Wichtige Tips für Frauen

Da haben wir mal wieder so einen Artikel, wie ihn nur der „Focus“ und ähnlich fokussierte Medien, die „Schwierigkeiten mit der Wahrheit“ haben, produzieren können. Man kann vielleicht die These wagen: Hätte PI-News die brutale Attacke auf eine Frau in Bottrop nicht groß an den Nagel gehängt, wäre dem Focus die Geschichte vielleicht sogar durch die Lappen gegangen.

Nun also ein Beitrag, der einen nur noch … entsetzt zurückläßt. Es sind diese Nummern, die einen an der Lernfähigkeit weiter Teile der linken Pressemeute zweifeln lassen; selbst der AfD-Schock kann sie offenbar nicht belehren. Die Konsequenz: umdenken wird nicht helfen, man wird sie schlicht und einfach auswechseln müssen.

Während man im Blätterwald also diskutiert, ob man einer schönen Frau sagen darf, daß sie schön ist, während sich die Politik daran macht, das Hand-aufs-Knie-Legen zu kriminalisieren und während gefühlt alle Stars und Sternchen sich nun ihrer Traumata entledigen, werden in deutschen Parks und auf deutschen Straßen real existierende Frauen vergewaltigt, erniedrigt und sogar getötet.

Ja, das hat es schon immer gegeben: Wo Männer sind, da ist Gewalt, wo junge Männer sind, da ist noch mehr Gewalt, aber all diese hunderten Fälle, von denen wir nun in den Zeitungen lesen oder meistens auch nicht, hätten nicht sein müssen, wenn …! Diese Frauen (die Männer übrigens auch, wenn auch anders) sind direkte Opfer politischer Entscheidungen und einer ganz besonders und wer diesen Blog oder vergleichbare Seiten von Anfang an gelesen hat, der weiß: es sind Verbrechen mit Ansage. Wen es wann wo und wie trifft, das kann niemand sagen, aber daß es zu diesen Gewalttaten kommen mußte, das war am Tag Eins bereits absehbar.

Der „Focus“ also berichtet über „Überfälle auf Joggerinnen“. Die haben sich in letzter Zeit offenbar gehäuft und mit dem brutalen Bottroper Fall erneut einen unrühmlichen Höhepunkt erreicht. Die Frau wurde von vier Männern rücksichtslos zusammengeschlagen. „Der Bottroper Fall ist der bisher letzte in einer Reihe von teils brutalen Überfällen auf Joggerinnen in ganz Deutschland in den vergangenen Wochen. Nicht alle ereigneten sich im Dunkeln. Doch gerade, weil es völlig unterschiedliche Tatmuster gibt und da die dunkle Jahreszeit bevorsteht, raten Polizei und Opferschützer Frauen zur Vorsicht.“

Schon geht das Relativieren los: „völlig unterschiedliche Tatmuster“ will der „Focus“ ausmachen und durch dieses kleine Sprachspiel die „Einzelfalle“ aufstellen. So unterschiedlich die Taten gewesen sein mögen, sie haben jedoch eines alle gemeinsam und das berechtigt uns, aus eins und eins und eins und eins und X die Summe zu ziehen.

Und dann kommt gleich der nächste Hammer: „Der Überfall in Bottrop sticht heraus, da das Opfer mehrere Vorsichtsmaßnahmen nicht beachtete und weil kein offensichtlicher Grund für die Tat ersichtlich ist.“ Victim blaiming! Vorsichtsmaßnahmen nicht beachtet! Selber schuld also, wenn auch nur ein bißchen.

Die Welt, in der ich leben möchte, ist eine, in der eine Frau beim Joggen Vorsicht walten läßt, sich nicht den Knöchel zu verstauchen oder zu erkälten, nicht aber, nicht vergewaltigt zu werden, so als sei das eine ganz normale Tatsache, die man zu akzeptieren habe, so als sei das mit dem Autogurt vergleichbar.  Es gibt kein apriorisches Recht, kein Geburtsrecht auf solch eine Welt, aber es gibt ein Recht, dafür zu kämpfen, und wer dieses Recht für sich geltend machen will, der hat auch die Pflicht dazu! In der Welt, in der ich leben möchte, darf man im Dunkeln joggen, darf  man allein in Parks gehen, darf man Kopfhörer im Ohr haben … ohne Angst!

Und dann werden sie alle aufgezählt, die Fälle der letzten Tage: Bottrop, Leipzig, Rosenheim, Hamburg. Die Täter überall: Männer. Überraschung!

Es genügt, den Links zu folgen (sofern sie angeboten werden) um die längst geahnte Wahrheit lesen zu können. Männer ja, aber Männer, die noch nicht so lange bei uns leben, Männer „südländischen Typs“, Männer, die „gebrochenes Deutsch sprechen“, Männer aus Schwarzafrika. Allein im Hamburger Fall hielt  man sich lange bedeckt. Aber Google spuckt ungewollt zu Hamburg eine ganze Latte an Fällen aus, die kaum weniger entsetzlich sind, z.B. als im Juni wieder vier „Männer“ über eine Frau hergefallen waren, oder im September, als zwei Männer eine Frau in ein Gebüsch zerrten

Als letzter Clou beim „Focus“ muß mal wieder die Statistik herhalten. O-Ton: „Sie hat sich offenbar verbessert“, die Zahl der sexuell motivierten Gewalttaten nahm in den letzten 15 Jahren ab. Dann, so möchte man die Damen und Herren in der Redaktion ermuntern, dann passen Sie doch bitte Ihre Berichterstattung der Realität an, dann haben Sie doch den Mut, die Meldungen über Gewalt gegen Frauen – parallel zur Statistik – anzugleichen. Warum diese kognitive Dissonanz? Man wagt es nicht, weil man es nicht mehr kann, denn niemand nimmt an, daß man – wie noch zu seligen alten „Bild“-Zeiten – über solche Skandalmeldungen glücklich ist. Im Gegenteil, man zittert vor ihnen, weiß nicht, wie damit umgehen, wie sie ins eigene Weltbild einzufügen sind, und fürchtet, daß das Volk die falschen Schlüsse daraus zieht.

Was diese beeindruckenden Zahlen tatsächlich belegen, ist doch dies: Die deutsche Gesellschaft, wie übrigens alle westlichen Gesellschaften, war auf einem beispiellosen Weg der Zivilisierung. Es ist ihr tatsächlich gelungen, Gewalt in vielerlei Hinsicht zu minimieren. Darüber hat Steven Pinker auf 1200 Seiten fast alles gesagt. Aber dieser Prozeß wurde durch politische Fehlentscheidungen ad absurdum geführt, gebremst oder gar rückgängig gemacht. Die Wunderzahlen sind einer statistischen Verzögerung zuzuschreiben und die Halbierung der Gewalttaten in den letzten 15 Jahren ist einem innereuropäischen Zivilisierungsprozeß zu danken. Wir werden erst in weiteren zehn oder 20 Jahren wissen und statistisch aufarbeiten können, ob und wie die Einführung des massenhaft Fremden, das diesen internen Zivilisierungsprozeß nicht mitgemacht hat (siehe Karen Blixens Gedanke, daß der affirmative Umgang mit Technik bei Sokrates beginnt) diese Prozesse beeinflußt haben wird.

Bis dahin, liebe Frauen und Mädchen – es nützt nichts, ihr seid die Mäuschen in diesem einmaligen gesellschaftlichen Großexperiment: Achtet auf die unsäglichen Tips der Polizei und des „Focus“.

 siehe auch:

Warum Köln uns trifft

West-östlicher Dschihad

Pinker, Steven: Gewalt – eine neue Geschichte der Menschheit. Frankfurt 2013

9 Gedanken zu “Wichtige Tips für Frauen

  1. Pérégrinateur schreibt:

    Gewaltkriminalität wird vor allem von Männern begangen, und zwar vor allem von jungen Männern. Aber ist das zu sagen jetzt nicht Srimatisierung oder – horribile dictu! – sogar „gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit“? (Die Männer sind schließlich auch eine Minderheit …) Man sollte sich die Kriminalitätsraten aber genauer anschauen und bemerkt dann bei Zuwanderern aus dem nahöstlichen, nordafrikanischem und afrikanischen Raum einen um eine halbe Größenordnung größeren Wert. (Chinesische und andere ostrasiatische Einwanderer haben überigen eine bis um den Faktor 5 geringere Kriminalitätsrate als die Einheimischen.) Es gibt übrigens dann noch besondere Peaks, etwa bei Zuwanderern aus dem Maghreb, über die letztes Jahr aus einigen Städten bekannt wurde, dass 30–40 % der ansässigen Population tatverdächtig sind, oft auch noch mehrerer Delikte.

    Das Respektverschaffen funktioniert nur unter zwei Bedingungen, nämlich wenn man es überhaupt will und wenn man es überhaupt kann. Bei weiten politischen Kreisen sehe ich da leider eine Neigung, das Problem lieber zu vertuschen, auch mit einem frischen Motiv: Das eigene „Eiapopeia, alles kein Problem!“ aus der Sommermärchenzeit ist wohl beim Publikum noch in allzu frischer Erinnerung, als dass das Umschalten nicht als Eingeständnis eigener eklatanter Urteilsunfähigkeit erscheinen wird. Udn ohnehin ist in manchen Kreisen der Lindenstraßen-Blick auf die Einwanderung – nach der alle Probleme nur von der Diskriminierung durch die Deutschen herrührten – noch weit verbreitet. Nur so erklären sich der reflexhafte „genialische“ Tweet von Frau Künast über den Würzburger Zugattentäter mit Axt. Stellen Sie sich vor, sie oder jemand mit ähnliche Struktur der Sorge würde für Polizisten verantwortlich, das wird diese sicher zum Respekt verschaffen treiben …

    Nun zum Können. Laut BMI rechnet man alleine 1600 „Gefährder“ zur islamistisch-terroristischen Szene und dann noch sechsmal so viele zum salafistischen Umfeld. Wenn sie alleine die 1600 rund um die Uhr überwochen wollen, dann brauchen Sie dauerhaft wenigsten 5 Observateure, das macht dann (Wochenarbeitszeit, Urlauf, Krankheit) wenigstens 20 pro Person. Damit ist dann natürlich noch kein Drogenhändler gestellt, kein Ladendiebstahl verhindert und kein Park nachts überwacht. Deshalb ja auch die Empfehlung an Joggerinnen, doch bitte schön ihre Lebensweise in diesem Punkt – dann halt doch schon mal zu überdenken. Tatsache ist, die Polizei ist saturiert, wenn man also die Beamten für etwas anderes abzieht, muss man irgendwo anders stattdessen ein Loch aufreißen. Der Aufwuchs, sofern denn politisch überhaupt erwünscht, ist auch nicht in der Geschwindigkeit zu erreichen, mit dem Politiker geniale Politikwechsel auf geniale Politikwechsel folgen lassen können.

    Man sollte nach Frankreich schauen, dort zeigt sich schon, worauf wir wohl zusteuern. Es gibt schon etwa 50 Cités, in die die Polizei nur in Mannschaftsstärke einrückt und selbst Feuerwehr nur unter Polizeibedeckung. Sie haben sicher vom Vorfall letztes Jahr im Pariser Westen gelesen. Dort wird eine solche Cité von Drogenhändlern beherrscht, weshalb man wegen zu großer Gefahr für einzelne Polizeistreifen schon auf Videoüberwachung umgestellt hat. Nur, dass die auf einem Masten montierte Videokamera eben auch regelmäßig zerstört wurde, weshalb man darunter einen Streifenwagen platzierte. Dem wurden die Scheiben eingeworfen und Mototowcocktails hinterhergeworfen. Das Prozedere ist anscheinend schon zwischen verschiedenen Drogenbanden bei Revierkämpfen üblich und trägt den schönen Namen « faire un barbecue », nun also die Premiere gegenüber Polizisten. Daraufhin spontane Großdemonstration von vermummten Polizisten, bei der erstmals während der V. Republik Polizisten durch die Sperrzone zum Innenministerium marschierten. In Frankreich sind Polizei und Gendarmerie übrigens massiv überbeansprucht durch Wachdiensteinsätze, die im Wesentlichen keine Wirkung haben – außer natürlich, dem Publikum zu zeigen, dass die Politik „etwas unternimmt“ und Attentätern fixe Ziele zu bieten.

    Wenn man das Grundproblem der rechtsfreien Zonen nicht ernstlich angeht, wird man bald in Frankreich Todesschwadronen haben. Das wird man dann natürlich wiederum sehr wort- und tugendreich beklagen können. Aber auch Polizisten ist das Hemd näher als der Rock. Auch in Sachen Rechtsstaat gibt es also de facto eine Obergrenze.

    Seidwalk: Ähnliche Entwicklungen vollführen sich gerade in Dänemark. Dort herrscht seit Monaten ein regelrechter Krieg zwischen Einwandererbanden – die auch Biodänen unter Vertrag haben – und der Polizei. Kopenhagen wacht kaum noch ohne nächtliche Schießereien und Tote auf. Aarhus und Odense leiden ähnlich. Gestern wurde etwa eine Ladung Hash (1t) und Waffen (AK74!) hochgenommen. Die Leute verlassen fluchtartig die Gegenden, Eigentumswohnungen sind wertlos geworden, die Polizei geht nur noch im Konvoi in die Viertel – und die Gangs laden zynische Videos hoch und feiern ihren Sieg. Bekannte Verbrecher hangeln sich von einer Instanz zur anderen um die Abschiebung zu verhindern – was selbstverständlich gelingt, nicht zuletzt, weil sie linke Politiklobby haben. Mittlerweile übernimmt das Militär die Grenzsicherung, um die Polizei für den Inlanddienst zu entlasten… Könnte man endlos fortsetzen. Es gibt in Dänemark „kvarterer“ die nicht mehr zu Dänemark gehören.

    Sie haben recht: das sind Ausblicke in unsere Zukunft.

    lesenswert: https://jungefreiheit.de/debatte/kommentar/2017/heuchlerische-kampagne/

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  2. lynx schreibt:

    Man kann Frauen aber auch nicht empfehlen, sich als Couchsurferinnen bei Münchner Rechtsanwälten einzuquartieren und sich dann bei der Vergewaltigung filmen zu lassen. In Tübingen wollten vor einer Weile ein paar Buben von der Alb am Wochenende „Spaß“ haben und vergingen sich an einer Studentin. Die Buben wussten wahrscheinlich gar nicht, wo Nordafrika liegt. Da ließe sich eine lange Liste erstellen. Denn am Ende geht es eben immer um: Männer. Eine schweizer Studie hat das ja vor einer Weile schön bestätigt: würde man die Männer abschaffen, hätte man (fast) kein Kriminalitätsproblem mehr.
    Und jetzt bitte nicht wieder mit der Relativierungskeule kommen. Ja, es gibt ein Problem. Ja, wir müssen uns gehörig Respekt verschaffen. Tun wir’s! Aber nicht über Stigmatisierung, Ausgrenzung, Hochnäsigkeit, Besserwisserei und dergleichen mehr. Sondern ganz cool, emotionslos und knallhart als Rechtsstaat. Das werden sie verstehen. Alle miteinander, die von der Alb und die aus Afrika.

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    • Das Ergebnis der Schweizer Studie hätten sie hier schon vor zwei Jahren lesen können. Sexuelle Gewalt geht fast ausschließlich von Männern aus, wie auch 90% aller anderen Gewaltverbrechen. Jede Gesellschaft hat ein statistisches Mittel an Verbrechen – dieses wurde im Westen in den letzten Jahrzehnten signifikant gesenkt. Trotzdem gehört es zum Grundtatbestand der Gesellschaft – kein vernünftiger Mensch kann und will das leugnen.

      Wir differenzieren hier jedoch und dieser Beitrag spricht von einem Surplus an sexueller Gewalt, das sich – ob einem das nun gefällt oder nicht – direkt aus der Migration ergibt. Das muß thematisiert werden. „Traditionelle“ oder autochthone sexuelle Gewalt findet zudem mutmaßlich verstärkt im häuslichen Bereich statt. Die hier besprochenen Fälle dagegen haben alle im öffentlichen Raum stattgefunden und führen damit zwangsläufig zu einem „Strukturwandel der Öffentlichkeit“ (wenn der kleine Zynismus erlaubt ist). Wir sprechen hier von einem ganz anderen Koordinatensystem.

      Der einzelne geile Anwalt ist nicht relevant – er ist ein „Einzelfall“ und zudem mit dem Opfer bekannt. Die zufällige Joggerin hingegen ist durchaus signifikant. Vor allem: Innerhalb des tradierten Systems müßte sie nicht sein, während die Sekretärin statistisch „sein muß“.

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      • lynx schreibt:

        Dass der Anwalt mit dem Opfer bekannt sei, ist nun wirklich zynisch: er hat den Schlafplatz vorsätzlich für sein Vorhaben angeboten, die Frauen waren Zufallsopfer.

        Seidwalk: Na, na, verdrehen Sie mir bitte nicht die Worte im Mund. Ich kenne diesen Fall nicht und sie haben auch noch keinen Nachweis erbracht. Mir ging es um den „Normalfall“ des sexuellen Übergriffs am Arbeitsplatz, dort wo Menschen nah beieinander sind und evtl. sogar Vorgesetztenverhältnisse existieren.

        (Lynx: Weil Sie nach dem Münchner Vorfall gefragt haben: da läuft derzeit ein Prozess, es gibt viele Pressemeldungen dazu, z.B. http://www.abendzeitung-muenchen.de/inhalt.landgericht-muenchen-verstoerender-prozess-vergewaltiger-heiratet-sein-opfer.ad2ff312-52bd-445d-b7b7-db220210156f.html)

        Und wie Sie wissen, ist das sog. Surplus auch weitgehend ein statistisches: wir haben einfach ganz schnell viel mehr (teils etwas minderzivilisierte) junge Männer bekommen. Und wenn ich die Frauen in meiner Umgebung frage (bzw. das weiß ich auch so): keine ist je auf die Idee gekommen, nach einsetzender Dämmerung in einem Park o.ä. laufen zu gehen, selbst nicht in unserer als besonders sicher geltenden Stadt. Das ist schlimm für Frauen, regelrecht diskriminierend, und das mindestens seit Jahrzehnten. Die Frauen sind daran nicht schuld.

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        • Pérégrinateur schreibt:

          Noch eine Bemerkung zum Unterschied, ob Kriminalität im öffentlichen oder im privaten Raum stattfindet und wahrgenommen wird.

          Wenn der werte Gatte sich zum Ekel entwickelt und mehr und mehr handgreiflich wird (oder auch umgekehrt die werte Gattin – dies übrigens die einzige Ausprägung des Phänomens, die ich im Nachbarschaftskreis je erlebt habe), dann kann man sich scheiden lassen, also der Gefahr langfristig ausweichen. Im öffentlichen Raum besteht diese Möglichkeit nicht, und es gibt auch weniger an grundsätzlichem Zutrauen Fremden oder gar ganz Fremden gegenüber. Diese Differenz hat eine anthropologische Basis und ist auch nicht durch Propaganda zu überwinden. Wir Menschen sind auf ein Umfeld von allenfalls ein paar Dutzend Vertaute angelegte Herdentiere, jede Übertragung auf größere Gruppen bleibt prekär.

          Merkwürdigerweise scheinen gerade Frauen auch besondere Angst davor zu haben, an bestimmten Örtlichkeiten angefallen zu werden, etwa in Parkhäusern, weshalb man mehr und mehr bemerkt, dass diese visuell „frauenfreundlicher“ gehalten werden. (Farbanstriche statt grauem Beton, öfter geputzt, beruhigende Kaufhausmusik usw.) Ich habe einst lange gesucht, ob denn die Kriminalitätsinzidenz in Parkhäusern überhaupt besonders groß ist und nichts dazu gefunden, weshalb ich vermute, sie ist dort gar nicht größer als anderswo und diese Angst ist völlig irrational, wie übrigens auch die sehr typische Angst gerade älterer Frauen vor dem Bösen Mann, wenn sie alleine im dörflichen Wald spazierengingen. (Als ob nun gerade hinter den Bäumen die Vergewaltigerdichte besonders groß wäre …) Ich habe eine ältere Frau mit anfangs sehr guter Kondition gekannt, die ängstlichkeitshalber nicht mehr spazierenging, nachdem ihre beste Freundin sie krankheitshalber nicht mehr begleiten konnte, worauf sie selbst dann sehr schnell körperlich schwächer wurde und ins Heim musste.

          Bei mir über der Straße wohnte bis vor einigen Jahren ein rechtsradikaler Rohling, der seinen scharfen Hund frei auf der Straße herumlaufen ließ und sich schier totlachte, wenn dieser dann Bewohner einer nahen therapeutischen Wohngemeinschaft stellte, wobei diese zumeist bangen Personen in Panik verfielen. Sie mussten aber auf dem Weg zu den Läden dort vorbei und sich dann oft genug noch seine Invektive „unnütze Esser“ anhören. Meine Treppennachbarn hat er einmal so beleidigt, dass sie beim Bericht darüber gezittert hat, wie ich es noch nie bei jemandem gesehen habe. Er hatte auch die nette Gewohnheit, nachts im Suff mit seinen Gewehren über die Dächer zu schießen. DIe meist älteren Umwohner erzählten mir es und meinten dazu, in ihrem Alter könnten sie doch nicht mehr ihr Haus aufgeben und wegziehen. Meines Wissens ist nie etwas wirklich Ernstliches geschehen, aber die Einschüchterung alleine war so groß, dass viele wirkliche Lebenseinschränkungen vornahmen. (Verlegung des Schlafzimmer weg von der Seite zum „lieben Nachbarn“, bei großer Angst, ihm auch nur sein Benehmen vorzuhalten; andere Wege ins Ortszentrum usw.)

          Zu Zeiten, als ich noch ein großer Wanderer war, habe ich öfter alleine spazierengehende Frauen ungewollt „gejagt“. Da kam so ein verwegen ausschauender Kerl mit Bart immer näher, wer weiß, was der im Schilde führte! Ich habe es mir dann angelegen sein lassen, meine „Opfer“ immer möglichst schnell zu überholen und daraufhin freundlich zu grüßen, worauf sich die Angst in nichts auflöste. (Irrational! Es hätte ja sein können, dass ich sie nur in Sicherheit wiegen wollte.) Manchen, die daraufhin gleich ihre Angst bekannten, habe ich auch geraten, doch dann wenigstens immer einen Stock oder ein Messer mitzuführen, weil schon der Gedanke, nicht ganz hilflos zu sein, ein Gefühl größerer Sicherheit verschaffe, das auch einen potentiellen Angreifer nicht unbeeindruckt ließe. (Ich hatte nach einigen unangenehmen Begegnungen mit Hunden deswegen selbst immer ein Messer in der Hosentasche und einen Stockschirm greifbar im Rucksack stecken. Schon allein das reduzierte die Aufdringlichkeit der Hunde ungemein, die offenbar meine größere Selbstsicherheit geradezu rochen.) Typische Antwort: Sie seien ja doch noch nicht so alt, um einen Stock zu brauchen, und wo sollten sie denn bitte adrett das Messer an sich unterbringen … Frauen!

          Eine Tante von mir hatte immer Angst, wenn es klingelte, das Zigeunerfrauen vor der Tür stünden und dann betteln wollten, woraufhin sie ihnen nämlich unbedingt etwas geben müsse. Diese würden nämlich sonst unter Verwünschungen fortgehen, und sie würden sehr wirksame Flüche kennen.

          Sie sehen, ich räume Ihnen durchaus ein, dass manche Angst auch irrational oder doch irrational aufgebauscht ist. Aber es gibt nun einmal eine große Zahl banger Menschen, die auch ungewollt über diese irrationale Schiene zu starker Einschränkung ihres Lebensstils gebracht werden. Umso mehr so, wenn sich die eigene Gefährdung objektiv erhöht hat und manche Vormünder dann noch durchsichtig genug versuchen, einem das mit brachialem Überzeugungswillen auszureden. Man sollte nicht einfach annehmen, jeder und jede sei wie ein junger Perceval, der im Drange, endlich einmal die ihm bisher unbekannte Angst zu erfahren, durchs Leben geht. Über die Altersstruktur der deutschen Wohnbevölkerung und die Korrelation zwischen Alter und Angst wissen Sie ja wohl Bescheid. Diese ist übrigens biologisch sinnvoll, der Schwächere sollte besser fliehen statt kämpfen.

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          • lynx schreibt:

            Danke für die ausführliche Ergänzung und Erfahrungsbericht, den ich in vielem teile, gerade auch was Hunde angeht (das wäre ein eigenes Thema). Ihre etwas paternalistische Sicht auf Frauen: na ja, aber das will ich nicht vertiefen.

            Der Punkt ist doch: wir können das Fremde nicht ausschließen. Es ist da, je fremder es ist, desto mehr Angst flösst es ein. Manchmal will das Fremde auch fremd bleiben, dann wird es schwer.

            Neulich habe ich beim Einsteigen in die S-Bahn versehentlich einen Nordafrikaner touchiert. Den Blick hätten Sie sehen sollen und wie er sich gleich aufgepumpt hat. Wir kennen das nicht und wollen das nicht. Genau so habe ich ihn dann angeschaut. Er hat die Luft dann abgelassen und sich getrollt. Keine Ahnung, was er sich gedacht hat, vielleicht auch nur: der alte Mann…

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    • Ulrich Christoph schreibt:

      „Wisi e nim admin im veniam, quis nostrud.“

      Wer wollte bei Formulierungen wie „Wir müssen uns gehörig Respekt verschaffen“ und „cool, emotionslos und knallhart als Rechtsstaat“ nicht zustimmend nicken, würde man nicht umgehend an die öffentlichen Offenbarungseide deutscher und schwedischer Strafverfolgungsbehörden erinnert, die derlei an Tischen mit grünen Decken erdachte Handreichungen als graue Theorie erkennen lassen. Sie wissen es längst, die von der Alb und die aus Afrika. Alle miteinander.

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    • Kurt Droffe schreibt:

      Nein, es geht am Ende eben nicht immer um „Männer“. Warum dann nicht gleich „Menschen“? Schon der Fokus auf Männer zeigt doch, daß es Unterschiede gibt, und wenn schon zwischen den Geschlechtern, dann doch sicher auch zwischen den Kulturen.
      Es gibt eben Unterschiede zwischen Männern, die hier zivilisiert wurden, und Männern, die woanders zivilisiert wurden, und Männern, die zwar hier zivilisiert wurden, aber von Männern (oder Frauen), die selbst noch woanders zivilisiert wurden. Ihre Argumentation verwischt das Wesentliche: Wir hatten hierzulande mit viel Arbeit, Mühe und Geld einen Zustand erreicht, in dem eine Frau mit geringem Risiko unbehelligt joggen konnte. Dieses Risiko hat sich durch Immigration erheblich vergrößert. Daß die immigrierten Männer in ihren Herkunftsländern vielleicht (!) ebenso gewalttätig wären – ja, mag sein, aber das ist nicht unser Problem in diesem Staate. Zudem: Wenn man hier nun schon weiß, daß „junge Männer“ im Schnitt krimineller sind als andere Bevölkerungsgruppen, ist es denn dann die beste Idee, von dieser überproportional devianten Gruppe mal eben ca. eine Million ins Land zu lassen? Doch wohl kaum.
      Unser Rechtsstaat ist nur auf ein bestimmtes Maß an Gewalt und Devianz eingestellt; nimmt das sprunghaft zu, geht er in die Knie und kann seine Aufgaben schlicht nicht mehr bewältigen, schon gar nicht „knallhart“. Er hört dann auf, Rechtsstaat zu sein. Abgesehen davon gibt es für „knallhart“ in Deutschland keine politische Mehrheit. Aber, wie gesagt: Der Rechtsstaat mit seinem Justizsystem ist ja nur „the last line of defense“; die eigentliche zivilisatorische Arbeit und Einhegung liegt davor. Und die ist, je nach HErkunftsland, verschieden.

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    • Pérégrinateur schreibt:

      Kommentar eines weit herumgekommenen Freundes zu einer bestimmten Art von Feminismus: „Ich habe in meinem Beruf noch niemals erlebt, dass habituelle empörte Klagen einer Frau über die allgemeine Frauendiskriminierung nicht durch ein persönliches Avancement auf der Stelle zu besänftigen gewesen wären.“

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