Muslime in Sarajevo

Man ist in Sarajevo hochgradig verunsichert, ob man sich noch in einem europäischen oder schon einem nahöstlichen Land befindet. Daß der radikale Islam an dieser europäischen Grenze zudem mehr als einen Fuß in der Tür hat, ist offensichtlich. Viele Frauen laufen mit Kopftuch, die schwarze Komplettverschleierung ist Alltag.

Vom Hotelfenster habe ich einen grandiosen Blick über die Stadt. Wir befinden uns auf erhöhter Warte genau in der Flucht des Flusses und schauen die Stadtachse entlang. Gleich gegenüber befindet sich ein großer muslimischer Friedhof mit seinen eng gereihten weißen Marmorstelen. An den Hängen wirken diese Friedhöfe wie Schneeflächen. In der Stadt gibt es einige romantische Parkflecken – auch sie waren einst Friedhöfe und noch immer ragen Überreste alter verfallener und schiefer Grabsteine heraus wie aus einem uralten Gebiß.

Suchbild mit 16 Minaretten

Von meinem Horst zähle ich 16 Minarette. Früh halb sechs werden alle Gäste ganz gleichberechtigt vom Ruf des Muezzins geweckt und abends überstrahlen die scheinbar seriell gefertigten Gebetstürme in ihrem Neonschein das gesamte Stadtbild und lassen die überdimensionierte häßliche Werbung verblassen.

Die Altstadt ist ein Erlebnis, bei Tag und bei Nacht. In den engen Gassen und Winkeln entfaltet sich der ganze Charme des Orients – man muß sich immer wieder zur Erinnerung zwingen, daß dies hier altes europäisches Gelände ist. Das Pittoreske dieses Viertels sollte nicht täuschen lassen: die Stadt befindet sich in einem schnellen Wandel. Vor dem Krieg bezeichnete sich die Hälfte der Einwohner als Muslime und ein Viertel als Serben, heute sind die Verhältnisse ganz anders: über 80 Prozent sind Bosniaken und nur noch vier Prozent Serben.

Gleich hinter dem Berg, keine fünf Kilometer entfernt, beginnt allerdings die Republika Srpska, die serbische Teilrepublik dieser seltsamen Bundesrepublik. Dort wehen stolz serbische Flaggen. Seine offizielle Hauptstadt ist – Sarajevo; die Stadt liegt nicht mal auf serbischem Gelände. Auch deswegen ist die Bezeichnung als das „Jerusalem Europas“ durchaus treffend.

Man kann sich in diesem Labyrinth aus schmalen Gassen fast verlaufen. Neben den typischen Filialen globaler Firmen findet sich viel Einheimisches und Touristisches. Der Krieg hat auch hier seine Spuren hinterlassen. So kann man makabre Devotionalien aus Kalaschnikow-Patronenhülsen – Kugelschreiber, Spielzeugflugzeuge etc. – kaufen.

Nach einem langen heißen Tag dort ein kühles Bier zu trinken, ist freilich nicht so einfach. Die Gassen sind – ganz südländisch – von Straßencafés gesäumt. In den meisten werden nahöstliche Leckereien angeboten. Frauen und Männer sitzen oft getrennt. Vor kleinen Kindern wölben sich große Berge von Süßspeisen. Wie diese Menschen das machen, ist mir ein Rätsel: sich bis Mitternacht den Bauch mit Kohlenhydraten und Zucker vollschlagen und früh halb Sechs zum Gebet? Der Ernährungsphysiologe in mir stöhnt auf, als er einen fünfjährigen Jungen einen riesigen Palatschinken mit Marmelade essen sieht. Die Mutter neben ihm vollverschleiert schaut auf ihr Smartphone.

Man lockt uns nach langer Suche in ein malerisches Restaurant, eine alte Karawanserei mit originalen Holzgängen. Alle Stühle scheinen besetzt, aber die eifrigen Kellner lotsen uns über Gänge und Treppen in ein Hinterzimmer, in dem die Wände mit grünen arabischsprachigen Flaggen geschmückt sind. Wir fragen nach Abendessen und bestellen ein Bier. Beides ist dort nicht zu haben. Um diese Zeit werden nur noch Süßigkeiten serviert und an Alkohol ist natürlich nicht zu denken. So wird das nichts.

Vor dem Krieg, so sagt man uns, hat es das Kopftuch nicht gegeben, von der Verschleierung ganz zu schweigen. Aber seither durchlebt das Land und besonders diese Stadt eine stramme Islamisierung. Die meisten Moscheen sind neu und top in Form. Es mangelt nicht an Geld und das stammt sehr oft aus Saudi-Arabien. Arabische Physiognomien, arabische Sprachfetzen sieht und hört man überall. Vor allem unter den jungen Männern sieht man die langen Bärte und rasierten Oberlippen.

Auch die innermuslimischen Konflikte sind hier offenbar virulent. Wie sonst ist zu erklären, daß der Iran in teurer Lage ein Kulturzentrum eingerichtet hat? Hinter dem Kulturmantel, den schönen Hafis-Ausgaben und den bunten ornamentalen Gemälden, dürften knallharte Interessen stecken: Im finanziell und theologisch saudisch dominierten sunnitischen Bosnien will man gern ein Gegengewicht vor Ort haben.

Beschwörungskunst: magisches Gegengewicht bildet die Statue: „L’uomo multiculturale“

Vom Trebević, einem anliegenden Berg kann man die ganze Stadt aus anderer Perspektive überblicken. Auf einer großen Terrasse hat sich ein Ausflugslokal etabliert. Wir bestellen Kaffee und Kuchen. Wir werden von jenem freundlichen Kellner bedient, der einst in Deutschland gearbeitet hat. Ich möchte gern etwas Ortstypisches essen. Er überlegt einen Moment, dann hellt sich sein Gesicht auf und wenig später habe ich einen braun-weißen Kuchen vor mir stehen, der in einer Art Sahne schwimmt. Köstlich! So etwas hatte ich in der Tat noch nie gegessen.

Ich frage ihn nach dem Namen. „Trilece“, sagt er und schreibt es auf die Serviette. Das klingt aber Italienisch, sage ich. Nein, das sei Spanisch. Die Legende will, daß die sephardischen Juden, die im 15. Jahrhundert aus Spanien vertrieben wurden, in Bosnien landeten. Intelligente und kultivierte Leute und die hätten dieses zauberhafte Gebäck mitgebracht – daher der Name: drei Mal Milch.

Während wir Kaffee, Kuchen und Aussicht genießen, hat am Nachbartisch eine muslimische Familie andere Probleme. Zwei Frauen sind bei 40 Grad komplett verhängt und auch die vorpubertäre Tochter muß über ihrem Trainingsanzug schon den schwarzen Umhang tragen.

Mutter und vermutlich älteste Tochter teilen sich einen Teller. Jedes Mal, wenn sie einen Löffel zum Mund führen, müssen sie den Schleier für einen Moment lüften. Ängstlich schauen sie sich danach um, ob jemand geschaut hat. Die Lippen sind geschminkt, ein Pickel abgedeckt. Nachdem sie meinen Blick bemerken, tuscheln sie und werden vorsichtiger. Derweil greift ihr Mann oder Vater mit bloßen Händen das Essen und schiebt es mit überheblicher Geste in den Mund. Er sieht arabisch aus, trägt den langen Bart. Immer wieder wühlt er mit seinen Händen zwischen den Fleischstücken herum und sucht sich ein passendes Stück. Als sie schließlich gehen, sieht der Tisch verheerend aus und die Teller sind noch halbvoll. Die Familie wird dann von einem älteren Mann mit langem Bart mit einem Kleinbus abgeholt. Man hat den Eindruck, als würden sie abgeschirmt.

Selbst wenn man von den Frauen fast nichts sieht, fällt ihre kosmetische Pflege auf. Aus den Schlitzen schauen aufwendig geschminkte Augen mit zum Teil absurd verlängerten Wimpern. Die jungen Mädchen, die nur Kopftuch tragen, sind mitunter bis zur Maske überschminkt. Der Islam ist eine mysophobische Religion, von Reinheit und Sauberkeit besessen. Aber Kosmetik ist ein theologisches Schlachtfeld, denn sie kann schnell übertrieben werden und vom Wesentlichen ablenken. Hier scheint man die Frage eher großzügig auszulegen. Für den europäischen Geist ist das ein schwer zu lösendes Paradox: Warum Schönheit erzeugen, die man nicht sehen kann?

Die ganze Stadt ist eine Schönheit, die fremd, widersprüchlich und auch beängstigend wirkt.

siehe auch: Die gefährliche Dialektik des Erinnerns

Völkerpsychologie

14 Gedanken zu “Muslime in Sarajevo

  1. Mit diesem Artikel, den mir ein Landsmann kommentarlos per whats-app schickte (warum auch immer), stieß ich auf diesen lesenwerten Blog. Zu meiner Freude, wie ich hier feststellen möchte, und da dies mein dritter Kommentar ist (sofern die anderen freigeschaltet werden), ist es auch allerhöchste Eisenbahn auch in Fragen des Benimm und des Anstands. Nicht, dass ich die Ansichten des Autors teilen würde, aber es ist lesenswert und erinnert mich stilistisch an die Art deutschsprachiger Literatur, die ich schätze, gerade auch weil sie wie aus der Zeit gefallen zu sein scheint.

    Was den Inhalt angeht, so finde ich den Satz bemerkenswert, der anfängt mit: „Im finanziell und theologisch saudisch dominierten Bosnien“…

    In Bosnien-Herzegowina dominiert die hanafitische Rechtsschule mit maturidischer Theologie. Und die verhält sich zu saudischer Lehre…es bieten sich einige Vergleiche von diametral sich gegenüberstehenden Dingen an…da ich mich nicht entscheiden kann, kürze ich das ganze ab und schreibe daher schlicht „gar nicht“.

    Der saudische Neo-Calvinismus ist eine nicht in der Tradition fußende Reformationsbewegung, die im 18. Jahrhundert entstand – zwischenzeitlich fast verschwunden war und seit 100 Jahren zunehmend an Einfluss gewinnt. Er gehört jedoch nicht zum sunnitischen Islam, was viele nicht wissen. Noch im 19. Jahrhundert lehrte der sunnitische Mainstream, dass diese saudische Ideologie eine irrgläubige Sekte sei (was man gar mit entsprechenden prophezeienden Hadithen begründete)

    2016 fand bsp. ein internationales Gelehrtentreffen in Grosny statt – das von höchsten Autoritäten besucht wurde, u.a. Al-Azhar -, wo man in einer Resolution nochmal klarmachte, wer alles zur Ahl-Al Sunna gehört – Nämlich die bekannten Rechtsschulen nach maturidischer und ascharitischer Theologie und der Sufismus. Punkt. Sowohl der saudische WAhhabismus als auch der Salafismus blieben explizit unerwähnt. Für das westliche Auge weitgehend unbeachtet findet tatsächlich auf geistiger, theologischer Ebene eine Art sunnitischer Gegenreformation statt.

    Seit über 20 Jahren informieren uns Magazine a la Spiegel ebenfalls in stilistisch gekonnter Manier voller Methaphern und Allegorien (z.b. Minaretten, die wie giftgrüne Pilze aus dem Boden sprießen etc.) – weshalb ich, als ich auf diesen Artikel aufmerksam gemacht wurde, zuerallererst dachte, „ja, es ist wieder soweit“ und einen Qualiltätsjournalismus a la Claas Relotius vermutete (nun ja, ein jeder von uns hat halt seine Vorurteile 🙂

    Fakt ist, dass die saudische Version in Bosnien vor allen in Sarajevo sichtbar geworden ist. Nicht nur, wie einige Kommentatoren durchaus erregt anmerkten, aufgrund des Touristenstroms aus der Golfregion, sondern auch, weil sich vor allem im Stadtteil Ilidza, in der Nähe der gut besuchten Quelle des Flusses Bosna gelegen, dauerhaft zeigt. Durch Immobilienkäufe – sowohl der Bau von geschlossenen Ortschaften für die Mittelschicht aus der Golfregion als auch durch Gewerberäume. Und wenn man die Leute in Sarajevo befragt, wie sie zu all dem stehen, so finden die meisten das – gelinde gesagt – problematisch, vor allem weil man einen Ausverkauf des eigenen Landes befürchtet, der nur einigen wenigen zu Gute kommt, nämlich den üblichen Verdächtigen.

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    • Warum sollte das nicht frei geschaltet werden? Im Gegenteil, ich freue mich, daß Sie den Weg hierher gefunden haben. Das ist Kritik und Diskussion, wie man sie sich nur wünschen kann! Sie haben überzeugend ganz neue Facetten und Hintergründe beigetragen, die meinen flüchtigen Reflexionen fehlen. So wird das Bild kompletter und komplexer und damit wohl auch wahrhaftiger … und das kann jeder vernünftige Mensch nur begrüßen.

      Ich hatte ja die bosnischen Kritiker eingeladen, ihre Positionen hier in Form eines eigenen Beitrages zu artikulieren. Sie haben das jetzt – als erster – fast nebenbei erledigt. Wenn Sie möchten, führen Sie Ihre Bedenken bitte breiter aus und wir bringen das hier als eigenständigen Beitrag.

      @ Tarik:

      Danke auch dafür, dass Sie mich auf die Möglichkeit hingewiesen haben, eigene Beiträge verfassen zu können. Im Grunde habe ich, verbunden mit meinem Kommentar zum Artikel „die gefährliche Dialektik des Erinnerns“ das Wichtigste gesagt, zumindest vorerst.

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  2. Informant schreibt:

    Man muss sich einfach besser informieren, wenn man keine Vorurteile nicht bekräftigen will. Mit richtigen Informationen, reicht es schon , nur diese Bilder richtig zu sehen , um folgendes festzustellen.
    1. Es handelt sich um arabische Touristinnen. Im Sommer ist die Stadt voll Touristen aus dem arabischen Raum. Es ist Tatsache dass es auch unter Einheimischen Frauen verschleierte gibt, aber weit weniger als da präsentiert wird.
    2. Die meisten Moscheen auf dem Bild, waren auch vor dem Krieg da.
    In Sarajevo kann man in vielen Gaststätten Bier bestellen…auch Wein und Schliwowitz 😃 Sie haben eine besucht, wo man es nicht kann. In Deutschland findet man solche auch.
    Übrigens, Sarajevo ist die einzige Stadt in Europa wo keine Polizisten vor jüdischen Einrichtungen , wie z.B. Synagoge, Zu wachen brauchen. Synagoge und jüdische Museum wurden nie beschädigt.
    Nur als Info😃

    Seidwalk: Vielen Dank für die erste gehaltvolle Äußerung zum Artikel.

    Wir haben im gesamten Zentrum versucht ein Bier zu trinken. Gefunden haben wir zwei Stehpubs in einer einzigen Straße. Daß es im Ort Alkohol gibt, steht doch gar nicht zur Debatte udn etwas anderes wird im Artikel auch nicht behauptet.

    Zur Frage des innerislamischen Tourismus bitte auch „Die gefährliche Dialektik des Erinnerns“ zur Kenntnis nehmen. Im Artikel wird zudem ausdrücklich auf den starken arabischen Einfluß hingewiesen. Ebenso wurde die historisch gewachsene Offenheit gegenüber den Juden angedeutet.

    Es gibt in Sarajevo eine Reihe alter Moscheen – die Hauptmoschee haben wir besichtigen dürfen. Daneben gibt es sehr viele neue Moscheen und die Minarette sind ganz offensichtlich neu. Das wurde uns auch von unserem Stadtführer bestätigt und steht sogar im Reiseführer.

    Fazit: Man muss einfach besser lesen, wenn man seine Vorurteile nicht bekräftigt sehen will. 😉

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    • Informant schreibt:

      Vielen Dank für die Antwort. Aber, es bleibt die Tatsache dass jemand der nie in Sarajevo war, aus Ihrem Bericht falschen Eindruck bekommt. Sie haben sich zu viel auf Altstadt konzentriert. Sarajevo ist vielseitig und das ist das Schöne daran. Nur paar Meter weiter, in der Fussgänger Zone, könnten Sie ganz andere Eindrücke , was Frauen und Gaststätten betrifft, vermitteln.

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      • @ Informant
        Nein, das sehe ich anders. Ich habe mehrere Artikel über Sarajevo geschrieben und in allen wird die faszinierende Schönheit in all ihren Widersprüchen – sofern sich mir diese nach wenigen Tagen zeigten – thematisiert.

        Ich hänge noch zwei Artikel an, die der Deutschlandfunk vor kurzem brachte, in denen alle von mir getätigten und von den Drive-By-Kommentatoren angezweifelten Äußerungen bestätigt werden.

        https://www.deutschlandfunk.de/muslime-in-bosnien-herzegowina-moderater-islam-oder.724.de.html?dram:article_id=438523

        https://www.deutschlandfunkkultur.de/radikaler-islam-in-bosnien-herzegowina-die-freiheit-hinter.1076.de.html?dram:article_id=438001

        Es ist vermutlich ein Leichtes, viele weitere ähnliche Artikel zu finden.

        https://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/islamisierung-in-sarajevo-metropole-der-minarette-a-668821.html

        Das ändert natürlich nichts daran, daß ein längerer Aufenthalt zu anderen und tieferen Einsichten führt. Nur kann man daraus ja kein Verbot ableiten, sich eine Meinung zu bilden und diese auszuplaudern.

        Außerdem sehe ich es als meine Aufgabe auf diesem Blog, auf Probleme aufmerksam zu machen – ich bin kein Cicerone. Mir haben trotzdem Leser versichert, daß sie diese Stadt nach der Lektüre besuchen wollen – sie waren in der Lage die Vielschichtigkeit der Beschreibung zu sehen und haben das Faszinosum erkannt. Wie ich bereits im ersten Artikel schrieb, ist Sarajevo die faszinierendste und vitalste Stadt gewesen, die ich jemals besucht habe. Ich bin mit ihr auch noch nicht fertig.

        Zitat: „Ich habe noch keine Stadt erlebt, in der es so knistert, in der Geschichte und Gegenwart, Freude und Leid, Licht und Schatten, Orient und Okzident, Moderne und Antike derart faszinierende Kontraste und Konflikte bilden. Egal, ob man durch die muslimisch geprägte Altstadt schlendert, in den anliegenden Bergen spazieren geht, sich das Olympische Dorf anschaut oder eine der zahlreichen Ausstellungen und Museen ansieht, überall spürt man diese Spannung.“

        Im Übrigen kommen alle diese rein bosnischen Kritiken – einige habe ich wegen Etikette gar nicht frei geschaltet – nicht über Lamentieren hinaus und bieten keine Argumente, weshalb ich sie auch nur gestapelt habe. Man will dort offensichtlich sein geschöntes Bild nicht aufgeben und andere Wahrnehmungen nicht akzeptieren. Letztlich auch eine Form der Intoleranz …

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        • Michael B. schreibt:


          Im Übrigen kommen alle diese rein bosnischen Kritiken – einige habe ich wegen Etikette gar nicht frei geschaltet – nicht über Lamentieren hinaus und bieten keine Argumente, weshalb ich sie auch nur gestapelt habe. Man will dort offensichtlich sein geschöntes Bild nicht aufgeben und andere Wahrnehmungen nicht akzeptieren. Letztlich auch eine Form der Intoleranz …

          Das ist aber noch milde. Die Wortwahl spricht fuer sich: ‚Zonenaffe‘, ach nee – ‚Zonen Affe‘. Kann ich nur sagen: Kauf mal ne Tuete Deutsch, bevor du fremde Schimpfwoerter versuchst. Ist in jeder Fremdsprache eine gute Idee.

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        • Informant schreibt:

          In einem Punkt sind wir, glaube ich, einig. Man soll alles in der Gesamtheit betrachten und erst dann beurteilen. Tatsächlich, man muss alle Ihre Artikeln über Sarajevo lesen und erst dann eigene Meinung formulieren. Das gleiche, gilt auch für eine Meinung über Sarajevo. Man muss ganz viele Informationen sammeln, mit unterschiedlichen Leuten reden und viele Ecken in der Stadt besuchen. So kann man ein fast objektives Bild schaffen. Aber, eben fast. Schlechte Seiten gehören dazu, genau so wie gute.

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  3. Alisa Mesic schreibt:

    Das ist der schlechteste Artikel, den ich über Bosnien und Herzegowina je gelesen habe. Wenn Sie sich die Mühe gemacht hätten, mit den Menschen zu sprechen, wüssten Sie, dass die meisten vollverschleierten Frauen in Sarajevo arabische Turistinnen sind. Natürlich hat sich auch die Bevölkerungsstrutur verändert. Schon mal was von ethnischer Säuberung aus serbischen Gebieten gehört? Das hier ist alles so wenig recherchiert und so einseitig. Sarajevo ist und bleibt eine europäische Stadt, egal was solche unqualifizierten Leute wie Sie schreiben.

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    • Zur Anmerkung: Ich habe ein paar Äußerungen ähnlicher, aber expliziterer Art den Filter nicht passieren lassen, andere stapele ich hier drunter. Offensichtlich gibt es – nachdem „eigentümlich frei“ den Artikel gebracht hat – eine gewisse muslimisch-bosnische Empfindlichkeit. Es genügt, davon ein, zwei Bsp. zu lesen, weil diese typisch sind – und im Übrigen so manche meiner Thesen bestätigen (siehe unten).

      Diese (meine Thesen) sind freilich kritisierbar. Weder war es die Aufgabe dieses Artikels, Sarajevo komplett zu durchleuchten, noch war dies möglich. Daß ich mich dort nur wenige Tage aufhalten konnte, geht aus dem Beitrag hervor. Das sollte aber niemanden disqualifizieren, sich eine Meinung bilden zu können. Wäre dem so, dann müßten wir alle schweigen …

      Zufälligerweise steigt der Graph für Zugriffe aus Bosnien-Herzegowina exorbitant.

      Sehr geehrte bosnische Neuleser: Es ist ganz folgerichtig, daß Sie Ihre Stadt ganz anders sehen. Akzeptieren Sie bitte, daß ICH sie so gesehen habe, wie beschrieben. Ein so komplexer Ort hat sicher Raum für mehrere Sichtweisen. Weder Sie noch ich kennen die Wahrheit über Sarajevo – denn es gibt sie nicht.

      Angebot: Schreiben Sie einen Artikel über Ihr Sarajevo und wenn er den üblichen qualitativen Standards entspricht, werde ich ihn hier gern veröffentlichen!

      nachfolgend die bosnischen Beiträge:
      ——————————–
      Kasim Zuka: Gleiches Bild ist auch in Berlin, Duisburg Oder Gelsenkirchen,im Herz des Europas .Die Flüchtlinge können nicht weiter von Bosnien weil hat Ungarn und Kroatien Zaun gebaut
      —————————————
      Drugović: Es fehlt eine Erleichterung, dass es um Touristen aus arabische Lände geht.
      ————————————–
      Edo: Guten Morgen,ich bin so oft in Sarajevo Urlaub gewesen.
      Sowas konnte ich nicht entdecken.
      Sarajevo ist für mich ein heiliger Stadt alle Nationen.
      —————————————
      Monika K: Ich finde diesen Artikel ebenfalls ganz stark an der Realität vorbei und ein Beispiel für einen sehr populistischen Bericht!
      ——————————————-
      Zeljko Kosina @ Antwort auf Alisa Mesic.

      Bosnien ist Arabischer Sklave und geht unter in den Dreck

      —————————————–
      Monika M: So ein nixnutz Reporter aus DDR so ein schlechtes Bericht .Mich interessiert wo er war was hat er gesehen
      —————————————-
      Mesud Crljenkovic: Wenn der Verfasser dieser Betrag informiert währe hatte er gewusst dass neunzig Prozent verschleierten Frauen Touristen sind.
      —————————————
      Sejadh Hadzipasic:
      Bosnjaken sind in Sarajevo wie Katholiken in Zagreb und Orthodox in Belgrad
      ———————————–
      EMINA DOPONA
      Bravo Alisa Mesic 👍
      ———————————
      Mensudin Hodzic:
      Hahahahhaha. Journalismus studiert???? Aaalter, ihr Professor würde sich im Grabe umdrehen. Reden wir über Berlin oder Bonn (vollverschleierung). Ist ein absoluter Witz was sie da schreiben dürfen und ich Trottel lese das reg mich aber den Zonen Affen auf. Hey , lass das schreiben such dir was anderes. Malen z. B.
      Lg
      ——————————–
      Selim Ekic
      Also falls Ich bald mal Schloss Neuschwanstein besuchen sollte, werde ich einen Artikel veröffentlichen wie die deutsche Bevölkerung Asiatische Gesichtszüge bekam und chinesisch lernte. Radikel Islam dass ich nicht lache. In Bosnien stehen Jahrhundert alte Synagogen und Moscheen welche den Gästen gebaut wurden und die heute noch trotz so vieler Kriege nie zerstört wurden. So etwas sieht man nirgendwo in Europa. Übrigens sind Bosnier mit einer Durchschnittsgröße von über 177cm Platz die größten Menschen der Welt. Spätestens bei der Körpergröße und der hellen hautfarben kann man erkennen wer Europäer und wer asiatischenr Tourist ist.

      Seidwalk: Bei Vollverschleierung nicht ganz so einfach. Außerdem steht ausdrücklich im Text: „Arabische Physiognomien, arabische Sprachfetzen sieht und hört man überall.“
      ———————————————
      Demir Hotic

      Absolut Korekt. Dieser Beitrag ist eine Frechheit.Unglaublich wie eine Stadt Sarajevo dargestellt wird. Ich bin in Bosanski Novi auf die Welt gekommen. Ich weiß was Srpska Republika bedeutet. Kenne mich da schon aus. Bosnien und Herzegowina ist ein Wunderbares Land. Die Menschen sind einmalig und Gastfreundlich. Dieses Land braucht Führungsqualität.nicht auf der Basis von 1 Kroate. .1 Serbe. .1 Bošnjak. ..Oder wie viele sagen 1 Muslime. …Und hier ist das Problem. …Das ist Glaube. ..Alle sind Bošnjaken. Der in Bosnien und Herzegowina lebt sollte sich so verhalten. …
      Es lebe Bosna I Herzegovina für alle. ….
      ————————————————-
      Mia:
      Also wenn Sie mal eigenes Bild von Sarajevo in die Welt rausschicken wollen, würde ich Ihnen dringend mehr Recherche, mehr Offenheit und ein wenig mehr Umsehen empfehlen. Wie die meisten hier schon geschrieben haben, die schwarz umhüllten Frauen sind meistens arabische Touristen, offensichtlich haben Sie nur die aber hier durchstudiert. Dass eine davon einem Kind Palatschinke zum Essen gibt und sie auf ihr Handy schaut, haben Sie genug in allen europäischen Städten nur statt Palatschinke einen Eis oder ein anderes Übel, mein lieber Ernährungsexperte. Aber hier klingt es natürlich noch schlimmer weil Mama halt muslimisch gekleidet ist..
      Hätten Sie weniger Fokus auf solche Frauen gehabt, hätten Sie sicherlich gemerkt dass überall auch in Innenstadt Bier und Alkohol zu haben ist, Sie haben bedauerlicherweise zufällig auf seltene Geschäfte die halt ohne sind, getroffen(wahrscheinlich weil Sie nur schwaz gekleideten Frauen gefolgt sind)
      Und sicherlich gibt es viele Minaretten im Stadtzentrum. Vergleichend mit Kirchenanzahl in manchen christlichen Ländern und Städten, ist es aber normal. Nicht zu schweigen dass Sie hier aber auch einige sehr große Kirchen in strengsten Zentrum Sarajevos ausgeblendet haben.
      Im Großen und Ganzen, hier ist ein Angstbild von Sarajevo nur weil es für europäische Standards zu viele verschleierte und zu viele Moscheen gibt. Hier leben aber, wie Sie selber geschrieben haben, immerhin 80% Muslime. Wie hätten Sie es bitte lieber?
      ——————————————-
      Becir Nesust:

      Das passt genau Sarajevo ist schöne,und Gast freundliche Stadt.Ist ofen für jede Besucher,und es is sehr interessant jedes Stadt teil besonders Stadt mitte .Ofen für alle Religionen und andre auch.
      Sarajevo eine Symbol und stolz Europas. N. B
      ——————————————
      Seidwalk: gleich der erste Eintrag in Wikipedia (Bosnien Islamismus) bringt diesen ausführlichen Bericht des DF – der alle meine Beobachtungen bestätigt: die Frage des Islam generell, der Verschleierung, die neu gebauten Moscheen, die Radikalisierung in (geringen aber sichtbaren) Teilen, der Konflikt Tradition/Moderne …
      https://www.deutschlandfunkkultur.de/radikaler-islam-in-bosnien-herzegowina-die-freiheit-hinter.1076.de.html?dram:article_id=438001

      Und hier noch mal zum Thema Alkohol:
      https://www.deutschlandfunk.de/muslime-in-bosnien-herzegowina-moderater-islam-oder.724.de.html?dram:article_id=438523

      —————————————–

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    • Lynx! Sie haben diesen Beitrag einer erregten Bosnierin mit Ihrem „Gefällt“ veredelt. Damit ist für mich eine Grenze überschritten worden. Seit zwei oder drei Jahren werden Ihre Beiträge hier frei geschaltet und diskutiert. Daß Sie eine andere Position vertreten, interessiert mich nicht, daß Sie aber nach all der Zeit einen vollkommen unqualifizierten Kommentar einer Einmal-Leserin, der die Qualität dieses Artikels und meine Qualifikation in Frage stellt, „liken“, das trifft mich – ganz ehrlich – persönlich.

      Trotz unserer inhaltlichen Streitigkeiten, entsteht doch – zumindest ist das auf meiner Seite so – eine Art Beziehung, eine Art Vertrauen. Das haben Sie hiermit enttäuscht. Ich nenne das – in Ihrem Dialekt – hinterfotzig. Ich habe keinerlei Interesse, mich mit hinterfotzigen Menschen zu unterhalten, ganz egal, über was. Nehmen Sie bitte zur Kenntnis, daß nicht der Inhalt Ihrer Rede oder Ihre Meinung, sondern Ihr Charakter der Grund ist, weshalb ich Sie von jetzt an von diesem Forum ausschließen werde. Weitere Beiträge Ihrerseits werden ungelesen gelöscht.
      Sollte ein anderer Forist das Bedürfnis verspüren, weiterhin mit Ihnen zu streiten, so kann er das gern auf Ihrem Blog tun.

      ————————————————————-
      Außerdem an alle Partizipanten des bosnischen Shitstürmchens. Ich wäre Ihnen dankbar, wenn Sie mich endlich wissen ließen, weshalb Ihnen dieser Beitrag nicht gefällt oder weshalb Sie meine Eignung, solche Beiträge zu schreiben, anzweifeln. Bisher höre ich nur Genöle, Gejammer, Unterstellungen und Beleidigungen.

      Ganz konkret bitte: Wo sind die Fehler, wo irre ich, was wäre Ihrer Meinung nach gelogen …? Daß die vollverschleierten Damen Saudis seien, kann sein oder auch nicht. Es war nicht mein Eindruck aber ich habe auch nicht nach dem Paß gefragt. Wenn Sie sich die Mühe gemacht hätten, den ersten der Bosnien-Artikel zu lesen, dann wäre Ihnen auch aufgefallen, daß das Problem des muslimischen Tourismus nach Bosnien hier längst Thema war. Außerdem wird auf diesem Blog auf Form geachtet: Bitte versuchen Sie sich also etwas gewählter auszudrücken.

      Es ist übrigens sehr aufschlußreich, zu sehen, daß diejenigen, die sich gegen „Vorurteile“ ihnen gegenüber wehren, selbst und ganz affektiv mit plattesten Vorurteilen herumhantieren.

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  4. photocreatio schreibt:

    Ich muss zugeben, der ganze Balkan-Konflikt, der ja eigentlich schon seit Menschengedenken (gefühlt) besteht, ist für mich – als Nordlicht sowieso – nur verwirrend , unlösbar und undurchschaubar. Ich erkläre mir das Ganze so: unter Titos Zwingherrschaft konnte sich jede Ethnie bewegen/vermehren, wie sie wollte, Hauptsache, kein Stess mit Tito eben. Und als dann der Laden auseinanderflog, wachten die Serben wohl auf und kriegten mit, dass sie über die Zeit in der Minderheit waren.
    Und da deren Mentalität wohl nicht mit „Schneeflöckchen“ zu umschreiben ist, die um einer guten Nachbarschaft willen auch aufs eigene Grillfleisch noch verzichtet, haben wir dort jetzt, was wir haben. – Frage an die, die tiefer in der Materie stecken: waren die 90er Jahre nicht so eine Art „Wien 1683“, und der „christliche“ Westen hat die Seiten gewechselt? Hätte er sich raushalten sollen beim Bombardieren?

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    • Skeptiker schreibt:

      Die Titosche Zwingherrschaft beruhte auch auf einem Proporzdenken, das dafür sorgte, jede Ethnie in politischen und gesellschaftlichen Institutionen in arithmetischer Weise zu beteiligen. Das ganze nannte sich „Selbstverwaltungssozialismus“ und fand bei jungen Linken als „Modell“ auch bei uns manch einen uninformierten Befürworter. Das Ganze stellte ein Beispiel gesellschaftlichen Konstruktivismus dar, der ja gerade heute wieder Wirkung zeigt. Wahrscheinlich wird angesichts des Scheitern der multikulturellen Ideologie ein vergleichbares System multiethnischer Selbstverwaltungsideologie aus dem Zylinder gezaubert. Da die gesamte Geschichte Südosteuropas weniger präsent ist als die historischen Versatzstücke über Weimarer Republik, 3.Reich und Kolonialismus dürfte ein Hinweis auf die balkanesischen Erfahrungen wenig Resonanz finden. Den meisten Deutschen fällt es schwer, sich vorzustellen, dass es Völker gibt, bei denen historische Tiefenerfahrungen (Stichwort „Wien 1683“) noch präsent sind und in Einstellungen und Handlungen eingehen. Was den Bombenkrieg betrifft, so war zumindestens für die USA eines erreicht: ein militärischer Stützpunkt im Fleisch der slawischen Brüder Russlands. Bei uns dagegen wird der „humanistische Impuls“ nachgebetet, der eine rotgrüne, im Kern pazifistische Regierung zur Beteiligung an dem Totschlagunternehmen „zwang“.
      Für seidwalks subtilen Bericht aus Sarajewo einen respektvollen Dank – so etwas vermisst man in den deutschen Großmedien.

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    • Selim Ekic schreibt:

      Bosniaken sind die Nachfahren der Ilirer. Die Serven und Urvaren kamen erst im 7.Jahrhundert auf den Balkan. Wir sind also nie ein Volk gewesen. Vor 150 Jahren begannen die Außenpolitischen Einflüsse durch Zagreb und Belgrad. Sie haben es geschafft alle Katholiken zu Kroaten zu machen und alle orthodoxen Christen zu Serben. Nur die Muslime blieben Bosniaken. Und das ist das Problem welches nur auf dem Balkan besteht. Man definiert seine nationale Zugehörigkeit anhand seiner Religion.

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