Kopfkino

In Fürstenfeldbruck streiken Flüchtlinge für bessere Unterkunft und Verpflegung. Es kam zu ersten Ausschreitungen. Ob es auch in Libyen Streiks dieser Menschen gegeben hat?

Er warte „auf eine Ausgabe, wo der Dichter allein mit seinen strahlenden Versen die Stimmung in uns malt“ – lautete Hofmannsthals Kommentar auf die opulente, von Melchior Lechter in nie gesehener Pracht und Symbolik geschaffene, Erstausgabe des „Teppich des Lebens“ und weist auf das Dilemma aller verherrlichenden Ornamentik hin: indem sie schmückt und aufwendig glorifiziert, relativiert sie auch und zieht die Aufmerksamkeit vom Eigentlichen – auf das sie hinweisen will – ab.

Zum ersten Mal seit Äonen hat jemand, der keine Schlitzaugen hat, mit dem nordkoreanischen Parteivorsitzenden und Halbgott auf Augenhöhe gesprochen und Unterschriften abgerungen – die deutsche Presse und die Altparteienpolitik hat nichts anderes zu tun, als herumzumäkeln, zu kritisieren und zu unterstellen.

Twitter-Fund: „Wenn morgen der Heilige Geist in Donald Trump führe und er übers Wasser gehen könnte, stünde das deutsche Feuilleton am Ufer und würde rufen: ‚Schaut mal, wie dumm der ist! Nicht mal schwimmen kann er!‘“

Hitlers viele Gesichter. Joachim Fest sieht den Schwächling, Spinner und Feigling. Bei John Toland dagegen eine gewisse Bewunderung – bei ihm könnte man fast denken, Hitler sei ein Mensch gewesen: seine Biographie zeigt, was ein eiserner Wille erreichen kann. Grønvald-Laustsen hingegen kann nur den Schwächling und Versager sehen, sein Aufstieg läßt sich allein durch Glück und Zufall erklären – und macht Hitler ungewollt fast zum Schicksal, der höchsten heldischen Form. Und Spinosa läßt Hitler als Person verschwinden, will ihn nur als Resultat deutschen Denkens und als Fanal (89) für ein wiedererstarktes Deutschland sehen.

Stoße in einem Internetverzeichnis einer Bibliothek auf Bücher von mir. Name, Geburtsdatum mit Sternchen, Strich … Kreuz und Leerstelle. Darauf wartend, ausgefüllt zu werden.

Rizin („eines der gefährlichsten Gifte der Welt“) vs. Museumspistole, Bombenteile vs. Namensliste, 16 Wohnungen vs. Falscher Identität, Planung eines Massenmordes vs. Unterstellung eines politischen Attentats – letzteres hat eine wochenlange Diskussion und das Umkrempeln der ganzen Bundeswehr geführt, ersteres ein paar Zeitungsspalten gefüllt, gefolgt von Schweigen. Man diskutierte landesweit „Rechtsextremismus in der Bundeswehr“, Netzwerke, und machte 400 Verdächtige aus, aber man schweigt über andere Netzwerke. Salif Allah der Name des einen, Franco A. der des anderen.

Philosophieren ist die Arbeit an der Selbstüberzeugung, daß alles auch anders sein könnte.

Wer Spaß am Beruf hat, muß ein Leben lang nicht arbeiten. (Konfuzius)

Die allmähliche Selbstzerstörung des Christentums durch seine Theologie. Mohammed hatte das intuitiv erfaßt und dem Koran innere Theologiesperren eingepflanzt. Nur Veneration und Marginalscholastik sind erlaubt.

Religiöser Dialog mit dem Islam bedeutete die Wahrheit des Christentums beweisen zu müssen, auf christlicher Seite, die andere Wange auch noch hin zu halten, wieder und wieder. Die Realität wird aber zu Abwehrreflexen führen, die wiederum die islamischen Vorurteile gegen die Ungläubigen bestätigen.

Nächtlicher Traum: Bin Aufseher in einem KZ gewesen. Habe auch Zyklon B-Patronen in die Vorrichtung gelegt. Es gab einen Aufstand, den ich mit Androhung von Waffengewalt – ohne zu schießen – niederschlug. Als die Situation dennoch eskalierte, floh ich durch Wald und Gestrüpp … Woher kommen diese Bilder? Reinkarnation? Oder hat man sie mir propagandistisch eingepflanzt?

Hape Kerkeling beschrieb in „Ich bin dann mal weg“ ein Reinkarnationsseminar. Dort wurde er in Trance in ein „früheres Leben“ geführt. Nazizeit. Er wurde erschossen – natürlich von den Nazis. Immer auf der guten Seite stehen!

Liegt die Grausamkeit im deutschen Wesen? Auschwitz als Schicksal? Frederik Poulsen, dänischer Historiker und Archäologe, schrieb in seinen Erinnerungen: „Og dog, brutale hat tyskerne jo altid været“ – „Oh ja, brutal sind die Deutschen schon immer gewesen.“ Michel Onfray hingegen schreibt in seinem Opus „Niedergang“ die Geschichte der globalen Brutalität. Alle haben den Vernichtungswillen, Völker und Nationen, Zivilisation oder Naturzustand, das Genozid-Gen, aber nur die Deutschen hatten die Mittel dazu.

Bescheidenheit ist eine Tugend – Arroganz aber auch! Wenn sie berechtigt ist: Typen wie Ronaldo, Trump, Sloterdijk … Aber was ist schlimmer? Falsche Bescheidenheit oder falsche Arroganz?

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2 Gedanken zu “Kopfkino

  1. Pérégrinateur schreibt:

    Zum Rizinfund: In der Qualitätspresse stand dazu irgendwo, der Täter habe einen „biologischen Sprengsatz“ herstellen wollen. Gemeint war natürlich ein Sprengsatz zur Verteilung eines Giftes botanischer Herkunft. Ein effektiver biologischer Sprengsatz zur Verteilung des Sprengmittels selbst, das ja bei der Explosion größtenteils chemisch umgesetzt wird, wäre nämlich eine Weltnovität. (Rizin ist ein Protein, sollte also tunlichst nicht zu warm gebadet werden, weil es sonst unwirksam wird.) Sie wäre würdig des vermutlich erst zweiten Nobelpreises in Naturwissenschaften für einen Muslim. Den ersten in der dringlich neu zu stiftenden Preissparte für die Popularisierung von Weltwissen, mit oder ohne -schaft, sollte dagegen ein Journalist bekommen.

    Zum Traum: Diese Bilder kommen selbstredend aus jenem Gen der Deutschen, womit sie ihren Nazismus weitervererben. Sich das einzig wirksame Antidot zu verabreichen, haben Sie offenbar verabsäumt, nämlich kubikmeterweise Betroffenheit in wässriger Lösung, die man vor Zeugen darüberschüttet.

    Zur Wahl zwischen falscher Bescheidenheit und falscher Arroganz: Es sollte heute doch wirklich nicht mehr darum gehen, was oder mit welcher EInstellung jemand etwas behauptet. Wichtig ist allein, wie die vorgebrachte Behauptung von den zivilgesellschaftlich bestimmt dominanten Betroffenengruppen oder besser noch selbstmandatierten Betroffenengruppenvertretern empfunden wird. Es gibt am Ende halt doch biologische, ja sogar menschliche Sprengsätze.

    Gefällt 3 Personen

    • Naja, der muslimische Nobelpreis ist relativ: Abdus Salam war Ahmadiyya und die werden bekanntlich (wegen der Mahdi-Frage) vom Mainstream-Sunni-Shia-Islam nicht als Muslime anerkannt – vielleicht auch schon, weil sie die Lernhemmnisse der gelebten Religion bewußt beseitigen.

      Zum Gen: bin mir nicht sicher, ob ich den Ariernachweis ohne Bakschisch bestehen würde. Es gibt da mütterlicherseits verdächtige Nachnamen.

      Gefällt 1 Person

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