Der bewegte Himmel

Ein Märchen

Ein jedes Volk hat seine Geschichten und Legenden und manchmal kennt man nur diese noch.

Dort, wo der Wald am dichtesten war und undurchdringlich für Leute und Fremde, lebte das Baumvolk, ein Grüppchen kleinwüchsiger Menschen, die behende wie die Katzen und geschmeidig wie die Schlangen die höchsten Wipfel der Urwaldriesen erklommen. Da oben lebten sie, ja sie bauten sogar ihre Häuser im höchsten Geäst. Den Boden betraten sie nur zur Jagd, so besorgt und bescheiden waren sie, und um Feuerholz zu sammeln, denn selbst ihr Feuer entzündeten sie auf dem Dach der Welt. So nämlich nannten sie ihre Heimat: Dach der Welt. Darüber gab es nur noch den ewigen Himmel, die Sonne, den Mond und die Sterne. Unten wucherte das Leben, es wuchs und huschte und flatterte, lebte und starb und aus dem Gewesenen wurde bald Werdendes, denn wo im Urwald gestorben wird, dort räkelt sich am nächsten Tage schon neues pralles Leben. Alles schien in Bewegung, nichts war wie am Tage zuvor. Die Baummenschen lebten in einem großen Fluß.

Nur die Sterne gaben ihnen Gewißheit, denn die Sterne, die kamen Nacht für Nacht und blieben immer am selben Fleck und wenn sie sich im Jahreslauf auch mühsam drehten, so taten sie es doch so wohltuend langsam, daß man ihnen getrost alle Last und alle Hoffnung anvertrauen konnte. Wenn die abendliche Stille den dichten Wald zu ihren Füssen umschloß, wenn unten im Dickicht der mächtige Löwe brüllte, die giftige Viper zischelte und das gefährliche Skorpion auf Beute lauerte, wenn man das Schreien, Stöhnen und Ächzen der verendenden Kreatur hörte und einem die Schauer der Angst kalt über den Körper liefen, dann legten sich die Menschen des Baumvolks auf den Rücken, dann kauten sie ein paar würzige Kräuter, dann schauten sie versonnen in den klaren Sternenhimmel und dachten aus sicherer Höhe an das Leid, das Leben und den Tod da unten oder erzählten sich leise, ganz leise, die alten Legenden der Ahnen.

So taten sie es über viele tausend Jahre lang. Die Sterne aber, die unbeweglichen Sterne, waren ihnen heilig. Solange die – jahraus, jahrein – auf ihrer gewohnten Bahn zogen, die Himmelslichter, solange ging die Welt ihren Gang; also erzählte es der Großvater seinem Enkel und der würde es seinen Kindeskindern erzählen und so sang die Mutter zum Kinde an ihrer Brust und auch dieses würde einst dieselben Lieder singen …

Von dem geheimnisumwitterten Baumvolk aber ging die Sage durch das ganze Land. Und eines schönen Tages, vor gar nicht allzu langer Zeit, machte sich einer auf den Weg, es zu suchen. Er war ein Forscher. Mit eisernem Willen schlug er sich eine Bahn durch den Wald, entdeckte viele unbekannte Völker, Tiere und Pflanzen. Wo der Wald aber am dichtesten war und undurchdringlich für Leute und Fremde, dort fand er nichts. Nur die letzten Spuren eines verzehrenden Feuers und allerart Verwüstung.

Nachts schaute nun er in den Himmel. Und plötzlich begriff er:

Diese Welt war zugrunde gegangen, als die ersten Sterne zu rasen begannen.

 

siehe auch: alle Märchen

einzeln: Der Efeu/Die Wolken/Die Unzertrennlichen/Die Magd/Märchen von der starken Maus/Wiese und Weg/Von einem, der das rechte Wort nicht fand/Die Lemminge/Die Kuh/Auf der Lichtung/

19 Gedanken zu “Der bewegte Himmel

  1. Konservativer schreibt:

    Zur fortlaufenden Erhellung was das Thema (menschengemachter?) Klimawandel anbelangt, mag das nacholgend verlinkte Interview mit dem Geologen/Klimaforscher Sebastian Lüning beitragen, aus dem ich eine Passage vorlege:

    “ …
    Das Klima der letzten 10.000 Jahre war eine wahre Achterbahnfahrt. Aus nachvollziehbaren Gründen wird die klimatische Geschichte in der öffentlichen Diskussion meist ausgeblendet. In der Zeit 7000-4000 Jahre vor heute herrschten in Europa Temperaturen, die ein bis zwei Grad über dem heutigen Niveau lagen. Diese Zeit ist auch als „holozänes thermisches Maximum“ oder „Atlantikum“ bekannt. Öffentlich darf man nur hinter vorgehaltener Hand darüber sprechen. In der Fachliteratur ist die Zeit jedoch bestens beschrieben. Auf der Webseite http://www.klimawandel-in-deutschland.de/temperatur.html habe ich einmal versucht, die bekannten Temperaturtrends der letzten Jahrtausende darzustellen. Gemäß dem Motto „Fakten statt Meinungen“ muss hier dringend Aufklärungsarbeit geleistet werden. Totschweigen von unbequemen klimahistorischen Fakten ist keine Lösung. Viele deutsche Bundesländer erstellen regelmäßig Klimaberichte. Deren Berichtszeitraum beginnt meist um 1850, blendet also alle vorindustriellen Warmphasen aus. Man muss sich das mal vorstellen, wenn die Weltgeschichte erst um 1850 losginge: Keine Steinzeit, keine Völkerwanderungen, kein Römisches Reich, keine Französische Revolution. Genau so wird die Entwicklung des vorindustriellen Klimas in diesen aufwendigen Berichten dargestellt: Nämlich gar nicht.
    Es ist unglaublich, wie hier schon bei der Auswahl der Berichtsthemen getrickst wird. Ich wundere mich, dass sich viele Geologenkollegen das einfach gefallen lassen. Offenbar ist die Angst vor persönlichen Nachteilen größer, was jegliche Proteste im Keim erstickt. Auf Grillparties findet man aber schnell heraus, dass viele Geowissenschaftler heimliche Klimaskeptiker sind.
    Vor zehn Jahren hatte eine Abteilung der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe in vorsichtiger und höflicher Weise berechtigte Klimakritik vorgebracht. Die Abteilung wurde daraufhin auf politischen Druck hin aufgelöst, die Kollegen unehrenhaft strafversetzt. Ein Skandal. Die Klimawissenschaften bedienen sich undemokratischer Methoden, um Kritiker kaltzustellen und Diskussionen zu unterbinden.
    …“
    Quelle uns das vollständige Interview: https://hiltibold.blogspot.com/2018/10/interview-sebastian-luening-klimawandel.html

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    • Konservativer schreibt:

      Von Prof. Dr. Horst-Joachim Lüdecke und Prof. Dr. Carl-Otto Weiss ist am 22.06.2019 ein Artikel erschienen, den sich anzuschauen lohnt:

      „Warum und wie ändert sich das Erdklima?

      Das Hauptergebnis unserer Arbeit ist der Befund, dass das Erdklima Zyklen enthält, und dass die drei Hauptzyklen im Wesentlichen alleine die Temperaturvariationen der Erde bewirken. Danach lässt sich die Globaltemperatur sowohl für die Vergangenheit ( wie gezeigt in Abb.1 ) als eben auch für die nahe Zukunft berechnen. Somit ist eigentlich über den aktuellen Klimawandel keine wesentliche Frage mehr offen. Natürlich sollten weitere unabhängige Arbeiten unsere Ergebnisse überprüfen. Erst nach solcher Überprüfung wird bekanntlich ein unerwartetes Ergebnis in der Wissenschaft als zuverlässig akzeptiert. Und natürlich gibt es außerdem sicher noch interessante Detailfragen. Die Fortsetzung der drei Hauptzyklen ergibt einen Temperaturabfall bis etwa 2070, siehe Abb. 1 ( rote Kurve ). Eine solche Voraussage erhalten auch andere Arbeiten. Auf die kommende Abkühlung weist ja auch schon das jetzige Temperaturplateau hin, welches etwa seit 2000 gemessen wird. Wir merken an, dass unser Ergebnis die Behauptungen über einen gefährlichen Klimaeinfluss des anthropogenen CO2 definitiv widerlegt.“

      Quelle: https://www.eike-klima-energie.eu/2019/06/22/warum-und-wie-aendert-sich-das-erdklima/

      siehe dazu auch das Video von Jasinna:

      Wie dem auch sei, indem wir in Deutschland so etwas ähnliches wie den „Morgenthau-Plan“ (eine mehr oder weniger überstürzte Deindustrialisierung) verwirklichen, „retten wir die Welt“ mit Sicherheit nicht. Obgleich ich denke, im Interesse der nachfolgenden Generationen wäre zumindest eine Umorientierung in der Landwirtschaft angezeigt, hin zu einer biologischen Landwirtschaft

      https://www.freizahn.de/2018/07/moegliche-ertraege-im-biolandbau/

      Christoph Becker äußert sich dazu u.a. wie folgt:

      „…
      Im Bezug auf Deutschland ist das Niveau auf das man zurück sinken kann, wenn man nicht aufpasst und sich nicht rechtzeitig vorbereitet, wohl eher nicht nur das von vor 100 Jahren, sondern das von vor 1500 Jahren, nach dem Zusammenbruch des Weströmischen Reiches, bei einer Gesamtbevölkerung von unter dem Stand am Ende des 30-jährigen Krieges. Es wird dabei nicht danach gefragt werden ob die Leute das wollen und gut finden. Sie werden von der brutalen Kraft der Realität gezwungen werden.
      Unmöglich? Man denke sich einmal die Mineralölprodukte, mit diesen das Transportwesen und die zuverlässige Stromversorgung und damit auch die gesamte Chemieindustrie und den sozialen Frieden weg. Was bleibt dann noch von Deutschland übrig? Deutschland ist eine mit fossiler Energie extrem aufgepumpte Bevölkerungs- und Wohlstandsblase. Die Deutschen leben wie auf einem Luftballon, der seit 200 Jahren mit Hilfe fossiler Energieträger immer weiter aufgepumpt wurde und wird. Dieser Luftballon wird platzen, oder die Luft wird mehr oder weniger schnell entweichen, wenn der großen Luftpumpe die fossile Energie ausgeht.

      Man stelle sich vor, man ist einer von den Überlebenden. Wäre es dann nicht schön, wenn die Böden gut und gesund wären und wenn es dann trotz des dann kaputten Internets über all im Land auch ein paar Überlebende gäbe, die wissen wie man auch ohne Kunstdünger und all die anderen dann nicht mehr erhältlichen Agrarchemikalien und auch ohne die schweren, dann nicht mehr funktionierenden, Landmaschinen, gute Erträge erzielen und Ernteausfälle durch Pflanzenkrankheiten vermeiden kann.
      …“
      (Quelle: siehe oben)

      2011 sagte Thomas Hoof:

      „…
      Frage: Dass es so nicht weitergehen kann, ist mittlerweile vielen klar. Unter anderem deshalb wird derzeit massiv in erneuerbare Energiequellen investiert.

      Hoof: Auch das wird wenig helfen. Die Unterbewertung des Energie-Inputs mit seinen Faktorkosten verzerrt alle Input-Output-, Erntefaktor- oder Payback-Rechnungen bei den erneuerbaren Energien. Der für Bau und Unterhalt einer Windmühle zur Stromerzeugung erforderliche Energieaufwand beträgt eben nicht fünf Prozent der monetären Kosten, womit heute gerechnet wird, sondern ein Vielfaches.

      Die Stunde der Wahrheit schlägt, wenn man schlicht energetisch rechnet: Kilowattstunde rein gegen Kilowattstunde raus. Gleiches gilt für Öl, Gas und Kernkraft: Das Verhältnis des Ertrags zum Aufwand bei der Energiegewinnung verschlechtert sich dramatisch, erstens sowieso, rein technisch, zweitens noch einmal, wenn man den Energieträgern anteilig auch die Aufwendungen industrieller Vor- und Nach- und Infrastrukturleistungen zurechnet. Das heißt: Immer mehr Energie geht für die Energiebereitstellung und -verteilung drauf, folglich bleibt immer weniger für investive oder konsumtive Zwecke übrig – bis am Schluss der disponible Anteil gleich null ist. Die Idee, dass der ungeheuer dichte Energieträger Erdöl ohne drastische Verbrauchsniveau-Senkung durch irgendetwas anderes ersetzbar sei, ist völlig abenteuerlich und wirklichkeitsfremd.

      Frage: Sie meinen im Ernst, es gäbe keinen Ausweg aus der absehbaren Ressourcenverknappung?

      Hoof: Einen halben vielleicht: Kohle. Davon ist noch einiges da. Aber wer soll die hierzulande heute aus dem Berg holen? Das ginge nach 40 Jahren postmaterialistischer Seelenveredelung nur noch mit dem Führungsmodell der römischen Galeere. Vielleicht wachsen uns aber doch noch Teslas Vakuumenergien oder Schaubergers Implosionskraft zu. Aber wenn ich die Vorsehung richtig einschätze, gönnt sie uns das frühestens, nachdem wir uns solche Unarten wie Aufsitzrasenmähen und motorisches Laubwegblasen abgewöhnt haben.

      Frage: Das heißt: Zurück zu den Wurzeln, so, wie Sie als frischgebackener Land- und Forstwirt es vormachen?

      Hoof: Ich kann mir für mein letztes Lebensviertel durchaus was anderes vorstellen, als noch einmal in einen Systembruch gezogen zu werden, der diesmal wahrscheinlich die Form eines Bergrutsches annehmen wird. Also, ich fiebere dem großen Knall ganz gewiss nicht entgegen. Aber dass er kommen wird, scheint mir angesichts eines Systems, das sich gleich von zwei Seiten her auffrisst – der energetischen wie wirtschaftlichen -, unausweichlich.
      …“

      Quelle: https://www.brandeins.de/magazine/brand-eins-wirtschaftsmagazin/2011/warenwelt/der-aus-aussteiger

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  2. Michael B. schreibt:

    > Allerdings verfehlt er etwas die Intention dieser kleinen Geschichte.

    Da muessten Sie naeher erklaeren. Zuerst – welches Fundstueck war gemeint, die Sibirieneinwanderer? Oder/und auch Dinge wie Peter-Thiel-Beschleunigungen?

    Ich denke schon, auch unabhaengig davon (ich hatte es auf keinen der genannten Punkte hier bezogen) das Maerchen zu verstehen. Aber auch wenn die Welt sich bewegt, und v.a.D. an eigenes Alter gebunden moeglicherweise zu schnell und scheinbar destruktiv (und im Film in voelliger Entgrenzung jenseits jeder Vorstellung), kann man stabile Bezugspunkte und eben auch eine Gesellschaft aufrechterhalten. Allerdings unter Anpassung, die daran ruettelnden Kraefte sind letztlich nur eine Nagelprobe fuer die Qualitaet der Resilienz der eigenen Auffassungen. Ich z.B. habe Kinder in ganz verschiedenem Alter (30 Jahre auseinander). Speziell meine kleine Tochter erzieht mich immer wieder dahingehend, was das Verhaeltnis zwischen Stabilitaet und Veraenderung und ihre Wechselwirkung betrifft.

    Seidwalk: gemeint war der hier:

    https://www.sueddeutsche.de/wissen/spacex-starlink-satelliten-sterne-musk-falcon-1.4472381

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    • Pérégrinateur schreibt:

      Warum muss man zerfallende Protonen oder explodierende Sterne im All unbedingt mit einem Knall unterlegen? Warum ziehen diese ausgestoßenen Teile von Sternen solche krummen Bahnen? Warum gibt man die Zeitwerte in „trillinos of trillions … of years“ an statt in der kompakteren und lesbareren wissenschaftlichen Notation mit Mantisse und Zehnenpotenz? Wieso zeigt man Explosionen sehr später Sterne fast synchron?

      Zuviel Musik, zuviele Bilder. Anscheinend leben im Film in gewisser Weise die psychedelischen Farbfluten von Kubricks Weltraumfilm weiter. Ich fürchte, man will mit ihm um jeden Preis ein „kosmisches Gefühl“ erwecken. Nüchterne Darlegung wäre besser mitsamt etwa der Erwägung, wie wenig verlässlich der aktualistische Ansatz sein mag auf Zeitskalen, wo man weit von jeder experimentell bestätigten Basis entfernt ist und wo man also gegenüber dieser heftig extrapolieren muss, z. B. beim Protonzerfall.

      Seidwalk: Na ja, der Film wurde ja mit einem zwinkernden-Augen-Emoji – was für ein Wort – verschickt. Allerdings verfehlt er etwas die Intention dieser kleinen Geschichte. Die kam mir wieder in den Sinn, als ich jenen Artikel aus den letzten Fundstücken las.

      Ein Pérégrinateur-gerechter Film wäre zwar vermutlich korrekt, aber wohl undrehbar und falls doch, dann ganz sicher ein Flop vor heutigem eventsatten Publikum.

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      • Michael B. schreibt:

        > z. B. beim Protonzerfall

        Das wie die Rolle hypothetischer Annahmen wird erwaehnt (ich glaube sogar mehrfach). Zum generellen Stil – ich habe mich auch dabei erwischt, die Trillionenprodukte (dazu noch amerikanische Trillionen) in Zehnerpotenzen umzurechnen. Allerdings ist das eben letztlich genauso unvorstellbar. Der Rest stoert mich nicht, auch wenn ich persoenlich ebenfalls andere Zugaenge staerker bevorzuge. Es gibt verschiedene Arten von Rezipienten und es gibt schlechtere Varianten.
        Eventgesaettigt muessen diese Zuschauer uebrigens nicht sein, immerhin dauert der Film 30 Minuten, das muss man heutzutage erst einmal aushalten (sicherheitshalber noch einen smiley 🙂 )

        Zum Skalierungsproblem ist auch immer wieder der Klassiker zu empfehlen:

        Es gibt glaube ich auch Varianten, die an den Stand der aktuellen Forschung anbinden.

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        • Pérégrinateur schreibt:

          „Zehnerpotenzen […] eben letztlich genauso unvorstellbar“ ― Das sehe ich nicht so. Eine angebliche Kompexität des Zahlensystems ist nun wirklich nicht das Problem. Wenn wir morgen anfingen, als Längeneinheit nur noch das Angström zu benutzen, wäre das Geschrei erst groß, aber binnen Kurzem kämen fast alle auch damit klar. Die Umrechnung und der Wechsel ist schließlich viel einfacher als etwa beim Übergang von PS auf kW, wo der Faktor viel krummer war. Was uns in der Tat fehlt, ist die Alltagsanschauung für große und kleine Skalen.Die erwirbt sich nicht en passant im Leben, aber durchaus en passant bei der angemessen langen Beschäftigung mit entsprechenden Gegenständen. Gewisse heutige Studenten mit überragenden soft skills sollte man dabei natürlich ausnehmen.

          Eine andere Sache, die gewöhnlich als unvorstellbar genannt wird, sind höhere Raumdimensionen. Hierzu ein kleiner Witz. Ein Physik- und ein Mathematik-Student sitzen nebeneinander in einer Vorlesung über Relativitätstheorie.
          Physikstudent: „Ich kann mir diese vierte Raumdimension einfach nicht vorstellen. und du?“
          Mathematikstudent: „Damit habe ich kein Problem.“
          P: „Und wie machst du das?“
          M: „Ist doch ganz einfach. Ich stelle mir einen n-dimensionalen Raum vor und spezialisiere auf n=4.“

          Es gibt eben sehr verschiedene Arten von Anschauung und nicht jede davon wächst in der Wohnküche.

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          • Michael B. schreibt:

            Pérégrinateur – warum bei dem Thema so fest?

            Ich bin Mathematiker, ich habe bestimmt kein Problem mit vielen Dimensionen, auch nicht mit unendlich vielen, und die muessen im Fall der Faelle auch nicht abzaehlbar sein 😀

            Insofern fasse ich das auf die eine Art wie meinetwegen auch die 10^80 Atome im Universum (und auch das ist ja noch keine wirklich grosse Zahl – s. z.B. https://de.wikipedia.org/wiki/Ackermannfunktion). Aber es gibt auch andere Sichtweisen auf dieselbe Sache. Die kann im Uebrigen auch Dinge wie Musik enthalten – alle widerstreitenden Meinungen zu Stil oder Bombastik mal aussen vor, voellig irrelevant. Wohnkueche muss das dann auch a) nicht zwingend sein, und b) hat auch die ihren Platz.

            Sitzen drei Mathematikstudenten in der Fruehvorlesung. Nach einer Weile gehen 5. Der Professor: „Wenn jetzt noch Zwei kommen, bin ich ganz allein“.

            An den Betreiber: Ich maessige mich wieder, ich musste diesen nicht dem sanften Thema des Maerchens gerecht werdenden Inhalt ausnahmsweise mal in dem Umfang herauslassen. Mea maxima culpa.

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            • Pérégrinateur schreibt:

              Warum so fest? – Wegen einer Grundaversion just gegen das „Kosmische“, das gewöhnlich als Tor zur gefühligen Sinnstiftung genutzt wird. Die Affinität großer Teile des an Kosmologie interessierten Publikums hat nach meinem Eindruck genau dieses Verlangen zur Ursache. Erst jüngst habe ich mir einen stundenlangen Vortrag dieses Hampelmanns Lesch angetan, der anscheinend genau durch die billige Erfüllung dieses Bedürfnisses seine Prominenz erworben hat, worauf er sich nun auf ihm völlig fremde Felder vorwagt und dazu genau das sagt, was „man“ – sprich: der Dutzendjournalist – eben dazu gewöhnlich sagt. Ein Schausteller des Königswegs.

              Da der nun wohl endlich mal verstanden wird, noch einen Witz:

              Ein Algebraiker gerät in ein Gespräch mit einem christlichen Missionar.
              Missionar: „Glauben Sie, dass es einen Gott gibt?“
              Algebraiker: „Natürlich.“
              Missionar: „Glauben Sie auch, dass es nur einen einzigen Gott gibt?“
              Algebraiker: „Aber selbstverständlich – bis auf Isomorphie.“

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              • Michael B. schreibt:

                Automorphismen ueber menschlichen Beduerfnissen nach Spiritualitaet wohl gar, moeglicherweise mit grossem Kern(el).

                Lesch: Ein zur Haltung konvertierter Populaerwissenschaftler. Na ja, ist er sicher nicht der Einzige. Die Zeiten bringen halt manche schon angelegten Dinge in den Leuten deutlicher heraus. Prinzipiell begruesse ich das.

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                • Lesch: Vor ein paar Jahren hatte ich mir zwei, drei seiner populärwissenschaftlichen Clips angeschaut und sie für gut befunden. Mir gefiel sein permanentes Einkreisen des jeweiligen Problems, das er mit vielen bildlichen Arabesken verzierte. Es wirkte wie ein einziger ewiger Satz mit immer neuen Einschüben, bei dem das alles auflösende Verb erst ganz zum Schluß kommt. Rhetorisch war das feine Arbeit, zumal es nicht abgelesen wirkte.

                  Zuletzt hatte ich dieses hier gesehen:

                  … und da schien es mir, als ob es ihm die AfD sehr leicht gemacht hätte.

                  Im Sommer werde ich mir sein neues Buch mit dem recht originellen Titel „Die Menschheit schafft sich ab“ vornehmen, nach dem Motto: Nicht Bestätigung suchen, sondern sich der anderen Meinung aussetzen. Wobei ich in der CO2-Debatte nach wie vor mir kein Urteil erlauben kann und auch davon ausgehe, daß fast alle, die dazu eine starke Meinung vertreten, das nicht können. Vielleicht aber immerhin mehr als ich.

                  Zu obigem Video würde ich gern die Position der Kommentatoren erfahren.

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                  • Stefanie schreibt:

                    Hintergrund: Karteikartenkästen, ein Röhrenfernseher, etwas unordentlich gestapelte Bücher – eine richtig altmodische Gelehrtenbude.

                    Dafür machen wir aber jetzt ein ganz modernes Interview am Computer über Skype oder so.

                    „Hab ich mir einen richtigen Weltexperten geholt…“ – klar, drunter gehts nicht.

                    Erste Frage enthält drei Pünktchen – Was wurde hier gekürzt?

                    „Effekt von Kohlendioxid auf die Klimabilanz der Erde schon im Jahre 1869 von John Tyndall nachgewiesene wurden..“ – ein ganz alter Hut also, längst bewiesen und natürlich hat auch jeder die Art, den Umfang und den Aufbau von John Tyndalls Experiment im Kopf, So daß wir an dieser Stelle nicht so genau darauf eingehen müssen.

                    Griff Leschs zur Kaffeetasse: Wir bewundern hier spontanes Arbeitstreffen, da muß man sich dringend zwischendurch stärken. (Orange Tasse, blaues Logo, irgendwelche Symbolgehalte?)

                    „Experiment verläuft genauso wie 1965 an Bericht an US-Präsidenten bereits vorhergesagt.“ Haben Sie die Aussagen dieses Berichtes abrufbereit in ihrem Kopf? Inwiefern bestätigt, wie stark waren die Abweichungen?

                    Nachweis von Molekülen anhand von Absortionslinien… überlasse ich evtl. anwesenden Naturwissenschaftlern.

                    Fourrier, 1824, Treibhauseffekt – mit Treibhäusern kenne ich mich aus: die Funktionieren durch die Einschränkung der Konvektion: Strahlung dringt durch die durchsichtige Hülle und erwärmt (unter anderem) die Luft im Inneren, die sich dann nicht mit kälterer Luft vermischen bzw. aufsteigen kann um aus der Umgebung kalte Luft anzusaugen. Dieser Effekt ist den meisten Leuten geläufig, denn das kann leicht, 20, 30 Grad Differenz zur Umgebungstemperatur ausmachen. Um diesen Treibhauseffekt geht es aber im Zusammenhang mit der Klimaerwärmung nicht, sondern um das Wärmespeichervermögen eines Spurengases. Im Gewächshaus würden sie den Effekt kaum wahrnehmen, wenn sie den CO2-Gehalt erhöhen .

                    „Wer glaubt, daß kleine Mengen keine Wirkung haben,dem empfehle ich doch einmal einen Cyankalicocktail auszuprobieren, da reichen noch kleinere Konzentrationen“ (Haha) – Ein Klimagift halt. Sind ein (menschlicher) Organismus und der Effekt eines Gases auf die Temperatur der Atmosphäre hier vergleichbar oder Äpfel und Birnen? Die meisten Gifte werden bis zu einer gewissen Konzentration toleriert bzw. ausgeschieden, bis diese Kompensationsmechanismen versagen. Wenn man in diesem Bild bleibt, dann wären Erdöl und Kohleflöze das Ergebnis eines Stoffwechselprozesses, daß einen schädlichen Stoff aus dem Kreislauf ausscheidet und irgendwo unschädlich ablagert. Kann man so sehen (Gaia-mäßig), ist aber doch eine sehr metaphorische Sichtweise. Außerdem unterstellt es einem geologischen Prozess ein Ziel bzw, eine Richtung (Teleologie?)

                    „Mindestens 3-atomige Moleküle um langwellige Strahlung absorbieren zu können.“ Hier spricht ein Experte, ich muß es glauben.

                    Um 1 Molekül gestiegen – hier stimmt die Kritik, es ist immerhin ein Anstieg um ein Drittel

                    „Insgesamt Tausend Milliarden Tonnen CO2..“ Das ist natürlich viel mehr als eine Billion.

                    Wieder der Griff zur Kaffeetasse, hier muß man erst mal schlucken…

                    „Dadurch CO2 Menge in der Atmosphäre höher als in den letzten 3 Millionen Jahren“
                    „Seitdem es Menschen gibt…“ Muß ich glauben, ist ja ein Experte.

                    Menschliche Emissionen 3% der Gesamtemissionen….Naturkreislauf wird irgendwie abgekoppelt von menschlichen Emissionen gesehen. Geht denn das zusätzliche CO2 nicht auch irgendwie in den Naturkreislauf ein?

                    Natur gibt nur das CO2 frei, was sie vorher aufgenommen hat. – Wenn ein Kohleflöz brennt, ein Vulkan ausbricht, dann ist das nicht natürlich?

                    „CO2-Gehalt seit Jahrtausenden konstant, bis der Mensch..“ – Ich dachte seit 3 Millionen Jahren?

                    „Jurassic Park Experiment“ – Ein sehr schönes Bild. Man sieht das CO2 geradezu die Zähne fletschen.

                    „Ein Planet der ohne uns ganz anders aussehen würde“ – Warum wünschen wir uns eigentlich einen Planten, der so aussieht, als gäbe es uns nicht?

                    „Im Holozän mehrere kleine Eiszeiten und vier Warmzeiten, in denen es mehrere Grad wärmer war als heute…“ Der Experte packt nun seine Expertise aus („forsche nun seit zwanzig Jahren..“) und Lesch greift unterstreichend zur Kaffeetasse. Er sagt, der Beleg der AfD wäre der allererste Eisbohrkern aus Thule(„uralte Grafik der Klimaskeptiker – allerdings nicht älter als Fourrier 1824 und Tyndall 1869), aus den sechziger Jahren. Inzwischen wäre es dort sehr viel wärmer – wärmer als jemals im Holozän (auch zu Zeiten Eriks des Roten?). Global gesehen war es insgesamt noch nie wärmer als heute.
                    1. Es gibt nicht nur Eisbohrkerne, die das Belegen sondern z.B. auch paläobotanische Untersuchungen, bei denen man z.B. durch Pollenfund nachweist, was in einem bestimmten Gebiet für Pflanzengesellschaften vorkamen. Diese ordnet man dann den klimatischen Bedingungen zu, unter denen eben diese Pflanzengesellschaften heute vorkommen.
                    2.“Nur lokale Temperatur in Grönland … hat mit globalen Mittelwert nichts zu tun.“
                    Die besagte Grafik beschreibt zumindestens auch den Klimaverlauf in Europa über die letzten 10.000Jahre. – Was genau ist denn das für ein globaler Mittelwert, für welchen Zeitraum und wie wurde er berechnet? (Er geht später nochmal auf diese Mittelwertgeschichte ein und bestätigt, daß das Messtationennetz nicht repräsentativ ist und daher die Mittelwerte relativ nichtssagend sind)
                    3. Eisbohrkern stammt aus Zeit vor der größten Phase der Klimaerwärmung. -War die nicht zwischen 1900 und 1940?
                    4.“passende Zeitreihe heraussuchen, um damit zu beweisen, was man beweisen will“ – das machen die Klimaforscher ja zum Glück nicht
                    5.“wir hatten das Holozänoptimum vor 5000 Jahren, dann 5000Jahre Abkühlung… in den letzten 100 Jahren mehr als wett gemacht“ Also gab es doch ein Holozänoptimum? War das nun nur Lokal oder Global?
                    6.“Durchschnittliche globale Temperatur höher als im gesamten Holozän … den letzten 120.000 Jahren.“ – Wie hat man das herausgefunden? Warum 120000Jahre -ich dachte der CO2-Gehalt ist höher als in den letzten 3 Millionen Jahren?

                    (zwischendurch immer wieder zustimmendes Nicken von Harald Lesch)

                    Temperatursenkung um 0,000653 Grad Celsius … „Denkfehler AfD… nur bei der kompletten Reduzierung auf Null in einem Jahr“ – Wenn wir den CO2-Ausstoß auf deutschem Boden also für 100Jahre auf null Reduzieren würden, wären es schon 0,0653 Grad Celsius, bei einem 1000jährigen CO2-reien Reich, schon 0,653 Grad Celsius…. Glaube ich aber ehrlich gesagt nicht – schon alleine die Verwesungprozesse bei so einem Szenario würden die CO2-Bilanz nach oben schrauben. – Oder gilt dieser Kollateralschaden dann als „natürlicher Prozess“?

                    „Deutschland nur 1% der Weltbevölkerung, aber auf Rang 6 aller Staaten beim CO2 Ausstoß..“ – Noch sorgen wir halt auch (noch) für einen erheblichen Teil der Weltindustrieproduktion, die wir zu einem erheblichen Teil exportieren.- Wir stoßen das CO2 also auch dafür aus, daß andere BMW fahren und Werkzeugmaschinen benutzen können – wie übrigens auch China, daß ja erheblich für den Export produziert. Inwiefern macht hier eine Pro Kopfberechnung Sinn? Bezieht sie sich auf Produktion oder Konsumption?

                    “ Wir produzieren Emissionen doppelt so hoch wie der Weltdurchschnitt.“ -„Hm, hm..Donnerwetter“

                    Kosten für Energiewende seit 2000 „.. nur ein halbes Prozent des Bruttoinlandsproduktes..“ – „Wollen wir unseren Kindern und Enkeln erklären, wir konnten leider die Welt nicht retten, das war uns zu teuer, wir hätten ein halbes Prozent dafür ausgeben müssen“ – ein echtes Schnäppchen, diese Weltrettung oder?

                    „Kein konkreter Temperaturwert angegeben, (von dem aus die Temperatur um nicht mehr als 1,5 bzw. 2 Grad Celsius ansteigen soll)..“ Siehe oben: man kennt den genauen Temperaturmittelwert in Vorindustriellen Zeiten gar nicht, weil kein entsprechendes Messstationennetz vorhanden war, bzw. bis heute ist (man greift auf Satellitendaten zurück). Man kann aber großräumig nachvollziehen, daß die Temperaturen in Gebieten mit 1000000km² oder so steigen. Man kennt also ein Art Vektor, aber keinen Ausgangspunkt. „Genauigkeit des absoluten Meßwert geringer, als der seiner Veränderung..)- Entschuldigung, hier versagt gerade mein Vorstellungsvermögen, daß ist ein Problem für Mathematiker.

                    Der Experte hat Greta Thunberg getroffen und sie über die neuesten Forschungsergebnisse informiert. (ein neuerlicher Beweis für seine Expertise, denn selbst Greta Thunberg pilgert zu ihm!)
                    Mit Grundlagen braucht man ihr nicht kommen, sie kennt sich besser aus als die meisten Politiker. – Das glaube ich nun wieder aufs Wort.

                    „Schüler langen Atem haben… jetzt schon viel Aufmerksamkeit erreicht..“ Im Hintergrund sentimentale Klaviermusik zur Unterstreichung der Botschaft.
                    „Selbstverständliche Forderung, daß Politiker das Einhalten, was sie selber verabschiedet haben – das Pariser Klimaabkommen- “ als ob so etwas selbstverständlich wäre.

                    „Mehr als 25.000 deutschsprachige Wissenschaftler hinter die Schülerbewegung gestellt“ – Haben wir tatsächlich so viele? „Erklärung unterschrieben: Die Schüler haben recht.“ Mehrheitsabstimmung über den Beweis einer Wahrheit ?

                    Ich glaube Ihnen gerne, daß Ihnen das Video gefällt. Es ist ja wenigstens nüchtern gehalten, keine Special Effects und so. Das Janina Video übers CO2 könnte man sicherlich genauso auseinander nehmen (nur ist es deutlich länger). Überhaupt sind Youtube-Videos vielleicht nicht das beste Medium, um sich über verschiedene wissenschaftliche Hypothesen in Bezug auf den Klimawandel zu informieren. Dort findet man hauptsächlich Propaganda und Gegenpropaganda und sollte sie auch unter diesem Gesichtspunkt analysieren.

                    Ein Vorschlag: Schauen Sie sich doch mal Leschs Video über Husserl und Heidegger an und verraten Sie uns, was Sie davon halten.

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                    • Kleine Korrektur: nicht dieses Video gefiel mir, sondern einige frühere, noch vor dem Klimakrieg aufgenommene. Die waren aus der Reihe: „Leschs Kosmos“. Bei dem vorliegenden sind mir natürlich auch ein paar „Tricks“ unangenehm aufgefallen – Sie haben das jetzt ausführlich vorgeführt. Einiges davon ist allerdings objektiv kaum zu vermeiden in einem Viertelstundenvideo.

                      Allerdings konnten Sie die Argumente der AfD – wenn es sie denn so gibt – auch nicht bestätigen. Und das erfaßt eigentlich ganz gut mein Problem mit der Frage: sie ist schon so komplex und auch aufgeladen, daß man zu der eigentlichen Grundfrage – Ist die Klimaerwärmung real und hat sie anthropogene Ursachen und welche Rolle spielt dabei das CO2? – fast schon nicht mehr objektiv behandelt werden kann.

                      Husserl udn Heidegger bei Lesch? Gibt es tatsächlich: https://www.youtube.com/watch?v=fAVA5ReM_wc

                      Vielen Dank! Natürlich erwarte ich von einem Wissenschaftspopulisten in 20 Minuten keine wirkliche Erhellung. Mal schauen. Solange nicht die Nazi-Keule kommt …

                      … gerade angeschaut. Spricht ja eigentlich nur Vosskuhle und macht das für das Format in der Zeit recht gut.

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                    • Michael B. schreibt:

                      Dank an Stefanie fuer das Exzerpt. Ich habe es letztlich naemlich nicht ueber mich gebracht, dies komplett anzusehen.
                      Ich habe an zwei Stellen hineingeklickt, nach „Liebe Demonstrantinnen und Demonstranten“ und der Aeusserung des Egschberden zu „25000 Wissenschaftler haben…“ und dem generell kuenstlich empoerten Ton (die staendige Unwahrhaftigkeit der Leute macht mich fertig) habe ich aufhoeren muessen. Man mag mir zu grosse Vereinfacherei vorwerfen, aber ich weiss dann schon, was kommt. Kurzer Lackmustest:

                      1) PC-Sprache
                      2) Argumentation von Lesch selbst ueber Autoritaet (der Professor aus Potsdam)
                      3) dessen eigene Argumentation ueber Beweis durch Anzahl (wie schon Stefanie festgestellt hat). Das disqualifiziert ihn sofort und 2) wird komplett wirkungslos
                      4) die emotionale Manipulation in Duktus bzw. Diktion, etc.

                      Dummerweise ist das nach vielen Versuchen, solchen Dingen etwas zu entnehmen, fuer mich mittlerweile ein nahezu hundertprozentig sicherer Test fuer bullshit. Die Punkte 1) bis 4) moegen immer einmal andere sein, aber habe ich sie einmal am Objekt definieren koennen, treffen sie es dann immer.

                      Zum Thema. Es hat mich einmal in am Rande interessiert, ich habe es aber schon vor vielen Jahren auch aufgrund der auch hier schon erwaehnten Aufladung verlassen. Es ist keine kenntnisbasierte Diskussion moeglich, ein Gebiet voller Geschrei. Es ist nur mit fuer mich nicht mehr vertretbarem Aufwand moeglich, sachliche Informationen zu erlangen.

                      Als Student hat uns einmal ein Dozent in einem Sonderseminar die damals verwendeten Wettermodelle vorgestellt. Nach meinem Wissen sind das heute prinzipiell dieselben.

                      Mathematisch gesehen sind das gekoppelte nichtlineare partielle Differentialgleichungen: Navier-Stokes-Gleichungen (beschreiben Verhalten von Fluessigkeiten und Gasen – dynamisch wohlgemerkt: Ihr Fliessen, Turbulenzen, Wirbel), Reaktions-Diffusionsgleichungen (speziell interessant fuer chemische Reaktionen) u.a.m..

                      Diese Art Gleichungen gehoeren zum Schwersten, was angewandte Mathematik bietet: Theoretische Aussagen zu Loesungen sind nur fuer winzige Spezialisierungen bekannt. Aber sie besitzen alle harten Eigenschaften: chaotische System (empfindlich von Anfangs-/Randbedingungen abhaengig; deswegen allein schon ist Wetter eben nur ca. 5 Tage vorhersagbar ist), ill-posed/inverse Probleme (das Denglisch bitte entschuldigen, googled sich fuer interessierte Laien besser). Daraus resultieren Schwierigkeiten aller Art: numerisch, Beschaffung der Anfangs- und Randbedingungen (also Messungen) u.v.a.m..

                      Klima wiederum wird durch ebensolche Systeme beschrieben.

                      Zum Googlen uebrigens: Auch bei Nichtverstaendnis der Mathematik einfach mal die Anwendungen der Schlagworte ansehen (Wikipedia reicht schon). Ich selbst bin nur mit einigen geologischen, ozeanographischen und seismologischen Problemen – ja, noch nicht einmal vertraut, aber ich verstehe die Schwierigkeit zumindest auf einem Niveau, welches den „Diskussionen“ voellig fehlt. Von einem Experten wie oben erwarte ich, dass er die ausgewogen herunterbrechen kann, ohne in politische statements und unlautere Begruendungsvektoren a‘ la Beweis durch Behauptung oder eben Zahl der Proponenten (wenn die denn stimmt) zu verfallen.

                      Um hier mitreden zu koennen, muss man schon mal etwas Bildung ansammeln. Das gerade die bei diesen staatlich gepushten „Demonstrationen“ untergraben wird, ist ein besonders unappetitlicher Zug dabei.
                      Ich verlange und erwarte uebrigens nicht, dass nun Mathematiker die Auserwaehlten sind, die allein sich mit diesen Problemen befassen duerfen. Dazu sind sie in verschiedenen anderen Aspekten voellig unzureichend. Aber sie liefern einen Teil, der damit nicht hinreichend aber notwendig ist. Laesst man den weg, bleibt nur ein Spielfeld verbrannter Erde.

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                    • Stefanie schreibt:

                      @ seidwalk
                      Das Husserl/Heidegger-Video selbst fand ich auch gut, weil es die Entwicklung der Philosophie der beiden sehr gut knapp und allgemeinverständlich darstellt.
                      Was mich aber gestört hat, war der Duktus Leschs: „…gehört mit zum schwierigsten/schwerverständlichsten, was die abendländische Philosophie zu bieten hat…“
                      Das klingt für mich nach: Das versteht ihr eh nicht. Laßt die Finger von der Originalliteratur und vertraut auf die Meinungen und Analysen der Experten.
                      Selbst, wenn dies zutrifft, so sollte man zu dieser Einsicht („das ist zu hoch für mich, ich brauche Anleitung“), doch selber gelangen können, wenn man mal einen Blick in Sein und Zeit (oder Michael B.s nichtlineare Differentialgleichungen) geworfen hat. Allein um selber eine Idee davon zu bekommen, wie Heidegger gedacht hat, welche Prämissen er hatte. Safranskis biographischen Zugang fand ich jedenfalls sehr gut und er ist trotzdem auch in die Thematik selber eingestiegen. (natürlich hatte er auch einen ganzen dicken Wälzer lang Zeit, sich darüber auszubreiten). Und gerade bei Leschs Aussagen zu Heidegger hatte ich schon den Eindruck, das seine Skepsis/Distanz ihm gegenüber aus der Kontaminationsangst kommt, sich mit jemanden zu befassen, der einmal den Nazis hinterhergelaufen ist. Jetzt nicht gerade die ganz große Keule, aber schon ein Wink mit dem Zaunpfahl.

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                    • @ Stefanie
                      Man muß, glaube ich, aufpassen, sich durch eine gewisse Aversion – die ich im Falle Lesch (noch) nicht teile – zu zu harten Urteilen verleiten zu lassen. Man kommt dann schnell in den Modus, in jedem Satz, in jeder Geste einen Affront zu sehen. Ich selbst habe diese Sünde oft genug begangen – hier ein frühes Beispiel – und mit Furor etwa Bücher und Autoren verrissen, die mir aus irgendeinem Grund gegen den Strich gingen. Man findet dann an allen Ecken und Enden was zu meckern und zu kritisieren. Ein Mal wurde mir mit dem Anwalt gedroht, ein anderer Autor bat um die Entfernung der Rezension, weil sie bei seinem Namens-Googeln immer zuerst erschien und er eine Berater oder sowas war. Heute bereue ich diese Exzesse ein wenig.

                      Leschs Verweis auf die Kompliziertheit halte ich für legitim – sie ist ja nicht mit einer Lesewarnung verbunden und auch der Verweis auf den NS war doch eher dezent. Vermutlich mag Vosskuhle Heidegger. Gemessen daran, daß ein Großteil der heutigen Heidegger-Literatur biographisch und sich auf seine NS-Verstrickungen konzentriert und das Denken damit kontaminiert, war das hier doch doch sehr zurückhaltend. Heideggers politisches Urteilsvermögen wurde nicht mit seinem philosophischen verkoppelt.

                      Tatsächlich sind Husserl und Heidegger ja extrem schwer zu lesen. Für die „Logischen Untersuchungen“ hatte ich ein halbes Jahr täglicher Lektüre gebraucht. Wenn man kritisieren will, dann die werkgeschichtlich schwer zu rechtfertigende Abkürzung von der Psychologismus-Kritik zur „Die Krisis der europäischen Wissenschaften“. Letzteres schmales Büchlein ist ja sein einziges „populäres“, aber es ragt aus seinen Veröffentlichungen ganz atypisch heraus und der ganze gewundene Denkweg wird nicht erklärt. Die Sache mit Husserl hatte ich hier ja schon mal beschrieben udn sehe gerade, daß das perfekt zum heutigen Artikel paßt.

                      Auch bei Heidegger stört die Verkürzung auf „Sein und Zeit“. Das ganze Thema ist längst musealisiert. Aber sein spätes Denken, das Denken nach der „Kehre“, des „Ereignisses“, der „Besinnung“, der Technik, des „Gestells“, die Verwindung der Metaphysik, das „Geviert“ und seine kunst- und sprachphilosophischen Gedanken …, das ist heute noch hochaktuell und zudem stiefmütterlich behandelt.

                      Aber Sie haben recht: Safranski leistet da Vorbildliches. Von ihm hatte Sloterdijk mal gesagt, daß er die Gabe habe, komplizierte Dinge so erscheinen zu lassen, als seien sie alle gelöst.

                      Übrigens bringt Lesch (16 min) einen ganz wichtigen Gedanken zum Ausdruck, wenn er die „Unanschaulichkeit“ der naturwissenschaftlichen Theorien zur steigenden Unanschaulichkeit der modernen Philosophie parallelisiert und die Frage stellt, ob es da Relationen gibt. Das kann man begründet bejahen und verneinen. Oder mit Hegel:

                      „Das was ist zu begreifen, ist die Aufgabe der Philosophie, denn das was ist, ist die Vernunft. Was das Individuum betrifft, so ist ohnehin jedes ein Sohn seiner Zeit, so ist auch die Philosophie ihre Zeit in Gedanken erfaßt. Es ist ebenso töricht zu wähnen, irgendeine Philosophie gehe über ihre gegenwärtige Welt hinaus, als, ein Individuum überspringe seine Zeit, springe über Rhodus hinaus. Geht seine Theorie in der Tat drüber hinaus, baut es sich eine Welt, wie sie sein soll, so existiert sie wohl, aber nur in seinem Meinen – einem weichen Elemente, dem sich alles Beliebige einbilden läßt.“

                      Demnach stünden wir heute nicht mehr vor der Unanschaulichkeit, sondern der Unmöglichkeit, der apriorischen Unmöglichkeit, unsere Zeit in Gedanken zu erfassen. Und welches bessere Beispiel gibt es dafür, als die Klimadiskussion?

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                  • Pérégrinateur schreibt:

                    Nur einige Punkte, die meine Vor-Kommentatoren noch nicht oder nicht ausreichend behandelt haben.

                    • „… und mit dem gesamten Planeten können wir natürlich nur ein einziges Experiment durchführen, und das machen wir ja gerade “ 

                    Wer ist wir? Die Menschheit ist kein einheitlicher Akteur, sondern verschiedene Menschen, Gruppen, Staaten agieren jeweils mit eigenem Willen nach eigenen Zielen. Eine einheitlich handlungsfähige Menschheit wäre ein Weltstaat, der Einheitlichkeit nur gegen den Willen und die Interessen jeder tieferen Ebene durchsetzen können müsste. Gnade uns Gott davor!

                    Auf der erreichten Stufenleiter der menschlichen Einflussnahme auf die Natur auf der Erde finden übriges in Vielem solche „Experimente“ statt (in der Äußerung ist das Wort wie dargelegte nur metaphorisch gebraucht), das geht gar nicht mehr anders. Der Appell an einen konservativen Instinkt nur und allein zum Thema CO₂ ist also sehr selektiv und wirkt nur dann, wenn man das eigene Lieblingsthema durch mediale Fokussierung, Emotionalisierung, Hysterisierung für die zu Überzeugenden „drängend“ machen kann. Was ja geschieht.

                    Gehen wir einen Schritt tiefer auf die nationale Ebene. Haben Sie schon Modellrechnungen gesehen, welche Konsequenzen eine Armutsimmigration in einen Sozialstaat mit Kettennachzug durch Familienzusammenführung, originärer und dadurch noch beförderter Integrationsaversion (wozu es übrigens sehr gute Messdaten gibt) für diesen langfristig bedeuten wird? Offenbar gehört zum Programm die Fokussierung dort und die Defokussierung hier. Jeder Hinweis auf vielleicht nicht nur temporäre Unterschiede zwischen Menschen und Menschengruppen ist heute Anathema.

                    Oder gibt es Modellrechnungen zur Entwicklung von Wohlstand und sozialem Frieden, wenn man nacheinander die Biotechnik aus dem Lande treibt, die Nukleartechnik abschafft, die Energiewirtschaft zum planwirtschaftlichen Experimentierfeld von halbgebildeten Politreligiösen macht und jetzt auch noch das Standbein Fahrzeugbau der deutschen Wortschaft wegschlagen will?

                    Was not täte, wäre stets eine Gesamtbetrachtung und ein Handeln mit Maß und ohne Exzeß auf einem Feld.

                    • „Netto stößt die Natur eben gar kein CO₂ aus “

                    Mitnichten. Es gibt zum Beispiel Torfbrände und insbesondere in unregelmäßiger Folge große Vulkanausbrüche, die gewaltige Mengen von CO₂ in die Atmosphäre befördern. Solange man diese Vulkanausbrüche nicht politisch reguliert, kann es durchaus sein, dass sie einem die schönsten Reduktionsziele schlagartig zunichte machen. (Einem nun wirklich extremem solchem Ereignis verdankt sich zum Beispiel der indische Dekkan-Trapp.)

                    Umgekehrt gibt es bei erhöhter CO₂-Konzentration auch erhöhte CO₂-Abscheidung. Wo zuvor diese Konzentration der begrenzende Faktor war, wachsen zum Beispiel die Pflanzen stärker, die chemische und biogene Kalkausfällung im Meer nimmt zu. Hier sind jedoch die jeweiligen Zeitskalen zu beachten.

                    • Deutscher Einfluß aufs Geschehen

                    Innereuropäisch gibt es ja nun seit geraumer Zeit den Emissionsrechtehandel. Damit hat man einen gemeinsamen Reduktionspfad festgelegt, so dass sich die Emissionen auf verschiedene Emittenten verlagern lassen und also idealerweise bei jenen ankommen, wo die Reduktion die höchsten Kosten verursachen würde. Wenn es nun den Deutschen einfällt, am besten morgen auf Nullemissionen zu kommen, geht der Preis der Emissionsrechte in den Keller, woanders kauft man die Rechte auf und kompensiert damit den deutschen Alleingang. Der Gesamteffekt ist alleine eine deutsche Selbstkasteiung. Man wird deshalb (sobald die die größeren Zusammenhänge weniger überschauenden Eiferer das einmal begriffen haben werden) natürlich von deutscher Seite das Mitkasteien der anderen fordern. Wie groß sind wohl die Aussichten, dass diese sich dem deutschen Eiferertum anschließen werden?

                    Umso mehr auf weltweiter Ebene. Sollten die sich entwickelnden Länder auf einen Teil des für sie erreichbaren Wohlstandes verzichten zugunsten eines angeblichen oder wirklichen Menschheitsinteresses? Die Aussichten darauf liegen, den oben erwähnten Weltstaat einmal unberücksichtigt, bei Null. Entsprechend hat man ja auch diesen Ländern goldene Brücken gebaut, damit sie den (nicht erzwingbaren!) weltweiten Vereinbarungen beitreten: Sie bleiben zunächst restriktionsfrei, irgendwann einmal aber werden sie müssen. Ob sie dann wollen werden? Wer weiß; ich vermute, sie werden wollen, sobald sie es als Eigeninteresse ansehen werden. Der heute noch weit höhere Gradient der Verbesserung der Lebensumstände durch möglichst starke Wirtschaftsentwicklung und der geringere durch Verbesserung der Umwelt werden, auch in humanitärer Betrachtung (Lebensdauer, Gesundheit usw.), wohl noch lange die Politik dieser Länder bestimmen.

                    Konkret sieht man ja, dass sich nicht einmal die USA, Russland und China (das in einem bis zwei Jahren soviel Kohlekraftwerke zubaut, wie es der gesamten jährlichen CO₂-Emiission Deutschlands entspricht) einem CO₂-Weltregime unterwerfen wollen.

                    Ein halbes Prozent für die CO₂-Reduktion in Deutschland, die dank der genialen Energiewende auf der Stelle tritt, ist übrigens allemal zu viel.

                    • Potsdam

                    In diesem Gespräch war Rahmstorf angenehmerweise vergleichsweise unaufgeregt. Ich habe aber schon mehrfach Auftritte anderer Potsdamer (Schellnhuber) gesehen, in denen diese unverkennbar als Aktivisten und nicht als Wissenschaftler auftreten: Selektive Faktenauswahl,, Argumentation mit singulären Extremwerten, Weltuntergangston usw. Von einem soliden Wissenschaftler können sie immer wenigstens eine skizzenhafte Darstellung der Aspekte finden, bei denen es mit seiner Lieblingstheorie haken könnte. Ein Wissenschaftler aber, der sich so erkennbar auf Politik und Aktivismus einlässt wie diese, hat seine Glaubwürdigkeit verloren. Und er gewinnt sie, zumindest in meinen Augen, auch nicht wieder, indem er sein Anliegen durch Streuung von Angst besonders dringlich zu machen versucht.

                    Ein Freund von mir ist Direktor eines physikalischen Institutes und ist der Ansicht, es gehe wohl schlicht darum, durch öffentliche Wirksamkeit möglichst viele Forschungsfelder an Land zu ziehen. Das gehe gut bei Forschungen zu einem Thema, das die Öffentlichkeit beschäftigt und zu dem sich dann die Politik ebenfalls förderlich zeigen will.

                    • Dreiatomige Moleküle und Langwellen-Absorption

                    Siehe: https://de.wikipedia.org/wiki/Freiheitsgrad#Thermodynamik_und_statistische_Mechanik

                    Je nach Zahl ihrer Moleküle (und ggf auch den Bindungswinkeln) haben verschiedene Moleküle verschieden viele Freiheitsgrade. Ein einatomiges zum Beispiel hat nur die der Bewegung in drei Raumrichtungen, die mehratomigen haben dann noch dazu bis zu drei der Rotation sowie Schwingungsfreiheitsgrade. Was Rahmstorf meinte, hängt wohl damit zusammen. Je nach den charakteristischen Energien für diese Bewegungsarten absorbieren sie dann in verschiedenen Wellenlängenbereichen. (Ist aber nur eine vage Erinnerung von mir.)

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      • Stefanie schreibt:

        Den Link kann ich mir an dieser Stelle nicht verkneifen

        „Inszenierte Stanley Kubrick die Mondlandung?“

        Man sollte sich en Vortrag mit dem gewissen Körnchen Salz anschauen, sich aber die grundsätzliche Frage, die er aufwirft durchaus einmal stellen: Ist eine Fernsehübertragung vor weltweitem Puplikum tatsächlich ein hinreichener Beweis dafür, das ein bestimmtes Ereignis genau so stattgefunden hat? Nicht zuletzt verfolgen all diese neuen Sternchen, die im Fundstücke-Artikel erwähnt werden ja genau dieses Ziel: eine neue Realität, einen neuen Himmel entstehen zu lassen, hinter dem der alte verblasst.

        @Peregrinateur
        Ich glaube nicht, daß der Sinn von Star Trek, Star Wars, Odysee im Weltraum etc. ist, den Zuschauern etwas über die Dimensionen des Weltraums und Astrophysikalische Grundlagen zu vermitteln. Es sind eher Beiprodukte eines anderen Prozesses:

        Würde man z.B.Seidwalks imaginäres Baumvolk einmal dieser Art filmischen Verwurstung anheimfallen lassen, wären sie sicher schnell mindestens so bekannt wie Luke Skywalker und die Vulkanier, hätten aber sicher ihren Wesenskern in etwas geändert, was mehr dem „pusuit of happiness“ ähnelt. Nichts mehr mit unbewußter Anmut und zeitlosem Selbstverständnis ein Teil des Waldes zu sein.

        Infotainment ist quasi die Antwort auf diese Bild-(und Ton-)sprache und die Konsequenz daraus der Scientismus, der Leute bewegt, die von „wissenschaftlichen Beweisen“ sprechen. Letztlich harren auch die Zukunftsszenarien in Michael B.s Film noch ihrer Bestätigung bzw. Falsifikation. Allerdings sind sie deutlich wahrscheinlicher als alle Klimaszenarien, da das Weltraum in diesem Maßstab wohl deutlich weniger komplex ist.

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        • Pérégrinateur schreibt:

          Dass in Hollywood der stete Wechsel des Frischfleischs auf der casting couch oft mit hineinspielt, wollte ich nicht abstreiten wollen. Gleichwohl ist damit doch noch nicht erklärt, wieso die Gattung des Science-Fiction-Films sich dort erfolgreich etablieren konnte. Dessen Arriviertheit lässt sich nicht allein durch eine Präferenz der supply side für das eben Genannte erklären, denn die musikalischen Wasserballettfilme früherer Zeiten würden doch im Vergleich zur einsamen Weltraumheriune doch für ein viel reichhaltigeres Wasserballettrattenmahl sorgen. Ich denke deshalb, hier spielen das noch ganz unangeleitete Bedürfnis des Publikums wie auch die Leichtigkeit, in Futuristisches platteste Projektionen einzubringen, die größere Rolle.

          Im Wesentlichen stimme ich Ihnen aber zu: Der mediale Äther durchdringt heute fast alle Hirne gründlicher denn je. Früher konnte man auf dem Lande noch zuweilen einen medienfernen Bauern treffen, der ein wenn schon nicht unbedingt richtiges, so doch unangeleitetes und selbständiges Urteil besaß. Ich besuche jede Woche einen Volkshochschulkurs und kann, obwohl ich selbst weder Fernsehen noch Radio nutze, schon anhand der Gespräche der anderen Teilnehmer erkennen, welche Sau gerade durchs mediale Dorf getrieben wird. Der einzige Trost dabei ist, dass wenigstens fleißig (unwissentlich) geheuchelt wird. Derzeit geht es um den Klimaschutz, für den man natürlich höchstpersönlich etwas tun will. Die Damen wollen also weniger Fleisch essen (haha!) und ihre Altkleidung zur Gänze der Second-Hand-Verwertung übergeben, um so ihren CO₂-Fußabdruck zu verkleinern. (Ich trage meine Kleidung übrigens auf, bis sie nicht mal mehr zu Putzlappen taugt.) Zugleich schwärmen sie immer von ihren Fernreisen … Ich habe mal ganz unschuldig tuend vorgeschlagen, sie könnten doch zu Hause die Raumtemperatur im Winter um 5°C absenken, das würde die Heizemissionen wohl um wenigstens ein Viertel senken. Daraufhin prompter Themenwechsel. Auch gut.

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