Fundstücke LIV

Ein besonderer und seltener Genuß, wenn Inhalt und Ästhetik, Stringenz und sprachliche Schönheit sich gegenseitig komplementieren. Wolf Reiser heißt der Mann und er schreibt für „Cicero“ über linksgrüne Lebenslügen:

Dahoam im politischen Disneyland

Wie man vom Untergang profitiert, das lehrt der „Focus“ – über die perverse Vorfreude auf die Rezession:

Was man über die nächste Rezession wissen muß

Einen sehr starken Beitrag leistet Thorsten Hinz zur Debatte um die Funktion des Neonazis im großen Politspiel:

Leicht zu durchschauen

Daß Roms Untergang der Migration zu schulden sei, hatte Barbero behauptet. Eine andere lehrreiche Hypothese nimmt einen Klimawandel und damit verbundene Epidemien an.

Klima und Pest zerstörten das Römische Weltreich

Preise für Zivilcourage gibt es, wenn man sagt, was alle sagen – Was Mut wirklich ist, hat diese junge Frau neu definiert, auch wenn man über Kunst streiten kann.

Tiefschürfendes Gespräch mit Kognitions-Psychologen Rainer Mausfeld über Wahrnehmung und Irrtum:

Wir leben in einer Zeit der Gegenaufklärung

Kann es noch eine Verständigung geben? Wenn man Heinz Helles Beitrag in der „Zeit“ liest und einen Großteil der Kommentare, dann wird man (ver)zweifeln:

Es geht ihnen nicht um Deutschland

Es schmerzt, den geistigen Verfall wahrzunehmen, aber man muß diese Pille schlucken. Arno Widmann etwa war einst einer der intelligentesten Köpfe im journalistischen Geschäft. Jetzt hat er sich zu einem Pamphlet hinreißen lassen, das nur so vor Klischees und Dummheit strotzt. Peinlich, schmerzlich, nicht zu ignorieren:

Es geht darum, das Pogromklima in Deutschland zu beenden:

Das ist die Lage: Nabokows „Lolita“ wäre heute kaum noch verlegbar (wann ist Boccaccio dran, wann Ovid?) und Skribenten sehen nichts anderes darin als ein

Monument des alten weißen Mannes

Robert Plonins Buch über den genetischen Einfluß auf unser Verhalten wird man wohl lesen müssen: If we do manage to iron out environmental differences, Plomin notes, we then have to accept the genetic differences that remain. Because, the more we reduce environmental differences, the more we highlight genetic differences. In other words, if we want equality of opportunity, then the price is having to acknowledge a genetically loaded inequality of outcome.

So is it nature not nurture after all

Und als Video:

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Derweil geht das Leben in Plauen seinen neuen Gang:

Vor 30 Jahren in Libyen geboren, nun in PL festgenommen.

Auf dem Hauptfriedhof löst eine Flasche großen Giftgasalarm aus

Zwei Männer werden für (mutmaßlich) Zivilcourage krankenhausreif geschlagen.

Das Alkoholverbot im Zentrum, um die kleinen „Kämpfe der Kulturen“ in den Griff zu bekommen, wird ausgeweitet.

Ein neuer Rekord im Drogenhandel (Crystal, 27 kg.) wurde in Plauen von „fünf Männern aus der Türkei“ aufgestellt.

Der Feuerteufel geht wieder um.

Und Klonovsky stellt einen originellen Kassenzettel mit meinem Lieblingsbier ins Netz

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Ein Gedanke zu “Fundstücke LIV

  1. Pérégrinateur schreibt:

    Noch zwei Fundstücke aus Frankreich:

    ● Sozialistische und kommunistische Stadträte in Marseille lehnen die Benennung eines Platzes nach Arnaud Beltrame (der Polizist, der sich selbst gegen eine Geisel ausgetauscht hat und zu Tode kam) ab, weil das die ansässige Bevölkerung provozieren würde. Artikel von Valeurs Actuelles: [https://www.valeursactuelles.com/societe/marseille-pas-de-place-arnaud-beltrame-pour-ne-pas-provoquer-99682] Gardinenpredigt eines Stadtrates der RN: [https://www.youtube.com/watch?v=7B6YYTtULxc]
    ● „Testament“ des zurückgetretenen französischen Innenministers Gérard Collomb: « Si j’ai un message à faire passer – je suis allé dans tous ces quartiers, des quartiers nord de Marseille au Mirail à Toulouse et à ceux de la couronne parisienne : Corbeil, Aulnay, Sevran –, c’est que la situation est très dégradée, et le terme de ‹ reconquête républicaine › prend là tout son sens parce que, aujourd’hui, dans ces quartiers, c’est la loi du plus fort qui s’impose, celle des narcotrafiquants et des islamistes radicaux, qui a pris la place de la république. Aujourd’hui, on vit côte à côte, je crains que demain on vive face à face. » ― „Wenn ich eine Mitteilung zu übermitteln habe – ich bin in alle Quartiers gegangen, Quartiers im Norden von Marseille, nach Mirail in Toulouse und in die des Pariser Rings: Corbeil, Aulnay, Sevran – die Lage ist nämlich sehr heruntergekommen und der Ausdruck ‚republikanische Wiedereroberung‘ findet hier seinen vollen Sinn, weil heute in diesen Vierteln das Gesetz des Stärkeren gilt, das der Drogenhändler und der radikalen Islamisten, das an die Stelle der Republik getreten ist. Heute lebt man nebeneinander, ich fürchte, morgen wird man [im Streit] gegeneinander leben.“)

    Seidwalk: Wollen Sie also allen Ernstes behaupten, daß, nur weil ein Blatt zu Boden fiel, es Herbst sei? Bitte keine voreiligen Schlüsse und Verallgemeinerungen! Nein, jedes Blatt hat ein Recht darauf, als Individuum mit eigener Geschichte behandelt zu werden!

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