Die Welt ohne Luther

Leider kam dann Luther.  (Michael Lösch)

In der Besprechung des äußerst anregenden Buches „Im Moralapostolat“ von Horst G. Herrmann kam ich zu der rhetorischen Formel: „Luther ist schuld“[1]. Daraus ergibt sich ganz zwangsläufig eine weitere Frage: Hätte es Luther, Luther als Person mit seinen ganz individuellen Eigenheiten, nicht gegeben, wie sähe die nachfolgende Welt aus? Die Beantwortung dieser Frage stellte sich Michael Lösch in seinem Buch „Wäre Luther nicht gewesen“.

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Die Budapester Burg

Budapester Impressionen VIII

Auch die Burg gehört zum Basisprogramm eines jeden Budapest-Reisenden. Vom Szell-Kalmán-Ter nehme ich den Bus, der den Anstieg bequem in drei Minuten schafft und steige gleich an der ersten Station innerhalb der Mauern aus. Wie der Zufall es will, stehe ich fast direkt vor dem Militärmuseum, das schon von Anfang an auf meiner Liste stand. Also wird der Burgspaziergang nach hinten verschoben, wohl wissend, daß sich das Gelände am Sonntagmittag bald zu einem Ameisenhaufen verwandeln wird.

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Das Stadtwäldchen

Budapester Impressionen VI

Der Városliget – der Stadtwald – gehört nun zu den touristischen Hauptpunkten der ungarischen Metropole. Man kann ihn trotzdem kaum umgehen, weil sich in seiner Nähe einige nicht zu missende Attraktionen befinden.

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Die häßlichste Stadt Deutschlands

Die heutige Presse posaunt – selbst ein wenig überrascht – die Empfehlung eines australischen Reiseführers in standardisiertem Text in die Welt. Demnach sei Bonn zu einem „Top-Reiseziel“ erkoren worden. Das weckt alte Erinnerungen. Ich hatte vor drei Jahren die Gelegenheit, die Stadt für ein paar Tage näher kennenlernen zu dürfen und folgenden kleinen Reiseeindruck verfaßt. Demnach muß ich unter massiven Wahrnehmungsdefiziten gelitten haben oder aber, die alte Hauptstadt hat sich seither runderneuert. Gerade vor dem Hintergrund der Budapester Impressionen, scheint der Unterschied eklatant. Die Bonner mögen es mir verzeihen.

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Budapester Höhlenwunder

Budapester Impressionen V

Der Reiseführer empfiehlt unter den Höhlen Budapests besonders die Pál-Völgyi-Barlang. Da sie nur wenige Minuten Laufweg von meiner Wohnstatt entfernt ist, ist ein Besuch obligatorisch. Ich gehe an einem Montag. Das Handbuch sagt, daß die Höhle täglich von 10 – 20 Uhr geöffnet und der Eintritt frei sei. Die Wirklichkeit sieht anders aus: Montag geschlossen, Begehzeiten von 10 bis 16 Uhr und der Eintritt kostet 2000 Forint (ca. 6 Euro).

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So beherrscht man die Welt

 Rezension von: Pedro Baños: So beherrscht man die Welt. Heyne 2019
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Dank des Angebotes des „Antaios”-Verlages und meines schnellen Entschlusses, kam ich in die Lage, jenes Buch lesen zu können, das den meisten Menschen in diesem Land verwehrt bleiben wird, weil ein Journalist – Alan Posener – dieses Buch als antisemitisch bezeichnete. Daraufhin nahm der namhafte Heyne-Verlag es aus dem Programm und ihm folgten in einer seltsam konzertierten Aktion alle – alle! – kommerziellen Anbieter auf dem Fuß. Ich versprach daraufhin, das Buch hier öffentlich zu besprechen.

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Eine Ohrfeige für Orbán

Pofon – dieses schöne ungarische Wort dürfte Viktor Orbán und den Seinen durch den Kopf gegangen sein, als er die gestrigen Ergebnisse der Kommunalwahlen erfuhr. Es bedeutet „Ohrfeige“.

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Budapest – Geheimtipps

Budapester Impressionen IV

Es gibt jene Plätze, die man als Reisender in Budapest gesehen haben muß und die jeder Tourist anstrebt. Das Parlament, die Burg, die Kettenbrücke, das Gellért-Thermalbad … Andere Orte, meist stillere, werden oft vernachlässigt. Während meines dreiwöchigen Budapest-Aufenthalts habe ich bewußt solche Plätze aufgesucht.

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Fußball in Ungarn

Budapester Impressionen III

Seit langem hatte ich mir vorgenommen, in Ungarn ein Fußballspiel zu sehen. Zwei Jahre lang verfolgte ich die erste Liga im Fernsehen, zuerst der Sprache wegen, aber dann auch, um die Atmosphäre, die Stimmung – die uns ja immer in das Innere eines Volkes führt – kennen und verstehen zu lernen. Es gibt leider in unserer Gegend keine attraktive Mannschaft. Man könnte nach Paks fahren, das sind 50 Kilometer, aber diese Mannschaft strahlt den Charme des dortigen Atomkraftwerkes aus. Seit Jahren spielt man da grottigen Fußball vor leerer Kulisse in einem wenig einladenden Stadion.

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Offener Brief an Alan Posener

„Wenn man wirklich für Meinungsfreiheit ist, dann muß man auch für die Freiheit von Standpunkten eintreten, die man verachtet. Sonst ist man nicht für Meinungsfreiheit.“ (Noam Chomsky, zitiert in Baños: So beherrscht man die Welt)
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Sehr geehrter Herr Posener,

Sie haben meinen Artikel „Ich gebe zu Protokoll“, in dem ich auch Ihre Besprechung des Corpus Delicti – Pedro Baños Buch „So beherrscht man die Welt“ – aus offensichtlichen Gründen erwähne und bewerte, mit folgenden beiden Kommentaren bedacht:

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Budapester Innenstadt

Budapester Impressionen II

„Südliche Innenstadt“, so nennt mein Reiseführer jenen Teil der Metropole, den ich am ersten Tag erkunde. Das ergibt sich aus der einfachen Tatsache, daß die Sprachschule in der Váci Utca liegt. Zu meinem Erstaunen realisiere ich, daß dies die moderne Flaniermeile der Stadt ist.

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Rosenhügel

Budapester Impressionen I

7.9.2019: Drei Wochen werde ich nun in Budapest weilen mit dem Ziele, die Sprache zu lernen. Jeden Wochentag von 9 bis 12.15 Uhr wird es Unterricht geben, danach steht die Zeit zu meiner Verfügung. Sie soll vor allem dem Lernen dienen, dem direkten Lernen, aber auch dem Eintauchen in das ungarische Leben, das Hören, das Lauschen, das Sprechen, das Beobachten, das Fragen, das Wundern, das Urteilen, das Mögen und das Verachten … was immer kommen mag. Auch Geschichte und Kultur werden eine Rolle spielen.

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Die Liebe in einer zerbrochenen Welt

Es gibt keine Liebe, mein Freund, es gibt keine; Lüge ist jede Liebe. Es gibt nur eine einzige Liebe … Dies ist die einzige Liebe: Langeweile, Krankheit, Häßlichwerden, Sich-anderswohin-Träumen, tausendmal Ausreißen-, Fliehenwollen und doch immer bleiben müssen: sich gegenübersitzen und einander ins vergreisende Antlitz schauen und schließlich das Sterben des anderen mitansehen: das ist die Liebe. Ernő Szép

Wenn ich dieser Tage Ungarn lese, dann um Ungarn kennen zu lernen: das Land Ungarn in seiner historischen Entfaltung und die Ungarn als Volk und als Menschen in ihrer Verfaßtheit, in ihrer Denk-, Fühl- und Lebensweise – das Typische eben, sofern es Derartiges gibt.

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Das glückliche Volk

Ein Märchen

Es war einmal ein Volk, das hatte sieben Stämme und jeder Stamm hatte einen König und jeder König einen weisen Wesir und jeder weise Wesir hatte ein Geheimnis und jedes Geheimnis erklärte das Glück dieses Volkes und niemand kannte es, nur die weisen Wesire, aber die hatten keine Sprache, es zu sagen.

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