Heimatsplitter, nicht verifiziert

Drei Kurzgeschichten aus dem Heimaturlaub.

Nachbar erzählt. Er besitzt in einer nahegelegenen Kleinstadt einen Supermarkt. Hat Millionen im Erholungsort investiert. Aber der Ort hat sich verändert. Das Zentrum wird von Einwandergruppen bestimmt. „Die klauen wie die Blöden“, sagt er, „und du kannst nichts machen.“

Gleicher Nachbar fragt erneut nach Hauspreisen und dem Leben in Ungarn. Viele seiner offensichtlich bemittelten Freunde haben sich schon längst ein Haus in Ungarn gebaut oder gekauft, „wenn hier alles mal den Bach runter geht“.

Heilpraktikerin berichtet von ägyptischer Migrantin. Ihr Sohn, verhaltensoriginell, empathischer junger Mann, hatte sich um die junge Frau gekümmert. Die Mama macht sich Sorgen, ob da nicht noch was anderes läuft. Die ägyptische Dame hat Anglistik studiert und langweilt sich in Deutschland. Also wird ihr über viele Umwege eine Lehrerstelle organisiert, wo sie Flüchtlingskinder unterrichten soll. Alle erwarten Freudensprünge, als sie ihr von dieser seltenen Möglichkeit erzählen. Doch die Frau reagiert empört: Nein, mit Kindern wolle sie nicht arbeiten, dazu habe sie keine Lust.

Negativkosten der Einwanderung

Ein aufsehenerregender Artikel über die Negativkosten der Einwanderung erschien heute in der „Welt“. Er beginnt mit einer dreifachen Lüge – oder sollte man von Selbstbetrug sprechen?: „Offizielle Zahlen trudeln nur zögerlich ein, aber nach und nach wird das Ausmaß der Herausforderung klar.“

Weiterlesen

Frauenmangel

Im zentralen Einkaufstempel in Plauen werde ich plötzlich an alte Zeiten erinnert – an meine Armeezeit.

Weiterlesen

Die falsche Spur

In der „Welt” wird das neue Monumentalwerk des Literaturwissenschaftlers Dieter Borchmeyer – „Was ist deutsch“ – besprochen. Im Artikel „Wir Deutsche müssen uns entdeutschen“ fällt der Satz:

„Versenkt man sich in das Buch, hört man in die Gespräche der Ahnen hinein und entdeckt einen Reichtum an Ideen, der so groß ist, daß sich mit schmerzhafter Wucht die Frage aufdrängt, warum es ausgerechnet die Deutschen waren, die den größten Zivilisationsbruch der Moderne zu verantworten haben.“

Der größte Zivilisationsbruch der Moderne? – für einen Moment muß ich an den Herbst 2015 denken … bis die Denkmaschine einsetzt und mich wieder in die richtige Spur hievt.

Konservatismus und Differenz

Für H.

Ein weiteres Faszinosum an Karl Heinz Bohrers außergewöhnlicher Autobiographie sind die Entwicklungslinien, die Bohrer, gekonnt versteckt, einbaut. Etwa die seiner politischen Einstellung.

Weiterlesen

Das Rätsel Ungarn

Wer glaubt, Ungarn sei das gelobte Land, der irrt!

Es ist viel schwerer, an die Problemzonen eines Landes heranzukommen als die positiven Differenzen zu bemerken. Der andere Umgang mit der Geschichte, der Erinnerung, der Tradition, der Nation, mit den Kindern, mit der Einwanderung, die anderen Sitten, Gebräuche und all das wurde hier bereits thematisiert. Man könnte meinen, die Ungarn seien wunschlos glücklich. Weit gefehlt!

Weiterlesen