in dem es ein außergewöhnlich hohes Clan- oder sonstiges Zusammengehörigkeitsgefühl gibt, in dem ein strikteres Frauenbild vorherrscht, in dem eine Machokultur erlernt wird, in dem die „Ehre“ anders als im deutschen Umfeld verstanden wird usw., dann kann man daraus eine gewisse Wahrscheinlichkeit erschließen, daß es in bestimmten Situationen statistisch signifikant zu anderen Reaktionen kommen könnte als unter der deutschen Vergleichsgruppe.

Das bleibt allerdings nur eine Hypothese, die nun erst bestätigt werden muß. Vulgäre Verifikation oder das gezielte Suchen von einzelnen Belegen führt dabei oft in eine Sackgasse. Wichtig ist auch die statistische Relevanz. Persönliche Erfahrungen können hilfreich sein, wenn sie signifikant sind – als Orientierung – aber man sollte seinen eigenen Erfahrungen trotzdem skeptisch gegenüberstehen.

Entscheidend kann nämlich nie der Einzelfall sein, sondern immer nur die Summe. Die zu ziehen, ist leider ohne viel Arbeit und in kurzen Zeiträumen nicht zu leisten. Jeder Einzelfall hat seine individuelle Geschichte, die man aufdröseln muß, um ihn einer Kategorie zuzuordnen.

Um es kurz zu machen: Nicht am Anfang, nicht als These hat die Verallgemeinerung zu stehen, sondern am Ende. Induktives und deduktives Denken haben Hand in Hand zu gehen, aber die Induktion bleibt primär, die Deduktion – sie krankt immer an der Fallibilität ihrer Ausgangsregel – bietet sich nur bei Reihenuntersuchungen an, so wie das Wallasch gerade vormachte. Die Ergebnisse müssen dann der Falsifikation unterzogen werden, also der gezielten Suche nach Gegenbeispielen. Hilfreich und vermittelnd kann die Abduktion[1] wirken, die ein höheres intuitives Element enthält und also ein versuchender Schluß ist, in der Resultat und Regel kombiniert werden.

Wir dürfen auch nicht vergessen, daß die statistische Signifikanz nicht automatisch Stoff zur Wahrscheinlichkeitsdramatisierung gibt. Auch wenn es eine steigende Zahl an derartigen Vorfällen gibt und auch wenn diese mit Migration und/oder mißlungener Integration zusammenhängt, ist die individuelle Wahrscheinlichkeit – sofern man nicht sichtbar zu Risikogruppen gehört (z.B.: Juden oder Drag Queens) -, Opfer einer solchen Tat zu werden, noch immer extrem gering, wenn auch höher als noch vor einigen Jahren. Umgekehrt bedeutet das, daß unter allen möglichen Migranten statistisch nur ein geringer Teil – der höher ist als in der deutschen Vergleichsgruppe – diese Taten begeht. Es besteht kein Grund zu Verallgemeinerungen im subjektiven Bereich.

Etwas anders liegt der Fall aus der Sicht der Opfer von neu migrierten Tätern, denn hier bleibt die Tatsache bestehen, daß es dieses konkrete Opfer nicht gegeben hätte, hätte der Täter nicht in den letzten Jahren durch eine verfehlte Einwanderungspolitik das Land betreten. Bei diesen konkreten Opfern kann man natürlich auch die Politik unmittelbar in die Verantwortungskette einbeziehen. Hier wäre sogar die Frage der juristischen Kompetenz angebracht.

Bei schon länger hier lebenden oder gar hier geborenen Tätern ist hingegen die direkte Schuldzuschreibung schwieriger. Bei einem 17-Jährigen, der in Deutschland geboren wurde und wohl de facto und de jure auch Deutscher ist, kann obiges Kriterium nur noch schwer begründet werden, denn dann begäbe man sich auf eine schiefe Ebene, in deren Verlauf jeder Straftäter nach „nicht-deutschen“ Vorfahren abgesucht werden könnte. Man muß stattdessen der Gesellschaft über die Länge der Zeit eine bestimmte Sozialisierungsfunktion zugestehen.

Im Augsburger Fall ist also nicht nur das Herkommen des Täters nur schwer signifikant einzuordnen, die Tat selbst enthält auch starke Elemente des Zufalls, oder, mit einem anderen Wort, des Unfalls. Er hat Potential für ein falsifikatorisches Gegenbeispiel.

Ein Schlag kann töten, aber er tut das nur selten. Man wird dem Schläger – sofern nicht anders bewiesen, etwa durch eine Äußerung oder durch die Kenntnis einer spezifisch tödlichen Schlagtechnik –  wohl nur schwer eine Tötungsabsicht unterstellen können. Das unterscheidet ihn gravierend von Messerattacken auf den Torso. Der Fall eignet sich – soweit die Informationen reichen – noch nicht mal gut für ein verkehrtes verifikationistisches Herangehen.

Wofür der Fall tatsächlich taugt, ist, die moralinsaure Rede von der Zivilcourage ad absurdum zu führen. In einer mehr und mehr zusammenhangslosen Gesellschaft, in der sich immer mehr soziale, ethnische, kulturelle und subkulturelle, weltanschauliche, geschlechtliche, generationelle, linguistische  … Gruppen antagonistisch oder fremd gegenüberstehen und in verschiedenen Lebens- und Wertewelten leben, wird ordnendes Eingreifen bei Verstößen – gehen welche Regeln eigentlich noch? – mehr und mehr zum Risikofaktor.

Daß das Faktum der Einwanderung und der mißglückten Integration dabei eine signifikante Rolle spielt, darauf weisen alle Schlußverfahren und Statistiken überzeugend hin.

[1] Dazu später mehr

siehe auch: Ontologie des Tötens

13 Gedanken zu “Die Messer-Falle

  1. Richard von Reich schreibt:

    Ich finde, dass das Leben schön ist.
    Am Leben selbst finde ich nur schade, dass man sich geistig nur begrenzt weiterbewegen darf.
    Ich spüre in mir immer eine gewisse Art Grenze, die man nicht überschreiten darf. Diese Grenze hindert einen daran, aus sich heraus zu gehen und beispielsweise eine Lebendige Figur abzugeben.

    Ich empfinde das Leben ist eine schöne Gelegenheit, zu zeigen, wer man ist und was man ist. Die Schöpfung Gottes wollte es so,dass der Mensch sich als Schöpfer sieht. Und Verantwortung übernimmt für sein Eigenes Glücksempfinden und positive Umstände. Der Mensch, der mir gefangen in einer Art neg. Haltung scheint, verharrt zu sehr im Negativen. Ausflüge in die Positivität allein machen das Leben noch nicht positiv.

    Das Positive muss aus dem Inneren heraus bewegt werden, und den Menschen vergegenwärtigt werden. Die Angst, die allgegenwärtig ist, ist ein Zeichen der Zeit und die Emotionen tragen der Spannungen ihr Wertgefühl bei. Ich spüre in mir Zeichen des Wandels, dass das Negative nicht mehr die Oberhand hat. Ich spüre, wie das Positive aus mir heraus will und sich aber gegen den Dunklen Mantel des negativen Noch nicht durchsetzen kann.

    Ich empfinde das Leben als wunderbare Chance, für die Beziehungen unter den Menschen die negativen Grundlagen zu entziehen und daraus etwas positives zu formen, das für jeden einzelnen Von Uns spürbar erscheint. Das Leben ist ein Weg, den wir zu gehen haben und dementsprechend sollten wir uns darauf fokussieren, was wir vom Leben wünschen und wie wir das Erreichen können.

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  2. Michael B. schreibt:

    > […] Vulgärverifikationismus, der danach schreit, widerlegt und lächerlich gemacht zu werden.Im Falle der Münchener Messerattacke auf einen Polizisten hat das die Polizei gerade vorgeführt und eine lokale AfD-Politikerin richtig schön naß gemacht.

    Nun ja:

    Seidwalk: Danke! Man kann immer nur nach dem jeweiligen Stand der Erkenntnis urteilen. Ich hätte mißtrauischer sein sollen – die Selbstgewißheit der Polizeireplik ließ nun keinen Zweifel zu. Vermutlich muß man auch dieses kurze Video bis auf weiteres mit Vorsicht genießen.

    Ergänzung: Es sagt auch nichts über den Gegenstand des Streites – den Namen – aus. Der junge Mann sieht zwar nicht aus wie ein typischer Max Meier, kann aber immer noch so heißen.

    Aber es ist eine schöne Demonstration meines Arguments: Es kann nicht darum gehen, jedem Ereignis, das man in sein geistig längst beendetes Puzzle noch reindrücken kann, nachzuhecheln. Das Puzzle muß sich aus der Summe der Steine ergeben.

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    • Michael B. schreibt:

      > Es kann nicht darum gehen, jedem Ereignis, das man in sein geistig längst beendetes Puzzle noch reindrücken kann, nachzuhecheln. Das Puzzle muß sich aus der Summe der Steine ergeben.

      Richtig, allerdings interpretiere ich das anders. Man muss mit Puzzlen irgendwann auch einmal aufhoeren, weitergehende Schluesse aus dem sich ergebenen Bild ziehen, auf deren Richtigkeit sowie ueberhaupt der eigenen Faehigkeit dazu vertrauen und die Angst vor den geforderten Konsequenzen abzulegen (das letzte ist der schwerere Schritt 2).
      Fuer mich persoenlich braucht es Vorfall X in Y schon lange nicht mehr. Es ist allerdings frappierend, wie beliebig man doch in so gut wie jeden Einzelfall hineingreifen kann, um schon beim Kratzen an der Oberflaeche die erwarteten Dinge mit einer Sicherheit vorzufinden, die jeden Statistiker erblassen laesst.

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      • Da stimme ich Ihnen voll und ganz zu. Meine Kritik bezog sich auch nicht auf die notwendige Einsicht in die Gesamtlage, sondern auf die gesuchte Hyperventilation im jeweiligen Einzelfall und den daraus – aus dem Einzelfall – generierten Verallgemeinerungen. Man findet in sehr vielen Einzelfällen, von denen wir Kenntnis bekommen, tatsächlich ganz schnell unter der Oberfläche immer wiederkehrende Strukturen aber umgekehrt ändert sich auch meist das erste Bild, wenn man etwas tiefer schürft und die jeweilige Geschichte ergründet.

        Wenn sich ein konkretes Bild abzeichnet, dann muß damit gearbeitet werden, zugleich aber muß das Bild immer wieder an der Realität geprüft und vervollständigt werden. Dabei sind unzählig viele Komponenten einzubeziehen. Die Vielzahl der Komponenten übersteigt oft das menschliche Fassungsvermögen und nicht selten widersprechen sie sich auch. Allein die Tatsache der medialen Aufmerksamkeit könnte eine Quelle verschobener Wahrnehmung sein. Es müßte, um sich ein realistisches Bild zu machen, jede Straftat dieser Größenordnung die gleiche mediale Aufmerksamkeit erlangen, was uns allerdings überfordern würde.

        Diese Unsicherheiten sind wohl auch eine Ursache für die verschiedenen Interpretationen und Erklärungsversuche. Man muß in dieser Hinsicht Pérégrinateur dafür bewundern, daß er die inneren Widersprüche der Argumentationen immer wieder kalt und trocken aufzeigt, unabhängig von der weltanschaulichen Nähe oder Ferne: hat mich ja auch schon oft betroffen. Nur so kann man, glaube ich, vorankommen – und zugegeben: das schmerzt manchmal.

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        • Michael B. schreibt:

          > Man muß in dieser Hinsicht Pérégrinateur dafür bewundern, daß er die inneren Widersprüche der Argumentationen immer wieder kalt und trocken aufzeigt

          Er hat ja gerade wieder ein Beispiel gegeben 🙂 Ich lese das auch gern, wie auch Klonovsky und Danisch (hat in letzter Zeit nachgelassen) in dieser seziererischen Hinsicht. Es praezisiert oft unbestimmtes Unbehagen beim Lesen der durch sie auseinandergenommenen wohlfeilen Verstzstuecke. Aber das geht eben nur so weit wie Analyse gehen kann. An ihr ist – zumindest inaltlich treffend, nicht an Umfang oder Verbreitung – kein Mangel und das ist OK. Die inhaltliche Einschaetzung der genannten Praezisierung ist ja durchaus schon vorher da und wird nur ergaenzt oder vertieft. Insofern ‚kommt man weiter‘. Aber die Ebene der Selbstverstaendigung und des Selbstverstaendnisses ist nicht mehr ausreichend. Reale Aenderungen vollziehen sich und erfordern mehr.

          Lynx: Bräsigkeit braucht freilich auch einen Ort und ist nicht zu verwechseln mit Hellsichtigkeit.

          Michael B.: @lynx Wer ist braesig und warum spielt das ein Rolle? Welchen Bezug hat ‚hellsichtig‘ zum Thema ‚Analyse ist nicht ausreichend‘ meines postings? Denn auch wenn Letztere nicht mehr als Mittel genuegt, muss sie selbst nicht mehr sein als sie will, sondern nur treffend oder nicht.

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          • lynx schreibt:

            Das war eher in Richtung P. gedacht, der stets wortreich das Nichts einhüllt und das dann zum „ganzen Bild“ erklärt – auch irgendwie große, in konkrete Kunst, die offenbar allgemein die Sinne vernebelt.

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            • Pérégrinateur schreibt:

              Ich habe en détail ihre Argumente und ihre zielführenden Metaphern kritisiert, trocken und nüchtern und zuweilen mit einem Gran Spott. Was ist schlimm daran, jeden Schritt einer Darlegung zu prüfen und rational zu analysieren? Ich habe den Eindruck, Ihr Ziel steht unverrückbar fest und Sie streuen ihre Metaphern aus wie der kleine Däumling die weißen Steinchen, um wieder ins vertraute Heim zu finden, auf dessen First gemalt steht: „Alles ist nur ein soziales Problem, ein bisschen weiße Salbe drauf, und dann ist es auch gleich schon verschwunden.“ Und wenn ich Ihnen dann so ein Steinchen wegnehme, haben sie im Dunkeln Angst und nehmen mir das übel. Die Erwartung, dass man beim Diskutieren dem anderen immer halb entgegenkommen solle, kenne ich aus Gesprächen, bei denen der eine Teil Schonung der Beziehung über alles andere stellt, was aber regelmäßig zuungunsten der Wahrheitsfindung ausgeht. Wenn man die vor allem anstrebt, sollte man den Gefühlsaspekt völlig außen vor lassen.

              Ist das regelmäßige Siebeneck allein mit Zirkel und Lineal konstruiertbar? Darf man etwa nicht sagen und darlegen, dass es das nicht ist, auch wenn der andere Fall doch viel „schöner“ wäre? – Freilich darf man das, und ich sehe nicht, wieso man es bei anderen Themen anders halten sollte, jedenfalls wenn man miteinander spricht, um zu untersuchen. Zum Teufel mit der heute aus allen Ecken kriechenden Betroffenheit, die das klare Denken behindert und den Ausgang von Diskussionen zugunsten von der Untersuchung vorgehenden Empfindungen präjudizieren will!

              Und jetzt dürfen Sie mich gerne einen Zyniker nennen. Definition des Heiligen Ambrosius von San Francisco (Ambrose Bierce):

              CYNIC, n. A blackguard whose faulty vision sees things as they are, not as they ought to be. Hence the custom among the Scythians of plucking out a cynic’s eyes to improve his vision.

              Lynx: Q.e.d. Das “ ganze Bild“ bleibt: ein Nichts? Ein schwarzes Loch? Ein Zaubertrick? Schnipp.

              Pérégrinateur: Herrgott, das ist doch im Kontext völlig klar. Man sollte alle wirksamen Faktoren sehen und sich nicht auf den angeblich alles erklärenden ökonomisch-sozialen Faktor beschränken, nur weil anderes nicht ins eigene System passt.

              Lynx: Schade. Ich habe meine Aspekte explifiziert. „Im Kontext völlig klar“ – das erinnert mich an Ausreden von Schülern, die den Stoff nicht beherrschen. Let it be

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  3. lynx schreibt:

    Es gab Zeiten in diesem Land, da ging es schon ähnlich zu, mit einem niedrigeren Migrantenanteil, und jene kamen dann auch aus dem näherliegenden Umfeld. Das Problem war seinerzeit soziale Deklassierung auf breiter Front. „Berlin Alexanderplatz“ von Döblin könnte man dazu wieder mal lesen. Die Sozialdemokratisierung der Gesellschaft auf breiter Front nach WK2, die Ruinen haben’s ermöglicht, hat die Gesellschaft insgesamt beruhigt, womöglich eingeschläfert, aus heutiger Sicht. Dass Migranten aus anderen Kulturkreisen ein „Päckchen“ mitbringen, soll gar nicht geleugnet werden, dass sie sich dann in aller Regel aber auch noch in sozial deklassierter Position wiederfinden, macht es nicht einfacher, gerade nicht für die Kategorie „jung und männlich“. Das kann man alles subsumieren unter „gescheiterte Integration“ und vielerlei Schuldige dafür finden. Mich stört an der Debatte nur, dass die Ethnie deutlich mehr im Vordergrund steht als die „Klasse“. Wahrscheinlich ist es aber v.a. letztere und insbesondere die oft ausweglose Situation, aus dieser Schublade herauszukommen, die solche Tragödien auslöst. Ich habe gelesen, dass man in BaWü Erfolge damit habe, das geschulte Streetworker möglichst jeden aus dieser Klientel ansprechen, wahrnehmen, benennen. Keine Grauzone mehr. Auf lange Sicht wird das aber nur Erfolg haben, wenn man die Kerle nicht nur beim Namen ruft, sondern sie auch einen Platz einnehmen können. Wo wird der ihnen zugestanden? – Es bräuchte halt Trümmer zum Wegräumen?

    Die Augsburger Gruppe, die multiethnisch zusammengewürfelt ist, mit unterschiedlichsten, auch hiesigen Herkünften, scheint mir eben auf das soziale Problem viel mehr hinzudeuten. Im übrigen ist Augsburg meines Wissens die deutsche Großstadt mit der höchsten Ausländerquote von allen und gilt als die zweitsicherste, nach München. Dies nur zur Einordnung. Was da rumort und sich unliebsam bemerkbar macht, sind junge Männer, die nicht wissen, wohin mit sich. Oder solche, die unter Dichtestress leiden (sehr allgemein verstanden), was ja wohl in München eher der Auslöser war. Das mit dem Dichtestress ist nicht zu unterschätzen und wird uns noch intensiver beschäftigen. Aber auch Dichte hat primär nichts mit Ethnie zu tun. Es kommt mir deshalb bei diesen Debatten immer ein wenig so vor wie bei Leuten, die die Bedeutung von Sekundärtugenden über die Kardinaltugenden erheben. Hauptsache die Wohnung ist sauber, alles reinlich und ordentlich. So war das in der Nachkriegszeit. Alles andere wollte man nicht so genau wissen. In diesem Sinne halte ich Ethnie für ein Sekundärproblem und die soziale Frage für das Kardinalproblem.

    Ob der Feuerwehrmann zu mehr Ruhe aufgefordert hat? Diese Info kenne ich noch nicht, weiß man denn überhaupt den Inhalt des Wortwechsels?

    Seidwalk: Soziale Frage ist natürlich wesentlich. Ethnie hier bitte nicht als Fetisch mißzuverstehen.
    Über Zusammenhänge, Folgen und Widersprüche kann man fast alles bei Sarrazin nachlesen – gehört seither zur selbstverständlichen Basis.

    zum Feuerwehrmann: https://www.focus.de/politik/gerichte-in-deutschland/angriff-auf-49-jaehrigen-feuerwehrmann-mutmasslicher-totschlaeger-von-augsburg-17-gilt-als-jugendlicher-maximal-10-jahre-gefaengnis_id_11443575.html

    Lesenswert auch Fischers bissiger Kommentar: https://www.spiegel.de/panorama/totschlag-in-augsburg-ein-merkwuerdiges-verbrechen-a-1300794.html

    Lynx:
    Aber die Sache mit der Dashcam wissen Sie auch schon? Ich will nicht spekulieren, aber aus ähnlichen Tathergängen weiß man, dass er sich womöglich hat provozieren lassen. Sarrazin ist freilich das Gegenteil von ernstzunehmender Expertise.

    Seidwalk: auch interessant: „…(62,5 Prozent) hatten eine ausländische Staatsangehörigkeit. Diese Verdächtigen kamen vor allem aus Bulgarien, der Türkei, Polen, Russland, der Ukraine, Litauen, Serbien und Nigeria. 173 Verdächtige waren Deutsche, viele von ihnen mit Migrationshintergrund.“

    https://www.welt.de/vermischtes/article204243262/Clans-und-Rocker-So-stark-ist-die-Organisierte-Kriminalitaet-in-Berlin.html

    https://www.faz.net/aktuell/politik/inland/neuer-lagebericht-berlin-bleibt-hauptstadt-der-rganisierten-kriminalitaet-16530636.html

    Das soziale Erklärungsmuster dürfte hier an Grenzen geraten.

    Lynx: Nein, gerät es kaum. Da empfiehlt sich das Studium der amerikanischen Geschichte und ihrer ethnischen Gangs, übrigens auch deutsche darunter, früher mal.
    ———————————
    Noch ein Fußnote: https://www.welt.de/geschichte/article151417693/Als-Deutsche-die-Integrationsverweigerer-waren.html

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    • Pérégrinateur schreibt:

      @Lynx. Einwände zu einzelnen Punkten:

      • „Die Sozialdemokratisierung der Gesellschaft auf breiter Front nach WK2, die Ruinen haben’s ermöglicht, hat die Gesellschaft insgesamt beruhigt, womöglich eingeschläfert, aus heutiger Sicht.“ ― Die Ruinen als Ursache bezweifle ich. Die hatten nämlich in der Schweiz, in Schweden und in vielen anderen Ländern gefehlt, wo es alles in allem doch sehr ruhig zugeht bzw. zuging. Umgekehrt haben offenbar die vielen Ruinen in Somalia keine besonders friedlichkeitsfördernde Wirkung gezeigt.

      • „Dass Migranten aus anderen Kulturkreisen ein ‚Päckchen‘ mitbringen, soll gar nicht geleugnet werden, dass sie sich dann in aller Regel aber auch noch in sozial deklassierter Position wiederfinden, macht es nicht einfacher, gerade nicht für die Kategorie ‚jung und männlich‘.“ ― Die Frage muss erlaubt bleiben, wann sie ihr Päckchen denn ablegen werden und ob sie es überhaupt wollen. Es gibt dafür offenbar mehr oder weniger günstige Herkunftsländer und -kulturen. Soziale Deklassierung kann auch die direkte und indirekte Folge eigenen Handelns sein. Angesichts einer Minderrepräsentation auf den erstrebenswerten sozialen Positionen gleich „Diskriminierung!“ zu schreien, wie man das mehr und mehr tut oder zu tun sich genötigt fühlt, ist dafür alles andere als hilfreich. Aber unsere Umstände sind ja gemessen etwa an Frankreich noch harmlos, wo die folgenden Generationen Zugewanderter aus einer bestimmten Weltgegend sich noch ungebärdiger verhalten als die ihrer Eltern. (Mörserangriffe auf herbeigelockte Polizisten usw.) Um ein Beispiel aus den USA zu nennen: „Schwarze“ Schüler, die sich in der Schule anstrengen, werden von ihrer peer group oft verachtet. Sichtbare Minderheiten sozial zu heben (oder eher: aufsteigen zu sehen, denn der politische Voluntarismus ist oft ein recht wenig erfolgsträchtiges Mittel) ist ein vertracktes Problem. De Gaulle etwa meinte in Bezug auf das Rassenproblem in Amerika mal, ein unlösbares, und wenn die Minderheit auch dann noch aus eigenem Willen sichtbar ist … Aber ein unlösbares Problem lösen zu wollen und es sich dazu erst einmal ins Land zu holen, ist freilich moralisch höchst verdienstvoll.

      • „Das kann man alles subsumieren unter ‚gescheiterte Integration‘ und vielerlei Schuldige dafür finden. Mich stört an der Debatte nur, dass die Ethnie deutlich mehr im Vordergrund steht als die ‚Klasse‘. “ ― Wenn es sich in der Realität so darstellt, wieso es dann nicht auch nennen? Wenn man natürlich damit eine „Unmögliche Tatsache“ anspräche, dann sollte man doch lieber schweigen, schon um mit heiler (sozialer) Haut davonzukommen.

      • „Auf lange Sicht wird das aber nur Erfolg haben, wenn man die Kerle nicht nur beim Namen ruft, sondern sie auch einen Platz einnehmen können.“ ― Geht das bis zur Forderung, statushebende Sinekuren zu vergeben?

      • „Es bräuchte halt Trümmer zum Wegräumen?“ ― Vielleicht will ein allzu uneinsichtiger Teil der deutschen Bevölkerung den Preis nicht bezahlen, dazu erst einmal Trümmer zu schaffen?

      • „Die Augsburger Gruppe, die multiethnisch zusammengewürfelt ist, mit unterschiedlichsten, auch hiesigen Herkünften, scheint mir eben auf das soziale Problem viel mehr hinzudeuten. “ ― Nach letzten Zeitungsmeldungen inzwischen sechs mal Mihigru. Aber wenn die Ursachen nun mal sozial sein sollen, so soll es halt so ein. Im Grunde sind die zwei nicht genau auseinanderzuwickeln, aber Multifaktoranalyse könnte helfen und auch den dominanten Faktor weisen. Das wäre mir jedenfalls lieber als Herumanekdotisieren am Handlauf der eigenen Voreingenommenheit.

      • „Dies nur zur Einordnung. Was da rumort und sich unliebsam bemerkbar macht, sind junge Männer, die nicht wissen, wohin mit sich.“ ― ?!

      • „Oder solche, die unter Dichtestress leiden (sehr allgemein verstanden), was ja wohl in München eher der Auslöser war. “ ― Dichtestress müsste unterschiedslos alle betreffen, die im selben Dampfdrucktopf sitzen. Wenn also die As die Bs schlagen, müssten mit selber Quote auch die Bs die As schlagen.

      • „Es kommt mir deshalb bei diesen Debatten immer ein wenig so vor wie bei Leuten, die die Bedeutung von Sekundärtugenden über die Kardinaltugenden erheben. Hauptsache die Wohnung ist sauber, alles reinlich und ordentlich. So war das in der Nachkriegszeit.“ ― Wenn sie helfen, die Gesellschaft zu befrieden, sind mir auch Sekundärtugenden sehr lieb. Im übrigen habe ich den Eindruck, wenn in Deutschland Kardinaltugenden gegen Sekundärtugenden gestellt werden, ist immer geschichtspolitischer Meakulpismus und nicht eigentlich konkrete Besserung der gegenwärtigen Umstände gemeint. Diese Fokussierung ist aber – Sie werden sicher die Triftigkeit gerade dieses Arguments nicht abweisen – nicht gegenwartsbezogen, nicht zukunftsorientiert, mit einem Wort: nicht modern und also verderblich.

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      • lynx schreibt:

        Als Antwort auf Pérégrinateur.

        Der Dichtestress beschäftigt mich, auch in vielen Alltagsbeobachtungen. Es gibt freilich Regionen, da gibt es ihn nicht und da ticken die Bs sehr rasch aus, wenn sie A begegnen, den sie in ihrer Einöde nicht haben wollen. Und es gibt Regionen, die sich enorm verdichten und man den Leuten anmerkt, dass allein schon das für Stress sorgt. Es ist also komplex. Seit einer Generation lebe ich jetzt in Bayern und in dieser Zeit hat sich hier die Gesamtbevölkerung um 50 % erhöht. Das spürt man jeden Tag und das geht auch nicht mehr weg wie ein Schnupfen. Aber manchmal ist es schwer damit umzugehen und dann ticken die Leute aus oder neigen zu leichtsinnigen Reaktionen. So empfinde ich den schlimmen Augsburger Vorfall.
        Aber gerade in einer solchen Welt ist es, jenseits von „Meakulpismus“ (??) dringend geboten, sich der Kardinaltugenden zu besinnen und bei den Sekundärtugenden Nachsicht zu üben. Sonst wird man gänzlich unglücklich- und der Druck im Kessel steigt weiter. Was nicht heißt, dass ich nicht selber anfangen würde, die Straße zu säubern oder respektvolle und höfliche Umgangsformen einfordere, durchaus im Sinne eines widerständigen Aktes.

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        • Pérégrinateur schreibt:

          @Lynx:

          Um den Dichtestress nicht zu groß werden zu lassen, was anscheinend auch Ihnen wünschenswert erscheint, müsste man eine sich evident aus der Metapher ergebende Immigrationspolitik betreiben und Sie müssten die konsequenterweise fordern. Ich bin in diesen Dingen etwas toleranter. Nichtbefüllung des Druckkessels mit sozusagen leicht entflammbaren Gasen würde mir schon genügen.

          Übrigens ist selbstgenerierter Unglücklichkeits-Stress eben kein Dichtestress. Man muss manchmal das ganze Bild sehen, auch wenn auf alles das monokausale Erklärungsmodell „soziale Ursachen“ anzuwenden bequemer und vielleicht sogar beruhigender sein mag.

          Lynx: Was ist denn das “ ganze Bild“?

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  4. Wenn Verschwörungstheorien zu Fake Attentaten mit Krisenschauspielern führen, muss deren Verbreitung unterbunden werden ansonsten gibt es immer mehr Fake-Attentate und das wollt ihr doch nicht, oder? Also muss was gegen freie Meinungsäußerung gemacht werden.

    Sie versuchen durch sprachliche Minischritte und Wortverdreherei und Terror-Theaterstücke und soziale Ächtung mittels GEZ-Propaganda und Antifa-Belästigungen und Zensur im Internet die freie Rede Schritt für Schritt zu begrenzen um sie letztlich abzuschaffen. Das ist der Plan. Dazu verwenden sie Phrasen wie:

    „Nicht jede Rede, ist freie Rede“
    „Wenn Aussagen zu Gewalt im Echtleben führen, sind sie nicht zu verantworten“
    „Wir wollen nicht zensieren, wir wollen nur dass die Algorithmen geändert werden“
    „Man muss etwas gegen solche Meinungen unternehmen“
    „Wie kann es sein, dass solchen Videos/Bücher/Bilder so ein hohes Ranking erlaubt wird?“

    Wir befinden uns in einem stillen psychologischen Krieg zwischen Bevölkerung und Elite. Die Anteile der Bevölkerung welche die Agenda der Elite unterstützen, bestehen aus gehirngewaschenen und ihren Zombie-Rädelsführern und vermutlich automatisierten fortgeschrittenen Bots die überall aktiv sind wo diskutiert wird.

    Und letztlich, da brauchen wir uns keine Illusionen machen, wird das Internet komplett zensiert werden. Vielleicht sogar komplett abgeschaltet. Sie haben gar keine andere Wahl. Die Menschen werden zunehmend informiert und sie müssen diesen Informationsfluß beenden bevor kritische Masse erreicht wird.

    Wenn das passiert, sollte jeder ausreichend Infomaterial auf seinem Rechner haben und am besten 20 Druckerpatronen oder ein paar hundert USB Sticks auf Vorrat haben. Dazu Spraydosen um in der Nacht Graffiti zu malen.

    Desto dunkler die Nacht, desto heller strahlen kleine Lichtquellen.

    11.47 Uhr

    Früher ™ haben die Mächtigen den Pöbel mit Gewalt kontrolliert, wer nicht auf Reihe ist, der wird eben gebuxt, landet im Knast usw. Machen sie ja auch in diversen Kackländern auch heute noch. Dann haben sie entdeckt, dass es viel einfacher geht, wenn man ihnen eine Scheinfreiheit gibt und sie im Konsumrausch gefangen hält (prominentes Beispiel: Muh freedoms der Murrikaner). Seitdem sie NPCs ins Internetz gelassen haben, wird es aber wieder attraktiv, ganz banale repressive Maßnahmen anzuwenden, da dort Zensur vergleichsweise einfach zu automatisieren ist. Zudem gibt es dank allgemeiner Verdummung eine funktionierende Blockwartkultur, die Schneeflockenschafe scheißen sich gegenseitig an, wenn jemand aus der Reihe tanzt (Beispiel aus jüngster Zeit: Franzi aba. Mama Zirkus), es braucht nur noch gelegentlich „korrigierende“ Eingriffe. Leute wie das Massmännchen freut das natürlich, wenn Kontrolle literal ganz einfach anzuklicken ist.
    P.S.: Man kann Kontrolle nicht ohne Trolle schreiben, denkt mal drüber nach!

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  5. Skeptiker schreibt:

    Ich stimme Ihnen zu, dass es wichtig ist, nach der empirischen Relevanz der Daten zu fragen und daraus im Lichte der statistischen Methodenlehre die nichtzutreffenden Schlüsse zu eliminieren. Das setzt bei allen Beteiligten die Fähigkeit voraus, im Rahmen von Wahrscheinlichkeiten argumentieren zu können und vor allem: zu wollen. Mittlerweile ist der Rekurs auf Statistik ein trübes Spielchen mit scheinrationalen Phrasen, das auch von denen betrieben wird, die es eigentlich besser wissen müssten (ich verzichte auf die Namensnennung bestimmter medial präsenter Damen und Herren aus deutschen sozialwissenschaftlichen Instituten). Kumulierte Merkmale erfassen nicht den Menschen „an sich“ – so gesehen, könnte das Ganze ja als Versachlichung akzeptiert werden. Leider hat eine unheilvolle Ontologisierung des Fremden stattgefunden, die auf der einen Seite dem „edlen Fremden“ keinerlei negative Eigenschaften zuschreiben darf, auf der anderen Seite eine Idealisierung, die bodenständige „Sitten und Gebräuche“ als Maximum moralischer Qualitäten missversteht. Erreicht das Plädoyer für eine sachgerecht verstandene Statistik überhaupt noch die beiden Deutungslager? Wendet man „qualitative Methoden“ an, so sind wir bei der Aussagekraft der Einzelfälle. Es wäre erhellender, nicht immer reflexartig nach den Staatsangehörigkeiten der Täter zu fragen, sondern einmal über Sozialisationsverläufe und Familientraditionen intensiver informiert zu werden. (Wobei mir klar ist, dass hier bereits die Datengewinnung auf kulturell bedingte Schranken stößt.) Ich befürchte aber, dass eine Prognose für ein einigermaßen friedliches Zusammenleben in einer aus sich separierenden Ethnien bestehenden Gesellschaft – euphemistisch verklärt als multikulurelle Gesellschaft – zunehmend schwieriger wird.

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