Der Twitter-Tod

Es ist wieder passiert – jemand hat sich zu Tode getwittert. Eine US-Schauspielerin setzt einen „rassistischen“ Tweet ab und im Handumdrehen wird die ganze Serie eingestellt, deren Star sie ist. Die Serie hat eine große Fan-Gemeinde. Sie einzustellen, dürfte der an schwerer PC leidenden TV-Gesellschaft weh getan haben, aber der selbst erzeugte Druck war größer und wird durch derartige Entscheidungen für folgende Fälle noch größer. Er wird eine Gefahr für künstlerisches und geistiges Schaffen überhaupt.

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Was ist Geschichte?

Ich prophezeie der Philosophie eine andere Vergangenheit. (Peter Sloterdijk)[1]

Wenn es einen gefährlicheren Job als den des Philosophen gibt – „Der Philosoph ist nicht Experte, sondern der Stuntman des Experten: sein Double fürs Gefährliche“[2] – dann ist es der des Historikers.

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Gedanken zum CL Finale

Man kann nicht nichts lernen – aus Fußballspielen schon gar nicht. Und über dieses, das Finale zwischen Liverpool und Real Madrid, kann man heute schon Bücher schreiben. Ich konnte die ganze Nacht nicht schlafen, so viele Aufregungen bot das Spiel.

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Negativer Rassismus

Siegerin der 13. Staffel der fragwürdigen Castingshow „Germany’s Next Topmodel” wurde Oluwatoniloba Dreher-Adenuga, liebevoll Toni genannt. Toni ist Deutsche mit nigerianischen Eltern und schwarz. Kritiker meinen, ihr Sieg stand von vornherein fest.

Es ist kein Problem, daß eine Farbige diesen Wettbewerb gewinnt, aber es nervt, daß es gerade jetzt passiert. Es ist einfach zu viel, zu viel Didaktik und Ideologie.

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Wir sind im Fernsehen!

Das war Ende der 70er Jahre eine kleine Sensation, als bekannt wurde, daß die „Aktuelle Kamera“ in unserer kleinen Stadt drehen würde. Wir, die Straßenkinder – also die Kinder, die noch unbeschwert in großen Horden beiderlei Geschlechts stundenlang und ohne Aufsicht auf den Straßen spielten –, rannten dort hin und sahen zu: Kameras, Aufnahmewagen, Menschen mit Mikrophon, endlose Kabel … das war aufregend und abends kam alles im Fernsehen.

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Die Flüchtlinge

Eine kleine Dampferfahrt auf der Donau. Mit an Bord eine ungarische Schulklasse, vielleicht sechste oder siebente Klasse. Ein Mädchen, das schon durch seine fortgeschrittene Entwicklung aus der Reihe fiel, wird interessant, als sie im rheinischen Dialekt irgendwas mit „geil“ ruft.

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