5 Gedanken zu “Ooops!

  1. Pérégrinateur schreibt:

    Auch bei mir liegt die NPD an der Spitze, allerdings mit (absolut) etwa 18 % weniger. Beim Abgleich mit den Parteipositionen wurde dann plausibel, wieso das wohl so ausging: Ich bin nicht grün genug, um wirklich satt braun zu sein.

    Daraus sollte jeder zwar allezeit mündige, aber irgendwie dann doch um’s „Was sollen denn nur die Leute sagen?“ besorgte Wähler seine Lehre ziehen, finde ich.

    Ihr guten Lämmer, kehret um vom Weg der Verstockten und achtet zuvörderst auf euer noch schönes Gärtlein. Wenn dich die Göbbels-Eckardt locken, so folge ihnen nicht, denn ihrer ist das Wolkenreich, wo der Zweifelswurm nicht frisst und das Feuer der Selbstgerechtigkeit nie ausgeht. (Und bleibt bitte auch dabei, selbst wenn ihr gar nicht anders glaubt stimmen zu können, weil etwa um das Feld, in dem man für sie ankreuzen muss, wunderlicherweise der fettere Ring gezogen wäre.)

    Nachtrag.

    Es wäre doch eine interessante Sache, wenn etwa jetzt Tausende an die Wahlomat-Betreiber in diesem Sinne schrieben: „Vielen Dank für Ihren wirklich sehr hilfreichen Wahlomaten. Ich wollte zwar unbedingt AfD/CDU/FDP/Linke/SPD/Grüne/… wählen, nachdem sie mich aber nun aufgeklärt haben, dass meine Positionen bessser von der NPD vertreten werden, muss ich nun eben in den sauren Apfel beißen und diese wählen. Ohne Ihr Angebot wäre ich nie darauf gekommen, und ich bin ja eigentlich auch abgeneigt. Aber konsequenterweise muss es nun so sein.“

    Die Großaktion müsste noch den üblichen Auseher-Aufsehern und Aufsehern über die Moral der allzu verführbaren Wähler bekannt gemacht werden. Und dann gäbe es beim Anblick des sogleich einsetzenden öffentlichen Politkeuschheitslimbos endlich mal wieder etwas zu lachen.

    Dazu dann noch eine schöne Zeichnung in der Zellerzeitung mit der üblichen satirischen, über zwei Ecken gedachten Irrenredensimulation dazu, und mein Tag zumindest wäre vergoldet.

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    • Sie treffen da vermutlich direkt ins Schwarze – um nicht „ins Grüne“ oder sogar „ins Braune“ zu sagen. Mein Konservatismus ist ganz wesentlich grün motiviert, wie fast alles Grüne genuin konservativ ist und war. Heute wissen das viele nicht mehr, weil die Linke in Gestalt der „Grünen“ diese Bewegung gekapert und gegen ihren Urimpuls gedreht hat.

      Aber die Ökobewegung ist in der Tat konservativ und war später auch „braun“. Da aber in der offiziellen Geschichtsschreibung nichts „braunes“ affirmiert werden darf, hat man die Erinnerung an die Anfänge getilgt. Dabei genügt es Ludwig Klages‘ schmales Bändchen „Der Mensch und das Leben“ zu lesen, um das zu begreifen.

      Das zieht sich dann durch die verschiedenen Bewegungen von den Wandervögeln über die Naturalisten und den frühen Vegetarismus, den Heimatschutz bis hin zu Herbert Gruhl. Wolfgang Harich als Erzkommunist wurde deswegen exkommuniziert („Kommunismus ohne Wachstum“) ebenso wie Rudolf Bahro, Gründungsmitglied der Grünen und ebenfalls Marxist, der in „Logik der Rettung“, in einem „Exkurs über Grün und Braun“ schrieb: „Wir müssen uns dazu bekennen, daß wir annähernd dieselben existentiellen Probleme, auf die nach dem I. WK die Nazibewegung reagierte, jetzt unter ungleich günstigeren Bedingungen erneut auf den Tisch bekommen haben …“ Das haben ihm dann die Fischers und Dithfurts nie verziehen und wenig später war Schluß mit der Partei.

      Oder man denke an die Gebrüder Jünger, an Heidegger, Evola, Gehlen, George und Kreis … an die gesamte frühe Technikkritik – alles rechts!

      Ausgerechnet Rolf Peter Sieferle hatte darüber Mitte der 80er ein Buch geschrieben: „Fortschrittsfeinde? Opposition gegen Technik und Industrie von der Romantik bis zur Gegenwart“ … der Kreis schließt sich immer wieder aufs Neue. So gesehen haben Sie mit Hilfe des Wahl-O-Mats getroffen.

      Über allen vitalen Fragen schwebt die ökologische – selbst wenn alles ein gutes Ende nehmen würde, diese Frage wird unser Schicksal bestimmen. Das darf man bei all dem täglichen Wahnsinn nicht aus den Augen verlieren.

      PS: Im übrigen ein großartiger Vorschlag!

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      • Kurt Droffe schreibt:

        Bei mir liegt die AfD vorne, und zwar knapp (!) vor der FDP und CDU. Ich muß mir die Ergebnisse nochmal im Einzelnen ansehen, aber erste Erklärungen für mein „Abschneiden“:
        1. AfD-Positionen sind mittlerweile auch Positionen anderer Parteien, bzw. sie waren es schon, werden aber nicht umgesetzt und bleiben Lippenbekenntnisse (s. z. B. bei „Schuldenschnitt“).
        2. Die ursprüngliche liberale Komponente der AfD macht sich immer noch bemerkbar, da programmatisch so manche wohlfahrtsstaatliche Maßnahme beschränkt werden soll. Um es mit Ihren Worten zu sagen: Für die NPD bin ich (und ist auch die AfD) nicht nur nicht grün, sondern auch nicht links genug.
        3. Das, zusammen mit meiner liberalen Grundhaltung, erklärt dann auch die noch bestehende Nähe zur FDP.

        Abgesehen davon sind viele Fragen auch in der gestellten Form, eher sinnlos und nicht wirklich beantwortbar. Auch eine Gewichtung, die über das „doppelt“ hinausgeht, wäre wünschenswert, weil die Bandbreite der Themen und ihrer Bedeutung sonst nicht wirklich eingefangen wird. Auch so einige der Parteiantworten sind eher uneindeutig, so daß dabei auch erhebliche Trennschärfe verloren geht (wer hätte z. B. gedacht, daß diese CDU als „gegen finanzielle Förderung erneuerbarer Energien“ gebucht wird?).

        Es bestätigt sich, daß eine Partei immer ein „mixed bag“ ist: Meine Präferenzen gehen quer über das gesamte Spektrum, und entscheiden muß ich nach meiner ganz persönlichen Gewichtung. Die kann von Jahr zu Jahr verschieden ausfallen.

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  2. Was die Kalibrierung des Wahlomat anbelangt: Dieses Gerät wird von Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) verantwortet, dürfte ergo von Anfang an akribisch auf politische Korrektheit hin getrimmt worden sein …

    … möglicherweise muß bei solchen Ergebnissen wie dem vorliegenden, das ‚Stimmvieh‘ einfach noch ein wenig nachgeschult werden.

    Wir wissen nicht, was der freundliche Tankwart empfiehlt. Wir empfehlen in Sachen Nachschulung die Politmagazine, das sogenannte Frühstücksfernsehen oder auch die Nachrichtensendungen des GEZ-Staatsfernsehfunks.

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