Die Farbe Grün in Bayern

Das Gute an Wahlen ist: jeder kann danach seinen Sieg feiern. Demokratische Wahlen haben, so lehrt uns die jüngere Geschichte, fast nur Sieger. Nicht nur die Demokratie als solche, ganz klar – die siegt immer, außer irgendwas Alternatives geschieht –, sondern auch die Parteien.

Wer hat denn nun in Bayern gewonnen? Wohl doch die CSU, die mit Abstand die meisten Stimmen sammeln konnte. Liest man die Zeitung, dann könnte man hingegen meinen, die Grünen seien Sieger der Wahl, den sie sind zum ersten Mal zweistellig. Darüber kann die AfD nur lachen, denn sie schafft die Doppelziffer nicht nur aus dem Stand, sie hat auch den absolut größten Zuwachs – also Sieger! Und selbst die Freien Wähler – stabilisiert –, FDP – wieder drin – und Linke – tendenziell in 20 Jahren auch dabei – können sich als Sieger begreifen.

Nur für die SPD fällt mir nichts ein, außer vielleicht … nee, wird auch nichts.

Wenn man die Vogelperspektive einnimmt, dann hat sich so viel gar nicht geändert. Der mehr oder weniger konservative Block – CSU, FW, AfD, FDP – stellt fast zwei Drittel der Wähler (und ist also Sieger). Bayern ist und bleibt an der Oberfläche konservativ, von nun an aber in schöner Vielfalt. Mit anderen Worten: Fluktuation. In einem um sich kreisenden System mit zunehmenden Schwungkräften und schwindender Integrationskraft, wird es eine Flucht an die Ränder geben. Das Bayern der letzten fünf, sechs Jahrzehnte gibt es nicht mehr und wird es auch nie wieder geben. Das Land der stärksten Mitte ist der schnelle Brüter Deutschlands – an ihm kann man die Folgen des Sozialexperimentes (auch wenn es „uns allen gut geht“) exemplarisch aufzeigen.

Gerade haben „die Wähler“ die CSU als Partei und deren Politik in ihrer amateurhaften Buntheit[1], im Bundesland und im Landesbund, abgestraft. Von nun an wird sich der Frust aber auf die Politik als solches konzentrieren, denn so schön demokratisch das kommende Vorbei-Gerede aller an allen, so schön demokratisch die Konsensfindung – die es übrigens nur in der Theorie im herrschaftsfreien Diskurs gibt – ist, so vergleichsweise wenig kann sie leisten. Und das ist in einer Zeit, die schnelle und richtige Entscheidungen braucht, Gift. In fünf Jahren, so die Prognose, wird sich in Bayern nicht vieles verbessert haben und das wird sich in den landesweiten Prozeß des Politikfrustes und damit in die schleichende politische Destabilisierung einreihen. Nun ist also auch Bayern dort angelangt.

Daß eine scheinbar historisch überlebte, eine anachronistische Partei noch einmal ein Comeback feiert, muß niemanden beunruhigen. Je höher der Aufstieg, desto tiefer der Fall. Man sollte sie, wenn man sie wirklich loswerden will, regieren lassen.

Anachronistisch sind die Grünen übrigens nicht wegen ihrer ökologischen Agenda, sondern ihres Linksseins wegen. Die Umweltfrage wird weiterhin in tausendfacher Gestalt an Brisanz zunehmen, sie kann nur nicht ideologisch und restriktiv behandelt werden, nicht innerhalb demokratischer Regeln.

Tatsächlich hat dieser Erfolg viele verschiedene Voraussetzungen. Da ist zum einen die Unzufriedenheit mit der CSU – dafür können die Grünen nichts. „Protestwähler“ hieße es, wenn es moralisch rechtfertigungsbedürftig wäre. Zum zweiten haben der warme Sommer, die Dürre, die wasserarmen Flüsse, die Fehlernte, die Unwetterprobleme etc. die Klimafrage fühlbar ins Bewußtsein gerufen. Schließlich konnte man attraktive und sympathische Spitzenkandidaten aus dem Hut zaubern. Und das auch noch perfekt getimed. Mein Gott, was wäre aus diesem Lande geworden, wenn die SPD einen Martin Schulz ein halbes Jahr später präsentiert hätte? Sehr schlechtes Timing.

Daß die Frage der zeitlichen Koordinierung und des Kairos überhaupt erst entscheidend werden kann, zeigt den desolaten und volatilen Zustand unseres Landes. Sehr viele Menschen sind unglaublich verunsichert. Im Grunde genommen giert dieses Land nach einem „starken Mann“ oder einer „starken Frau“ – nur kann man sich nicht einigen auf wen und es hat auch keiner den Mumm in der Hose oder wo auch immer.

Und gerade die politische Linke leidet. Sie weiß, daß sie mit dem Herbst 2015 ein Großteil ihres ideologischen Kapitals verspielt hat. Da wurde offensichtlich, daß sie bereit ist, das ganze Land ihrer Ideologie und Utopie zu opfern. Die linke Wählerklientel ist stark verängstigt und nun sind es also die Grünen, die sich als Heilspartei, als Projektionsfläche anbieten und plötzlich massive Zugewinne einfahren. Weil es sich um eine Illusion handelt, muß und wird diese Blase bald wieder platzen.

Wie die heimatlose Linke dann reagieren wird, steht noch in den Sternen: Aggression wäre eine Möglichkeit, Depression und Resignation eine andere, Unterwerfung eine unwahrscheinliche dritte …

Sie kann sich nur an den eigenen Haaren aus dem Sumpf ziehen, wenn sie das Migrationsproblem – die Mutter und so –  löst. Dazu müßte verstanden werden, daß es sich dabei unter allen Kardinalfragen um das archetypische Problem schlechthin handelt: der Andere, der Fremde und die tiefsitzende, biologisch und evolutionär in uns eingepflanzte Angst davor, die natürliche Distanzierung, die Sorge um das Eigene.

Die Linke, ob nun rot oder grün oder merkelschwarz, kämpft gegen die Anthropologie, die Rechte steht auf ihrer Seite. Sie, die Rechte, braucht eigentlich nur eines: Geduld – und ein bißchen Glück, daß es nicht schon vorher richtig kracht.

 

[1] Man denke nur an Kreuzeserlaß, Dieselverbot, Maut, Weltraumprogramm, Maaßen, Migrationskrise, Drehhofer und überhaupt die anziehenden Gesichter.
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21 Gedanken zu “Die Farbe Grün in Bayern

  1. Stevanovic, Stevan schreibt:

    Bayern war bis in die 60er ein Agrarland, subventioniert durch NRW. Unter der CSU hat sich Bayern durch aktive Industriepolitik und frühe globale Ausrichtung zu einem starkem Wirtschaftszentrum entwickelt. FJS war alles, nur kein Nationalist. Lederhose und Laptop war mal eines der verwendeten Bilder. Der Wohlstand hielt mit der Internationalisierung Bayerns Einzug. Siemens, Intel, Nürnberger Raum etc. Nun hat die CSU einen Wahlkampf geführt, als ob sie den Laptop zuklappen will und das hat den Grünen, der einzigen Partei mit klarer Ausrichtung zur ökologischen Globalisierung (wertfrei – eine Meinung dazu kann sich jeder selbst machen) die Wähler zugeführt. Solange die Rechte (zu der weite Teile der CSU eben nicht zählen und im Grunde nie gezählt haben) weiter den kosmopolitischen Ragnarök beschwört und die Grünen sich weiter zu globalisierten Wohlfühlliberalen entwickeln, werden beide durch diese Polarisierung gewinnen. Was des einen Pegida, ist des anderen Rock gegen Rechts. Projektionsflächen, genau das. Ich habe mir AfD-Leuten im hessischen Wahlkampf nicht diskutiert, sondern zugehört. Die sind Lichtjahre von einer sezession oder gar den liberalen Fundamentalisten entfernt. Da sehe ich eine gehörige Blase, die eben nur durch den hysterischen Kampf gegen Rechts als kommunizierender Röhre zusammengehalten wird. Der Begriff „grün-versifft“ und „Volkverräter“ mobilisiert für die Grünen. Kann man gerade in Hessen besichtigen.
    Mir persönlich macht weder das eine, noch das andere Sorgen: „Daß eine scheinbar historisch überlebte, eine anachronistische Partei noch einmal ein Comeback feiert, muß niemanden beunruhigen. Je höher der Aufstieg, desto tiefer der Fall. Man sollte sie, wenn man sie wirklich loswerden will, regieren lassen.“ Die Legislaturperioden sind deswegen begrenzt. Vertrauen gewinnen, Vertrauen verlieren, abgewählt werden. Das ist der demokratische Lauf der Dinge, nicht das Ende der Welt, weder in Sachsen noch in Baden-Württemberg.

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      • Stevanovic, Stevan schreibt:

        Die kulturelle Hegemonie ist ein schwierig Ding. Muslime werden auch von der Willkommenskultur nicht als Muslime begrüßt, sonst gäbe es das ganze integrative Bespaßungsprogramm nicht. Das Entwicklungsziel ist der konsumierende Leistungsträger, nicht die religiöse Minderheit. Der multikulturelle Ansatz ist in Wirklichkeit gar keiner. Kultur ist ein Label, ein Brand – orientalisch angehaucht, persisch raffiniert, aber immer eine Szene aus der Vodafone Werbung. Posener hat den sozialistischen Kitsch beschrieben, ich habe da so manches Déjà-vu. Die Macht der islamischen Verbände ist nicht gewachsen (weniger als 10% sind dort organisiert), sie wurdeihnen von der Regierung gegeben, um deutsche Interessen durchzusetzen. Hat nicht funktioniert, die Verbände vertreten (oh, Überraschung!) ihre eigenen Interessen und vermitteln nicht westliche Kultur, sondern sichern sich ihren Status als Vermittler durch Integrationsverweigerung. Das verwechseln viele mit Islamisierung. Das eigentliche Dilemma der Integration: Game of Thrones oder die Nibelungen? Dieser Kampf wird exemplarisch und polarisierend am Beispiel der Muslime ausgetragen. Die liberale Islamkritik hat sich ja nicht gebildet, weil nach 1400 Jahren der erste Kritiker den Koran verstanden hat, sondern weil die Muslime sich nicht nahtlos in die westlich-liberale Kultur integrieren konnten. Die Rechte zitiert nicht umsonst dauernd die gleichen Links-Sektierer von open borders, das sind die einzigen, die sich wirklich eine bunte Welt wünschen. Machen wir uns da nichts vor, die Auseinandersetzung ist eine um die nationale Selbstvergewisserung, um das nationale Selbstverständnis. Serbien wurde 500 Jahre islamisiert, ohne Erfolg, Hätte die Rechte Angst vor Kopftuchmädchen, wenn sie nicht das Vertrauen in die eigene Kultur verloren hätte? Die gut Integrierten, die Mustermigranten, sind die, die sich an die Vodafone Werbung anpassen können. Wenn die Muslime verdaut oder nicht auf der Tagesordnung sind, wird sich der Kampf eine neue Spielwiese suchen. Zumal der Bedarf an Mustermigranten durch Technisierung sinkt. Die Migration aus den außereuropäischen Ländern wird wegen zu hoher Integrationskosten nachlassen, da bereitet sich Europa gerade darauf vor, Osteuropa ist leer. Sie werden zu dem Zeitpunkt aber noch immer um die kulturelle Hegemonie kämpfen.
        Poseners Beschreibung trifft es schon recht gut. Hoffnung und Elend liegen tatsächlich dicht beieinander. Die Folklore ist reinster Kitsch und das, was an reicher Kultur vorhanden ist, erodiert wegen Armut, die Leute gehen einfach. Junge zieht es in die USA, nach Kanada, in die EU – wohl wahr. Korruption und Machtkartelle ersticken die Mittelschicht, der Aufbruch ist zum Teil Fassade für die große Aufführung des EU-Beitritts, gerne auch mit Gay-Pride-Parade. In Serbien gibt es Internet, die wissen, wie Werbung funktioniert.

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        • Die Frage nach der kulturellen Hegemonie bezog sich auf die Grünen und die Möglichkeit einer zukünftigen Machtausübung. Sie hatten das als vier- oder fünfjähriges Polit-JoJo beschrieben, ganz normal und ungefährlich, und ich eben die kulturelle Hegemonie eingeführt.

          Und ich fürchte, Ihre Antwort ist ein wenig naiv, gerade wenn es um den Islam bei den Grünen geht. Sie wollen die Migration ja gerade nicht, um den Konsum, also den Kapitalismus zu steigern, sondern der importierte Muslim dient ganz offen als Zerstörer der Kultur, der Identität und des Kapitals. Schauen Sie sich Danijel Majićs Twitter mal genau an, da sieht man, was in weiten Teilen der „Elite“ auf der Agenda steht.

          Gerade die Grünen haben eine inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Islam bis heute verweigert. Lesen Sie Samuel Schirmbeck: „Gefährliche Toleranz“, selbst lebenslanger Grünen-Wähler und 10 Jahre Nordafrika-Korrespondent … dort wird es – bei allen Schwächen des Buches – glasklar dargelegt. Die Grünen sind eine reale Gefahr für dieses Land geworden, ihr jetziger Aufstieg kann schlimme Folgen zeitigen, gerade in Hinblick auf den Islam.

          Der Islamismus ist auch nicht aus der Konfrontation mit der Moderne, den Kriegen etc. entstanden, sondern deutlich älter. Er hat seine philosophische Wurzel in der Vertrocknung jenes Denkflusses, den Ibn Rushd repräsentierte. Hier wäre die Gelegenheit einer aufklärerischen Entwicklung gewesen, da gab es eine rationale Philosophie, eine Koran- und eine Sprachkritik. Die tiefste Wurzel liegt freilich bei Mohammed selbst, also im Koran und in seinem Leben … Eine liberale Islamkritik von nennenswertem Umfang gibt es nicht. Es gibt ein paar Autoren, die wir im Westen kennen und die wir hier beschützen müssen, die den Muslimen zu fast 100% unbekannt sind. Und selbst diese scheitern oft an der letzten Infragestellung.
          Die meisten Muslime kennen noch nicht mal Ibn Rushd – sie verehren ihn lediglich als Arzt.

          Posener betreffend staune ich immer wieder über seine Utopiegläubigkeit. Nicht die Beschreibung Serbiens ist das Problem, sondern Poseners Euphorie. Der Mann war Maoist, 50 Mio Tote am Ende seiner Utopie, aber er vergißt, was er selbst erlebt hat. Es ist noch keine 20 Jahre her, die schlimmsten Greueltaten – aber nun strahlt die EU am Horizont und wird die 50 Nationalitäten auf ewig in Friede und Freundschaft zusammenführen. Statt über die Denkmäler zu berichten, die an allen Ecken und Enden wie schwärende Wunden stehen, plappert er vom Ethno-Kitsch … weil es Ethno-Eleganz bei ihm nicht mehr geben darf.

          Poseners Logik: „Dass die serbischen Rumänen, was Arbeit und Pünktlichkeit betrifft, eine deutsche Mentalität hätten und deshalb „eine große Nostalgie“ für die Donaumonarchie empfänden und „im Herzen Europäer“ seien. Ein Satz übrigens, den man in der Vojvodina auch von Slowaken und Kroaten, Ungarn und Ruthenen immer wieder hört. In Serbien ist Europa noch ein Zukunftstraum.“

          Aber vielleicht hat er sogar recht: „Wir in der Vojvodina sind Europa im Kleinen“ – ich würde sagen: Die Vojvodina könnte bald der Blueprint für Europa sein – sobald der wirtschftliche Selbstbetrug durchschaut ist.

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  2. Stefanie schreibt:

    „…die Rechte, braucht eigentlich nur eines: Geduld – und ein bißchen Glück, daß es nicht schon vorher richtig kracht.“

    Das sehe ich anders: ich hoffe sehr, daß die Damoklesschwerter (Verpflichtungen aus der Eurokrise, volatile Stromversorgung, Kollaps der Sozialsysteme durch Überforderung) noch unserer lieben Mutti auf den Kopf fallen. Sollte die AfD (oder genügend europäische Äquivalente) zu diesem Zeitpunkt in irgendeiner Form von Regierungsverantwortung sein, wird sie wohl oder übel sehr „unpopulistisch“ handeln müssen. Dann würde entweder eine radikalere Gruppe an ihr vorbeiziehen oder ein starker Mann in Brüssel ein Europäisches Reich ausrufen, um all die kleinen Grüppchen, die sich untereinander nicht grün sind, davon abzuhalten alles in Schutt und Asche zu legen. Wenns schlimm genug käme, würden sich viele wohl oder übel so einem Leviathan an den Hals werfen, als im Chaos unterzugehen (mich vermutlich eingeschlossen).

    Und Windmühle oder nich..: Sie sagen zum einen: Sie wollen verstehen, nicht ändern, zum anderen: verstehen um ändern zu können. Darin liegt wahrscheinlich der Grund, daß Priester- und Herrscherkaste traditionell getrennt sind: Das Mittel zur Erkenntnis ist der Zweifel, das Infragestellen von allem und jedem. Wer etwas ändern will, braucht einen Hebel (Staat), Macht oder gesellschaftlichen Einfluß, um den Hebel zu drücken, ein klares Ziel, was verändert werden soll und einen archimedischen Punkt; also Gewissheit, auf der er aufbauen kann. Wenn man Erkenntnis will, muß man die Gewissheit opfern, wenn man etwas ändern will, braucht man einen festen Glauben an die „richtige Sache“. Die Scharnierfunktion zwischen beidem hieß früher „Hohepriester“ und heute „Intellektueller.“

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    • Jetzt müssen wir aufpassen, daß wir uns nicht verfranzen.

      Es ging bei meiner Äußerung um diskursive Veränderung, der Verstehen voraus gehen muß. Was anderes dürfte mit einer Webseite auch gar nicht möglich sein. Man darf in diesem Zusammenhang an Marx‘ Einsicht erinnern: „Die Theorie wird zur materiellen Gewalt, sobald sie die Massen ergreift.“ Dafür gibt es zwei Bedingungen.

      Erstens – das hatte Marx leider vergessen zu erwähnen: sie muß von den Massen ergreifbar sein, sie muß massenkompatibel sein, sie muß also einerseits die Probleme der Massen beinhalten und sie muß in einer Sprache verfaßt sein, die von den Massen verstanden werden kann. Andererseits wird sie Übersetzer finden und damit Mißbrauch. Incipit Historia.

      Zweitens, Marx: „Die Theorie ist fähig, die Massen zu ergreifen, sobald sie ad hominem demonstriert, und sie demonstriert ad hominem, sobald sie radikal wird. Radikal sein ist die Sache an der Wurzel fassen. Die Wurzel für den Menschen ist aber der Mensch selbst.“ Also Menschen-Studium. Und da Menschen auch grün sein können, muß man auch diese studieren. Daß dafür das Schimpfwort „Intellektueller“ herumgeistert, ist bedauerlich aber wohl nicht mehr zu ändern.

      Natürlich kann man auch verändern, ohne zu verstehen und auch ohne Theorie und sogar nur aus dem Glauben heraus. Aber ohne mich! Oder doch nur im Ernstfall, nicht in der Theorie.

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      • Stefanie schreibt:

        Auch wenn Sie diskursiv etwas verändern wollen, brauchen Sie einen Punkt an dem Sie ansetzen Können: Ängst/Schwächen oder Hoffnungen/Sehnsüchte bei ihrem Gegenüber an denen SIe ihren Hebel, ihre Argumente ansetzen können, um ihn ein wenig aus der eingelaufenen Bahn zu werfen. Bei der grünen Sorte Mensch würde sich natürlich die Umwelt oder weniger abstrakt: die heimatliche Natur Natur anbieten. Wenigstens könnte man so diejenigen unter diesem Menschenschlag erreichen, denen „das Grüne“ eine Herzensangelegenheit ist und die nicht mit der Bio-Möhre ihr virtue signallen(?- oder wie man das Ausdrückt). Mit der Migrationsfrage erwischt man da definitiv nichts mehr, dort sind die Lager fein sortiert und sobald das Thema aufkommt geht die Jalousie runter – keine Ansatzpunkt für irgendwelche Hebel. Das einzigste, was da vielleicht hilft, ist ein sogenannter Einzelfall, der einem wirklich nahe geht. -Und das müßte wirklich ein einzelner, konkreter Fall sein. Statistiken sind für die Bekehrten und das mediale Ausschlachten solcher Fälle hat schnell den Hautgout der Propaganda (wie alles, was tatsächliche Massen erreichen soll – auch wenn es um menschlcihe Schiksale geht).
        Darüber hinaus, wollte ich Sie gerade nicht als „Intellektuellen“ beschimpfen. Ich hätte Sie eher auf die Denker- und Zweiflerseite sortiert – weil Sie bei dem ganzen Kesseltreiben eben immer zwei Schritte zurücktreten und nicht gleich auf die politische Verwertbarkeit schielen.

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        • Pérégrinateur schreibt:

          Deutsche Wendungen für „virtue signalling betreiben“:
          • mit der ach so großen eigenen Tugend protzen
          • eifrig und gut sichtbar mit der Tugendfahne wedeln
          usw.

          Meiner Ansicht nach dürfen die Wendungen ruhig etwas länger als im Denglischen ausfallen, jedenfalls wenn man das Phänomen genau treffen und nicht nur bequeme Etiketten verteilen will. Die dann manche, weil sie sie nicht ablesen können, in Ehrfurcht erstarren lassen. Achtung vor Unverstandenem ist leider ein Massenphänomen.

          Mit Einzelfällen überzeugt man sicher leichter, aber man setzt dabei auf eine bekannte kognitive Schwäche des Menschen. Die Politiker lieben gerade deshalb diese Methode, was man etwa an der Ausrufung nun wirklich jedes Wetterextrems als „endgültigen Beweis der kommenden Klimakatastrophe“ sieht. Doch Schlüsse aus Extremereignissen sind aus statistischen Gründen immanent schwach. („Mein Onkel wurde 96 und hat sein ganzes Leben über geraucht, also …“) Anderes Beispiel: Bilder eines toten kleinen Jungens am Strand verbergen durch Emotionalisierung vielen die Ursachen und Mechanismen des Migrationsgeschehens hinter einem Empathienebel. Wer die nüchterne Erkenntnis befördern will, hält sich eher an trockene, konkludente Schlüsse erlaubende Zahlen, was zugegebenermaßen für viele Hirne eine unverdauliche Kost ist. Man muss sich entscheiden: (viele) mit Emotionen überreden oder (wenige) mit Gründen überzeugen. Ein jeglicher hat sein Geschäft …

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          • Vielen Dank!
            Was ist dann eigentlich ein „wandelndes cuckservatives Meme“ – ist mir letztens begegnet, aber meine Englischkenntnisse genügen dafür nicht. Gibt’s so was auf Deutsch?

            Man kann emotionale Zugänge als Stilmittel sicher gezielt einbauen, um für Argumentationen zu öffnen – so verstehe ich „Stefanie“ -, aber man sollte das nur sehr dezent nutzen oder aber ironisch, zynisch etc. abfedern. Ansonsten halte ich diese Einzelfall-Debatte für falsch und sogar schädlich, wenn sie nicht dazu führt, einen systemischen Hintergrund auszuleuchten: Sozialpsychologie, Erziehung, Gesellschaft … im günstigsten Fall Ontologie … man muß auf einen abstrakten Begriff kommen!

            „Sexuelle Belästigung“ etwa – gibt es hier einen möglichen Zusammenhang zur Herkunftssozialisation, zur Religion etwa …? Hier können einzelne Bekenntnisse nur Erkenntnishilfen sein – deswegen ist die Skandalisierung jedes neuen Falles problematisch -, gearbeitet werden muß möglichst statistisch und falls das Material fehlt, durch Abstraktion und dialektisches Vagieren zwischen Induktion, Deduktion und Abduktion.

            Wenn ich dann z.B. erfahre, daß Muslime in der Breite (und regional/national/ethnisch differenziert) ein Sexualproblem haben, weil Sexualität eben unterdrückt oder seltsam kanalisiert wird, dann kann ich die Frage stellen, ob das nicht zu diesen oder jenen Erscheinungen zwangsläufig führen muß. Nur so sind m.E. Erkenntnisse möglich und nur so kann man auch andere Positionen über-zeugen.

            Die Häme etwa, die Maria Ladenburgers Eltern erfahren haben – „hier habt ihr doch den Beweis!“ -, auch von sehr intelligenten Menschen (Sellner etwa) kann diese und ähnlich denkende gar nicht erreichen. Verstünden sie aber das systemische Problem und könnten sie den Verlust ihrer Tochter in diesen Kontext einordnen, dann wäre u.U. ein „Erwachen“ möglich und Trauer wohl auch besser tragbar.

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            • Stefanie schreibt:

              Bei dem signalisierten virtue hatte ich gestutzt, weil es im tiefen Brunnen deutscher Phrasen kein Konzept dazu gibt- wohl aber für das Gegenteil :“Mehr Sein, als Scheinen.“ Oder „Sein Licht untern Scheffel stellen. “ oder, dass man dies gerade nicht tun soll.
              Bei diesem „cuckservativem Meme“ könnte vielleicht eines mit Hosen und Beißzangen passen, was auch erklären würde warum es wandelt.

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  3. Dem stimme ich zu; ich bin auch immer fassungslos, wieviele Menschen diese wohlstandsgeschützte Weltverbesserungspartei noch wählen, die sich ihre Programmatik ja nur leisten kann, weil die bösen Rechten in Ansätzen für eine Politik sorgen, die deren Konsequenzen verhindert. Ein Unterschied zwischen der Rechten und der Linken ist ja, daß die Rechte ihr Programm durchsetzen könnte, ohne sich dadurch selbst zu untergraben; das linke Programm hingegen, auch nur ein, zwei Jahre „verwirklicht“, hätte das Ende der Linken zum Ergebnis. Klassischer Typus dieses Wählers ist leider meine Schwester: in Freiburg studiert, Gymnasiallehrerin, kleines Häuschen in der grünen Vorstadt (kein Migrant in Sicht), Töchterchen auf der internationalen englischsprachigen Schule. Die läuft dann bei so etwas #unteilbar mit …
    Und natürlich haben Sie Recht, und es ist auch seit langem meine Rede: Wenn das „Experiment“ der multiethnischen und -kulturellen Demokratie dann einmal glorreich schiefläuft, wird es am Defaitismus von Miesmachern und Unwilligen wie uns gelegen haben – es haben sich dann eben nicht genügend viele Menschen genügend für den Endsieg eingesetzt.

    Zusatz: „hätte das Ende aller linken Projekte zum Ergebnis“, hätte ich schreiben müssen.

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    • @ Pérégrinateur

      Es gibt eine linke Konstante im Wahlverhalten, die sich unter friedlichen Verhältnissen nur sehr langsam ändert – siehe etwa NRW; dort hat das was mit „proletarischem Bewußtsein“ zu tun.

      Die Grünen sind Schickeria-Partei, wie Wolf Reiser wunderbar beschrieben hat. Daß sie ausgerechnet in Bayern – von den Städten abgesehen – stark punkten können, ist schon verwunderlich. Verräterisch ist der schnelle Aufstieg, also die mangelnde Substanz. Dahinter verstecken sich Protest, Frust, Wunschdenken und die verzweifelte Suche, nach irgendetwas, das man überhaupt noch wählen kann und vermutlich auch „Angst vor den Rechten“. Ich gebe dem keine große Zukunft – es sei denn, man läßt sie als Opposition ruhig im Thing sitzen und die Besserwisserrolle spielen. Politisch ist die Situation nun mal so, daß es keine Lösungen innerhalb des PC-Konsensbereiches mehr geben kann. Für einen Salvini ist D nicht reif. Ergo heißt regieren fast zwangsläufig Stimmen verlieren. Die CSU könnte das durch besseres Personal verlangsamen aber nicht aufhalten. In fünf Jahren kratzt man an der 20 … Dann haben wir vermutlich den perfekten Flickenteppich – ein bißchen Kaffeesatzleserei.

      @ Kurt Droffe

      Das Villa-im-Grünen-Argument sollten wir nicht akzeptieren. Immerhin entstammt Ihre Schwester offensichtlich einem Milieu, das das Selberdenken ermöglicht hat. Letztlich lebe ich auch in so einer Idylle und könnte mich zufrieden im Schaukelstuhl zurücklehnen. Tatsächlich kann man auch sehr viele positive Erfahrungen mit Migranten machen … die Diskussion muß breiter aufgestellt werden, das jeweils subjektive Erfahrungsfeld ist sekundär. Man läßt sich dann erst auf das Merkel-Argument, man müsse nur den Kontakt suchen, um die Ängste zu verlieren, ein. Wir – diejenigen, die für sich in Anspruch nehmen, eine gewisse Draufsicht zu haben – müssen unsere Argumentation so abstrakt wie möglich und so faßbar wie nötig halten.

      Man sollte auch nie ganz ausschließen: Wir können irren, die anderen recht haben …

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      • Emil Kriemler schreibt:

        Zu den Wahlerfolgen der Grünen: vermutlich hat Hadmut Danisch recht wenn er schreibt, es gebe keinen Rechtsrutsch, sondern eine Linksflucht.
        Bei den Bayern könnte das etwa hinkommen.

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      • Ich denke übrigens, soweit ich dazu komme, seit letzter Woche über das „Villa-im-Grünen“-Argument nach (in diesem Fall eher: Häuschen); vielleicht komme ich ja noch zu einer durchdachten Entgegnung.

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      • Pérégrinateur schreibt:

        Zu „so abstrakt wie möglich und so faßbar wie nötig“. Mir gefallen einige bei Youtube anzuschauenden Auftritte von Gunnar Heinsohn wegen ihrer trockenen Nüchternheit. (Sas Wort „Kriegsindex“ mag ich inzwischen allerdings nicht mehr hören.) Er meint etwa komziliant, dass man sich natürlich demokratisch dazu entschließen könne, zu einer Gesellschaft wie der brasilianischen zu werden, mit weniger Sozialprodukt pro Kopf und einer ethnisch definierten Unterklasse, dagegen sei nichts einzuwenden. Damit dürfte er manchen der Blauäugigen etwas verstören, die bekanntlich meinen, sie könnten ihren Kuchen verschenken und dabei doch behalten. (Bei Bildungstufe, Einkommen, Sozialkassen, Sicherheit – wobei eigentlich nicht?) Welchen Anteil der zweibeinigen Fühltiere man auf diese Art erreicht, ist natürlich fraglich.

        Unlängst stand ich in einer ähnlichen Diskussion über die Degradierung des Bildungssystems. Darüber, dass die Schüler heute schlechter rechnen, lesen und schreiben können als ihre Vorgänger vor 20, 30 Jahren auf derselben Jahrgangsstufe, war man sich durchaus einig. Als Abhilfe empfohlen wurde – mehr Geld für die Schulen. Auf den Hinweis, andere Nationen erzielten mit weniger finanziellem Auwand bessere Resultate, Ähnliches ergebe sich beim Vergleich zwischen den Bundesländern, und man selbst habe diese Kenntnisse früher doch auch erworben, ohne unter Schulstress zusammenzubrechen, kam dann der abschließende Hinweis, man dürfe doch die armen Schüler nicht so plagen. Offenbar meint man beides zugleich haben zu können, den Preis der Anstrengung und die Anstrengungslosigkeut.

        Es hat mich an eine Szene vor vielleicht 15 Jahren erinnert. Die Lebensgefährtin eines guten Bekannten hatte einen etwa 12-jährigen Sohn in die Beziehung eingebracht, der seine Nachmittage mit Egoshooter-Spielen am Computer zubrachte, bei denen man etwa zweibeinige, aufrecht gehende Echsen zur Strecke bringen musste. Im Erfolgsfall ergoss sich dann auf den Boden eine Lache grünen Blutes. (Mit rotem Blut wäre es nicht jugendfrei gewesen – aber er bekomme demnächst auch die jugendfreie Variante als Schwarzkopie, erklärte er mir augenzwinkernd unter vier Augen.) Er hing, oh Wunder, in der Schule sehr nach. Der Lebensgefährte forderte sie wiederholt auf, diese Aktivitäten abzustellen oder wenigstens einzuschränken; selbst hatte er ja keinerlei Handhabe. Aber die gutmütige Mutter ließ sich weiter um Beträge im 100-Euro-Bereich für die neuesten Spiele anbetteln, denn „wo er doch schon in der Schule keinen hat, soll er wenigstens dabei ein bisschen Freude haben“.

        Unverstand und Schlappheit.

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        • Gäbe es eine Sammelstelle für Unsinnsargumente, sie würde schnell überlaufen …

          Mir wurde letztens, als es um Migration ging, entgegengehalten, daß, wenn alle Menschen sich genetisch mischten, sie doch auch resistenter gegen Keime seien, und wenn dann irgendwann eine Epidemie ausbrechen würde, dann hätte die Menschheit doch bessere Überlebenschancen, also sei Migration doch gut … Ich war ganz perplex. Dieses „Argument“ hatte ich noch nie gehört und konnte leider nur etwas zynisch reagieren: „Du meinst wie AIDS oder Ebola – wie in A, wo all jene herkommen, mit denen wir uns gesundheitshalber mischen sollen?“

          Übrigens ein studierter Mund, aus dem das kam. Ich zog daraus die Lehre, besser selber zu schweigen, diese „Gespräche“ zu meiden, aber doch die Ohren – und die Feder – zu spitzen.

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          • Zum Piepen. Aus dem Forstwesen kennt man das Phänomen, daß gerade die einheitlichen Wälder am wenigsten resistent gegen Ungezieferbefall oder Sturmschäden sind. Und schon der gesunde Menschenverstand müßte einem sagen, daß eine „Einheitsmenschheit“ nicht widerstandsfähiger, sondern im Gegenteil gefährdeter wäre; Arten sichern sich nun einmal nicht durch Vereinheitlichung, sondern ganz wesentlich auch durch Variation. Im übrigen stört es meines Wissens die „Keime“ wenig, welche Hautfarbe der Wirtskörper so hat. Nehme an, daß in der nächsten Diskussion Ihr Bekannter dann, wo’s paßt, das Argument anbringt, daß genetisch die Menschen sich doch gar nicht unterscheiden, und gar erst im Vergleich zum Regenwurm undundund.

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    • Pérégrinateur schreibt:

      @Kurt Droffe:
      Ihr kontrastiv abgesetzter letzter Satz trifft es genau. Es gibt viele, die – was auch immer sie in eigener toller Zuversicht anrichten oder zulassen – nie ihre Grundhaltung verändern werden. Wann immer jemand ein inneres Bedürfnis nach einem bestimmten Weltbild hat, wird er durch dick und dünn daran festhalten. Und das ziemlich unabhängig etwa vom Grad seiner Intelligenz, indem diese dannnur zur raffinierteren Rationalisierung dient.

      @Seidwalk:
      Die verzweifelte Suche nach etwas, das man noch wählen kann, führt einen aber nicht gerade zwangsläufig zu den Grünen. Man könnte zum Beispiel Tierschutzpartei wählen, bei der man die Gewissheit hätte, dass die Stimme auch wirklich „verloren“ ist. Das macht zum Beispiel ein guter Freund von mir, der vom gesamten „ernsthaften“ Spektrum die Nase voll hat und die Aussicht nicht ertragen mag, mit seiner Stimme vielleicht eine der irrationale Politiken treibenden Parteien in die Regierung zu bringen. Er war mal sehr links, inzwischen betont er bei jedem Gespräch, dass er überhaupt nichts gegen Konservatismus habe. Die Wahl der AfD scheidet für ihn ebenfalls aus, ich habe den Eindruck teilweise deshalb, weil er inzwischen so konservativ geworden ist, dass er nicht einmal eine zu schnelle oder zu radikale Wende zu konservativerer Politik haben möchte. Zum anderen Teil, weil er bei der Höcke-Richtung wie das juste milieu das braune Gras wachsen sieht.

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      • Und wenn alle das tun würden? Ich möchte mir unser Land nicht vorstellen, wenn die Tierschutzpartei 20 % hätte. Nichts gegen die Tierschutz …

        Natürlich haben sie recht, man muß in dieser Verzweiflung nicht Grün wählen. Tatsache ist aber, daß es getan wird und mir geht es primär darum, das zu verstehen und nicht es zu ändern. Das heißt: ändern will ich es auch gern, aber um das zu können, muß ich es eben verstehen.

        Daß das ein Kampf gegen Windmühlen ist, die alle in ihren festen Bahnen vor sich hinächzen, zeigt gerade die Diskussion auf SiN. Vielleicht ist der Schaukelstuhl doch die bessere Lösung.

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        • Pérégrinateur schreibt:

          „Non ridere, non lugere, neque detestari, sed intellegere“ – Einverstanden! Aus dem Gespräch mit einer Person ergeben sich aber allenfalls individualpsychologische Einsichten. Ich befürchte jedoch, dass sich bei vielen der von ihrer Gruppe „unteilbaren“ Individuen daraus wenig Neues ergibt. Bei bloßen Gattungswesen genügt die Gattungskenntnis, also Gruppenpsychologie, Kenntnis der Verteilung von Persönlichkeitszügen usw.

          Dass der Schalk vom Rittergut der Buchmesse so einen schönen Streich gespielt hat, bringt sicher auch manchen mit ganz anderer Einstellung zum Lachen, und Lachen ist ein Brücke. Die verbiesterte Reaktion mancher haltungssteifer Erziehungsjournalisten – „Ha! Ha! Ha! Das finde ich jetzt aber gar nicht witzig!“ stößt dagegen wohl auch manchen Getreuen des juste milieu ab.

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  4. Pérégrinateur schreibt:

    Unterschätzen SIe nicht die Halbwertzeit für das Einsehenhaben, wenn sich Menschen erst einmal „moralisch“ festgelegt haben. Da wird jedes Scheinargument recht sein und jeder berechtigte Einwand dagegen nur den Zorn des Gerechten schüren. Ich sehe schon kommen, dass meine schon erwähnte „Man-muss-sie-halt-integrieren“-Freundin mir mehr oder weniger erklären wird, die Integration hätte ja geklappt, wenn, ja wenn nur nicht zu viele öffentlich gezweifelt hätten. Die Analphabeten unter den Zugezogenen werden nämlich dereinst durch Lektüre von Webseiten wie der Ihren sich abgelehnt gefühlt und sich deshalb identitär zurückgezogen haben.

    Fast 20 Prozent für die Partei der blauäugig-hysterischen Kindsköpfe, das nehme ich nicht auf die leichte Schulter wie Sie. Die Klientel ist dazu noch gegen die Migrationsfolgen vergleichsweise in Watte gepackt, so dass der Schmerz ihre eigene Haut lange nicht erreichen wird: Viele Beamte, also nicht gesetzlich versichert; generell geschützte Anstellungsverhältnisse; von der Mauer des Geldes gegen Migranten geschützte Wohnviertel;; weniger Nutzer des ÖPNV; viele dürfte auch darauf hoffen – ein doppelter Gewinn durch Moralität und Privatnutzen, wie er auch bei den Energiewendeprofiteuren hineinspielt – dass man sich endlich wird Hauslakaien leisten können oder dass Aussicht auf diversere und billigere Sexarbeiter besteht; usw.)

    Hoffentlich sind GK und EK nur gering verletzt.

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