Die Kunst des Wartens

In seinen Augen zerfiel das Leben in zwei Hälften: die eine bestand aus Arbeit und Langeweile – für ihn waren das synonyme Begriffe -, die andere aus Ruhe und heitrem Behagen. (Gontscharow: Oblomow)

Ein Mal am Tag – ich verrate nicht, wo – nehme ich mir die Zeit und ziehe ein paar Sprachkarten aus einem Stapel und versuche die Vokabeln zu lernen, die ungarischen Sätze zu verstehen. Heute lese ich den Satz: „A pénztáraknál gyakran kell sorban állni“. Die idiomatische Wendung „kell valakinek valamit“ – „etwas müssen“ –, die sich darin versteckt, stellt ein besonders schönes Beispiel der inneren Logik der ungarischen Sprache dar. Übersetzt lautet der Satz: „An den Kassen (Mz!) muß man oft Schlange stehen.“

Das ist die ganze Wahrheit.

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