Fundstücke XXXI

Alle Welt fragt sich: wer ist Emmanuel Macron? Man kann dutzende, mehr oder weniger gleichlautende Artikel in den Blättern lesen. Die wohl beste, vollkommen andere und leider sehr beunruhigende Analyse stammt von Frankreichexperte Martin Lichtmesz!

Frankreich nach der verlorenen Wahl

Ein selten starkes Interview gab Rüdiger Safranski der „NZZ“

Die Angst vor dem politischen Islam ist da, doch singt man laut im Walde

Hört, Hört! – da ist ein seltsam fremd wirkender Artikel auf die Frontseite der „Zeit“ gerutscht. Darin hält der namhafte Soziologe Wolfgang Streeck ein Plädoyer für den Nationalstaat und weist die Europäische Utopie nach Habermas als unrealistisch zurück – ein Grundsatzartikel!

Nicht ohne meine Nation

Torsten Hinz‘ stringenten Kommentar zu de Maiziéres dünnen “Leitkulturthesen“ hätte ich gern selber geschrieben:

Mißglückter Thesenanschlag

Nordkorea rückt immer weiter in den Brennpunkt unserer Aufmerksamkeit. Trotzdem wissen wir fast nichts über das Land und das, was wir durch unsere Medien wissen, scheint eine Dauerschleife der Not und des Elends zu sein. Eine etwas andere Geschichte erzählt die NZZ:

Hinter der sozialistischen Fassade blüht eine Marktwirtschaft von Kims Gnaden

Wer ist George Soros? Hier zwei gegensätzliche Antworten – daß die NZZ sich ihm widmet, weist schon darauf hin, daß „etwas nicht stimmt“:

NZZ: Der Milliardär und seine Vision

Gates of Vienna: The gravedigger of the Left

Ein paar Hintergrundinformationen zum Verhältnis Orbán-Soros gibt die Budapester Zeitung.

Orbán und Soros – vertraute Feinde

Das Etikett „rechtsextrem“, „rechtsaußen“ oder „rechtspopulistisch“ wird heutzutage großzügig vergeben. Der bekannte und eloquente Publizist Douglas Murray fragt sich im „Spectator“, wie dieser Begriff eigentlich zu halten ist und warum in der Presse jeglicher Sinn für Differenzierung verloren gegangen zu sein scheint:

Is Marine Le Pen really far-right?

Zum Schluß ein kleines Filmchen. Das MDR hatte sich zum 1. Mai unter die Berliner gemischt und zwischen Minute 11.22 bis 13.03 bizarre Szenen mitgeschnitten, die das wirkliche Leben auf beiden Seiten – PC-Journalismus und Berlin, wie es leibt und lebt – für einen Moment ungefiltert zeigt.

RBB-Nachrichten vom 1.Mai 2017

Kuriosum: Wer wissen will, warum manche das Wort „Lügenpresse“ oder „Lückenpresse“ für adäquat halten, der lese exemplarisch diesen Artikel – und weil die gut ausgebildeten Chinesen und Inder so erfolgreich sind, werden Millionen Araber und Afrikaner importiert.

Die wachsende Bedeutung der Arbeitsmigranten aus Deutschland

Und auch die „Süddeutsche“ gibt Entwarnung, wenn es um No-Go-Areas geht. So richtig kuschelig geht es in Dortmund Nordstadt aber trotzdem nicht zu, eher so, wie hier beschrieben:

Zwischen Arbeiterstrich und Hipstercafé

Schließlich und letztendlich: Auf allen Kanälen wurde mir der Name Xavier Naidoo eingetrichtert, den kennenzulernen ich keinerlei Bedürfnis empfand. Anscheinend hatte dieser Künstler – was man halt so nennt – mit seinem neuen Lied „Marionetten“ eine „schwere staatsgefährdende Tat“ vorbereitet und damit die Wut der vereinten Funke-, Bertelsmann und Springerpresse etc. auf sich gezogen. Es scheint nur angemessen, den Text des Songs endlich als Diskussionsgrundlage vorzulegen.

Söhne Mannheims – Marionetten Songtext

Wie lange noch wollt ihr Marionetten sein
Seht ihr nicht, ihr seid nur Steigbügelhalter
Merkt ihr nicht, ihr steht bald ganz allein
Für eure Puppenspieler seid ihr nur Sachverwalter

Und weil ihr die Tatsachen schon wieder verdreht
Werden wir einschreiten
Und weil ihr euch an Unschuldigen vergeht
Werden wir unsere Schutzschirme ausbreiten
Denn weil ihr die Tatsachen schon wieder verdreht
Müssen wir einschreiten
Und weil ihr euch an Unschuldigen vergeht
Müssen wir unsere Schutzschirme ausbreiten

Aufgereiht und scheiternd wie Perlen an einer Perlenkette
Geht eine Matroschka weiter, ein Kampf um eure Ehrenrettung
Ihr seid blind für Nylon und Fäden an eueren Gliedern und
Hat man euch im Bundestag, ihr zittert wie eure Gliedmaßen
Alles nur peinlich und so was nennt sich dann Volksvertreter
Teile eures Volks – nennt man schon Hoch- beziehungsweise Volksverräter
Alles wird vergeben, wenn ihr einsichtig seid
Sonst sorgt der wütende Bauer mit der Forke dafür, dass ihr einsichtig seid
Mit dem zweiten sieht man

Wir steigen euch aus Dach und verändern Radiowellen
Wenn ihr die Tür nicht aufmacht, öffnet sich plötzlich ein Warnung durchs Fenster
Vom Stadium zum Zentrum eine Wahrheitsbewegung
Im Name des Zetters erstrahlt die Neonreklame im Regen
Zusammen mit den Söhnen werde ich Farbe bekennen
Eure Parlamente erinnern mich stark an Puppentheater
Ihr wandelt an Fäden wie Marionetten
Bis wir euch mit scharfer Schere von der Nabelschnur Babylons trennen!
Ihr seid so langsam und träge
Es ist entsetzlich
Denkt, Ihr wisst alles besser
Und besser gehts nicht, schätz ich
Doch wir denken für euch mit und lieben euch als Menschen
Als Volks-in-die-Fresse-Treter, stößt Ihr an unsere Grenzen
Und etwas namens Pizzagate gibts ja noch auf der Rechnung
Bei näherer Betrachtung steigert sich doch das Entsetzen
Und wenn ich nur einen in die Finger bekomme
Dann zerreiß ich ihn in Fetzen
Und da hilft auch kein Verstecken hinter Paragraphen und Gesetzen

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