Drei Wochen im Ballon

28.9. 2019

Das dreiwöchige intensive Studium der ungarischen Sprache in Budapest hatte noch einen interessanten Nebeneffekt. Das größte Problem überhaupt war es, bezahlbaren Wohnraum in der Stadt zu finden. Vielleicht ein Studentenheim oder eine billige Pension? Nichts dergleichen tat sich auf, bis dann ein guter Freund seine Budapester Zweitwohnung zu akzeptablen Konditionen anbot. Die Wohnung war perfekt, die Anbindung exzellent – nur einen Internetanschluß besaß sie nicht.

Ich nahm mir also vor, aus der Not eine Tugend zu machen und eine dreiwöchige Internetabstinenz durchzuziehen. Die Konzentration auf die Sprache und die zahlreichen Ausflüge ließen kaum Entzugserscheinungen aufkommen. Die einzige Informationsquelle war das morgendliche und abendliche ungarische Radio, das Kossuth-Radio, und eine kostenfreie U-Bahn-Zeitschrift. Einmal kaufte ich mir auch „Nemzeti Sport“, doch das erwies sich als wenig hilfreich, weil diese Zeitung deutlich geringer fußballorientiert ist als andere europäische Sportblätter und stattdessen ausführlich über Wasserball, Schwimmen, Volleyball, Handball oder Judo berichtet, alles, worin es die Ungarn zu einer gewissen, aber weltweit wenig beachteten Meisterschaft gebracht haben, mich aber nicht interessiert – im Fußball freilich sind sie, trotz Orbáns Investitionen, ein Zwerg.

Nach und nach bekam ich das Gefühl, in einem Ballon zu schweben, der immer höher stieg. Man sah alles da unten, aber es war zu klein, um die Details zu erkennen. Ich hörte im Radio etwas über den Migrationspakt und die Türkei, über Johnson und den Brexit, über Trump und die Ukraine, auffällig häufig über Ursula von der Leyen und ganz besonders viel, eigentlich mehrfach täglich, über Einwanderung, Migration und Terrorismus, aber wie die konkreten Zusammenhänge waren, das war nicht herauszubekommen. Das Material war zu dürftig, um auf meine Thymusdrüse zu schlagen, und bald wurde all das, was mich seit nun vier Jahren rastlos umtrieb, unwichtig.

Das ist eine lehrreiche Erfahrung! Man kann vollkommen im Frieden mit sich selbst in dieser Welt der Ignoranz und des Unwissens leben. Ich war auch nur von Menschen umgeben, deren Alltagswelt das ist. Gesprochen habe ich im Grunde genommen nur in der Schule, wenn man die paar kleinen hilflosen Straßen- oder Kassendialoge nicht mitrechnet. Ich teilte den Kurs mit einer deutschen Rentnerin, einem iranischen jungen Amerikaner und der ungarischen Lehrerin. In der Pause kam mitunter ein Schweizer Pensionär hinzu. Meist sprachen wir Ungarisch – damit sind solche Themen ohnehin (noch) nicht zu bewältigen.

Mit Fortschreiten des Kurses kam es dann doch zu einigen Gesprächen auf Deutsch, aber die drehten sich größtenteils um die Sprache, manchmal über Ungarn und oft scherzten wir einfach nur – die Dame hatte einen guten Humor. Aber sie war bekennende Apolitikerin. Also gab ich es von vornherein auf, die brisanten Themen auf den Tisch zu bringen, was sie nicht daran hinderte, doch einmal ihrer Sorge Ausdruck zu verleihen, daß das mit der Migration ja nicht lange gut gehen könne, denn schließlich sei Deutschland doch ein zu kleines Land, um all die Menschen aus Afrika und Asien aufzunehmen. Aber das war scheinbar die Grenze ihrer Diskussionsbereitschaft.

Einmal machte ich sogar einen Witz darüber und sagt: „In Ihrer Welt möchte ich auch gern leben.“ – „Was meinst du?“ – Ich siezte sie konsequent, aber sie war schon am zweiten Tag zum Du umgeschwenkt und das war vollkommen in Ordnung: es war wohl eine Art Sympathiebekundung und Teil des ironischen Spiels. „In Ihrer Welt ohne Sorgen. Es ist sozusagen mein Beruf, mir Sorgen zu machen, Szenarien zu entwerfen, vorauszudenken, aber Sie leben ohne offensichtliches Interesse an diesen Dingen und es scheint Ihnen dabei sehr gut zu gehen.“ Sie hatte fast immer ein Lächeln auf dem Gesicht.

Von Sorgen, sagte sie, sei sie genug umgeben. Alle um sie herum hätten ständig Sorgen und Trauer und Angst und das könne sie überhaupt nicht vertragen. Wenn sie etwas lese, dann müsse es lustig sein. Außerdem war sie Ärztin gewesen, in der Radiologie, und da habe man über zu viele Jahre zu viele Sorgen und Schicksale gesehen. Und was die Politik betreffe: da kenne sie sich nicht aus, das sei zu kompliziert und sowieso alles verlogen – sie könne das nicht vertragen, daß überall diese, na wie heißen die gleich, die immer alles mitbestimmen? – „diese Lobbyisten?“ – ja, daß diese Lobbyisten überall ihre Finger drin haben. So etwas ekle sie an. Und ändern könne sie es sowieso nicht, warum also sich damit beschäftigen.

Nicht beschäftigen geht freilich auch nicht, wie einige ihrer Äußerungen zeigten, denn treffsicher wiederholte sie die medial vorgegebenen Klischees, als ich einmal den Namen Boris Johnson oder Trump erwähnte, und sollte sie wählen gehen, dann kann man sicher sein, daß sie das wählt, was man eben wählt – aber auf keinen Fall die da!

Die Ungarischlehrerin tickte nicht viel anders. Sie tat, was viele Ungarn tun, sie winkte ab, wenn es um Politik ging, resigniert. Diese Leute sehen sich nur von einem Sumpf umgeben. Man muß ihre Nase fast mit Gewalt in die Realität stoßen, die zeigt, daß es Ungarn in vielen Belangen immer besser geht, noch dazu, wenn sie in der Hauptstadt leben. Von den fürchterlichen Armutsproblemen in der Provinz, im Osten des Landes etwa, bekommen sie nichts mit. Sie leben in einer der lebenswertesten Städte Europas, viele Sorgen anderer Europäer sind ihnen unbekannt, aber sie beharren drauf, das Thema Korruption aufzublasen – je mehr Orbán von Migration redet, hat man den Eindruck, umso mehr sprechen die Ungarn von Korruption – und sie scheuen sich oft nicht mal, von einer Diktatur in Ungarn zu sprechen. Dabei war die Frau vielseitig gebildet und interessiert.

Aber hat die Dame nicht eigentlich recht? Ändern kann ich doch auch nichts! Wozu also?

Der junge Amerikaner war nun ein ganz anderer Typ. Er kam aus der Geldbranche, dachte ständig an irgendwelche potenten Kunden und Verträge und manches Mal stürmte er aus dem Zimmer, weil etwas Wichtiges auf seinem Handy aufflackerte. Ihm war es sichtlich wichtig, schick in Markenklamotten zu erscheinen und tolle Uhren zu tragen. Er dachte viel über Essen und Gesundheit nach, über Mode, über technische Gadgets, aber Geschichte und Politik waren ihm ein großes Geheimnis, nein, noch nicht mal das, denn es interessierte ihn überhaupt nicht. Selbst nach zehn Jahren Ungarn waren ihm die großen Namen der ungarischen Geschichte und Kultur meist unbekannt. Als wir Konjunktiv übten, da sagte er, daß er, wenn er könnte, die Menschheit darauf vorbereiten würde, auf einen anderen Planeten auszuweichen, wenn wir hier zu viele geworden sein werden.

Was soll ich sagen? Ich hörte mir das an und lauschte, ob die Grammatik stimmt. Inhaltlich widersprach ich nicht. Ich hatte abgeschaltet, aufgegeben.

Mir geht es gut! Ich höre nichts, ich sehe nichts, ich weiß nichts und es tut richtig gut. Ich sitze gerade auf dem Balkon. Über mir dreht ein riesiges Flugzeug gerade seine Startkurve. Es ist der letzte Samstag im September. Ein Eichhörnchen hüpft auf der Tanne vor dem Haus und besucht mich manchmal auf der Terrasse, wo es in einer Regenrinne Wasser trinkt. In zwei Stunden kommt meine Frau und bringt ein paar Nüsse mit. Heute und morgen werden wir noch ein wenig die Stadt erkunden und dann ist die Zeit im Ballon vorbei. Schon heute werde ich sie – der erste informierte Mensch seit drei Wochen – fragen, was denn nun die konkreten Hintergründe für all das seien.

Nun wird sich wieder alles umordnen: Ich werde wieder bis in die Nacht sitzen und arbeiten. Morgens werde ich gleich den Computer anschalten und zwei Stunden lang die nationale und internationale Presse lesen, werde vielleicht auf diesem oder jenem Blog eine Meinung äußern und dann ständig kontrollieren, ob jemand reagiert hat, werde statt eines ungarischsprachigen Romans[1] bald wieder gewichtige Bücher über Politik, Geschichte oder Philosophie lesen, werde, wenn der Kopf müde wird, Kaffee trinken und abends, wenn er nicht mehr zur Ruhe kommt, Wein oder Bier, werde dann versuchen, meine überblitzten Augen zum Schlaf zu zwingen und es wird nicht immer gelingen, werde mich über dieses oder jenes erregen, über die Blindheit, ja die Idiotie der anderen – warum können die das nicht sehen, nicht begreifen? Das begreife ich nicht –, werde im Kopf schon Sätze für den nächsten Artikel formulieren, Ideen sammeln, werde wohl auch Bitten nachkommen, für andere Blätter zu schreiben, werde unter Zeitdruck geraten, werde mich ärgern, daß ich schon wieder das Ungarische zu sehr vernachlässigt habe und werde bald wieder nicht wissen, wo mir der Kopf steht.

Es ist im Grunde das falsche Leben! Aber ich bin – während ich das schreibe – schon wieder drin, im falschen Leben, denn da kommt mir ein Name ins Bewußtsein, den ich drei Wochen lang – wie gut das tat! – nicht hätte denken können, ein Zitat – ich dachte drei Wochen lang nicht in Zitaten! Einer seiner denkwürdigen Sätze lautete: „Es gibt kein richtiges Leben im falschen.“

[1] Gerade Ödon von Horvath: „Istentelen ifjúság” („Jugend ohne Gott“)– ein großartiges Büchlein!

2 Gedanken zu “Drei Wochen im Ballon

  1. Pérégrinateur schreibt:

    @ Lynx
    Sie argumentieren am Ende mal wieder von ihrem Feldherrnhügel der Zukunftsgewissheit. Das erste, was mir mit dem Aufkommen der Artikelkommentare im Internet auffiel: Wenigstens 90 % alle Leser prophezeien immer genau das, was sie sich wünschen. Schließlich „kann es doch gar nicht anders sein“, als wie man es für richtig hält. Diese Einstellung hat allerdings in den letzten Jahre einige drastische Widerlegungen erfahren: kein demokratischer Wandlung in China dank ökonomischer Entwicklung, kein Sturz Assads, keine Wahl von Frau Clinton, kein Sieg der Europhilen bei der Brexit-Abstimmung, kein demokratischer Aufbruch im arabischen Raum usw. usf.

    Die Zukunft ist offen, in alle Richtungen. Es ist zwar nicht immer gleich alles möglich, weil die Geschwindigkeit auch in der Politik nicht unendlich wird, aber nach gewisser Frist schon.

    Den Spatz festhalten zu wollen, den man in der Hand hält, auch gegenüber der Aussicht der Taube auf dem Dach, scheint mir übrigens nicht von vorneherein verächtlich zu sein. Ich kann die Russen schon verstehen, denen Putins Regime lieber ist als die kriminelle Anarchie unter Jelzin, während der viele fast verhungert wären, während zugleich eine goldene Zukunft versprochen wurde.

    Man zahlt für alles auch einen Preis, aber für überspannte Hoffnungen jedenfalls sollte man keinen Pfennig lockermachen. Wer natürlich an eine Art von gewissermaßen idealistischer Schwerkraft glaubt, die alle nur erst von ihrer alten Basis gelösten Verhältnisse unfehlbar in die allgemeine menschliche Glückseligkeit zieht, der muss das wohl anders sehen.

    Lynx:
    Das sind natürlich einleuchtende Argumente, um Korruption gutzuheißen. Das ist in etwa die Staatsidee der Mafia. Wer’s mag.

    Pérégrinateur:
    Ich weiß von einer westdeutsche Grißstadt definitiv (woanders ist es wohl ähnlich oder gleich), dass dort die Posten bis hinunter zu den Kindergartenleiterinnen nach Parteiproporz ausgehandelt werden; keine Chance für Außenseiter. (Übrigens nicht die Rektoratsposten in den Schulen, denn der Mehrverdienst durch die Position verblasst gegenüber der Mehrarbeit, weshalb es dorthin keinen großen Andrang gibt.)

    Da diese Parteienpatronage eine Folge des repräsentativen Systems ist mit seinen Einflussmöglichkeiten der Repräsentatnten unter Bedingungen der Parteipolitik, müsste man dieses nach Ihrer Logik wohl abschaffen. Könnte man dabei auch Dinge verlieren, die man ganz gerne bewahren wollte?

    Irgendwelche Übel sind immer unvermeidlich. Man kann sich vielleicht die genehmeren klug heraussuchen, aber sicher nicht alle zugleich loswerden. Das zieht sich überall durch. Um ein Beispiel aus dem Privatleben zu geben: “I quit my job as a wife twice […] it’s not humanly possible to be a good wife, a good mother and a first-class scientist. No one can do it—something has to go.” (https://en.wikipedia.org/wiki/Lynn_Margulis#Personal_life)

    Lynx:
    Jetzt bin ich etwas enttäuscht von Ihrer oberflächlichen Argumentation, die doch ziemlich in die Irre führt. Den Unterschied zwischen Patronage und Korruption kennen Sie schon? (Und wenn nicht, hilft auch hier Wikipedia weiter). Patronage ist sicher ambivalent, sie kann Abhängigkeiten schaffen (muss aber nicht), ich kenne eigentlich niemanden, der ohne eine Förderung, Unterstützung dahin gekommen wäre, wo er/sie ist. Parteienpatronage hat ein Gschmäckle, aber jeder kann dort mitmachen, der sich die Mühen des Parteilebens antun will. Und zur Not kann man immer Rechtsmittel einlegen, gibt es immer mal wieder. Machen Sie das einmal in einem korrupten System. Korruption ist nicht ambivalent sondern unmissverständlich und es fließt immer Geld (bei der Patronage in aller Regel nicht). Und Patronage verpflichtet nicht zu Dankbarkeit und Gehorsam.
    Ganz interessant ist da der ganz aktuelle Fall der heutigen Zeugenaussage in Washington: Der EU-Botschafter Sondland hat sich seinen Job mit einer Millionenspende für Trumps Wahlkampf quasi erkauft (allerdings durchaus üblich in den USA und generell fragwürdig). Jetzt merkt er, dass das System, das er unterstützt hat, im Korruptionssumpf zu versinken droht und besinnt sich darauf, dass er sich ans rettende Ufer der Patronage flüchten könnte, die in einem Rechtsstaat allenfalls als Grauzone gilt, die man leicht aufhellen kann. Der Mafia-Patron muss das natürlich als Verrat werten, aus seiner Systemsicht betrachtet.

    Sie haben schon recht: irgendwo ist immer der Wurm drin und sind „Übel unvermeidlich“. Dafür gibt’s die Justiz, die maximal unabhängig sein muss. Meines Wissens ringt sie in Ungarn schwer um ihre Unabhängigkeit, denn letztlich ist die Justiz das letzte Bollwerk gegen die Mafia. Im aktuellen Korruptionsindex liegt Ungarn übrigens auf Platz 64, damit fast im vorderen Drittel von 180 Staaten, aber in Europa eher im hinteren Viertel. Italien 53, Deutschland 11.
    Ich bin nicht der Idealist, den Sie mir andichten wollen. Gegen zu viel Idealismus helfen klare Regeln, die demokratisch vereinbart und durchgesetzt werden im Rahmen eines anerkannten Rechtsrahmens. Dauerhafte Probleme treten dort auf, wo fortdauernd davon abgewichen wird (aber jetzt bitte nicht mit 2015 kommen). Problematische Einzelfälle gibt es immer und überall, sie sind der Fehler im System, der in einem funktionierenden System hilft, es zu verbessern.

    Aber eigentlich hatte ich mich ursprünglich ja nur daran gestört, dass man es überlegenswert findet, sich Freiheit abkaufen zu lassen für die Inszenierung einer vermeintlich heilen Welt von gestern. Da bekommt der Ausdruck Operettenstaat eine ganz neue, auch nicht schmeichelhaftere Bedeutung. Freilich kann man jetzt entgegnen, jeder gehe halt in sein eigenes Traumtheater… – da wo ich regelmäßig hingehe, wird jedenfalls selten heile Welt inszeniert.

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  2. lynx schreibt:

    Keine Frage, ein beneidenswerter Zustand, das Dasein im „Ballon“. Wenn man den Gedanken weiterspinnt: im Ballon ist es ja bekanntermaßen so ruhig, weil der Wind einen forttreibt, weil man mit dem Wind segelt und ihn dabei gar nicht mehr spürt… – ob man da auch auf den Gedanken kommt, das System Orbàn zu verteidigen?

    Ohne Ihnen etwas unterstellen zu wollen: aber genau so funktionieren gut geölte Autokratien, die dann auch einmal in Diktaturen münden können: schau zu, dass es den Leuten möglichst nicht schlechter geht, eher besser, achte aber vor allem darauf, dass das größte Stück vom Kuchen immer bei deinen Leuten bleibt und du die absolute Kontrolle behältst. So hat meine Großelterngeneration verteidigt, dass sie Hitler zuließen: er hat ja schließlich die Autobahnen gebaut, die Inflation beseitigt und die Leute hatten Arbeit, geordnete Verhältnisse, ein wenig zunehmenden Wohlstand. Doch offenbar haben die Ungarn ein feineres Gespür dafür, dass das, was Orbàn inszeniert, eine Chimäre ist, ihnen etwas vorgegaukelt wird, was langfristig nicht dem Wohl des Volkes dient. Sie spüren womöglich genau, dass ein Popanz aufgebaut wird, um andere Machenschaften zu verdecken oder gar zu legitimieren. Ich denke mir immer wieder: wie würde die ungarische (und polnische) Volkswirtschaft wohl aussehen, wenn es Deutschland und seine osteuropäische (Schatten-)Wirtschaft nicht gäbe, wenn Deutschland hier Arbeitsmöglichkeiten rigoros beschränken würde (was natürlich nicht mehr geht)? Die Ungarn wissen das vermutlich genau und Orbàn bleibt zum Glück für alle gezwungen, in einer Grauzone zu operieren, wo man gerade noch so viel zulässt, dass er die Ordnung aufrecht erhalten kann, die allen dienlich ist, aber eben auch nicht allzusehr über das Ziel hinausschießt. Die Migrationsdebatten und EU-Haushaltsentwürfe der nächsten Zeit (Stichwort Agrarsubvention(sbetrug) werden das deutlich machen. Trainierte Naivität ist jedenfalls kein guter Ansatz, die pensionierte Ärztin dürfte dieses Stadium längst hinter sich gelassen haben.

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