Einwanderung und Kulturzusammenstoß

Mitten in einer dänischen Lehrveranstaltung hielt ein muslimischer Student eine Brandrede für den türkischen islamistischen Präsidenten – die politisch Korrekten reagieren mit Anpassung.

von Ralf Pittelkow und Karen Jespersen

Die „Berlingske Tidende” brachte kürzlich einen Artikel, der exemplarisch zeigt, wie Einwanderung – besonders aus muslimischen Ländern – Dänemark dramatisch verändert. Der Artikel beschreibt einen Kulturzusammenstoß als Resultat von Einwanderung. Beim konkreten Beispiel handelt es sich um die Lehrerausbildung an der Kopenhagener Professionshøjskole.

Dort gibt es nun mittlerweile so viele Lehrerstudenten mit muslimischem Hintergrund, daß es zu Konflikten in der Ausbildung kommt. Mittlerweile hat jeder vierte bis fünfte an der Schule einen „Migrationshintergrund“, schreibt die Zeitung. Hier erleben die Ausbilder der kommenden Lehrer ganz konkret, wie eine wachsende Zahl an Einwanderern unter den Schülern die dänische Kultur und die dänischen Werte angreift.

Ein Student hielt zum Beispiel eine Brandrede für den türkischen Präsidenten Erdogan und zwar mitten in der Lehrveranstaltung. Andere kritisieren etwa, daß man den Begriff „zweisprachige Schüler“ verwende, obwohl dieser Begriff – im günstigsten Fall (SW) – etwas ganz Reales beschreibt.

Die Probleme mit muslimischen Studenten sind so umfassend, daß sich die Schule gezwungen sah, einen „Guide” zu veröffentlichen, der den Lehrkräften gute Ratschläge gibt, wie sie sich verhalten sollten. Das betrifft insbesondere den Religionsunterricht und den  Integrationsunterricht.

Die Konflikte, von denen die Zeitung berichtet, zeigen, wie Migranten in steigendem Umfang verlangen, daß Dänemark nach ihren kulturellen Prämissen funktionieren solle.

Sie benennt einige Beispiele dieser Kulturzusammenstöße

Weibliche Studenten mit islamischer Bekleidung isolieren sich.

Es gibt wenig Kontakte zwischen den Studenten, etwa bei Studienausfahrten.

Die Gruppenarbeit zwischen dänischen und muslimischen Studenten funktioniert nur schlecht.

Es kommt immer wieder zu Konflikten mit islamisch gekleideten Studenten.

Es gab Mißverständnisse und Zusammenstöße anläßlich eines Textes über afrikanische Stereotype.

Muslimische Studenten warnen, daß ein Text über das Priestersystem im Iran verletzend sein könnte.

Die Haltungen zu Flüchtlingen sind sehr kontrovers.

Die Geschichtsunterweisung wurde an Studierende mit „Migrationshintergund“ angepasst.

Es kam, wie es kommen mußte

Diese Entwicklung sollte niemanden überraschen. Bereits vor 30 oder 40 Jahren gab es warnende Stimmen, die auf die Konsequenzen einer kopflosen und unverantwortlichen Einwanderungspolitik hinwiesen.

Die Redakteure der „Korte Avis” waren ein Teil jener Stimmen, die schon frühzeitig vor diesen Entwicklungen warnten und aufzeigten, welche Konsequenzen sie für die dänische Gesellschaft haben werden. Wir schrieben, daß die Masseneinwanderung, speziell die aus muslimischen Ländern, in der dänischen Gesellschaft tiefe Risse schaffen wird.

Große und starke muslimische Parallelgesellschaften würden sich bilden und sich ganz unabhängig von der übrigen dänischen Gesellschaft entwickeln. Der Zusammenhalt und das Vertrauen in der Gesellschaft werden schwinden. Fundamentale dänische Werte wie Freiheit, Demokratie, Gleichstellung, offene Debatte und kritisches Denken werden unter starkem Druck stehen.

Es wird mehr und mehr Konflikte innerhalb der Gesellschaft geben und eine aus dem Nahen Osten eingeführte Gewaltkultur würde sich mehr und mehr einfügen und zu einer erhöhten Kriminalität führen. Dabei handelte es sich natürlich um eine allgemeine Einschätzung und nicht um die Behauptung, daß alle Einwanderer damit beschrieben wären.

Aber in den politisch korrekten Milieus führten diese wohlbegründeten Warnungen nur zu einer verstärkten Hetze gegen die Blasphemiker, die die Wahrheit offen aussprachen. Der Versuch einer realistischen Bewertung, der auf dem Wunsch basierte, eine humane und dynamische Gesellschaft zu erhalten, wurde diffamiert und als Bosheit deklariert.

Die politisch korrekte Hilflosigkeit

Seit die Debatte ernsthaft begann, ist eine dramatische Vermehrung der nichtwestlichen, vornehmlich muslimischen Einwanderung in Dänemark eingetreten. Parallel dazu nimmt die Zahl von Kulturzusammenstößen zu. Selbst die politisch Korrektesten im Bildungssystem müssen das nun eingestehen. Aber sie reagieren hilflos und mit typischer Konfliktscheu.

Die Denkweise – unter anderem auch an der Professionshøjskole – scheint nach wie vor zu sein: Wenn wir den fremden Kulturen noch mehr Zugeständnisse machen, dann werden die Studenten mit entsprechendem Hintergrund sich bald besser fühlen und so werden die Konflikte befriedet werden.

Dieser Gedankengang wird in eine eigene konfliktscheue, ziemlich süßliche Pädagogensprache verpackt, die mittlerweile unser ganzes Ausbildungssystem ergriffen hat. Die kommenden Lehrer sollen zum Beispiel darauf vorbereitet werden, einen „inkludierenden Raum zu schaffen“, wenn sie später „selber in der Volksschule unterrichten werden“.

Kein Wort darüber, fest zur dänischen Kultur zu stehen.

Man wird hier vergebens nach Programmpunkten suchen, die davon berichten, wie wichtig es ist, die Einwandererkinder in der Wertgrundlage und der Kultur einzuführen, auf der die dänische Gesellschaft erfolgreich beruht.

Man wird auch vergeblich nach Forderungen, fest auf dieser Grundlage zu stehen, suchen, eine Grundlage, die eine unendlich bessere Gesellschaft geschaffen hat als etwa im Mittleren Osten, Somalia oder Pakistan. Keine einzige Erwähnung dieser Art. Kein dänisches Selbstbewußtsein. Nur ein Fischen nach Akzeptanz, indem man nachgebend und selbstverleugnend gegenüber den Normen und Regeln der Einwanderer auftritt.

Das ist ein todsicheres Rezept für noch mehr Forderungen nach dänischer Anpassung und für noch mehr Konflikte, die dann entstehen, wenn man meint, die Dänen hätten sich noch immer nicht genügend angepaßt.

Eine beruhigende Botschaft nach der anderen.

Das ist, wie gesagt, keine neue Problemstellung. Schon vor 30-40 Jahren nahm diese Debatte Fahrt auf. Damals lautete die Beruhigung durch die politisch korrekte Klasse: „Immer mit der Ruhe, es handelt sich nur um eine verschwindend geringe Menge an Menschen.”

Als sich diese Beschönigung nicht mehr halten konnte, erfand man eine andere Botschaft: „Immer mit der Ruhe. Es dauert nicht lang und dann werden sie sein wie wir, werden unsere Werte übernommen haben.“

Aber auch das wurde von der Wirklichkeit widerlegt. So kam man mit einer neuen Version: „Immer mit der Ruhe, das ist in Wirklichkeit eine große Bereicherung, daß diese Menschen unter uns sind. Wir bekommen damit eine spannende multikulturelle Gesellschaft.“

Doch nun wird es immer offensichtlicher, daß diese multikulturelle Gesellschaft eine naive Fata Morgana ist. Wir haben keine multikulturelle Gesellschaft bekommen, sondern eine zersplitterte Gesellschaft. Es sind große muslimische Parallelgesellschaften mit nur geringem Kontakt zur dänischen Gesellschaft entstanden.

Und die Entwicklung geht tendenziell in Richtung einer weiteren Verschanzung der Einwanderer in ihrer eigenen Kultur – in manchen Fällen sogar mit einer ziemlich feindlichen Einstellung gegenüber der dänischen Gesellschaft. Man stellt zunehmend Ansprüche, daß die dänische Gesellschaft sich nach anderen Kulturen zu richten habe. Das betrifft auch die Ausbildung – darunter die Ausbildung der kommenden Schullehrer.

Man will vor allem Krach vermeiden

Nun sind die beruhigenden Botschaften der politisch korrekten Klasse an die Dänen verbraucht. Hilflosigkeit breitet sich aus, wie etwa die Probleme an der Professionshøjskole zeigen. Jetzt ist der Anspruch nicht mehr, daß die Einwanderer Dänen werden. Die Ambition besteht auch nicht mehr darin, daß wir multikulturell bereichert werden.

Der jetzige Anspruch besteht mittlerweile in erster Linie darin … Krach zu vermeiden. Man will verhindern, daß die Konflikte uns über den Kopf wachsen. Das kleidet man dann in eine eigene Pädagogiksprache und spricht etwa von der Schaffung „inkludierender Räume.“ Auf gut deutsch heißt das, daß die Kulturinstitutionen akzeptieren, daß eine Kultur so gut wie eine andere sei. Somalische Clankultur und dänische Freiheitskultur sind aber selbstverständlich sehr verschieden, aber nun sollen sie sich in „inkludierenden Räumen“ auf Augenhöhe treffen.

Auf diese Art und Weise kann sich die Zersetzung der dänischen Wertgrundlagen und der dänischen Kultur fortsetzen.

Übersetzung Seidwalk. Mit freundlicher Genehmigung von Ralf Pittelkow. Quelle: ©„Den korte Avis“ Ausgabe vom 31.1.2019.  der Text darf weiterverwendet und verlinkt werden

Siehe auch: Die Frage der Menge

Ein Gedanke zu “Einwanderung und Kulturzusammenstoß

  1. Muller schreibt:

    Diese Konfliktvermeidung bis hin zur Selbstaufgabe wurde von den selbsternannten Intellektuellen quer durch Europa auch in den Jahren bis 1939 aktiv betrieben.
    Das Ergebnis sollte eigentlich bekannt sein.
    Eigentlich…

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