Dyskalkulie

Ich gestehe! Die Ankündigung der neuen Kriminalitätsstatistik habe ich mit Erleichterung zur Kenntnis genommen. Darin bereiteten uns unsere Medien vor ein paar Tagen sanft auf die harte Wahrheit vor. Nicht etwa der Tatbestand, daß es eine deutlich erhöhte Ausländerkriminalität gibt, befriedigt dabei, sondern die Überzeugung, doch nicht verrückt und irre zu sein. Schließlich hatte ich hier in verschiedenen Anläufen darzulegen versucht, daß die Masseneinwanderung – insbesondere junger Männer, insbesondere aus kultur- und bildungsfernen Bereichen … – zwangsläufig zu einer statistisch signifikanten Erhöhung der Verbrechensrate, insbesondere im Sexual-, Körperverletzungs- und Eigentumsbereich führen muß! Alles andere wäre der Leugnung der Gravitation gleichgekommen.

Nichtsdestotrotz hat es man es lange versucht. Meldungen wie diese hier waren Legion.

Daß die Gegengewalt ebenfalls steigen muß, war ebenso offensichtlich. Das, was man nun als „rechte Gewalt“ bezeichnet, ist eine psychosozial vollkommen voraussagbare Reaktion, so bedauerlich und verabscheuenswert das alles auch ist. Politik, die diesen Namen verdient, hätte – schon wieder ein „muß“ – hätte diese Konsequenz in die Gesamtrechnung einfließen lassen müssen.

Egal, nun sind sie da, die Zahlen. Es gibt trotzdem keinen Grund, ihnen zu trauen. Der politisch korrekte Wille zur Deformierung der Wahrheit spricht noch immer aus jedem von de Maizières Worten und wird durch die mediale Präsentation hundertfach verstärkt. Nein, die Lage ist anscheinend deutlich ernster, sonst würde man uns jetzt nicht mit Teilgeständnissen abspeisen wollen.

Wie ernst, zeigt das Zahlenverwirrspiel auf den verschiedenen Seiten und zeigt auch die bildliche Manipulation.

Spiegel

Der „Spiegel“ präsentiert uns um 14.22 Uhr eine Gruppe Glatzen und hat den brisanten Artikel zwei Stunden später schon hinter der Le-Pen-Dresche gut versteckt.

FAZ

Die „FAZ“ reagiert auf die gestiegenen Mordraten mit einem idyllischen Forensikbildchen, das uns den typisch mittelständischen weißen Psychopathen, der seine Frau zersägt hat, suggeriert, und das Prantl-Blatt findet die Mitteilung (Stand 17.30 Uhr) für vernachlässigenswert (später erscheint doch noch ein Wegerklärartikel). Die „Welt“ greift gerne des Innenministers tiefgreifende Analyse von der „Verrohung der Gesellschaft“, der ganzen Gesellschaft, die natürlich auch schon „vor der Flüchtlingskrise“ zu konstatieren war, auf: O-Ton de Maizière: „Die Gewaltkriminalität war in Deutschland rückläufig bis Zwanzigfünfzehn, dort ist sie erstmalig angestiegen, schon vor der Zuspitzung der Flüchtlingslage.“ Zwanzigfuffzehn – war da nicht was? Thomas de Maizières Logik ist schwer zu verstehen.

Es mache sich jeder selbst ein Bild im Zahlengewirr. Als unter quasi-Dyskalkulie Leidender will ich mir nicht die Finger verbrennen. Hab’s mehr mit der Empirie und zufälligerweise – das ist ja auch so ein Grund verrückt zu werden – habe ich in der letzten Woche im drive-by-Verfahren – also längst nicht vollständig – mal all jene Kriminalfälle gesammelt, die uns insbesondere der „Focus“ frei Haus liefert. Diese Realität ist eine ganz andere!

Weshalb in der Redaktionsstube nicht alle an Bewußtseinsspaltung leiden – das eine schreiben, das andere liefern – bleibt rätselhaft.

Gelsenkirchen: Männer mit Kampfhunden strecken 17-jährigen nieder

Gütersloh: Jugendliche verletzen sich bei Messerstecherei schwer

Duisburg-Marxloh: 14-jähriger stirbt nach brutalem Angriff

Duisburg-Marxloh: 14-jähriger stirbt nach Attacke

Hannover: Hochzeitsgesellschaft blockiert die A2 mit 13 Autos

Sexueller Übergriff in Brandenburg

Per Haftbefehl gesuchten Mann im Hamburger Hauptbahnhof festgenommen

Rentner muß Geldstrafe wegen Facebook-Hetze zahlen

Nazi-Tattoo im Schwimmbad: NPD-Politiker muß ins Gefängnis

Messer, Macheten und Brecheisen: Polizei verhindert brutale Massenschlägerei

Männer wollen zwei junge Frauen vor Bande beschützen – und werden zusammengeschlagen

Tote Frau in Dresden: Polizei fahndet nach Lebensgefährten

Schießerei in Mönchengladbach – zwei Verletzte, eine Festnahme

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Ein Gedanke zu “Dyskalkulie

  1. Pérégrinateur schreibt:

    Keine Sorge, die meisten Menschen sind einer einmal gefassten moralischen Bewertung äußert treu, auch wenn später von ihnen rezipierte Wirklichkeitselemente die zu solcher Voreingenommenheit treibende Politik im Nachhinein für Verständige in ein sehr dunkles Licht stellt. An kaum etwas halten die Menschen nämlich so beharrlich fest wie an der Vorstellung der Ewiggültigkeit moralischer Normen und Bewertungen. Ich hätte fast „Maßstäbe“ geschrieben, aber sie messen ja gerade nicht, und notfalls nehmen sie auch mit der fadenscheinigen Deklamation von Normen vorlieb, solange nur dabei dem erschreckenden Zweifel das Einschleichen verwehrt wird. Deshalb auch das „Sie sollen nicht umsonst gestorben sein“ in allen Kriegen mit schlechten Aussichten. Und gewöhnlich meinen sie zumindest in demokratischen Gesellschaften außerdem, dass jeder trefflich moralisch urteilen kann, wenn er sich nur getreulich auf sein moralisch Bauchgefühl verlässt, das ja angenehmer Wiese allzeit urteilsbereit ist. Adventavit asinus, pulcher et fortissimus: „das Gerechtigkeitsempfinden aller billig und gerecht Denkenden“.

    Deshalb trachtet politische Propaganda auch, zunächst den moralischen Fuß in die Haustüre zu stellen und den Bürgern etwas ohne zureichende Präsentation von Fakten aufzuschwatzen, denn sie werden gewöhnlich auch nach deren Kenntnisnahme an der Ware festhalten. Bei solchen Geschäften beanspruchen die meisten nämlich nie das Rücktrittsrecht. Wie stünde man da, als einer, der sich in Moralischem geirrt hat? Und wie könnte man auch beruhigt weiterleben ohne die Vorstellung einer zumindest essentiell guten Welt?

    DIe Lehre kommt nur übers persönliche Leiden oder das Nahestehender. Dann erwacht der Wal der eigenen Interessen und macht aus allen ideologischen Fängerbooten Kleinholz.

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