Das Elfte Gebot der Traurigkeit

Das Denken bringt die Herrschaft des Menschen über die Natur mit sich und, mit gewissen Einschränkungen, wie etwa Gebrechlichkeit oder seelisches Leiden, auch jene über sein Wesen. Es ist Garant der Freiheit, sich das Leben zu nehmen, sich selbst aus freien Stücken und zu einem selbstgewählten Zeitpunkt ein Ende zu setzen. Warum dann diese unvermeidbare Traurigkeit? (George Steiner)

George Steiner ist ein wahrlich multikultureller Denker und ein lebendes Fossil europäischer Hochkultur. Die drei bedeutendsten Kultursprachen Europas sind seine Muttersprachen, tief in der englischen, französischen und deutschen Kultur verwurzelt, mit vielen freiwilligen Ausblicken ins Griechisch-Lateinische, ins Spanische, Italienische und Russische umfaßt sein Werk Arbeiten über die Antike Tragödie und über Dostojewski, reicht es vom Schach bis zu Heidegger, von Dante bis zur modernen Sprachphilosophie and beyond.

So einen Denker müßte man sich glücklich vorstellen. Doch weit gefehlt. In einem luziden kleinen, zweisprachig verfaßten Essay – „Warum Denken traurig macht“ –, beschrieb er zehn Gründe für jenes Voltairesche oder Faustische Paradox, daß primäres Glück über Gedankenarbeit schwer zu haben ist.

Die gestrigen Bilder vom Brand der Ikone des Christentums, ja der europäischen Kultur, haben auch mich tieftraurig hinterlassen. Steiner hatte u.a. den immerwährenden Zweifel, das Bewußtsein von der Uneinholbarkeit des Seins, seine Alltäglichkeit und Zwanghaftigkeit, die Mangelhaftigkeit seines Mediums – der Sprache –, sein Verschwenderisches, seine Hoffnungslosigkeit, seine Machtlosigkeit gegenüber dem Tod, seine Lieblosigkeit, seine Grausamkeit und seine Geschwindigkeit, die uns von allem Lebenden entfremdet, als die zehn Gründe kenntlich gemacht, warum Denken zur Trauer neigt, aber den entscheidenden Punkt, den der mich betrifft, nicht erwähnt.

Dieser wurde gestern lautstark von den alles verzehrenden Flammen ausgesprochen. Sie brüllten das Elfte Gebot der Trauer in den klagenden Himmel.

Warum saß ich gestern wie gebannt vor dem Bildschirm und schaute mir diese Bilder immer und immer wieder an? Zum letzten Mal tat ich das am elften September 2001, der eigentlich ein Feiertag in unserer Familie sein sollte. Aber die Größe des Ereignisses, das vollkommen Unerwartete, die Unvorstellbarkeit, daß Menschen das tun können, das Wissen, einer historischen Zäsur beizuwohnen, die unser Leben auf Jahrzehnte bestimmen sollte, all das übermannte mich und viele Millionen Menschen.

Gestern war wieder so ein Moment, wenn auch abgeschwächt. Notre-Dame de Paris ist nicht das WTC und es waren auch nicht 10000 Menschen – davon ging man anfangs aus, am Ende wurden fast 3000 zu Opfern – mit einem Schlag vernichtet worden. Man ist zudem längst katastrophentrainiert, ja man schlägt jeden Morgen die Zeitung auf und ist auf eine neue Hiobsbotschaft vorbereitet, mehr noch, man ertappt sich dabei, sie etwas enttäuscht zuzuschlagen, wenn die wichtigste Meldung nur eine Bundestagsdebatte war.

Attentate bewegen mich seither kaum noch. Daß man sich in kürzester Zeit daran gewöhnt, das ist vielleicht das Tragischste an allem. Sie, die Anschläge, sind im Horizont des Erwartbaren und wenn sie sich nicht durch eine überraschende Neuartigkeit – meist eine Perfidie – oder unmittelbare Nähe auszeichnen, dann registriere ich sie eher, als daß ich sie empfinde.

Bataclan war so ein Moment und Berlin Breitscheidplatz. Madrid 2004 war schon stark gedämpft und heute habe ich viele bereits vergessen. Wer erinnert sich noch an die 224 Toten des vom IS-Terror vom Himmel geholten Flugzeugs in Ägypten vor kaum dreieinhalb Jahren?

Und ob Christchurch oder Brüssel, Orlando oder Nizza … meine Seele hat sich immunisiert. Ich verstehe das als soldatisches Verhalten im Krieg. Eine Überlebensstrategie. Man badet freiwillig im Drachenblut des Zynismus.

Aber auf jeden Siegfried fiel ein Lindenblatt und nur eine Kriemhild, die nahe Geliebte, kann die Stelle verraten. Und dann muß man sich fragen: warum? Warum ist man da verletzlich?

Der Stoiker in mir sagt: „ein kunstvoll zusammengestellter Steinhaufen ist gestern zusammengestürzt“. Der Atheist in mir kann sagen: „ein Fetisch weniger“. Die ewige Weisheit in mir, der innere Buddha oder die innere Bibel könnte sagen: „Alles hat seine Zeit: Steine sammeln, Steine zerstreu´n…“ oder: „In steter Veränderung ist diese Welt. Wachstum und Verfall sind ihre wahre Natur. Die Dinge erscheinen und lösen sich wieder auf. Glücklich, wer sie friedvoll einfach nur betrachtet.“

Es schmerzt, weil Denken vor allem Denken der Vergänglichkeit ist und das ständige Bewußtsein davon. „Alles was entsteht, ist wert, daß es zugrunde geht“ – der weise Goethe: ist wert! Dennoch gibt es im Vergänglichen Unterschiede und das ist vielleicht auch der Grund, warum uns der Kollaps eines Bauwerkes, oder auch der Tod eines Tieres, tiefer verletzen kann, als der Tod von fremden Menschen.

Gestern ging genau ein Stück von dem verloren, was ich schon immer, und seit vier Jahren nun auch öffentlich, verteidigen will, erhalten will, schützen will, mit jeder Faser meines Seins, worin ich webe, lebe und bin: Kultur. Kunst. Sprache. Ausdruck. Idee. Ideal. Tradition. Erinnerung. Fundament.

Konservativ sein heißt die tief innerliche Verbundenheit mit dem Vergangenen, dem Gewordenen zu fühlen und seinen Verlust schmerzlich zu fühlen, wenn es sich dabei um Wesentliches, Komplexes, Ausdifferenziertes, mit einem Wort: Wertvolles handelt. Alles wirkliche Denken ist konservativ. Alles andere ist Tüftelei, Phantasterei, Planen und Entwerfen, ist Machen oder Tun, und Denken ist das Gegenteil von Machen. Diesen Gedanken verständlich zu machen, war das eigentliche Anliegen Heideggers.

Sicher, die Kathedrale ist ein Symbol für dies und das. Das Christentum, Frankreich, das Abendland. Aber auch das macht mich traurig: Daß viele Kommentatoren – auch unter den Konservativen, auch sehr kluge darunter – sofort bereit waren zur Interpretation. Es setzte umgehend ein Wettbewerb ein, als erster etwas Kluges dazu zu sagen. Tatsächlich war es meistens die Wiederholung des Offensichtlichen.

Es ist falsch Trauer per se in Verbitterung umzumünzen. Wir dürfen unsere Erwartungen nicht den Ereignissen aufpressen, wir müssen stattdessen aus den Ereignissen unsere Erwartungen ableiten – und dabei sehr flexibel bleiben.

Und es fehlte auch nicht an instinktiven Unterstellungen – was mich noch trauriger machte. Denn sie sind ein Zeichen für das Ende des Denkens, das sich nun mal Zeit nehmen muß, daß Distanz suchen muß, gerade wenn ein ikonisches Bauwerk in sich zusammenfällt.

Wir leben in einer Zeit, in der ein Bauunglück nicht mehr zählt. Erfahrung und Wahrscheinlichkeit haben uns – in nachzuvollziehender Weise – gelehrt, sofort Verdächtigungen zu entwerfen, anstatt das Erlebnis wirken zu lassen. Ich gebe zu: auch mir ging das so. Man denkt an Terror, an Sabotage, man wartet auf das Bekennerschreiben …, aber all das muß man niederringen, sich zuerst dem Ereignis stellen. Traurig macht das, weil das fast schon instinktive Verdächtigen just das Denken beendet. Nicht nur als tiefinnerlichen Akt, sondern auch ganz denklogisch.

Immer öfter ertappt man rechte Köpfe dabei, nur noch nach Bestätigungen einer fest einbetonierten Grundthese zu suchen. Wer so „denkt“, der findet immer seine „Beweise“, ganz gleich ob er nun an den Kreationismus glaubt oder an die Erde als Scheibe oder an den Muslim als Erzfeind.

Da wurden gestern etwa Facebook-Seiten herunter gescrollt, wo ein paar Dutzend Menschen mit arabischen Namen das Ereignis „geliket“ haben sollen, aber anstatt die „Fake News“-Alarmglocke schrillen zu lassen, werden diese Bilder ohne Quellenangaben, ohne Kontext, ohne Nachfrage einfach kopiert und als „Beweis“ gehandelt. Und selbst wenn es stimmte? Was soll es beweisen? Jedenfalls kann es nicht beweisen, was es insinuieren soll: daß „uns“ „alle“ Muslime feindlich gegenüberstehen würden. …

Vielleicht gibt das traurige Ereignis aber auch Grund zu baldiger Freude. Selbst ein Globalist wie Macron versteigt sich zum nationalen Pathos: „Es ist das Epizentrum unseres Lebens.“ In Paris fallen schicksalsschwere Worte wie diese: „Es ist unsere Geschichte, die brennt“. Man steht fassungslos vor den Trümmern und singt und weint und hält sich in den Armen.

Vielleicht begreifen die Menschen – auch die kulturfernen – in solch einem Augenblick, was sie verlieren, wenn sie ihre eigene Kultur aufgeben. Vielleicht beginnen sie den Widerspruch in Saint Denis zu sehen, wo eine weitere ikonische gotische Kathedrale inmitten eines nun muslimischen Viertels steht. Vielleicht nehmen sie wahr, daß dort, das eine, das ihrige fällt, das andere wächst – nur einen Steinwurf von Notre-Dame entfernt steht die Große Pariser Moschee, die Frankreich einst seinen muslimischen Kriegshelden widmete. Vielleicht geht durch Frankreich, dieses unendlich geplagte Land, jetzt ein Ruck, der es wieder in seiner Geschichte, in seiner Kultur und Sprache vereint und zurechtrückt. Vielleicht wird der Wiederaufbau der Kathedrale ein nationales, vereinigendes Fanal. Vielleicht verstehen sie nun, was es heißt, ein Land, ein Volk, ein Gewachsenes, jahrhundertealtes Gewachsenes, wie in einem großen Feuer in kürzester Zeit zugrunde zu richten.

Auch das ist Aufgabe des traurigen Denkens: die Trauer in fruchtbare Schöpfung umzuwandeln.

George Steiner: Warum Denken traurig macht. Frankfurt/M. 2006

14 Gedanken zu “Das Elfte Gebot der Traurigkeit

  1. K. Kirschberg schreibt:

    Sehr geehrter Herr,

    ich lese gern auf Ihrer Seite, auch weil es dabei oft um Ungarn geht, ein Land, das ich von Nagybörzsöny bis Siklós, von Füzér bis Sopron mit Freude bereiste.
    (Ják habe ich noch nicht erreicht, da kenne ich nur die putzige Replik in der Burg Vajdahunyad.)

    Zu diesem Artikel erlaube ich mir ein paar Anmerkungen.
    „Alles wirkliche Denken ist konservativ.“ Der Satz gefällt mir gut.
    Der Konservative ist dem Wortsinn nach auch der Bewahrende.
    Wir haben allen Grund, uns Sorgen zu machen, dass Bewahrenswertes gefährdet ist und wir haben die Pflicht auf Gefahren zu achten, auf Gefährder hinzuweisen und sie mit der zwar schwindenden, aber noch vorhanden Kraft von ihrem Tun abzuhalten.
    Wer die Augen davor verschließt, weil er besonders edel sein möchte, wird zusammen mit dem, was er doch eigentlich bewahren wollte, untergehen.

    Wenn die Verlautbarungen zu den Ursachen des Brandes, während die Flammen gerade hochschlagen, die Möglichkeit eines Anschlages nicht mit einbeziehen, wird eine ganz reale, aber noch weitgehend ausgeblendete, alltägliche Gefahr missachtet.

    Es ist klar, dass auch nur die kleinste Verdachtsäußerung oder gar deren Bestätigung durch nachfolgende Untersuchungen einen immensen Einfluss auf die anstehende Europawahl haben würden, vor der sich etablierte Parteien ohnehin fürchten.

    Der Konservative darf aber die Augen nicht verschließen, er hat trotz seiner Trauer die Pflicht zu Denken und wenn es irgend in seiner Macht steht, danach zu handeln oder mit Ihren Worten „ die Trauer in fruchtbare Schöpfung umzuwandeln“.
    Ein Narr ist, wer da meint, das könnte ohne Härte möglich sein.
    Wir schieben es bisher nur heraus.

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  2. Stefanie schreibt:

    Notre Dame

    Was an diesen Brand macht einen so tief bewegt?

    Es ist ein Fanal: ein scheinbar ewiges Symbol für Abendland, Christentum, Frankreich verschwindet in wenigen Stunden. Und die Feuerwehr steht praktisch machtlos daneben.

    Mene mene tekel

    „Dann ist alles längst zu spät
    Dann ist, wenn schon nichts mehr geht
    Besuchen Sie Europa
    Solange es noch steht“
    (Geyer Sturzflug)

    Bei einem Wolkenkratzer hätte vielleicht noch ein Löschflugzeug helfen können, aber bei einem Kreuzgewölbe wäre der Schaden wohl größer als der Nutzen gewesen. Technische Allmacht scheitert an technischen Details…

    Was hat den Brand ausgelöst? Ein Schweißfunke? Ein Kurzschluß? War es ein Schwelbrand, der so vor sich hinsimmerte, bis ein plötzlicher Luftzug ihn schließlich zum Inferno hochblies? War es Brandstiftung? Als man die Flammen bemerkt hatte, war es definitiv schon zu spät um noch recht viel auszurichten. Ein paar Jahrhunderte Geschichte – einfach in Rauch aufgelöst – Ob es Fahrlässigkeit oder böser Wille war, spielt letztlich keine Rolle mehr.

    Man hat nun relativ schnell beschlossen Notre Dame wieder aufzubauen. Das ist zunächst ein gutes Zeichen: verloren hat man nicht dann, wenn man gestürzt ist, sondern dann, wenn man nicht mehr aufstehen kann. Aber als was wird das Gebäude wieder aufgebaut werden? Als Kathedrale oder als Weltkulturerbe?

    Das macht durchaus einen gewaltigen Unterschied. Das eine ist die Ausdrucksform eines lebendigen Glaubens (der keineswegs auf solche Gebäude angewiesen ist und auch losgelöst davon existiert und sich in immer neuen Gebäuden manifestieren kann.)
    Das andere wäre ein Museum, ein Denkmal, eine Erinnerungsstätte, die die Zeugnisse einer vergangen Kultur konserviert – geistesgeschichtliches Treibgut vergangener Epochen, einer Kultur, die schon lange Schiffbrüchig geworden ist. Artefakte, von denen man die Beweggründe für deren Entstehen schon lange nicht mehr nachvollziehen kann, die man im Zeichen vergangener glorreicher Zeiten beschwört – letztlich ein ideengeschichtlicher Cargo-Kult.

    Was soll ein solcher Glauben bewirken? Ist es überhaupt ein Wahrer Glaube? Bringt er genügend Frömmigkeit, Fanatismus und Sendungsbewußtsein auf, um einen tragfähigen weltanschaulichen Grund zu formen? Wenn man sich die Kulturchristen und Bildungsbürger so an sieht, sieht es nicht besonders gut aus. Die Marxisten, Klimapropheten und selbst die Ufologen glauben und predigen ihre Lehre deutlich emphatischer.

    „Weltkulutererbe“ klingt furchtbar bedeutungsvoll, aber eigentlich ist jede Institution zu bedauern, die dieses Ettikett angeheftet kriegt – es ist ein Zeichen, das der genuis loci sich schon lange verflüchtigt hat.

    Dresden: Frauenkirche, Semperoper, Kreuzkirche, Zwinger – im Krieg im Grunde völlig zerstört, erst in den letzten Jahren wieder aufgebaut. Es ist wahrscheinlich nicht mehr der alte Geist, der an diesen Orten weht, aber irgendwann in den letzten 20, 30 Jahren muß ein neuer dort eingezogen sein. Vielleicht war es ironischerweise ja gerade zu der Zeit, als man den Elbtal seinen Kulturerbestatus wieder entzogen hat (Waldschlösschenbrücke).

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    • Hallo. Dies ist ein bemerkenswert klarsichtiger Kommentar zu dem Geschehen wie auch zur Haltung der Gesellschaft und dazu, wie man realistischerweise deren bigottes „Trauern“ beurteilen sollte.

      Was unsere europäische Kultur betrifft, so manifestiert sie sich in absolut seelenlosen, kalt-dummen Betonquadern, mehr ist da nicht.

      Um die Substanz zurückzugewinnen, die einst Basis für den Bau gotischer Kathedralen war, müsste ein extrem weiter Rückweg beschritten werden, den es in praxi nicht gibt und nicht geben kann.

      Gott, um den es im Christentum einzig und allein geht, ist die Vergötzung von Gebäuden so oder so ein Gräuel, demnach ist anzunehmen, daß mehr und mehr davon umgewidmet, abgebrannt oder aufgegeben werden.

      Der Hase liegt dort im Pfeffer, wo man sich trauernd an Symbole klammert, deren Bedeutung man nicht nur strikt ablehnt, sondern deren Inhalt man bewusst lästert. Es wäre daher angebracht, einfach alle Kirchen niederzubrennen – DIES würde dem Jahwe des Alten Testaments absolut gerecht!

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  3. Es gibt kein elftes Gebot. Punkt.

    Zu einem solchen Brand hat Karlheinz Stockhausen das Passende gesagt. Ein Kunstwerk kann und – teilweise, SOLL, ja nun wehtun.

    Wir hatten das Gebäude immerhin Jahrhunderte. Es sind schon tausende von Kirchen, Hallen, Tempeln, Villen und Ähnlichem ganz simpel weggebrannt. Daran ist nichts Neues und nichts Überraschendes. Man baute etwas Neues (und Besseres) an deren Statt – dazu war der Mensch stets ohne Probleme in der Lage.

    Der ewige Erhalt von „Kulturgütern“ ist fragwürdiger als das Schaffen von Neuem – sei es geistiges oder physisches Gut. Zugespitzt gesagt: es existiert kein „ewiger Erhalt“.

    Was passieren soll, passiert – ist die simple Antwort des Stoikers. Für Trauer gibt es gar keinen Platz. Mittlerweile kann man halt einen rauchenden Trümmerhaufen besichtigen – ebenso anziehend (auf morbide Art) wie das vorherige „fertige“ Bauwerk.

    Der Wiederaufbau bringt der französichen Nation weitaus mehr als das Herzeigen eines Gemeinschaftswerkes von vor 900 Jahren, soviel kann man sagen.

    Der Wiederaufbau der Frauenkriche brachte den Dresdnern (und mir!) AUCH mehr als der erste Bau. Der zweite Bau ist in seiner symbolisch-metaphysischen Aufladung noch 100 x anziehender und sprechender als der erste Bau. Man kann dies jeden Tag dort beobachten.

    ——

    Um dem Ganzen die richtigen Weihen zu geben: der Gott, den SIE nicht kennen, der aber wohl in dieser Kathedrale (ursprünglich) angebetet werden sollte, hatte offensichtlich die Schnauze voll vom Götzendienst der Kirche – und das Ergebnis: die Kirche liegt in Trümmern. Da GOTT in Symbolen und Bildern spricht, heißt dies nichts anderes als daß _eben_ die KIRCHE als solche (Institution) ABSOLUT in Trümmern liegt – sie ist tot, und was dort geschieht, sind Leichenfeiern. Den Glauben, den man dort einst „an den Mann brachte“, den gibt es eben nicht mehr.

    Man sollte noch ergänzen, daß in Frankreich TÄGLICH Kirchen geschändet, zerstört, vandalisiert und sogar ABGERISSEN(!!) werden, und dies wird sowohl hingenommen als auch in keiner Weise skandalisiert. Damit bleibt „Unserer Frauen“ nur EIN Fall unter vielen und bildet das reguläre Geschehen in Frankreich _an sich_ ab.

    Und NEIN: die Notre Dame steht eben nicht für ein „Abendland“, sie steht für gar nichts mehr in unserer heutigen Zeit. Die Karawane ist nämlich weitergezogen. Man darf getrost fragen, wann die deutschen „Symbolgebäude“ den Weg der französischen gehen. Was nicht von Menschen von innen heraus belebt ist, das muß nun einmal sterben. Warten wir noch, bald wird die Kirchensteuer per Staatseinzug abgeschafft, und dann Gute Nacht, Denkmalschutz bei Kirchen.

    Die Forderung, dort nun eine Moschee zu errichten, ist die logischste aller logischen Forderungen – und eine folgerichtige Handlungsweise. Diese Moschee bliebe jedenfalls stehen, weil

    a) sie von Christen respektiert würde (also nicht vandalisiert)

    und

    b) die in ihr sich versammelnden Muslime einen Gott anbeten, der ihnen ALLES ist. (Eventuell ist dieser Gott sogar in der Lage, die Moschee vor Brand zu schützen…?)

    In diesem Sinne, Ihr

    Stefan Kunze

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    • HansCastorp schreibt:

      Was Sie sagen, hat mich unmittelbar an „Der Aufstand der Dinge“ von Erhart Kästner erinnert. Dort beklagt er die bloße Museumsexistenz der Hagia Sophia und dass dieser religiösen Stätte sogar besser gedient gewesen wäre, wenn sie Moschee geblieben wäre. So ist sie nur noch ein Gegenstand des Interesses, ihrer Macht beraubt, ein bloßes Bauwerk, wenn auch ein besonderes.
      Ich konnte die Richtung, in die seidwalks Gedanken gingen, nachvollziehen, aber Sie treffen ins Schwarze.

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  4. Pérégrinateur schreibt:

    „Das Denken bringt die Herrschaft des Menschen über die Natur mit sich …“ (Als Motto vorgestelltes Steiner-Zitat)

    Die Aussage ist in dieser Allgemeinheitr sicher falsch. Denken kann man viel und leicht, siehe etwa die Hirngespinste, die von religiösen und säkularen Spinnern jeder Couleur ausgesonnen wurden. Die mögen, weil sie zu bestimmten „spirituellen“ Bedürfnissen gut passen, Herrschaft über Köpfe und Menschen verschaffen, aber noch längst nicht über die Natur. Zu solchem Erfolg des Denkens muss es sich vor allem fleißig von der Wirklichkeit belehren lassen. Wer mit Globuli kunstvoll Pingpong spielt, mag eine große Gemeinde aus modisch-abergläubischen Grüngürtelmüttern gewinnen. Der Krebs aber lacht nur darüber und wuchert weiter.

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    • Wenn man die Aussage so auffaßt wie Sie, dann ist sie sicher problematisch.

      Dennoch ist sie an sich natürlich richtig und das in mindestens zweierlei Hinsichten – und das sage ich, als historischer und dialektischer Materialist, der die Richtigkeit des Satzes „Das Sein bestimmt das Bewußtsein“ noch immer nicht widerlegt sieht – vorausgesetzt man faßt ihn dialektisch auf.

      Natürlich herrscht der Mensch damit nicht über „die Natur“ als Ganzes. Da er selbst Teil und Produkt dieser ist, wäre das auch schwer vorzustellen. Aber es ist ihm gelungen, eine ganze Reihe von Naturgesetzen für sich in einer „übernatürlichen“ Art und Weise nutzbar zu machen – und in gewisser Weise sogar gegen sie zu verstoßen. Dies war allein denkerisch möglich. Allerdings eben nicht Denken im Sinne Heiderggers, sondern als technisches Denken, als Planen, Organisieren, Erfinden etc. gedacht.

      Zum zweiten aber kann das Denken die eigene menschliche und körperliche Natur sehr wohl bis zu extremen Formen beherrschen. Wie gesagt, auch hier nur im Rahmen des natürlich möglichen, aber oft erscheint uns dies aufgrund der schier unerreichbar scheinenden Höchstleistungen als übernatürlich. Stichwort Sloterdijks „Üben“:

      Oder denken wir an die Denkform der Meditation. Swami Satyamurti soll 2 Wochen in einem zugeschaufelten Grab ohne Nahrung, ohne Sauerstoffzufuhr, ohne Wärmequelle – wenn ich mich recht entsinne – verbracht haben. Dabei war es ihm gelungen seinen Herzschlag auf einen Minimum herunterzufahren … Das nenne ich einen hohen Grad der Beherrschung seiner Natur

      https://www.paranormal.de/ballabene/wissenschaft/winter.htm

      Trotzdem muß er natürlich auch aufs Klo und sterben ebenfalls. Wir können unsere Natur denkerisch oder durch erdachte Institutionen kanalisieren – das nennt man auch Zivilisiertheit.

      Hier kommen auch die Globuli ins Spiel. Über Hahnemanns geniale Idee ist das letzte Wort noch nicht gesprochen. Einigkeit besteht aber darüber, daß es sich dabei um eine sanfte Umleitung, um schwache aber nachhaltige Impulse handelt. Kein seriöser Homöopath wird sich an Krebs wagen, maximal zur Unterstützung oder zur Symptomlinderung.

      Unabhängig davon, hat das nichts mit dem Artikel zu tun.

      Michael B.: > Einigkeit besteht aber darüber, daß es sich dabei […] um schwache

      ja – ziemlich schwach und proportional zur definierenden 10^(irrsinnig kleine Zahl) allerdings, von Nonsens wie ‚Gedaechtnis des Wassers‘ noch nicht gesprochen

      > aber nachhaltige

      nein, darueber besteht bestimmt keine Einigkeit.

      > Impulse handelt.

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  5. Tommy schreibt:

    Finde ich ehrlich gesagt alles überzogen…die Schäden waren ja wohl glücklicherweise nicht so schlimm wie zuerst erwartet, sogar die Glasfenster sollen nach neuesten Meldungen erhalten geblieben sein.
    Ich kann auch den ganzen Versuchen, in diesem Ereignis eine tiefere Symbolik für Zivilisationsverfall u.ä. sehen zu wollen, nur wenig abgewinnen…Kathedralkirchen sind auch im frommen Mittelalter immer mal wieder abgebrannt (der Dom von Mainz 1009 sogar am Tag seiner Einweihung…bis zum nächsten Dom hat es dann wieder ein paar Jahrzehnte gedauert).
    Recht gebe ich Ihnen bezüglich mancher rechter Wortmeldungen, auf Twitter war bei der identitär verorteten Ecke (denen ich sonst durchaus in vielem zustimme) greifbar, dass man geradezu auf eine islamistisch motivierte Brandstiftung hoffte…diese Reflexe, die m.E. teils auch von eher geheuchelter als ehrlicher Betroffenheit charakterisiert sind, sind durchaus fragwürdig und machen mir die entsprechenden Protagonisten nicht unbedingt sympathischer.

    „Vielleicht begreifen die Menschen – auch die kulturfernen – in solch einem Augenblick, was sie verlieren, wenn sie ihre eigene Kultur aufgeben.“

    Das Christentum ist aber nicht nur Kultur, sondern stellt ganz konkrete Glaubenssätze auf, die für einen Großteil der modernen Menschen schlichtweg nicht mehr glaubwürdig sind, und teils ja auch dem grundlegenden Gerechtigkeitsempfinden sehr vieler Menschen widersprechen.
    Von daher finde ich auch den angeblichen Wunsch nach einer Rückkehr zum Christentum, der teils bei Identitären aufscheint, befremdlich und ausgesprochen oberflächlich, zumal sich ja tatsächlich argumentieren lässt, dass ein Leben nach echt christlichen Grundsätzen eine Ablehnung der Massenmigration zumindest erschwert.

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    • Sie haben es sehr fein auf den Punkt gebracht.

      Diese vermeintliche „Trauer“ und das große Versammeln und Sammeln ist doch nichts als Bigotterie. Man wollte und konnte mit einem großen „Kunstwerk“ oder mit einem Nationalheiligtum angeben, und nun kann man es nicht mehr – das ist doch alles.

      Heuchelei und Scheinheiligkeit, während es doch beim christlichen Glauben (für dessen Zwecke dies Monument einst errichtet wurde) eben gerade NICHT um prachtvolle Kirchengebäude geht, wie jeder weiß. Der Tempel des Heiligen Geistes ist der Körper des Christen, sp daß nach Neuem Testament JEDE Kirche überflüssig ist.

      Diese Gebäude könnte man „Landmarken der Dekadenz“ nennen, denn der Geist, aus dem heraus Menschen eines Ortes sich „eine iche gaben“, der existiert nun einmal nicht mehr.

      Man gehe schnurstracks in eine _beliebige_ Kirche und staune über den muffigen Modergeruch, der dort aus dem uralten Mobiliar einem entgegenschlägt und den Atem nimmt….!

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      • Lichtmesz sagt dazu:

        Ich sage: Niemand muß die Trauer teilen – aber muß man sie deswegen auch diffamieren, ihr (pauschal) unlautere Beweggründe unterstellen (ohne zu differenzieren)? Kann man sie nicht einfach akzeptieren? Kann man nicht einfach anerkennen, daß Menschen unterschiedlich empfinden können?

        So auch mit dem Glauben …

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        • Tommy schreibt:

          Lichtmesz (dem ich zu vielen Fragen bzgl. Migration wie schon angedeutet durchaus zustimme) ist genau derjenige, an den ich bei meinen obigen Bemerkungen zu Identitären gedacht habe: Bei seinen Twitter-Äußerungen entsteht für mich schon der Eindruck, dass er wirklich geradezu hofft, es habe sich bei dem Brand um einen islamistisch motivierten Anschlag gehandelt, damit man dieses Ereignis identitätspolitisch verwerten kann.
          Und ich muss sagen, ähnliche Eindrücke hatte ich schon des öfteren…mir ist z.B. sehr negativ in Erinnerung geblieben, wie sich Lichtmesz und Sellner auf Twitter einmal geradezu hämisch über die Eltern der in Kandel von ihrem afghanischen Ex-Freund erstochenen Jugendlichen geäußert haben (so nach dem Motto „Das haben sie nun von ihrer verblendeten Toleranz“)…da wirkt die angebliche Betroffenheit über eine solche Mordtat dann auch nicht mehr allzu glaubwürdig. Ich finde diese Grundeinstellung, bei der alles nur nach dem Grundsatz „Was nützt es mir und meinem politischen Anliegen?“ wenig sympathisch, und sie m.E. auch kontraproduktiv.

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        • Sorry, ich habe zwei wp-accounts, hoffe, das ist momentan nicht wichtig.

          Selbstverständlich habe ich eine Akzeptanz dafür, wenn jemand Trauer artikulieren möchte und es tut.

          Allerdings wird so ein Beitrag ja online gestellt, damit er debattiert werden kann und somit eventuell fruchtbar wird.

          Was genau wird denn nun betrauert?! Ist es das „Kulturgut“ Kirchengebäude? Oder ist es der Verlust einer überwältigend genialen Bauleistung unserer Vorfahren?

          Wenn es um „Kultur“ geht, dann heißt Kultur näherhin für Frankreich UND Deutschland bis 1789 nichts anderes als „Christentum“. Es da gebaut, gemalt und gemeißelt wurde, ist im engeren Sinne nie etwas anderes als Illustration der Bibel, Anbetung Gottes als Schöpfer, Unterwerfung des Künstlers unter die Herrschaft Gottes. Da können sie fragen, wen sie einen – es gibt keinerlei Ausnahmen, nicht einmal Goethe oder Heine.

          Wenn dann dialektische Materialisten, Kommunisten und ähnliche Entartungen der Vernunft das Szepter übernehmen, aber weiterhin mit dem Erbe von ihren gottgläubigen Vorfahren protzen möchten, halte ich das für bigott.

          Sollen doch Hegelianer, Nietzscheaner, Wagnerianer, Marxisten, Nationale Sozialisten, Maoisten und weiß der Kuckuck wer ihr eigenes Kulturgut schaffen, gültige Werke, die für Jahrhunderte Bestand haben. WO sind sie?

          Mir fallen da die Schädelsammlungen in Kambodscha oder die Öfen von A. ein, ein paar heroisierte Arbeiter- bzw. Soldatenbilder in Russland, also purer Kitsch, und das war es schon.

          Auf welcher Basis möchte man sich als Agnostiker oder reiner Atheist einer Kirche nähern?! Ich halte das nicht nur für anmaßend, sondern überdies für Selbstbetrug und für unmöglich.

          Darüber müsste jeder Atheist einmal nachdenken. Konsequent war der rabiate Abriss, den die Stalinisten praktizierten, oder die Umwidmung zum Pferdestall, den Napoleon vornahm.

          Die Russen machten Schwimmbäder oder auch Stallungen aus den Kirchen. Man kann sich dann nur noch fragen, ob erst der Glaube ging, ehe man Schwimmbäder einbaute, oder ob er dann erst ging, als die Kirchen entweiht waren.

          Es bedarf zum Bau einer Kathedrale die Einheit des ganzen Volkes, und zwar die Glaubenseinheit.

          Hier wäre der Schwenk zur Frauenkirche angebracht. Das bürgerliche Projekt „Wiederaufbau“ ist getragen eben von Bürgern, die auch IMMER NOCH Christen sind, wie Ludwig Güttler et.al.

          Wäre Sachsen nicht ein grundständig frommer und gläubiger Landstrich, niemand hätte die Frauenkirche wieder aufgebaut.

          Das Metaphysische geht dem Physischen IMMER voraus, oder mit anderen Worten…das Wort wurde Fleisch.

          Was macht man aber, wenn man (als atheistischer Materialist) NICHTS Metaphysisches hat?!

          Man klaut bei denen, die etwas haben, und das war’s dann auch schon.

          Sorry für die etwas schärfere Gangart. JEDER Besuch der Frauenkirche lässt bei mir umgehend Tränen fließen, das kann ich versichern….

          …in diesem Sinne: geweint soll werden. Die mit Tränen sähen, werden mit Freuden ernten.

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          • Ulrich Christoph schreibt:

            Wie es der Name sagt:
            „Agnostizismus – „Überzeugung oder philos. Lehre vom Nichtwissen, d. h. der Unerkennbarkeit der Wahrheit überhaupt (insofern verwandt mit dem Skeptizismus); im engeren Sinne philos. Lehre von der Unerkennbarkeit Gottes; teils um damit ausdrücklich dem Glauben Platz zu machen (s. Augustinus) …“
            … so drückt es mein kleiner nichtdigitaler Helfer aus.
            Sowohl der Besuch von Kirchen, gar Domen als auch Feynman- und Lukrez-Lektüre wären demnach möglich.

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      • Ulrich Christoph schreibt:

        Bei meinen Spaziergängen am Rhein nahe Köln besuche ich jedesmal eine eher kleine, katholische Backsteinkirche die zur Zeit des Westfälischen Friedens erbaut wurde. Die Einrichtung ist hell, schlicht, die Sakralkunst, wie Madonnenstatue, Kreuzweg und Altar zurückhaltend und doch den agnostisch-distanzierten Betrachter unmittelbar berührend. Da modert nichts, den Atem nehmen Orgelklänge, wenn der Kantor übt.
        Zu Ihrem Kommentar weiter oben:
        (…) Man sollte noch ergänzen, daß in Frankreich TÄGLICH Kirchen geschändet, zerstört, vandalisiert und sogar ABGERISSEN(!!) werden, und dies wird sowohl hingenommen als auch in keiner Weise skandalisiert. Damit bleibt „Unserer Frauen“ nur EIN Fall unter vielen und bildet das reguläre Geschehen in Frankreich _an sich_ ab.(…)
        Das trifft es m. E. genau. Es kam auch mir spontan in den Sinn, als die Bilder des Brandes und der betroffenen Zuschauer gesendet wurden. Vandalismus wird weithin ignoriert, viele längst aufgelassene Kirchen verfallen seit Jahrzehnten in einem seit 1789 weitgehend areligiösen Land. Die Betroffenheit der Mehrzahl der Passanten dürfte weniger dem Verlust sakralen Inventars als dem unmittelbar aufwühlenden, dramatischen Ereignis geschuldet gewesen sein.

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