Perversionen des Rassismus

Einen Ausblick in die schöne neue Welt der politischen Korrektheit liefert uns Tom Bartels – seines Zeichens Fußballreporter und Paradebeispiel jenes quasi aphasischen Kommentariats, dessen sich die deutsche Medienwelt bedient, um auch dem letzten couch potato die allerletzte Reststärke zu entziehen.

Gänzlich erfolgreich war Bartels nicht, selbst als Sedativ versagt er, denn als er ob einer etwas peinlichen Theatervorstellung Rüdigers (eines deutschen Fußballspielers in dunkler – es ist hier nur von physikalischer Reflexionsfähigkeit die Rede und nicht von Moral – Erscheinung, der nach einem Stupser schmerzverzerrt sich am Boden wälzte), meinte sagen zu müssen, „der soll jetzt nicht den Affen machen“, da waren einige Zuschauer sofort hellwach und witterten, na klar – Rassismus.

Dieser wurde via voreingerichteter und vielmals eingeübter Rassismus-Hotline sofort an den verschlafenen Sender weitergereicht, der den fatalen existenzbedrohenden Fehler ruckzuck erkannte und die Nachricht dem Fußballbesprecher in Echtzeit einschenkte.

Dieser wiederum begriff den Ernst der Lage umgehend – seine Karriere war durch ein einziges Wort urplötzlich in Gefahr, die Stadionschale könnte sich hier und jetzt als Schleudersitz erweisen –  und entschuldigte sich brühwarm vor Millionenpublikum.

Damit waren nun auch die 99 Prozent jener Zuschauer sensibilisiert und hellwach, die Bartels tatsächlich schon in die Dämmerung gequasselt hatte. Sie alle, die mächtigen Ein Prozent, die die Macht über die Shitstürme besitzen, plus die trägen 99 waren somit Zeugen eines interessanten Lehrstückes.

Die erregungsgeifernde Medienwelt nahm das Thema sogleich auf – nun weiß auch der Letzte, daß das Wort oder Bild „Affe“ in unmittelbarer Nähe zu farbigen Menschen Gefahr läuft, latenten Rassismus auszudrücken … und wie wir alle längst wissen, ist der Deutsche an sich schon immer latent rassistisch, antisemitisch und homophob.

Hier die Perversion: Unter diesen jedoch ganz besonders die Shitstürmer und die Entschuldiger!

Die ersten stellen den Bezug zwischen Primaten und Negriden[1] her, die zweiten verbreiten ihn.

Der „Rassismus“ liegt nicht etwa in der Redewendung „den Affen machen“, die im Übrigen universell ist und eine gewisse wenig begründete Überhebung des Menschen – des Affen also, der sich selbst vom Affe emanzipiert zu haben meint – darstellt, sondern in der Kontrolle einiger derangierter und indoktrinierter Köpfe[2] – von denen leider eine ganze Zahl an den Schalthebeln der ersten, zweiten, dritten und vor allem vierten Gewalt sitzen – über das Sagbare und Unsagbare.

schnell ein gemeinsames Photo zur Exkulpierung getwittert! Bartels (links), Rüdiger (rechts)

Nun hat man also Bartels die Instrumente gezeigt, er ist vor aller Augen zusammengezuckt, man hat in seinen Äußerungen und in den Augen beim Abbitte tuenden Abschlußphoto mit Rüdiger himself die Angst wahrnehmen können und in nichts ist der Affe Mensch sensibler als im Erspüren von Angst.

Eine neue Schere wurde in Millionen Köpfe einoperiert, ein kleiner Schnitt mehr … 1984 rückte wieder ein Stück näher.

Dagegen hilft nur eines: die beabsichtigte und massenhafte und ironische Einübung des Affen-Machens, insbesondere und ganz bewußt gegenüber gefährdeten Zielgruppen.

Andere suchen sich in diesem Alter ein Mädchen – Raphael Zinser (16) manövriert lieber „die Konservativen“ aus © Die Welt

So hat sich z.B. gestern, zeitgleich in einer Parallelaktion, der hochintelligente Schüler Raphael Zinser mächtig zum Affen gemacht, als er kraft seiner Wassersuppe von 16 Jahren Lebenserfahrung und zwei schwulen „Vätern“ , die „Konservativen“ – die sich übrigens auch zum Affen gemacht haben – in einer fundamentalen Existenzfragevorführte“, „bloßstellte“ oder „eiskalt auflaufen ließ“.

Geben Sie dem Affen Zucker! Nur das hilft noch.

[1] Wikipedia belehrt mich gerade, daß auch dieser Begriff „nicht mehr üblich ist“.
[2] So hat etwa „meine linke Socke“, nachdem ich bekannte, nicht an deutschem National-Fußball interessiert zu sein, wie aus der Pistole geschossen gekontert: „Da sind dir wohl zu viele Neger drin?“ Ein Gedanke, der mir als „Rechtem“ nie gekommen wäre. „Welche Mannschaft unterstützt du?“, fragte er weiter. „Manchester City“ (vielleicht spielt Rüdiger bald dort? Welcome!) – „Manchester City? Aber da sind doch auch so viele Ausländer drin!“ … So funktioniert es: die Linke projiziert ihren Rassismus in die Rechte und was sie dafür hält, scannt permanent die Welt nach Situationen ab, die der „Rechte“ „rassistisch“ auslegen könnte … Fazit: Ohne die Linke wäre der habituelle Rassismus in D längst ausgestorben.

Siehe auch: Alle Wege führen zum Rassismus

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2 Gedanken zu “Perversionen des Rassismus

  1. Pérégrinateur schreibt:

    Wir haben das doch schon, in Gestalt der Gleichstellungspolitik, die eben gerade keine Politik der Gleichberechtigung ist. Bei Einstellungen an Universitäten sollen inzwischen Frauen unter sonst gleichwertigen Bewerbern bevorzugt werden. Doch in die Bewertung der Bewerber gehen so viele Faktoren ein, dass die Verteilung von deren Befähigung so gut wie kontinuierlich ist. Die Regel ist also entweder sinnlos, weil Ereignisse mit dem Maß Null – wie die exakte Gleichheit zweier kontinuierlicher Variablen – de facto nie vorkommen, oder sie ist nur das fröhliche Augenzwinkern bei der Diskriminierung zum Zwecke der vorgeblichen Antidiskriminierung.

    Es soll aber niemand etwa behaupten, ich sei gegen alle Quotenregelungen. Gegen eine immerhin doch noch mäßige 5-%-Klausel hätte ich nichts: Auf allen Posten sollte man – neben den natürlich unbedingt zu berücksichtigenden Minderheiten unter oder über 50 % – wenigstens 5 % Kompetente zulassen.

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  2. Kurt Droffe schreibt:

    Es ist die selten angesprochene Paradoxie des Antirassimus, diesen durch permanentes Betonen von Differenzen am Leben zu erhalten. Nicht, daß es keinen Rassismus gäbe (wenn auch vieles keiner ist, was dafür ausgerufen wird)! Aber wo ständig geradezu lustvoll und obsessiv genau diese Differenz betont wird, da gräbt sie sich eben ein, statt zu verschwinden. Anstatt also die Differenz durchzustreichen, beiseite zu lassen, zu sagen: das gilt jetzt nicht mehr, wird sie perpetuiert, oft mit umgekehrten Vorzeichen. Das führt dann in die rassistisch regulierte Quotengesellschaft, in der nach Repräsentanz von Hautfarben und Ethnien Ressourcen, Zugangschancen und Posten verteilt werden sollen. Die affirmative action in den USA illustriert das, und besonders schön damit, daß inzwischen Schwarze im Vergleich zu Asiatischstämmigen an vielen Universitäten ungerecht bevorzugt werden. Das wird bei uns auch noch alles kommen, wir sind ja auf bestem Wege in die Quotierungsgesellschaft.

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