Der Twitter-Tod

Es ist wieder passiert – jemand hat sich zu Tode getwittert. Eine US-Schauspielerin setzt einen „rassistischen“ Tweet ab und im Handumdrehen wird die ganze Serie eingestellt, deren Star sie ist. Die Serie hat eine große Fan-Gemeinde. Sie einzustellen, dürfte der an schwerer PC leidenden TV-Gesellschaft weh getan haben, aber der selbst erzeugte Druck war größer und wird durch derartige Entscheidungen für folgende Fälle noch größer. Er wird eine Gefahr für künstlerisches und geistiges Schaffen überhaupt.

Es geht hier nicht um den fragwürdigen Tweet, den ich nicht verteidigen will und der auch gar nicht von Interesse ist. Allerdings kramt das Internet-Gedächtnis sogleich viele Beispiele hervor, in denen ähnliche Vergleiche (mit Affen oder Terroristen), wenn sie denn von links nach rechts gerichtet sind, kaum irgendwo Erwähnung fanden. Schwamm drüber – es geht hier um Grundsätzliches.

Zum einen über diese unselige Bedeutungsüberhöhung der Twitterei. Innerhalb weniger Jahre hat sich das Bild dramatisch geändert. Eine schnell eingehämmerte Botschaft von max. 280 Zeichen kann mittlerweile ganze Bücher aufwiegen. Die ausgefeilte Argumentation ist dem mehr oder weniger gelungenem Bonmot gewichen oder der hingerotzten ad-hoc-Ejakulation. Ein Œuvre zählt nicht mehr, sondern nur noch der letzte Tweet.

Schon deswegen ist Habermas‘ Theorie des Kommunikativen Handelns reif für die Mülltonne, weil sie die historische Entwicklung der Kommunikation radikal verfehlte und eine unvorstellbare Unkenntnis der kommunikativen Realität aufweist und schon 1981 aufwies.

Vor allem Leute, die unter Originalität und Geistesblitzen leiden, sind gefährdet und sollten vorsichtig mit diesem Medium umgehen und es aus Gefahr des eigenen Untergangs vielleicht besser meiden – obwohl sie natürlich die einzigen Sinnträger der Kurznachricht sein können. Aber früher oder später geht einer schief und wenn dann ein medialer Verstärker zur Verfügung steht oder ein Arbeitgeber, die systeminternen Algorithmen oder andere Maas-Instrumente spionieren, dann ist’s vorbei mit Karriere und Fettlebe. Umgekehrt kann es nicht schwer fallen zu begreifen, daß eine an Hyperkomplexität rasant zunehmende Welt nicht durch eine extreme, quasi spiegelverkehrte Simpelsprache bewältigt werden kann. Je mehr wir twittern, umso wahrscheinlicher die selbstverursachte Apokalypse.

Zum zweiten hat dieses sich gegenseitige Beäugen und sich im Blitzgetwitter bekämpfen zu einer fatalen Verwischung und Vermengung der Sphären geführt, sowohl der Sphären der Kritik als auch der politischen Gewaltenteilung, wie obiger Fall zeigt. Der geistige Aussetzer einer einzigen Person macht das Werk von hunderten Menschen zunichte, die an diesem Projekt mutmaßlich mitgearbeitet haben. Wie soll das gerechtfertigt werden? Tatsächlich entschuldigt sich die Eingeschüchterte mit folgendem … guess what, Tweet: „Don’t feel sorry for me, guys!!-I just want to apologize to the hundreds of people, and wonderful writers (all liberal) and talented actors who lost their jobs on my show due to my stupid tweet.” Sie bringt die Ebenen durcheinander, denn natürlich wurde die Sendung nicht wegen ihrer Aussage gestrichen, sondern weil der Sender oder irgendein Verantwortlicher und superschneller Selbstzensor so entschieden hat. Die wundervollen Autoren und talentierten Schauspieler, die umsonst geackert haben, sollten sich bei ABC bedanken.

Wichtiger aber ist die institutionelle Vermischung. Twitter ist die Rückkehr der Lynchjustiz mit anderen Mitteln. Sollte der Tweet justitiabel sein, dann ist die Judikative gefragt und nicht die Meinung eines PC-Helden. Die kann er gerne haben und pflegen, aber bitteschön im Privaten. Künstlerische Fragen jedoch müssen in der Sphäre der Kunst und der Ästhetik geklärt werden und nur dort. Nun kann diese Serie künstlerisch minderwertig sein – weg damit! Kein Problem. Ist sie es aber nicht, so darf die politische (oder sonstige) Einstellung irgendeines Teilnehmers keine Bedeutung haben. Das alles geht von dem fatalen linken, im Kern rousseauistischen Gedanken aus, daß der Mensch an sich gut sei oder gut zu sein hat. Aber diesen Menschen gab es nicht, gibt es nicht und wird es nie geben, Jesus und Buddha vielleicht ausgenommen – wobei: bei Jesus bin ich mir nicht ganz sicher. Kein Mensch mit Lebenserfahrung ist „ohne Schuld“, jeder hat in seinem Leben gelogen, betrogen, getäuscht und die meisten tun es gerade jetzt in dieser oder jener Form – man tut nur gut daran, nicht danach zu fragen.

Gerade eben versucht man sich des lästigen Genies Stefan George zu entledigen, indem man leichtfertig mit der Kampfvokabel „Päderastie“ spielt. Und wessen Werk ist nicht alles dem „Antisemitismus“ zum  Opfer gefallen und wenn jetzt #metoo tatsächlich abzuheben beginnt, wer kann dann noch bleiben? Hatte Turner nicht seine Haushälterin vergewaltigt? Wir haben es doch im Film gesehen. Und Marx seine sogar geschwängert? Oder meint man, Beethoven wäre nicht dazu in der Lage gewesen, eine Pussy zu grapschen, und hat man Mozarts Briefe schon mal aufmerksam gelesen? Und hatte Lewis Carroll nicht ein besonderes Verhältnis zu kleinen Mädchen? Und Hatte Althusser nicht seine Frau aus dem Fenster geworfen? … ad infinitum.

Das wäre das Ende aller Kunst, alles Denkens, wenn man das Werk nach der individuellen Privatmoral ihres Schöpfers bewertete.

Und das führt zum dritten und wichtigsten Punkt. Der Fall der Roseanne Barr ist nur ein Beleg für einen schlimmen Paradigmenwechsel. Wir haben die an sich selbstverständliche Trennung von Werk und Person aufgegeben, von Autor und Text, Leben und Denken, Person und Sache. Diese Entwicklung als Paradigma ist vergleichsweise neu. Hans Hauge hat in seinem Buch[1] anhand des Beispiels Heidegger nachgewiesen, daß sie in den Nachkriegsjahren zögerlich einsetzte, im Jahre 68 förmlich explodierte und seither das Geistesleben nachhaltig vergiftete, ja sogar unmöglich machte, wie heute schon Gender- oder Rechtschreibezwänge etc. beweisen. Es entstand das verallgemeinerbare Paradox, daß Heidegger, je weiter man sich historisch von der Zeit des Nationalsozialismus entfernte, umso nazistischer wurde. Hamsun desgleichen.

Heideggers überragendes Werk wird fast überhaupt nicht mehr philosophisch bedacht, sondern nur noch seine Person moralisch bewertet und die Philosophie lediglich auf „Beweise“ für seinen „Nazismus“ und „Antisemitismus“ abgesucht. Philosophen, die (wie etwa Günther Figal) ihr ganzes Leben der Heidegger-Exegese gewidmet hatten, haben nach Erscheinen der „Schwarzen Hefte“ sich von Heidegger und seinem Werk distanziert und sich also selbst geopfert. Sie haben die basale Unterscheidung von Sprache und Sprachrohr übersehen, sind denkerisch ins Ultraprimitive regrediert – aus Angst!

Allein unter den Künstlern – wie viele Werke sind bereits zerstört worden, oftmals nur auf einen Verdacht hin? Kindesmißbrauch, sexuelle Belästigung, Geldgier, Plagiate, falsche politische Einstellung … die ganze Palette. Ob einer – und sogar eine – ein Genie ist oder nicht, hängt aber nicht an deren Untaten. Das Werk ist frei davon und es kann sogar noch immer groß sein, wenn die Untat darin thematisiert, versteckt oder sogar zentral sein sollte.

Kritik kommt von κρίνειν = trennen, scheiden, unterscheiden.

[1] Løgstrup, Heidegger og Nazismen. København 2016

siehe auch:

Moderne Schauprozesse

Den Koran lesen

Demokratie – ein schönes Wort

Alles muß weg!

Ernst nehmen! u.v.a.

7 Gedanken zu “Der Twitter-Tod

  1. Ordoliberal schreibt:

    Ich weiß, es geht in dieser Diskussion um die Frage, inwieweit Person und Werk getrennt werden müssen. Dennoch möchte ich ein paar Informationen beisteuern, die Roseanne Barrs Tweet in das richtige Licht setzen. Zunächst Wikipedia:

    „On the television series’Finding Your Roots, DNA testing indicated that Jarrett is of 49% European, 46% African, and 5% Native American descent. Among her European roots, she was found to have French and Scottish ancestry.“

    Zweitens: Valerie Jarrett ist strenggläubige Muslimin.

    Drittens: Roseanne twitterte, dass Valerie Jarret aussehe, als ob die Muslim Brotherhood und The Planet of the Apes ein Baby gezeugt hätten.

    So sieht Valerie Jarrett aus:

    https://en.wikipedia.org/wiki/Valerie_Jarrett

    Und so Helena Bonham Carter in Planet of the Apes:

    War Roseannes Tweet angesichts dieser Tatsachen wirklich rassistisch? Oder einfach nur lustig?

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  2. Ein Sonderfall vielleicht: Bei Heidegger kenne ich mich nicht aus, wie ich auch sonst philosophisch nicht wirklich bewandert bin. Wenn die gewissermassen private politische Meinung Heideggers sich aus dem Werk ableiten ließe, so könnte Kritik daran anknüpfen. Wie gesagt, das weiß ich nicht. Ansonsten stimme ich sehr zu.

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  3. Pérégrinateur schreibt:

    Diese Hysterie-Lawinen sind nur ein Korollar zu Tocquevilles Feststellung, dass in Demokratien die Tyrannei der Mehrheit droht, dass es insbesondere einen starken Meinungsdruck gibt und dass speziell die Kunst mehr leidet als in den Zeiten der ungefährdeten adeligen Mäzene des Ancien Régime. Nun haben wir also die Tyrannei der Mehrheit unter den zusätzlichen Bedingungen dekompartimentalisierter, instantaner Kommunikation. Die Meinungsführer müssen schnell (ver-)urteilen, weil sie sonst von der Konkurrenz auf der einzig verbliebenen Agora übertönt werden könnten. Also brauchen sie einfache Kriterien, die ihre Urteile auslösen, Triggerworte genügen. Erinnern Sie sich an die Aufregung über Pirinçcis Pegida-Rede? Was er wirklich gesagt hatte, spielte gar kein Rolle, es genügte, dass er ein bestimmtes Wort benutzt hatte, was er auch immer damit sagen wollte. Und nachdem der erste auf die Palme geklettert war, mussten alle anderen Öffentlichkeitsarbeiter ihm nach. Man sucht deshalb das für den unbefangenen Blick völlig unwichtige moralische Teufelsmal, die dritte Brustwarze, den fehlenden deklamatorischen Reflex, der einen Satz „Gerade wir Deutschen müssen besonders …“ auslösen müsste, aber es nicht tut, die „tausend Jahre“, ob denen nun im Satz danach Otto der Große folgt oder nicht, usw. Anderswo muss man das Nigger-Woirt aus Mark Twains Huckleberry Finn löschen, um der Gefahr des „Rassismus“ zu wehren.

    Die großen Gestalten der zeitgemäßen Öffentlichkeit sind dann alle vom Schlage des „Philosophen“ – also wörtlich Freundes der Weisheit – Bernard Henri Lévy, die gerade dank nicht reflektierter eigener Voreingenommenheit eine Viertelstunde nach den Fernsehnachrichten schon ein „Statement“ abgeben können, wie ein wichtiges oder ein nichtiges Problem sogleich zu lösen wäre. Diese können genauso schnell wie die Bußprediger von einst losfeuern, die ihre Moralgeschütze ebenfalls schon zu Zeiten des Seminars abgeprotzt und ausgerichtet hatten, es geht ja ohnehin gegen die üblichen Verdächtigen.

    Die Lebenserfahrung lehrt, dass jeder einmal Unsinn erzählt und dass man darüber am besten mit einem „Na ja, da hatte er wohl einen Aussetzer“ hinweggeht. Dummheiten und selbst Ungezogenheiten sind nicht wirklich schlimm, schlimm ist nur, wenn viele darauf hereinfallen, und dem steht der Herdengeist der Zeitgeistkonformen nicht gerade entgegen. Wer glaubt, ein bloßes böses Wort könne die Welt zum Einsturz bringen, sollte sich auf magisches Denken untersuchen lassen. Und ob die gerne benutzte Satzform „X bedient Yistische Klischees“ nun gerade für Klischeefreiheit derer spricht, die sie im Repertoire haben? Vermutlich kann man, um ganz makellos zu sein, gar nicht dumm und urteilsunfähig genug sein. Was man meinen muss, kann man ja der Prawda vom Tage entnehmen.

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    • Till Schneider schreibt:

      „Die Meinungsführer müssen schnell (ver-)urteilen, weil sie sonst von der Konkurrenz auf der einzig verbliebenen Agora übertönt werden könnten. Also brauchen sie einfache Kriterien, die ihre Urteile auslösen, Triggerworte genügen.“

      Das ist der entscheidende Punkt, und es ist ein struktureller. Vorbedingung: Die heutige „Agora“ ist nun mal so, wie sie ist, inklusive Redebeschränkung auf 280 Zeichen und erwarteter Höchstgeschwindigkeit der Reaktionen – und der Wettbewerb richtet sich danach aus. Was sollte er sonst tun. Aber die Hauptsache ist wohl diese: High-Speed-Reaktionen können nur solche sein, denen „einfache Kriterien“ zugrunde liegen, denn sonst wären sie nicht schnell genug. Gleichzeitig sollen sie aber auch nicht simpel klingen, sondern ganz im Gegenteil höchst bedeutungsschwer, hintergündig usw. („Mein Gott, ist das beziehungsreich – ich glaub, ich übergeb mich gleich“). Deshalb wiederum können sie nur a) auf hoch „geladene“ Wörter reagieren und/oder b) mit hoch „geladenen“ Wörtern antworten.

      Ich merke gerade, dass ich mich von Ihrer ursprünglichen Aussage entferne, aber das dürfte bedeuten, dass es hier noch jede Menge zu tun gibt in puncto Analyse.

      Besonderen Dank auch für das klare Wort: „Wir haben die an sich selbstverständliche Trennung von Werk und Person aufgegeben.“ So ist es leider, und das ist nicht weniger als erschütternd. Wenn Inhalte nicht mehr für sich genommen werden können (oder dürfen), ist es aus mit dem Menschen. Jedenfalls mit dem Menschen, wie ihn Gehlen gedacht hat, aber einen anderen gibt es m.E. nicht.

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    • „Die Lebenserfahrung lehrt, daß jeder einmal Unsinn erzählt …“

      Nicht nur jeder, sondern auch alle! Man sollte Menschen, mehr noch Werke, prinzipiell mehr nach ihren positiven Aussagen bewerten und nicht nach ihren „Aussetzern“. Genau das geschieht jedoch zunehmend im PC-Betrieb. Badiou und Cassin haben das in ihrem kleinen Heidegger-Büchlein auf den Punkt gebracht:

      Wollte man Rousseau oder Kant danach beurteilen, was sie über Frauen oder Neger gesagt hatten, oder Hegel über Afrikaner, Leibniz über Deutsche, Aristoteles über Sklaven oder Schopenhauer über Sex, dann gäbe es nicht mehr viele, die man lesen könnte.

      Frage: Gilt Trennung von Werk und Person auch für Fußballer?

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      • Pérégrinateur schreibt:

        Diese Trennung kann nur dann wirksam beansprucht werden, wenn sie auch besteht. Bei einem Berufsfußballer ist das wohl eher anzunehmen; es gibt wohl darunter keine, die bloß ob ihrer Person die Stelle bekommen haben und nicht wegen ihrer objektiven Leistungen. Vereine wollen schließlich gewinnen. Bei einem bloßen Sympathieträger wie jenem Skifahrer, der bei irgendeiner Olympiade einmal wegen seiner Tolpatschigkeit zur wichtigsten Person wurde, wäre das wohl anders: Sympathie – wie gewonnen, so zerronnen.

        Seit dem 20. Jahrhundert gibt es viele Künstler, bei denen das Werk von der Person und ihrem Image gar nicht zu trennen ist, man denke an den cholerischen Selbstdarsteller Kinski, den kultivierten Irren Dali, den für viele wohl nur durch Hut und hermetische Reden zur Marke gewordenen Beuys u. v. a. m. Wenn etwa Stockhausen bei seinen Auslassungen zum New Yorker Großattentat sich die Zunge verbrannte, so war das nicht ganz unverdient . Wer das Spiel « Épater le bourgeois » betreibt – keiner kann mir weismachen, dass ein Konzert musikalisch durch den Einsatz eines Hubschraubers wirklich gewönne – der muss eben mit solchen Rückschlägen rechnen, wenn der Bürger dann im Fall etwas ihm als Sakrileg erscheint, plötzlich gar keinen Spaß mehr verstehen will. Ich empfand die Äußerung damals gar nicht so schlimm – ein Künstler, der von einer fremden Aufführung technisch beeindruckt war, so wie Mediziner etwa „Aus meiner Sicht macht der Krebs alles richtig“ zu einem Kollegen sagen mögen oder so wie vermutlich höhere Militärs unter sich auch nüchtern darüber reden, wie gut alias wirksam etwa die terroristische Praxisdes irregulären Feindes ist – oben sollte man doch tunlichst früh genug bemerken, dass man die Koffer packen muss. Natürlich reden die öffentlich dann immer anders.

        Auf dergleichen nur skandalbefeuertes Kunstgewese kann man aber gerne verzichten, ganz gleich, ob es nun dem Bürger einmal als Gräte im Hals steckenbleibt oder ob es ihm, wie häufiger, eine andächtige Maulsperre bekommen lässt.

        Luis Buñuel berichtet davon, dem späten Breton bei irgendeinem Anlass in Paris begegnet zu sein. Die zwei alten Herren gingen einträchtig plaudernd nebeneinander und Breton meinte mit Blick auf manches Aktuelle: „Wissen Sie, Buñuel, der Skandal ist auch nicht mehr, was er einmal war!“

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        • Eine wichtige Ergänzung – danke! Die Trennung von Werk und Person ist natürlich schwieriger, wenn auch nicht unmöglich – sofern das Künstler-Sein ein Spiel, eine Rolle ist (nur so kann es Kunststatus beanspruchen) -, wo das Leben selbst oder die Person oder die Erscheinung zum Kunstwerk gemacht wird. Man hätte gern gewußt, ob Heidegger diesen „Kunstwerken“ noch ein Wesen zugesprochen hätte. Jedenfalls ist es eine genuin moderne Leistung, die beiden Bereiche derart verschmelzen zu lassen, es sei denn man wollte den Begriff im Sinne Foucaults ausweiten oder gar die antiken, die kynischen und stoischen, Lebenskunstwerke als Vergleichsgrößen gelten lassen. Das hielte ich für einen Kategorienfehler.

          Die Frage nach den Fußballern bezog sich natürlich auf zwei ganz besondere. Einer davon liegt mir als Fußballkünstler (er, nicht ich) aus bekannten Gründen am Herzen. Für den Fußball wäre es tragisch und zeigte einen rächenden Allah, wenn er sich wegen bestimmten Ansichten und Verhaltensweisen aus der Künstlerszene verabschieden müßte.

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