Den Wald vor Bäumen

Ultimatives Argument eines Nachbarn, um alle Bedenken abzublocken. Seine und die von mir erwähnten. Jedes Mal wenn wir uns treffen, kommen wir auf Politik zu sprechen. Das geht nicht von mir, das geht von ihm aus. Dabei vertritt er eiserne Kanzlerinnenlogik: Flüchtlinge gut, braucht Deutschland, AfD schlecht, ganz böse … In diese Richtung.

Ein Freund, den er damit wahrscheinlich nervte, gab ihm dann das ultimative Argument: „Wie betrifft es dich denn? Wo mußt du denn Einbußen hinnehmen? Wo berührt es denn dein persönliches Leben?“

Das sagt sich in einer Eigenheimsiedlung im Grünen leicht dahin und klingt für jemanden, der im Büro eines Autokonzerns sitzt, überzeugend. Also probiert er es an mir, nachdem er ein wenig von Fakten, auf die er nicht erwidern konnte, erschlagen wurde.

So blind kann man sein! Sein ganzes Wesen ist von der Problematik aufgesogen, die Beunruhigung, ja Angst steht ihm in den Augen geschrieben, aber die innere Schranke ist aufgebaut und wird mit aller psychischen Macht unten gehalten. Über etwas nachdenken ist etwas anderes, als über sich nachdenken. Viele reflektieren, nur nicht sich selbst. Der blinde Fleck ist der Ort, an dem man steht.

„Daß du jedes Mal davon sprichst, und sei es als Apologet, das ist doch der Beweis, daß es dein Leben längst betrifft“, sage ich, „das zeigt, wo du Einbußen hinnimmst: in deiner Denkfreiheit. Da berührt es dein ganz persönliches Leben, auch hier draußen, wo es ruhig, grün und friedlich ist. Das, was kommen wird, arbeitet schon in dir!“

Da stutzt er einen Moment und sagt: „Ja, da ist was dran.“

Zehn Minuten später – er gibt keine Ruhe – reden wir über kulturelle Differenzen. Schon leugnet er wieder oder relativiert oder faselt von Integration, die das alles lösen würde. Und ohne daß er den Widerspruch zu bemerken scheint, spricht er von seiner Schwester, die mit einem Iraker verheiratet gewesen sei, von diesem geschlagen wurde und deren Kinder – ich kenne die genauen Hintergründe nicht – nun mit dem Vater leben und wohl Muslime werden sollen.

Ach so: Sie wollen demnächst auch noch nach Barcelona …

7 Gedanken zu “Den Wald vor Bäumen

  1. Kopfrechner schreibt:

    Wozu Brandschutz im Hause: hat es bei Ihnen persönlich schon einmal gebrannt? Fehlerstromschutzschalter, Blitzableiter, Haftpflichtversicherung – alles Hokuspokus!
    Sicherheitsgurt im Auto anlegen, als Radler einen Helm tragen (mindestens aber den eigenen Kindern einen anempfehlen) …

    Die von Ihnen so treffend geschilderte Verwirrung des Denkens und die infame Kategorienverwechslung wurde übrigens am 08.06.2017 vom „Hersteller von Löwenfedern seit 1476 A. D.“ schon einmal aufgegriffen: sollten Sie eventuell den geistreichen Herrn Gallina mit seinem Löwenblog noch nicht kennen (was ich, bei Licht betrachtet, kaum glaube) so darf auf http://www.marcogallina.de/2017/06/08/egoistische-individualerkenntnis/ in aller Bescheidenheit hinweisen.

    Ihre Talente sind bewundernswert. (Anerkennung auch den Kommentatoren.)

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  2. Kurt Droffe schreibt:

    Nur in aller Schnelle: Ich denke, Sie beide haben recht, wenn Sie die habituellen Moralgewohnheiten als jeder rationalen Einsicht vorgelagert ansehen (hatten wir hier ja schon mal; ich müßte mal wieder Kondylis‘ „Macht und Entscheidung“ lesen), und das ist es, was die Lage im Grunde doch recht aussichtslos erscheinen läßt. Zumal davon auszugehen ist, daß mit dem zunehmenden Eindringen der Realität die Denkbarrieren eher noch höher als niedriger werden. Sie kennen die letzten Worte Tassos?:
    „So klammert sich der Schiffer endlich noch
    Am Felsen fest, an dem er scheitern sollte.“
    So wird es diesen Menschen ergehen.
    Zum „Wo berührt es denn dein persönliches Leben?“ kann ich nur den Beitrag von Broder empfehlen:
    http://www.achgut.com/artikel/die_gartenparty_geht_weiter

    Das Goethe-Zitat ist übrigens verschieden, und auch positiv, auslegbar; es hat mich immer sehr berührt. Man kann es aber auch mal „negativ“ lesen, wie ich oben.

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    • Fast hatte ich bei dem Broder gedacht: Na, da hättest du dir deinen Artikel auch sparen können – steht ja alles schon drin. Aber dann sind die Differenzen doch nicht zu übersehen, bei aller Ironie. Er sieht den entscheidenden Punkt nicht: sein Leben hat sich, wie unseres hier, seit 2015 radikal geändert, selbst wenn man keinerlei direkten Kontakt mit der neuen Realität hat: uns allen sitzt der Schock tief und seit zwei Jahren versuchen wir verzweifelt oder resigniert nach einem gangbaren Ausweg – den es nicht gibt. Das Materielle bleibt vorerst, das Ideelle ist zerstört, so wie auch das Vertrauen in Recht, Politik und Mitmenschen.

      Apropos Broder: Kenn’se den schon?: http://www.achgut.com/artikel/die_entsorgte_nation

      @ Pérégrinateur
      Ihre Aversion gegen Sokrates – sofern ich das richtig interpretiere – teile ich vollkommen. Sein didaktischer Furor vergällt mir die Lektüre Platons seit eh und je. Wenn man die Mäeutik davon reinigt, also vom Vorwissen dessen, was zu gebären sei, ist sie freilich noch immer eine sehr kraftvolle Methode. Gerade in unseren Zeiten. Die Fragen liegen ja auf der Straße – man muß den Leuten helfen, sie aufzulesen, sie sich zu stellen und zu beantworten. Man kann dabei selbst gänzlich im Hintergrund bleiben, man muß nichts erklären …

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      • Pérégrinateur schreibt:

        @Fischer und Broder: Fischer ist schon ein bemerkenswert begnadeter Polemiker, und dass er zuweilen gröbste Inkompetenz bei Journalisten detailliert nachgewiesen hat, finde ich verdienstvoll. Es gibt da nämlich welche, die seit Jahren Gerichtsreporter sind, aber immer noch nicht den Unterschied von Berufung einlegen und in die Revision gehen verstanden haben, oder die meinen, der Vorsitzende Richter sei selbstverständlich der Meinungsführer in der Beratung unter den anderen Richtern. Bei dieser feministisch befeuerten Gina-Lisa-Aufregungsküche hat er darauf hingewiesen, dass es nach schon bestehendem Gesetz genüge, dass ein Vergewaltigungsopfer konkludent gezeigt hat, sich nicht mit diesem Kerl einlassen zu wollen, ein explizit ausgesprochenes Nein sei also gar nicht einmal erforderlich. Und dass natürlich die Beweislage mit der neugeplanten Regelung um kein Gran gebessert werde. Solche Verbrechen haben eben meist nur zwei Zeugen, nämlich die Beteiligten, und da dann sicher nachzuweisen, dass die Frau Nein gesagt hat, ist sogar weitaus schwieriger, als die materiellen Beweise der Gewaltanwendung bei einer Vergewaltigung zu erheben. Das hat natürlich die vom „Nein ist nein!“ besoffene Fraktion nicht beeindruckt. (Im Grunde geht es vielen Eiferinnen recht besehen um die Einschränkung der so störenden Unschuldsvermutung, im Falle eine Frau anklagt und ein Mann angeklagt ist.)

        Bei einigen Punkten bemerkt man allerdings, dass Fischer im Sinne meiner vorigen Darlegung sozusagen von seinem jugendlinken Woodstock-Gefühl und den damit verbundenen Gesinnungen nicht loskommt. Eine Ablehnung von unbegrenzter Einwanderung kann er sich offenbar nur als durch Rassismus motiviert vorstellen. Und beim Lackmustest auf die liberale Einstellung in Sachen Meinungsfreiheit fällt er auch krachend durch. So sehr er sonst die Äußerungsfreiheit verteidigt, bei der Holocaustleugung meinte er einmal, die dürfe ruhig gesetzlich verboten bleiben, weil man faktisch keinen Leugner fände, der nicht zugleich böse Absichten verfolge. Also ein selbst sich so verstehender Liberaler, der für ein Vorfelddelikt auf dem Feld der Meinungsäußerung eintritt. Bizarr oder nicht ganz ehrlich.

        Ein guter Freund vor mir, der zuvor geradezu unter jedem umgedrehten Stein deutschen Antisemitismus zu finden glaubte, ist irgendwann abgedriftet zu den Piusbrüdern, zu einem Zeitpunkt, als auch die Holocaustleugung dieses zugehörigen Bischofs Richard Williamson Furore machte. Mich hat natürlich gewundert, wie mein guter Freund das nun unter einen Hut bringt, weshalb ich interessehalber mal nach den genauen Williamson-Äußerungen im Netz suchte. Was ich zu der subjektiven Motivation des Bischofs dann fand, schien mir ungefähr darauf hinauszulaufen: So ein grauenhaftes Verbrechen dieses Ausmaßes könne doch gar nicht stattgefunden haben, das müsse eine bösartige Erfindung sein, sonst wäre die von Gott geschaffene Welt ja schrecklich. Ein anderer Freund, dem ich dies mitteilte, fasste es beneidenswert sententiös zusammen: „Kein großes Wunder, dass ein Bischof ein Holocaustleugner ist, schließlich ist er doch qua Beruf auch immer schon ein Sterblichkeitsleugner.“

        Wer von uns kennt nicht aus persönlicher Anschauung faselnde Dummköpfe, die sich die Welt gerne so zurechtdeuten, dass sie ihnen nicht mehr Angst macht? Lasst sie doch nur reden! Je früher man einen solchen Dummkopf im Leben frei und unbehindert hat schwatzen hören, desto eher ist man gewappnet gegen die anscheinend anthropologisch verankerte Neigung zu wähnen, urgendeine Äußerung sei allein schon deshalb, weil sie von einem Menschen vielleicht noch ins eigene Gesicht gesagt wurde, eher wahr als falsch. Und welche staatspolitische Dummheit, die Dummheit durch Verbote effektiv bekämpfen zu wollen, oder nun sogar Verschwörungsdenken durch dessen Verfolgung ausrotten zu können!

        Broder wird leider oft persönlich. Genauso wenig ist der nachtragende Hass schön, den man bei ihm oft bemerkt, nachdem er sich irgendwann einmal über jemanden aufgeregt hat. Es gibt, so scheint es, bei ihm keinen Weg von der Hölle wenigstens zurück auf die Erde.

        @Maieutik: Man sollte anderen nicht ihren Weg der intellektuellen Geburt festlegen wollen, wenn man ihnen denn dabei assistiert: « … J’eusse aimé voir son cœur fleurir avec son âme / Et grandir librement dans ses terribles jeux ; … »

        Seidwalk: Fischer in a nutshell

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  3. Pérégrinateur schreibt:

    „Allerdings läßt sich nicht ausschließen, das der ‚Konservatismus der Orientierung‘ gerade bei Konservativen auch eine Rolle spielt.“ – Das ist der größte Jammer. Viele Wachere, die jetzt von den in ihren Augen wenig überzeugend agierenden alternativlosen Establishment-Demokraten vertrieben werden, suchen sich wohl nur eine neue Hürde der Gewissheit, hinter der sie sich wieder sicher, wohlig und gemeinschaftswarm fühlen können. Es wird wohl so gehen wie in Buñuels ‚Würgeengel‘: Kaum sind die – man weiß nicht wodurch – in der Villa der Calle de la Providencia Eingeschlossenen wieder frei, besuchen sie den Dankgottesdienst in der Basilika, aus der sie nun wieder nicht herauskommen. Auf der Tonspur Schafs­geblöke und zum Schluss immer lauter die Trommeln von Calanda, die vom proto­typischen Verhängnis des Welt­ver­besserers künden.

    Was Ihnen wohl an Böhrers ‚Jetzt‘ am meisten gefallen hat, das geistige Nomaden­tum, dank dessen man jederzeit alte Zelte hinter sich lassen kann, wenn diese faden­scheinig geworden sind, das goutieren die wenigsten. Man möchte Zentral­­heizung und umheckte Gärten, in denen man sich dann mit guten alten Freunden trifft, die man nach beids­eitig ein­ge­haltenem Prinzip schont; sozialer Umgang nach dem Comme il faut, also mit garantierter Anregungs­verhinderung.

    Einfühlsam reden lag mir noch nie besonders, ich bin mehr ein Mann der bare-bones-Logik, also insbesondere der reductio ad absurdum, wobei ich immerhin versuche, nicht zu schroff aufzutreten und humorvoll zu reden, so bitter mich auch die derzeit besonders wild tobenden Wahn­sinnigen machen mögen. Die breiten Risse’der öffentlich gepflegten Welt­anschauung rufen geradezu danach, den Stein­meißel anzusetzen. Denn die fanatischen An­hänger „nach­haltigen“ Wirt­schaftens kümmern sich anderer­seits keinen Pfiffer­ling um den Fort­bestand der solche und andere Bio-Umwelt-Flausen er­laubenden Gesell­schaft. Die in Erziehungs­absicht pauschal Sachsen als Nazis schmähen, weil die doch tat­sächlich in manchem anders denken als sie selbst, sind sich anderer­seits völlig sicher, das Neuankömmlinge, wo denen sie noch viel weniger wissen, sich selbst­ver­ständlich in die ihnen zu­ge­dachten Rollen fügen werden, wenn man sie nur – in diesem Falle – möglichst zart und schonend an­fasst. Feminist­innen, die nun plötz­lich von der scharia­tischen Kleider­ordnung angetan sind, u.v.a.m.

    Maieutik schön und gut, aber keine Päd­agogik, selbst wenn man es mit groß­gewordenen Kind­lein zu tun hat. Meiner Ansicht nach hat man seine Mit­menschen immer als intelligible Wesen an­zu­sprechen, selbst wenn der Augen­schein oft anderes lehrt, denn das allein zeigt Achtung zu­mindest vor den Mög­lich­keiten des Gegen­übers. Also stets Scherz, Satire, Ironie und tiefere Be­deutung, den Sar­kasmus nicht zu vergessen. Seelen­volle Ge­spräche um das gemein­schafts­stiftende Lager­feuer dagegen schätze ich überhaupt nicht, die führen nur in die Basilika, s.o. Lügen und sich ein­schmeicheln mögen dann die politischen Köpfe; die können das ohne­hin besser.

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  4. Pérégrinateur schreibt:

    Die Hürde, vor der viele stehen, die sehen, aber sich nicht trauen wahrzunehmen und zu sagen, was sie kommen sehen, scheint mir der Konservatismus der Orientierung zu sein.

    Wir Menschen rühmen uns gerne unsere Rationalität und unseres freien Willens, bei genauerer Betrachtung ist es damit aber nicht weit her. Sich einzugestehen, dass man sich lange geirrt hat und den Falschen vertraut, das geht nicht. Man müsste damit ja das für viele wichtige Ideal in die Nesseln werfen, schon immer recht gehabt zu haben. Brüche gehen gar nicht, oder doch nur, wenn man sie vor sich selber kaschieren kann. Außerdem, wer wechselt schon gerne in reifem Alter den Gesinnungs-Stamm? Man schaue sich nur an, welche träumerischen Augen viele heute noch bekommen, wenn sie von Woodstock reden, obwohl sie inzwischen alles andere als Hippies geworden sind. Man scheut eben den Bruch mit Milieu und Vergangenheit. Zur Abwehr werden dann gerne affektiv unterfütterte, wenig rationale Gründe vorgeschützt. Der und der Böse hat X gesagt, und X geht ja gar nicht. Wie, er hat gar nicht X gesagt? Aber gemeint hat er es bestimmt, und selbst wenn er es nicht gemeint hat, so kann man seine Äußerung doch so auffassen, womit er also Wasser auf die Mühlen … bla bla, aber die originäre Empörung kann man dabei voll und ganz durchhalten. Das wärmende Feuer der Emotion gegen die kalten Nächte der Rationalität.

    Es gibt da ein interessantes Rollenspiel, in das viele aber gar nicht eintreten können, was dann sehr entlarvend ist. Jeder soll eine Zeit lang genau die von ihm abgelehnte Position vertreten. Weil aber die Urteile schon feststehen und keineswegs untergraben werden dürfen, ist das vielen „moralisch“ unzumutbar.

    Spricht nicht einiges auch für das Ptolomäische Weltbild? – Aber das ist doch Mittelalter, überholt! – Und aus welchen Gründen? – Die weiß man nun gar nicht, aber man hat ja schon an der Gewissheit darüber sein Genügen. Genau was John Stuart Mill an den Exzentrikern so lobt, dass sie nämlich die gemeinhin vertretenen Ansichten testen, das mag man gar nicht ertragen, nämlich sich methodisch selbst dem Zweifel auszusetzen. Sehr viele sind aus seelischem und sozialem Bedürfnis “hard-wired for dogmatism”.

    Staub soll’n sie fressen und mit Lust! Leider werden auch wir unsere Ration davon abbekommen.

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    • Allerdings läßt sich nicht ausschließen, das der „Konservatismus der Orientierung“ gerade bei Konservativen auch eine Rolle spielt. Gerade das hatte Pascal Zorn, der soeben zwei Bücher über den Umgang mit „Rechten“ geschrieben hat – „Logik für Demokraten“ und „Mit Rechten reden“ (beide schon im Titel oberflächlich tolerant aber darunter eben ausschließend) – auf „Kulturzeit“ behauptet: „Die Rechten neigen dazu die eigene Position von vornherein zu immunisieren, indem sie sie absolut setzen. Sie setzen, was Wirklichkeit, was Realität, was Wahrheit ist …“

      Schon der Eröffnungssatz schließt also die Debatte.

      Umgekehrt wurde jetzt ein Buch von Lichtmesz und Sommerfeld angekündigt: „Mit Linken leben“ – dort dürfte, wenn ich nicht gänzlich falsch liege, das Gegenkonzept entworfen werden: Wie argumentieren Linke und wie kann man damit umgehen. Vielleicht wäre es interessant, beide Seiten vergleichend zu lesen. (Werden die beiden Autoren auch bei der „Kulturzeit“ sitzen können? Wohl kaum. Das Buch wird vielleicht nicht mal bei Amazon gelistetet werden …)

      Mir scheint, es gibt keine einfachen Lösungen, sondern nur Prozesse. Klar, das Staub fressen ist ein Faktor, ansonsten hilft nur kontinuierliche Landgewinnung, Millimeter für Millimeter und man muß immer wieder an der Stelle ansetzen, die man beim letzten Gespräch gerade freigeschaufelt hatte, nicht zu schnell, nicht zu weit vorgreifend.

      Im konkreten Fall hatte ich durchaus den Eindruck, daß es einen Moment der Erschütterung gab, als er sich für einen Augenblick selbst im Spiegel gesehen hat. Ich forciere hier nichts, sondern lasse ihn das Tempo bestimmen – bei anderen Typen muß man anders vorgehen …

      Vor allem aber: nicht aus der Position der Wahrheit heraus agieren. Sich immer wieder bewußt machen: Ich kann irren. Die andere Seite zur Kenntnis nehmen, sich eindenken, mitdenken, mitfühlen, ehrlich und nicht gespielt … und wenn meine Position dann noch Bestand hat, dann offensiv vertreten, wo es geht. Am besten im fragenden Gestus, mäeutisch.

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