Der Mensch als Demutsübung

Dieser Tage sah ich ein sich paarendes Libellengespann – vermutlich zwei Azurjungfernan der Regentonne Eier ablegen. Das war eine schlechte Entscheidung, denn der Trog trocknet in der Regel mehrfach im Jahr aus und wird noch öfter durch heftige Regengüsse gewaltsam überflutet.

Weiterlesen

Muslime in Sarajevo

Man ist in Sarajevo hochgradig verunsichert, ob man sich noch in einem europäischen oder schon einem nahöstlichen Land befindet. Daß der radikale Islam an dieser europäischen Grenze zudem mehr als einen Fuß in der Tür hat, ist offensichtlich. Viele Frauen laufen mit Kopftuch, die schwarze Komplettverschleierung ist Alltag.

Weiterlesen

(Konservatives) Denken und seine Fehler

In den Sommerferien genehmige ich mir gern ein Buch, das ich sonst nie gelesen hätte. Es ist wie beim Schatzsuchen – man hofft auf einen seltenen Fund … und wird doch meist enttäuscht.

Weiterlesen

Auflösungserscheinungen in Schweden

Hin und wieder hört man, die Fremdenfeindlichkeit im Osten würde der Wirtschaft schaden, weil begehrte Fachkräfte Städte wie Dresden mieden oder Touristen ausblieben. Daß es auch einen umgekehrten Effekt gibt, betont die dänische Zeitschrift „Den Korte Avis„:

Auflösungserscheinungen in Schweden: Volvo schließt das Verlassen des Landes nicht mehr aus

Weiterlesen

Völkerpsychologie

Ob ich diesen Artikel schreiben sollte, darüber habe ich lange nachgedacht. Man will ja schließlich nicht als Rassist verdächtigt werden. Und nach neuerem Verständnis dürften die folgenden Gedanken rassistisch sein. Das macht sie aber weder wahr noch falsch. Und ihre Wahr- oder Falschheit sollte auch niemanden automatisch zum Rassisten machen.

Weiterlesen

Die gefährliche Dialektik des Erinnerns

„Wenn Jemand eine Reise thut, so kann er was verzählen“, dichtete einst Matthius Claudius und  besonders ausgiebig kann er das, wenn ihn diese Reise nach Sarajevo führt. Ich habe noch keine Stadt erlebt, in der es so knistert, in der Geschichte und Gegenwart, Freude und Leid, Licht und Schatten, Orient und Okzident, Moderne und Antike derart faszinierende Kontraste und Konflikte bilden. Egal, ob man durch die muslimisch geprägte Altstadt schlendert, in den anliegenden Bergen spazieren geht, sich das Olympische Dorf anschaut oder eine der zahlreichen Ausstellungen und Museen ansieht, überall spürt man diese Spannung.[1]

Weiterlesen

Leere Köpfe, tote Seelen

Es gibt Menschen, die sind jedwedem Höheren abhold. Nette Menschen, mitunter frohe, lustige Menschen, gute Menschen auch, mit denen man einträglich zusammen sein kann – solange man keine eminenten Themen anspricht.

Weiterlesen

Über Elite und Gegenelite II

von Johannes Leitner

Wesen der Gegenelite

Gegenelite ist die Elite jener, die sich nicht solcherart als vom Volke abgegrenzt fühlen, ist die Elite des Volkes innerhalb des Volkes; Gegenelite sind jene, die sich auch bloß als Gegenelite verstehen, im Gegensatz zur und an Stelle der eigentlichen Elite und Oberschicht. Obwohl die Gegenelite nicht bedeutend weniger Anteil an jenen elitären Eigenschaften besitzt, wenigstens was die seelischen elitären Eigenschaften angeht, empfindet sie sich bei weitem nicht als so elitär wie die eigentliche Elite. Ihr fehlt das identitäre Bewusstsein, sich stark vom Volk zu unterscheiden; sie versteht sich weit eher als Vertreterin und Sprachrohr des Volkes und hebt sich damit bewusst von der Elite ab.

Weiterlesen

Über Elite und Gegenelite I

von Johannes Leitner

Regierung der Elite

In den meisten Gemeinwesen wird eine Elite regieren und verwalten müssen. Wer sonst sollte dies tun? – Bloß regieren könnte anstatt der oligarchischen Elite ein Tyrann, ein Revolutionär, Volksführer und Demagoge, ein Mann der volklichen Gegenelite, gestützt durch die Liebe des Volkes und erhalten durch sein Charisma und seine scheints immerwährenden Erfolge:[1] Thomas Müntzer, Oliver Cromwell, Robespierre, Napoleon Bonaparte, Andreas Hofer, die römischen Soldatenkaiser. Sollte es diesem als Kind des Glücks gelingen, seine Herrschaft zu verstetigen, dann aber wird er wieder der Elite bedürfen, um das Volk zu verwalten und zu besteuern.

Weiterlesen