Unsre Heimat

Unsre Heimat, das sind nicht nur die Städte und Dörfer,
unsre Heimat sind auch all die Bäume im Wald.
Unsre Heimat ist das Gras auf der Wiese,
das Korn auf dem Feld und die Vögel in der Luft
und die Tiere der Erde
und die Fische im Fluß sind die Heimat.
Und wir lieben die Heimat, die schöne
und wir schützen sie,
weil sie dem Volke gehört,
weil sie unserem Volke gehört.

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3 Gedanken zu “Unsre Heimat

  1. Pérégrinateur schreibt:

    Diese bourgeoise Besitzerperspektive im Gedicht stört doch etwas. Besäßen wir die Natur nicht, sollten wir sie dann nicht schützen? Und warum braucht es denn bitte unbedingt immer zur Begründung ein orakelhaftes und wohl wie gewöhnlich erfundenes Prophetenwort, um etwas doch ganz Einfaches und unmittelbar Eingängiges zu bekräftigen: „Du sollst nicht ins eigene Nest scheißen.“

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    • Ich bin nur das Medium – sollte die Kritik an mich gerichtet gewesen sein. Es liegt mir fern, fremde Botschaften zu verteidigen.

      Wenn Sie mich nun aber tatsächlich dazu veranlassen, darüber auch noch nachzudenken, dann käme mir der Gedanke, daß es nicht um Besitz, sondern um Eigenschaft geht. Das Possessivpronomen „unsere“ wird hier nicht prädikativ, sondern attributiv genutzt, es beschreibt keinen Besitz, sondern eine Eigenschaft. Zumindest dürfte das die Wiese, „die Vögel in der Luft
      und die Tiere der Erde und die Fische im Fluß“ betreffen. Bei den Tieren im Stall sieht die Sache schon anders aus und bei den Städten und Dörfern ohnehin. Da steckt nämlich Arbeit drin und Arbeit macht – nach der alten Lehre – etwas zu unserem Besitz. Deswegen war für Marx unberührte Natur eigentlich wertlos.

      „Du sollst nicht ins eigene Nest scheißen“ – das sagt die Vogelmama auch nicht einfach so, sondern weil nun genetisch verinnerlichte Erfahrung wohl gelehrt hat, daß es das Leben unnötigerweise erschwert. Es bedarf also eines Grundes. „Mach das nicht, weil …“ Man könnte das Gezwitscher auch übersetzen in:
      Und wir lieben das Nest, das schöne
      und wir schützen es,
      weil es uns (hier possessiv) gehört (steckt ja Arbeit drin – aber der einzelne Ast gehört uns nicht),
      weil es unserer Vogelfamilie gehört.

      Mir fehlt im Moment gerade die Zeit, um noch ein paar beeindruckende Marx-Zitate ranzupappen.

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      • Pérégrinateur schreibt:

        Ich meinte nicht das „unser“, sondern das „gehört“. Damit wird das Ganze dann, anders ausgedrückt, nicht natur-, sondern vielmehr umweltschützerisch; heute kommt das erste leider kaum einem mehr in den Sinn, man ist gewöhnlich rigide gattungsegoistisch und denkt letztlich nur an die uns dienstbare Natur.

        Nach dem ersten Satz ging es dann um Begründung durch Autoritäten, die sichtlich am Krückstock gehen, aber leider viele beeindrucken.

        Nichts für ungut, beides ging auch nicht gegen Sie, sondern gegen das Gedicht resp. die Tafeleinblendung zuletzt im ersten Film. Die Melodie hat mir in diesem übrigens gefallen. – Warum nur? – Als amusischer Mensch kann ich das nur unzureichend ausdrücken, also sage ich es naiv-metaphorisch: Weil die Melodie gegenüber dem Vers etwas schräge verschleppt ist.

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