Der Deutschen Sorgen

„Am kommenden Mittwoch“, verkündete Michael Klonovsky auf seinem Blog, „werden Vera Lengsfeld, Henryk Broder, Alexander Wendt und ich dem Vorsitzenden des Petitionsausschusses des Bundestags die zur Petition umgewandelte ‚Gemeinsame Erklärung 2018‘ übergeben“.

Die Petition hat viel Aufsehen und auch Spott erregt und wird gerade juristisch heiß debattiert.

Kritisiert wurde in der Qualitätspresse u.a. die Schlichtheit des sehr kurzen Erklärungstextes.

Es ist dank des medialen Skandals gelungen, in zwei Monaten gut 150 000 Unterzeichner zu aktivieren – #metoo

Etwa zur gleichen Zeit wurde die Petition „Laßt Chico leben“ gestartet. Chico war jener „Kampfhund“, der in Hannover seine beiden (offenbar behinderten) Halter zu Tode gebissen hatte und folglich eingeschläfert werden sollte. Innerhalb von drei Wochen haben 300 000 Menschen diese Petition unterschrieben – ohne mediale Aufmerksamkeit. Eine Nachfolgepetition, der man sich noch immer anschließen kann, argumentiert folgendermaßen:

Wir müssen um Chico Kämpfen

Wir sind sehr erschüttert, wenn wir Menschen andere Menschen töten bekommen wir nur Knast und kommen irgendwann mal frei, aber wenn ein Hund ein Mensch tötet werden die sofort eingeschläfert.

Das macht uns in der Redaktion echt sauer… Wir sollten um den Hund kämpfen #Chico sollte leben wie andere auch. Es liegt nicht an dem Hund es liegt an den Menschen die sich nicht um ein Hund kümmern.

Wie kann, es sein das so ein Hund von schwerkranken Menschen gehalten werden dürfen? Das sollten die mal Prüfen.

Wir wollen Versuchen mit dieser Petition das der kleine Chico nicht eingeschläfert wird und ein Neues Zuhause findet.

Ein Gedanke zu “Der Deutschen Sorgen

  1. Pérégrinateur schreibt:

    Angesichts des zweiten Themas kommt mir zum ersten unwillkürlich ein französisches Sprichwort in den Sinn: « Qui veut tuer son chien l’accuse de la rage. »[1] Und wenn ein volkserziehender Journalist ein bei Fuß gehendes Publikum hat, meint er wohl sogar, es genüge auch der eigentlich unverfängliche Vorwurf, der Hund sei zu schlicht. Es erscheint den etwas selbständiger Urteilenden dann allerdings merkwürdig, dass andere Wölfe im selben Rudel gleichzeitig heulen, dieser sei zu bissig. Hier ein schönes Beispiel des s.v.v. Graswachsenhörenwollens aus dem bekannten Schoß:

    https://www.tagesspiegel.de/politik/sarrazin-tellkamp-herman-unterzeichner-der-erklaerung-2018-sind-besorgnis-erregende-buerger/21151466.html

    Wenn schon, denn schon. Die alarmistische Journalistin hätte unschwer gefährlichere Omina finden können als eine doch eher hilflose Assoziation über das Wort „Wiederherstellung“. Etwa so:

    Die Erklärung ist auf einen 15. März datiert, die Iden des Märzes. Folglich wollen ihre Verfasser, so wie ihre perfiden Vorbilder es schon im Sinn hatten, im Vorgeben, die verfassungsmäßige Ordnung wiederherzustellen, sie in Wirklichkeit zerstören.

    Vermutlich darf man unserer Haltungsjournalistin aber hier keinen Vorwurf machen, denn womöglich bringt der schulische Unterricht schon länger geschichtlich derart Ungebildete hervor, dass sie in ihrem Fundus an Klischees keines mehr finden, das aus den Zeiten vor den bekannten zwölf Jahre stammte.

    ――――――――

    [1] „Wer seinen Hund totschlagen will, der beschuldigt ihn, tollwütig zu sein.“ Allgemein für: Jeder Vorwand ist recht.

    Liken

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.