In 20 Jahren Bürgerkrieg

Deutsches Fernsehen schaue ich schon lange nicht mehr. Dafür sehe ich mich hin und wieder im Ausland um. Im norwegischen TV lief gerade (16.3.) eine informative Sendung zum Thema Schweden: Alles nur Meinung natürlich, aber eine, die man sich anhören sollte.

Es wurde der schwedische Rapper – der „größte aller schwedischen Rapper“ – Ken Ring, 39, ins Studio gebeten. Ring ist Schwede mit dunkler Hautfarbe, in Hässelby, einem Stockholmer Vorort aufgewachsen.

Das war, als er noch ein Kind war, ein netter Ort. Heute nicht mehr wiederzuerkennen. Heute ist es ein Getto, ein Ort der Bandenkriege. Ken selbst behauptet, 19 Freunde und einen Bruder dort verloren zu haben, also tot, erschossen, in den Kopf noch dazu.

Ihm gegenüber sitzt eine strohblonde Journalistin, die konstatieren muß, daß die schwedische Medienlandschaft davon wenig weiß. Warum? Anders als in Kopenhagen oder Oslo sei die Innenstadt Stockholms „kridthvidt“, kreideweis – und dort leben all jene, die die Meinungshoheit haben. Sie wagen sich nicht in die Gettos, vielleicht weil sie Angst um ihr Leben, vielleicht weil sie Angst vor der Wahrheit oder vor dem Kollaps ihres Gesellschaftstraumes haben.

Ken, so setzt er fort, habe vor dieser Entwicklung schon vor 10 Jahren gewarnt. Dabei verteidigt er die Flüchtlinge der letzten Jahre. Die seien nicht das Problem, die kämen gar nicht in jene Viertel, wo ein Jugendlicher mit ein bißchen Dealen oder Waffenschmuggeln 5 bis 10000 Kronen am Tag verdienen kann – denn die Nachfrage steige in ganz Schweden –, das eigentliche Problem seien die zweite und dritte Generation der einstigen Flüchtlinge.

Dort in den No-Go-Zonen – natürlich nur für andere – würden sie keine Werte kennenlernen, keine Ethik oder nur das Gesetz des Stärkeren.

Freilich ergänzt die Blondine: die Flüchtlinge seit 2015 haben mit dieser Welt meist nichts zu tun, unmittelbar, aber sie verändern die Ökonomie, verschlingen eine Menge Geld, das an anderer Stelle fehle, z.B. bei der Bekämpfung von Armut (oder, meine Idee, der Ausrüstung der Polizei).

Ken hat auch dafür eine Erklärung. Man müsse in die 70er Jahre zurück. Da hat man einen Migranten aufgenommen und alles war gut. Aber der hat vier Kinder gezeugt und die vier dann acht neue und so hat man nach zwei Generationen aus einem integrationswilligen Einwanderer vielleicht 10 Sozialhilfeempfänger.

Heutzutage haben diese Leute keine Chance mehr, in den Beruf oder die Kultur einzutauchen. Stattdessen Segregation und die wird quasi-militärisch durchgesetzt. Die Polizei kommt gar nicht mehr in diese Viertel hinein. Man hat bereits Aussichtsposten an den Reviergrenzen und wenn ein Polizeiauto gesehen wird, „dann stoppt man das“.

Anfangs waren es Balkan-Gangs. Heute habe man „afrikanische Gangs, albanische Gangs, Kurden und Türken, und diese und jene“. Und weil Schweden sich zum großen und billigen Markt für Waffen und Drogen entwickelt habe, fließe auch jede Menge Geld von außen ein …

„Es wird immer mehr und mehr und mehr“, sagt Ken. „Und es muß irgendwann reißen“.

„Ich habe überlegt, nach Afrika auszureisen“ – „Ist es dort sicherer?“ – „Dort ist es sicherer. Mein neunjähriger Sohn fragte mich: ‚Warum ist es sicherer in Nairobi als in Stockholm? Darüber kann man mal nachdenken.“ Tun wir das.

Aber nicht ohne Kens Fazit – alles Populismus natürlich! – zu hören. „Ich glaube, es ist zu spät. Ich glaube, der Zug ist abgefahren. In 20 Jahren haben wir offenen Krieg auf der Straße.

Solle man dann die Schwedendemokraten wählen, fragt der Talkmaster. Das seien Rassisten, durch und durch, antwortet der Rapper. Auch wenn sie sich geändert haben, sei der Rassismus dort präsent. Aber Rassisten habe es immer gegeben. Er sei auch mit Skinheads und „Sieg Heil“ aufgewachsen. Heute sei der Rassismus ins ganze Volk eingesickert.

Da springt die Journalistin bei und sagt: „Aber die, die sich Sorgen machen, die haben keine andere Alternative gehabt“ (als SD zu wählen) – und diesen Satz läßt man im Raum stehen.

… Das wollte ich nur mitgeteilt haben.

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Ein Gedanke zu “In 20 Jahren Bürgerkrieg

  1. Leonore schreibt:

    „… Das wollte ich nur mitgeteilt haben.“

    Und ich sage dafür: Danke! Danke für den Mut zur Wahrheit!

    Es spricht viel dafür, daß Ken richtig liegt, daß Bürgerkriege nicht mehr zu verhindern sind. Aber nichts dagegen zu tun, nicht zu schreiben, zu demonstrieren, Petitionen zu verfassen oder zu unterschreiben, also nicht die Bürger wachzurütteln zu versuchen, obwohl man diese bittere Wahrheit erkannt hat und VIELLEICHT noch eine kleine Chance besteht, das Ruder herumzuwerfen – das ist keine Alternative!

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