Das Linsengericht Wahlerfolg

Im Nachgang der dänischen Folketingswahl werden nun die subtileren Zusammenhänge sichtbar. Daß Frauen linker wählen als Männer etwa, daß sie statistisch gesehen die Migration weniger problematisch sehen, ist scheinbar ein Internationalismus.

Das Problem der ethnischen, der religiösen und der parallelgesellschaftlich organisierten Wahl, könnte bald auch ein international weit verbreitetes Phänomen werden. In Dänemark haben nun mehrere Zeitungen darüber berichtet, daß vor allem linke Parteien von muslimischen Wählern profitierten. Die linksliberale „Radikale Venstre“ etwa konnte am Wahltag ihr Ergebnis mehr als verdoppeln – auf 8,6 %.

In einigen Wahlkreisen gewann sie aber überproportional hinzu. Zum Beispiel konnte sie ihr Ergebnis in Gjellerup von 5,1 % 2015 auf sagenhafte 34,2% 2019 steigern und dort stärkste Partei werden. Das wäre vielleicht keine Meldung wert, wenn man nicht wüßte, daß Gjellerup ein sogenanntes Getto im Westen von Århus ist, mit vornehmlich migrantischer und muslimischer Bevölkerung.

Ähnliche Effekte ließen sich in anderen Gettos, in Vollsmose, Tingbjerg oder Nørrebro beobachten, wo vor allem die linksradikale „Enhedslisten“ profitierte.

Morten Østergaard von der Radikalen Venstre wußte jedenfalls, wo er seine Basis hat und besuchte am Tag vor der Wahl noch einmal Vollsmose, das Odenser Getto: dort gewann die Kleinpartei 33,6%, das ist ein Zuwachs von 29%.

Daß dies ein Tanz auf dem Vulkan ist, scheint man verdrängen zu wollen. Niemand garantiert die ewige Zuneigung dieser erstarkenden Wählergruppe. Spätestens wenn es rein islamische Parteien in die erste Riege geschafft haben werden, wird man begreifen, daß man nur ein Steigbügelhalter war. Für einen kurzen Machtgewinn riskieren diese linken Parteien die Zukunft der ganzen Gesellschaft. Perspektivisch werden diese Parteien für weitere Einwanderung eintreten und sie organisieren helfen, zumindest so lange es zusätzliche Stimmen bringt.

das typische Getto-Muster: die drei linken Parteien gewinnen mit Abstand und auch die Grünen schließen deutlich stärker ab: zusammen über 80% – das landestypische Bild sieht dagegen so aus.Quelle: TV2

Es hat eine gezielte Mobilisierung einer Wählergruppe stattgefunden, die traditionell eher weniger politisch partizipiert. Allerdings wurden sie nicht von demokratischen Institutionen auf Trab gebracht, sondern von einschlägigen Moscheen und Imamen. Auch wenn kein Name genannt wird, darf man vermuten, daß es sich in Århus um die Grimhøj-Moschee handelt, deren problematisches Auftreten auf hier schon mehrfach thematisiert wurde.

In Skive wurde die eigene Gefolgschaft etwa vom Imam Mohammad M Jammal mobilisiert, einem Mann, der bereits eine Bewährungsstrafe (betinget dom) erhielt, weil er Homosexuelle mit Sodomiten und Pädophilen gleichsetzte. Einflußreiche und radikale Imame pflegen persönliche Verbindungen ins hohe linke Parteienspektrum und kündigen bereits weitere Wahlkampagnen für die Regionalwahlen an.

Quelle: document.dk

Es wurden Wahlgruppen organisiert, die über die Moscheen und Vereine empfahlen, die beiden linken Außenseiterparteien zu wählen. Dabei spielten die neuen Medien eine zentrale Rolle. Damit wurde ein bedenklicher Gruppenzwang jenseits aller individuellen Entscheidungsfreiheit geschaffen, der insbesondere bei Menschen, die oft kaum Zugang zur dänischen Kultur, Sprache und Politik haben, die in Familien- und Clanstrukturen organisiert sind, wirkmächtig sein dürfte. Die Konsequenz wäre: Das Oberhaupt entscheidet, die Kinder und Frauen folgen.

Nun kann man natürlich sagen, daß sei ein Sieg der Demokratie, wenn bisherige Nichtwähler erschlossen werden. So argumentiert der Soziologe Brian Arly Jacobsen und selbstverständlich auch der Vertreter der Radikalen Venstre in Århus Rabih Azad-Ahmad.

Oder man kann es sehen wie der Politikwissenschaftler Søren Hviid Pedersen, der meinte, daß dies ein besorgniserregendes Resultat sei, denn es bezeuge, daß die Gewaltenteilung nicht mehr funktioniere und daß es stattdessen in bestimmten Milieus ein Zusammenhalten gebe, daß nicht mehr auf politischen, sondern auf religiösen, auf islamischen Prämissen beruhe. Und das gefährde die grundlegende Einzigartigkeit der dänischen Gesellschaft.

Auch die bekannte Autorin und Debatteurin Sørine Gotfredsen bekam Raum, ihren Sorgen Luft zu machen: „Wenn man mit Mobilisierungen dieser Art erst beginnt, an deren Spitzen Autoritäten stehen, die eine bestimmte Partei empfehlen, so wird der Parallelzustand von innen heraus erhalten und riegelt sich in vollständiger Taubheit gegen die restliche Gesellschaft ab und wird so die Gesellschaft prägen.“ Die Parallelgesellschaften zementierten sich und bestimmten zunehmend, wie und was Dänemark sein werde.

Und nicht nur Dänemark.

siehe auch:

Muslime in Dänemark I

Muslime in Dänemark II

Politische Kultur und nationale Identität

2 Gedanken zu “Das Linsengericht Wahlerfolg

  1. Pérégrinateur schreibt:

    Frauen sind merklich rührseliger als Männer, weshalb sie den Mühseligen und Beladenen der ganzen Welt helfen wollen. Sie sind auch konzilianter und glauben eher, durch freundliche Nachgiebigkeit ließen sich alle Probleme lösen. „Das weiche Wasser brucht den harten Stein.“ Als einst dieser Gandhi-Film in den Kinos lief, berichtete mir eine als Kindergärtnerin arbeitende Bekannte begeistert von einer Szene, als Berittene gegen Demonstranten eingesetzt werden sollten, worauf sich selbige hinsetzten und die Pferde scheuten, so dass der Einsatz scheiterte. (Ich habe keine Ahnung, ob das so überhaupt realistisch ist.) Sie nahm es ganz allgemein: „Es braucht nie Gewalt, es geht auch immer ohne!“ Ich fragte nur noch, ob das Verfahren auch gegenüber Panzern funktioniere.

    Speziell Linksbewegte sind sich gewöhnlich sicher, dass die Geschichte auf ihrer Seite ist und mehr oder weniger schnell ins Reich ihrer Träume führt, wo dann der Löwe friedlich neben dem Lamm usw. usf. Ihnen ist die Unverlierbarkeit des schon Erreichten selbstverständlich. Mithin ist schon die Einbürgerung Indiz und also auch Garanr dafür, dass die Hinzugekommenden werden wie sie; wenn sie einen dann auch noch wählen, was könnte einen denn da noch gewisser machen?

    Die weiter oben die Machtspiele betreiben, verstehen sich dazu auch noch auf die Schiebungen, die nützlich sind, um diesen sicheren Endzustand zu erreichen. In Marseille etwa werden die Wahlsiege inzwischen auch dank der organisierten Wahlstimmen aus den Nordvierteln gewonnen, in denen die Immigranten leben. Wahlstimmen, die über gewisse « caïds » zu erhalten sind, welche sich außerhalb der Festtage der Demokratie gewöhnlich mit einer anderen Art von Handel beschäftigen.

    Entsprechend auch eine grenzenlose verbale Schonung dieser Kreise. So hat sich eine französische Oberfeministin und sozialistische Parteipolitikerin nach Berichten über die notorische sexuelle Belästigung von Frauen in der rue de la Chapelle in Paris, wo ein Slum mit Sahel-Immigranten entstanden war, wie folgt ausgelassen: Man müsse eben die Gehsteige verbreitern. Und die einschlägige Presse ist nach Aufkommen des État islamique im Raum Syrien-Irak nomenklatorisch bald auf die Eigenbezeichnung « Daech » umgeschwenkt. Vermutlich um die fatale Silbe [iz] zu vermeiden, die doch die Assoziation zu Isnogud, dem Wesir:

    https://de.wikipedia.org/wiki/Isnogud

    erwecken könnte, der stets Kalif an der Stelle des Kalifen werden will. Denn man will doch schließlich gewisse Dinge nicht banalisieren, nicht wahr? Aber wieder im Ernst, die Politiker der weltverbessernden Richtungen sollten das Schicksal der iranischen Tudeh-Partei und ihrer Anhänger während der iranische Revolution bedenken – etliche von diesen wurden dabei ja sehr erhöht. Sie werden’s nur nicht tun, denn wo bliebe dabei die Hoffnung auf den strahlenden Morgen nach der dafür nötigen Vernichtung alles Alten am Abend zuvor?

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  2. Tommy schreibt:

    Interessant ist in diesem Zusammenhang auch die Frage nach der Häufigkeit von Briefwahl, die ja beträchtliche Manipulationsmöglichkeiten durch Führer der entsprechenden communities eröffnet.

    Seidwalk: Zumal der Anteil der Briefwahlen in den letzten Wahlen in D dramatisch stieg. Unabhängig von obigem Sachverhalt, wird sie mehr und mehr zum Problem für die demokratische Wahl und sollte m.E. strikt auf Gründe geprüft werden. Das wären vornehmlich lebensbedingte Abwesenheit oder körperliche Verhinderung – beides ließe sich leicht kontrollieren. Man bräuchte lediglich bei der Beantragung entsprechende Bescheinigungen vorlegen. Der Gang zur Urne schafft ein Gemeinschaftserlebnis, das man bewahren sollte und er ist ein Akt der Mündigkeit.
    https://www.welt.de/politik/article193859089/Europawahl-Bundeswahlleiter-sieht-steigende-Briefwaehlerzahl-mit-Skepsis.html

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