Luther der Deutsche

Diesmal habe ich lange überlegt, welches der dutzenden Bücher über Luther, die anläßlich des 500. Jahrestages des Thesenanschlages die Buchläden fluteten, ich – in langer persönlicher Tradition, denn der Reformationstag ist seit eh und je Lutherlektüretag – lesen sollte. Die Wahl fiel schließlich auf Heimo Schwilks Erzählbiographie und sie hat sich als Glücksgriff sondergleichen herausgestellt.

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Wichtige Tips für Frauen

Da haben wir mal wieder so einen Artikel, wie ihn nur der „Focus“ und ähnlich fokussierte Medien, die „Schwierigkeiten mit der Wahrheit“ haben, produzieren können. Man kann vielleicht die These wagen: Hätte PI-News die brutale Attacke auf eine Frau in Bottrop nicht groß an den Nagel gehängt, wäre dem Focus die Geschichte vielleicht sogar durch die Lappen gegangen.

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Ihre und unsere Wirklichkeit

Es gibt einen seltenen Schlag Mensch, vor dem alle anderen verstummen, wenn er zu reden beginnt. Man nennt das Charisma. Karen Blixen war so ein Mensch. Diese Frau war mehr als eine bedeutende Schriftstellerin und eine begnadete Beobachterin: sie war weise. Lauschen wir ihr!

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Eine Bitte

Dieser Blog geht mit dem heutigen Tag bereits ins dritte Jahr, nahezu 600 eigene Beiträge wurden veröffentlicht. Vor 365 Tagen hatte ich schon einmal angekündigt, etwas zurückzufahren, denn es galt eine neue, sehr schwierige Sprache zu lernen, sich in einer ungewohnten Umwelt zurechtzufinden und einen riesigen Berg an Lektüren abzuarbeiten. Daran hat sich nichts geändert.

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Die Wahrheit ist Nazi?

Die Frage, ob dem menschlichen Denken gegenständliche Wahrheit zukomme, ist keine Frage der Theorie, sondern eine praktische Frage. In der Praxis muß der Mensch die Wahrheit, d. h. die Wirklichkeit und Macht, die Diesseitigkeit seines Denkens beweisen. (Marx: Zweite Feuerbachthese)

Es geht um die Wahrheit. Und darum, wie diese in unseren Medien repräsentiert wird. Die Ereignisse der Frankfurter Buchmesse bieten sich an, wie selten etwas, denn sie sind so gut dokumentiert, daß auch der Außenstehende, der nicht vor Ort war, die Begebenheiten fast vollständig rekapitulieren kann.

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Ein Tag in Serbien

Heute geht es nach Serbien. Von Mórahalom fährt man zehn Minuten bis zur Grenze, nach Röszke. Röszke – klingt der Name noch? Genau! Vor exakt zwei Jahren war Röszke Weltpolitik, stand das kleine verschlafene Nest an der ungarisch-serbischen Grenze im Zentrum der Aufmerksamkeit. Ganze Horden von Journalisten kamen und berichteten.

Als plötzlich jeden Tag tausende Menschen über die Grenze in die EU strömten, entstanden auf ungarischer Seite große Erstaufnahmelager. Dort wurden die Migranten zum ersten Mal erfaßt. Auch Ungarn war mit der Situation überfordert, die humanitären und sanitären Bedingungen sollen katastrophal gewesen sein.

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Szegediner Überraschungen

Ich wache mit Kopfschmerzen auf. Es war keine gute Nacht: zu laut, zu warm, die Matratze zu hart, zu viel roter Wein. Ohne Frühstück fahren wir die 20 km nach Szeged. Dort muß irgendwo ein Kaffee her!

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In Geschichte baden

Wer ein Denkmal will, sollte nach Ungarn gehen. Wahrscheinlich gibt es kein anderes Land, in dem per capita so viele Denkmäler – Statuen, Büsten, Reliefs, Gedenktafeln – zu finden sind, wie in Ungarn, außer vielleicht Nordkorea, dort aber nur von drei Personen in ewiger Wiederholung.

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Was ist deutsche Kultur?

Ein erbärmlicher Versuch

Der „Focus“ ist schon zu einem argen Wurschtblatt verkommen. Zusammen mit der Schwesterzeitung „Huffpost“, die mittlerweile zum Zentralorgan der Islamophilie mit klarem missionarischem Auftrag geworden ist. Propaganda! Ich scheue mich nicht, diesen Begriff zu verwenden. Vor allem wenn es konkret gegen die AfD und allgemein gegen Andersdenkende geht. Da wird jede Gelegenheit genutzt – mal mit dem Hammer, dann wieder etwas subtiler –, um exakt das zu tun, was man dieser Partei und ihren Anhängern vorwirft: zu hetzen und zu ängstigen.

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Das Weingut

Die Deutschstunden mit dem Weingutsbesitzer sind besonders instruktiv. Ein kultivierter Mann mit Charakter und Würde. Sein Deutsch ist gut genug, um auch über komplexere Themen zu sprechen.

Natürlich kommt die Rede immer wieder auf den Wein. Nach der politischen Wende wurde das große Staatsgut in Nemesnádudvar abgewickelt. Teile der Weinanbauflächen wurden verkauft, der Großteil jedoch platt gemacht. Ungarn hatte den Osten beliefert, aber der Osten wollte keinen ungarischen Wein mehr. Heute ist die einstige Fabrik an der Hauptstraße eine Ruine.

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Die Lemminge

oder: Der Einzige und sein Eigentum

Ein Märchen

Lange bevor es Menschen auf der Erde gab, herrschte ein Zwergenvolk über alle Kreatur. Sie besiedelten den Norden, den Süden, den Osten und den Westen.

Zahllose Generationen waren sie selig, schafften sich Nahrung, erzogen ihre Kinder, tanzten und lachten, doch am liebsten schliefen sie. Sie schliefen vor lauter Glück und Freude, denn nichts konnte ihnen geschehen. So ging es bis an ihrer Tage Ende.

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Die Welt von gestern

Kurt Droffe, geschätzter Leser und Kommentator dieses Blogs, empfahl vor einigen Monaten eine mehrbändige Reisebeschreibung durch Mittel- und Südosteuropa. Ein junger Engländer, noch keine 20 Jahre alt, durchwanderte 1934 entlang der großen Flüsse Rhein und Donau den halben Kontinent und beschreibt diese unglaubliche Reise ein halbes Jahrhundert später.

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Toleranz und brauner Dreck

Kommt eine Bekannte zu mir und berichtet aufgebracht von einem Gespräch mit der neuen Chefin. Eigentlich eine interessante Frau, voller Energie und neuer Ideen. Schon nach wenigen Tagen, ohne überhaupt nur Einblick in die Abläufe zu haben, will sie alles ändern. Die Belegschaft des deutsch-ungarischen Joint Ventures teilt sich sofort in zwei Lager.

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Der katalanische Vulkan

Wenn wir von Vulkanen sprechen, dann denken die meisten wohl an einen Bergkegel mit einem Trichter in der Mitte. Tatsächlich gibt es jedoch eine ganze Reihe von Vulkanen und nicht jedem sieht man das „Vulkanische“ an. Vor allem aber gehört zu ihm die unterirdische Magmakammer – dort, im Unsichtbaren, entscheidet sich in langen und langsamen Prozessen aus Vermischungen und Konzentration, ob, wann und wie der Vulkan sich „entäußert“.

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