Du schönes junges blondes Mädchen

Liebe Leser! Bitte stellen Sie jetzt den Lautstärkeregler Ihres Computers auf volle Pulle, öffnen Sie die Fenster, stellen Sie die Boxen in den Fensterrahmen und spielen Sie dann dieses Lied schallend in die Welt hinaus:

Warum? Das Lied ist ein Schatz – und er ist gefährdet!

Den danske sang er en ung blond pige“ lautet sein Titel; in etwa: Das dänische Lied ist (wie) ein junges blondes Mädchen. Die Melodie stammt von keinem geringeren als Carl Nielsen, Dänemarks großem modernen Komponisten.

Ein wunderschöner Anblick, ein unvergleichliches Buch: Højskolesangbogen

Das Lied ist ein Klassiker, eines der beliebtesten Volkslieder, es steht in der kanonischen Liedtextsammlung „Folkehøjskolens Sangbog“ und hat es sogar zu einem running gag geschafft – als die Politische Korrektheit Einzug in Dänemark hielt, machte man sich mit dem Witz lustig: Das geht noch so weit, bis man „Den danske sang er en ung blond pige“ verbietet.

Dieser Witz ist nun Wirklichkeit geworden. Wie die Zeitschrift „Kristeligt Dagblad“ berichtet, wurde das Lied als Morgengesang – eine schöne alte Tradition in DK (die auf Grundtvig zurückgeht), daß man am Morgen gemeinsam ein Lied singt – in der „Copenhagen Business School“, einer Universität mit 20000 Studenten und einer der weltweit bedeutendsten Ökonomiehochschulen, gesungen.

Nun sind natürlich nicht alle Singenden blond oder jung oder auch nur ein Mädchen (und niemand ist ein Lied), waren es auch noch nie, und bislang hat daran noch keiner Anstoß genommen. Jetzt freilich geschah es: eine dunkelfarbige Wissenschaftlerin fühlte sich diskriminiert und nicht inkludiert. Sie protestierte.

Und guess what? Richtig! Zwar ist das Lied nun nicht verboten, aber die Direktion sendet Zeichen, daß es doch zumindest unpassend sei und nicht mehr gesungen werden sollte, denn es spiegele nicht mehr den gesellschaftlichen Zustand wieder.

Ich erspare mir die Wiedergabe all der fein angeführten verdrehten und verqueren Gründe und erkläre sie hiermit für Mumpitz!

Eine einzige Frau, deren Vorfahren nichts zu diesem Lande beigetragen haben, die freundlich aufgenommen wurde und dort friedlich leben kann, wagt es, das historisch gewachsene kulturelle Gut anzugreifen, nur weil sie anders ist, mehr noch, nur weil sie sich anders fühlt, denn – da bin ich sicher – an der CBS kümmert sich kein Mensch um ihre Hautfarbe oder Religion, weil sie glaubt, diskriminiert zu werden. Wenn das Schule macht, wenn jede gefühlte Zurücksetzung auch sogleich eine ist, dann ist die Idee der Gesellschaft und der Gemeinschaft obsolet.

Stattdessen lade ich Sie ein, das Lied zu hören, zu genießen, zu teilen, zu singen, zu bewerben … man muß es retten!

Damit der danske sang das bleibt, was er viele Jahrhunderte war: ein unendlicher Schatz an Schönheit, Gefühl, Menschlichkeit, Mitgefühl, Tiefsinn, Glaube, Liebe, Trauer, Vaterland, Gemeinschaft …

Und nicht allzu schnell wird, was er unweigerlich zu werden droht:

siehe auch: Something is rotten

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5 Gedanken zu “Du schönes junges blondes Mädchen

  1. Konservativer schreibt:

    Geehrter seidwalk

    Ein wirklich schönes Lied, furchtbar ist dabei, daß gerade zu der Zeit, wo sie diesen Beitrag veröffentlicht haben, zwei blonde Mädchen aus Skandinavien in Marokko auf verbrecherisch-brutal-perverse Weise umgebracht wurden.

    Tragisch ist in diesem Zusammenhang, daß die ermordeten jungen Frauen zur „refugees-welcome“
    Fraktion gehörten.

    Insofern sehe ich den Kommentar von XXX als so etwas wie ein Fass, das übergelaufen ist.

    Wie ich an andere Stelle erwähnt habe, arbeite ich im Bereich der Resozialisation von Straftätern. Meine Klientel kommt aus aller Welt, die Mehrheit sind autochtone Deutsche.

    Was mir über die Jahre wirklich unangenehm aufgefallen ist, ist die Tatsache, daß eine beträchtliche Anzahl von Staftätern mit Migrationshintergrund uns Deutsche zutiefst ablehnen und teilweise geht diese Abneigung in Haß über.
    Dabei ist zu bedenken, daß die Straftäter, indem sie in die Einrichtung kommen, in der ich arbeite, einen guten Deal machen (wie Trump wohl sagen würde). Statt eine mehrjährige Gefängnisstrafe zu verbüssen, müssen sie sich lediglich 6 Monate in der Einrichtung aufhalten. Die Einrichtung, in der ich arbeite, ist das genaue Gegenteil eines „Boot-camps“, wie es sie z.B. in den USA gibt.
    Ich rede viel mit meiner Klientel und habe einen guten Draht zu den meisten von ihnen, aus diesem Grund erfahre ich eine Menge aus ihrem Leben und von dem, was sie denken.

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  2. xxx schreibt:

    .. es ist ein schlechter Witz .. früher hätten wir gesagt: es kann halt nicht jeder blond sein Du Depp .. 😉 Aber das ist wohl für den Duchschnittsafro schon zuviel des Guten. Was für ein krankes Geschmeiß holen sie da ran. Sollen sie sich die Haare färben .. oder besser .. einfach die Klappe halten. Oder in die Erdbauten und Höhlen zurückgehen, dahin wo sie herkommen. Das wäre eh für alle das beste. Oder sehe ich das falsch? Oh lord forgive me, plz, I´m not perfect… Frohe Weihnachten Euch allen! Solange Ihr noch feiern dürft. Auf, auf! Baut den Jungs und Mädels doch eine Uni in Afrika/Afghanistan oder sonstwo. Da fühlen sie sich von nationalem Kulturgut aller colouer nicht gedemütigt und können rappen..und koksen..und Minderjährige verführen .. und überhaupt – alles machen, wie sie es von zu Hause gewöhnt sind. Das wäre echte Freiheit.

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    • Pérégrinateur schreibt:

      Wenn sie schon unbedingt schimpfen müssen, dann bitte zielgerichteter. Das im Artrikel unseres Gastgebers beschriebene Sichmausigmachen setzt mehr als bloß eine Migration im Hintergrund voraus, nämlich entweder dass der Protestierer Migrantenfunktionär ist und zwecks Raumgewinn seine ideologischen Bauern marschieren lassen will – oder dass die Protestiererin eine erz- oder postfeministische, postkolonialstudifizierte, queere, cis-, trans-, meta-,. para-, jedenfalls keineswegs orthopostionierte reflexhafte akademische Erregungsgurke ist, die den Essig, in dem sie simmert, nicht mehr ertragen mag und ihn deshalb auf alle anderen spritzt.

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  3. lynx schreibt:

    Warum so pessimistisch? Der Vorfall erinnert doch sehr an das, was zu Anfang des Jahres in Berlin passiert ist, Sie erinnern sich? Gomringers „Avenidas“-Gedicht an der Fassade der Alice-Salomon-Hochschule. So schnell ist kein Gedicht vorher bekannt geworden und Gomringer ist so auf seine alten Tage noch richtig bekannt geworden. Materielle Entfernung führe zu virtueller Entfaltung, hat Telepolis damals geschrieben. Das wünscht man auch diesem recht hübschen Lied. Könnte zwar sein, dass der zarte Klang demnächst von eher rauhen Kehlen gegrölt wird, aber das ist ja dann auch ein Statement.
    https://lynxblox.wordpress.com/2018/01/24/2018-024/

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